Nachhaltiges Reisen – die besten Tipps

Nachhaltiges Reisen ist keine Utopie, aber eben auch alles andere als ein Selbstgänger. Wir verraten euch, was ihr alles tun könnt, um die Umwelt auch im Urlaub zu schützen – mit Tipps für nachhaltiges Reisen und Destinationen, die sich für Umweltschutz engagieren.

Direkt zum Inhalt

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was nachhaltiges Reisen bedeutet? Im Grunde führt an dieser sanften Form des Tourismus kein Weg mehr vorbei: Wenn wir in den Urlaub fahren, dann so, dass wir die Umwelt dabei so wenig wie möglich belasten. Wir zeigen euch, wie das von Anfang an am besten funktioniert und geben euch positive Beispiele unserer Bloggerinnen und Blogger mit, was ihr vor Ort tun könnt.

Sanfter Tourismus – warum nachhaltiges Reisen so wichtig ist

Was bedeutet es eigentlich, nachhaltig zu reisen? In erster Linie ist nachhaltiges Reisen verantwortungsvolles Reisen. Das bedeutet, sich auch unterwegs so zu verhalten, dass Ökosysteme an eurem Reiseziel nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem geht es beim sanften Tourismus darum, die lokale Bevölkerung und Wirtschaft mit eurem Besuch zu unterstützen.

Nehmen wir mal an, ihr verbringt einige Wochen in Thailand. Dort verhaltet ihr euch so, wie ihr das auch zuhause tun würdet: Ihr gebt acht auf die Umwelt, indem ihr sorgsam mit Ressourcen wie Trinkwasser und Energie umgeht, Müll vermeidet bzw. ihn richtig entsorgt und die Emissionen auf dem Weg von A nach B möglichst gering haltet.

Mindestens ebenso wichtig ist, dass ihr auf Reisen auch an wirtschaftliche und soziokulturelle Faktoren denkt. Wirtschaftlich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ihr über eure Anwesenheit Arbeitsplätze für die Menschen im Urlaubsland sichert und schafft. Das passiert, wenn das Geld dort bleibt, wo es gebraucht wird – und nicht in die Kassen global agierender Unternehmen fließt. Soziokulturell bedeutet, die Kultur im anderen Land kennen- und schätzen zu lernen. Dazu gehört etwa das Verständnis der Landesprache in ihren Grundzügen und die Anpassung an Verhaltensweisen bzw. Kultur der Einheimischen.

Reise nachhaltig planen und buchen

Das nachhaltige Reisen beginnt schon zuhause bei der Urlaubsplanung. Wir haben uns Gedanken gemacht und Ideen für euch gesammelt, wie ihr euren nächsten Trip nachhaltiger gestalten könnt.

Urlaub mal anders – Beispiele für alternativen Tourismus

Habt ihr zum Beispiel schon mal vom Wwoofing (kurz für World-Wide Opportunities on Organic Farms) gehört? Als Wwoofer arbeitet ihr auf Bio-Bauernhöfen oder Farmen mit, die ihr euch selbst aussucht – ob in Europa oder auch in Neuseeland, Australien, Kanada oder den USA. Geld verdient ihr für euren Einsatz nicht, dafür gibt’s ein Dach über dem Kopf, gute Verpflegung und ihr lernt in euren Gastfamilien, wie es ist, naturverbunden zu leben. Und eure Sprachkenntnisse verbessert ihr obendrein!

Bei Google seht ihr, dass alternativer Aktivurlaub ganz schön angesagt ist. In vielen deutschen Weinanbaugebieten, aber auch in Frankreich oder Italien, könnt ihr im Herbst bei der Weinlese mitmachen und so den Menschen vor Ort helfen. Oder ihr helft in Griechenland und Spanien bei der Olivenernte – mitten in den schönsten Urlaubsgebieten und meistens nur für ein paar Stunden am Tag. Bleibt also Zeit genug, sich in aller Ruhe umzuschauen. Ach ja: Kost und Logis sind auch bei diesen Aktivitäten umsonst, wer den ganzen Tag arbeitet, kann sogar ein bisschen Urlaubsgeld verdienen. Mehr dazu findet ihr zum Beispiel auf der Website von Apcon.

Übrigens: In diesem Artikel zeigen wir euch noch mehr außergewöhnliche Urlaubsideen, vom Wwoofing bis zur Weinlese.

CO2-neutral reisen und kompensieren

Wenn ihr euren Fußabdruck etwas verkleinern wollt, dann habt ihr zahlreiche Möglichkeiten, die Emissionen zu kompensieren die durch eure Reisen entstehen – ganz egal, ob ihr nur innerhalb Europas oder auch nach Übersee fliegt. Bei Airlines wie z.B. der Lufthansa und Air Dolomiti ist das ganz einfach: Hier könnt ihr euch gleich bei der Flugbuchung aussuchen, auf welchem Wege ihr eure Emissionen ausgleichen wollt. Entweder ihr entscheidet euch für den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel), für Klimaschutzprojekte von myclimate oder für eine Kombination von beidem. Auch bei atmosfair könnt ihr eure Flüge kompensieren. Außerdem sparen Direktflüge Zeit und CO2-Emissionen. Entscheidet ihr euch für einen Direktflug bedeutet das auch weniger Umweltbelastung.

Im digitalen Zeitalter lässt sich ordentlich Papier einsparen, schließlich haben wir ja alles in unserem Smartphone gespeichert: Tickets, Boardingpass, Hotelbuchungen, Kreditkarte. Das solltet ihr nutzen und alles in eurem digitalen Wallet aufbewahren. Mit aufgeladenem Akku kann eigentlich nichts mehr schief gehen: Für den Fall der Fälle empfiehlt es sich, ein Ladekabel und eine Powerbank nicht zu vergessen und die wichtigsten Dokumente noch zusätzlich in einer Cloud abzuspeichern.

Habt ihr schon mal von der Stiftung Klimawald oder Click A Tree gehört? Das sind Portale, auf denen ihr eure CO2-Emissionen durch die Pflanzung von Bäumen kompensieren könnt. Die Stiftung Klimawald kümmert sich schon seit über zehn Jahren darum, dass überall in Deutschland neue Wälder entstehen. Diese entnehmen auf natürlichem Weg CO2 aus der Atmosphäre und mildern so die Effekte des Klimawandels effizient und langanhaltend ab. Zehn Quadratmeter Wald kosten 45 Euro. Und über Click A Tree könnt ihr Bäume pflanzen lassen und damit Lebensraum für viele Tierarten schaffen, zum Beispiel für Elefanten im Norden Thailands. Kostenpunkt: 8,95 Euro pro Baum.

Über das Buchungsportal B'n'Tree, werden Reisende mit den größten Buchungsplattformen der Welt connected - mit dem Bonus, dass für jede auf B'n'Tree begonnene Buchung ein Baum gepflanzt wird. Ohne jegliche Mehrkosten für den Buchenden, da die Bäume aus den Marketingbudgets der Reiseplattformen, wie z.B. booking.com, HRS oder tripadvisor finanziert werden. Einfach auf B'n'Tree die präferierte Plattform selektieren, buchen und B´n`Tree kümmert sich um den Rest.

Nachhaltige Orte und Reiseziele finden

„Besonders viel Freude bereitet es mir an Orte zu reisen, bei denen ich spüre, dass ein nachhaltiges Bewusstsein in der Gesellschaft verankert ist.“ – Sarah von Itchyfeet

Sarahs Tipps: Wählt lieber familiengeführte Pensionen oder nachhaltige Hotels, anstelle großer Hotelketten.

Wir zeigen euch, worauf ihr bei Buchung achten könnt und wo ihr tolle Orte findet, die sich dem sanften Tourismus verschrieben haben.

Costa Rica macht sanften Tourismus vor

Unserer Bloggerin Sarah von ItchyFeet ist es wichtig, auf Reisen darauf zu achten, möglichst nachhaltig und bewusst unterwegs zu sein und respektvoll mit der Natur und ihrer Umgebung umzugehen.

Sie erzählt uns von einem Ort, den sie ganz besonders empfehlen kann, um nachhaltig zu reisen. „In Costa Rica, dem Vorreiter in Sachen Ökotourismus, habe ich diese Erfahrung gemacht.“ Das kleine Land in Zentralamerika investiert im großen Stil in den Erhalt des Urwaldes und deckt seit Jahren seinen Strombedarf fast komplett aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Wasserkraft.

„Die Wertschätzung, die der Umwelt entgegengebracht wird, erlebte ich während meiner Reise im Nationalpark Tortuguero an der Karibikküste hautnah. Zentrum des Nationalparks von Costa Rica ist das beschauliche Dorf. Etwa 700 Menschen leben hier, deren Haupteinnahmequelle der Tourismus ist. Statt mit Autos bewegt man sich hier zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Boot. Anstelle großer Hotelanlagen findet man einfache, bunt angestrichene Häuser und eine Gemeinschaft, die sich, verbunden mit dem Lebensgefühl des Pura Vida, auf die kleinen Freuden besinnt und friedlich zusammenlebt.

Vom friedvollen Leben in Costa Rica erzählt Sarah euch auf ihrem Blog mehr.

Das Reethi Beach Resort auf den Malediven lebt Moskitoschutz

Auch unsere Reisebloggerin Melanie von Goodmorningworld hat mit uns über gelebten Umweltschutz weltweit gesprochen. Dabei beschreibt sie einen Moment, der sie auf ihren bisherigen Reisen in punkto Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit am meisten beeindruckt hat: „Als ich auf einer der Inseln der Malediven mitbekommen habe, wie das dortige Resort mit Moskitos umgeht. Auf zahlreichen anderen Eilanden, und auch in unzähligen Touristendestinationen weltweit, werden ja regelmäßig, manchmal sogar täglich, komplette Hotelanlagen mit purem Gift besprüht und eingenebelt.“

Auf diese Art sterben aber nicht nur die Moskitos, sondern auch viele der anderen Insekten und kleinen Tiere, die für das empfindliche Gleichgewicht der Natur an diesem Ort wichtig sind. „Und einmal abgesehen davon: Auch alle Urlauber atmen diese Gifte ein, da hilft auch die Empfehlung, die Fenster des Zimmers während des Sprühens geschlossen zu halten, meiner Meinung nach nicht viel.“

Aber zurück zur Malediveninsel: Das dort ansässige Reethi Beach Resort hat eine ganz einfache, nachhaltigere und umweltfreundlichere Strategie gegen die Moskitos entwickelt. Ein sogenannter Mückenbeauftragter spaziert mehrmals am Tag über die Insel auf der Suche nach geeigneten Brutstellen. Moskitos legen nämlich ihre Eier in stehendem Gewässer ab. Deswegen gilt es, genau solche kleinen Wasserstellen zu vermeiden. Der Moskitobeauftragte bedeckt genau diese mit Sand, wackelt an hohlen Blättern in denen sich Regen gesammelt hat und kümmert sich darum, dass die Moskitos erst gar nicht schlüpfen können.

„Was soll ich sagen: Wir haben tatsächlich während unserer gesamten Reise keinen einzigen Stich abbekommen. Was für eine vorbildliche Strategie!“

Selbstversorger-Hotels – Not macht nachhaltig

Es gibt einige Hotels und Resorte, die zwangsläufig zum Selbstversorger wurden – etwa, weil im Land Ressourcen- oder Wasserknappheit herrscht und sie die Wasserversorgung selbst in die Hand nehmen müssen. Das Zeavola Resort auf der Insel Koh Phi Phi in Thailand zum Beispiel setzt auf einen geschlossenen Wasserkreislauf, unter anderem mit einer Teich-Filteranlage.

Tolle Plattformen für nachhaltige Unterkünfte

Mittlerweile gib es online einige Buchungsplattformen, die sich auf Nachhaltigkeit fokussiert haben.

Eine davon ist fairweg.de. Diese Plattform hat Hotels und andere Unterkünfte überall auf der ganzen Welt zu zwölf Nachhaltigkeits-Kriterien gecheckt. Dazu gehören die Bereiche Energie- oder Wassermanagement sowie die Prüfung, ob Plastik vermieden, Bio-Lebensmittel angeboten und der Abfall getrennt wird. Ist eine Unterkunft für euch interessant, dann könnt ihr sie gleich via fairweg buchen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt bookitgreen. Ende 2022 wird diese Plattform in ecobnb.de integriert.

Noch ein Tipp: bookdifferent.com. Auch hier könnt ihr Unterkünfte buchen, die vom Anbieter über ein eigenes Prüfungsverfahren ausgewählt wurden. Jeder Unterkunft ordnet bookdifferent.com den CO2-Abdruck pro Nacht zu. Wenn ihr ein Zimmer bucht, dann spendet das holländische Portal die Hälfte der Buchungskommission an Wohltätigkeitsorganisationen, die ihr selbst wählen könnt. Mittlerweile bietet die Plattform sogar nachhaltige Aktivitäten und Restaurants zu eurem Urlaubsort an.

Klasse finden wir das Portal Homestay, über das ihr ein Zimmer bei Gastfamilien überall auf der Welt buchen könnt. Das Ganze hat gleich mehrere Vorteile für euch und die Vermieter: Ihr wohnt mittendrin statt in irgendeiner anonymen Hotelanlage, lernt Einheimische und deren Leben aus erster Hand kennen, Geheimtipps inklusive. Und: So eine Unterkunft ist aus sozialer Sicht nachhaltig, weil ihr der Gastfamilie mit eurer Miete direkt unterstützt.

Auch auf greenpearls.com findet ihr Hotels, Ferienhäuser, Restaurants und noch mehr tolle Orte, die vom Plattformbetreiber nach den Kriterien Umweltschutz, lokale/authentische Erfahrung, soziales und kulturelles Engagement beurteilt werden.

Reisevorbereitung: Weniger ist mehr

Weniger ist mehr – das ist ein Leitsatz, den ihr schon vor eurer Reise im Kopf haben solltet. Wo wollt ihr hin, wie kommt ihr hin und was nehmt ihr alles mit.

Leichtes Gepäck und das richtige Equipment

Wusstet ihr, dass mehr Treibhausgasemissionen entstehen, je schwerer eure Koffer oder die Rucksäcke sind? Das ist nicht nur beim Fliegen so, sondern auch bei Reisen mit der Bahn oder im Auto. Packt deshalb nicht drei Hosen, vier verschiedene Jacken und 1.001 T-Shirt ein, sondern nur, was ihr wirklich braucht. Die Umwelt wird es euch danken. Und ihr selbst habt auch etwas vom Downsizing: Euer Gepäck lässt sich viel leichter tragen!

Zusätzliche Dachgepäckträger oder schwere Gegenstände, die nicht benötigt werden, treiben den Spritverbrauch hoch. Bei 100 gefahrenen Kilometern in etwa um einen Liter.

Ihr seid mit dem Flugzeug oder der Bahn unterwegs? Dann wagt euch doch mal an das Experiment nur mit Handgepäck zu reisen! Packt deshalb nur ein, was ihr wirklich braucht und überlegt euch, welche Dinge doppelt genutzt werden könnten. Wie schaut es mit Büchern aus? Ein Kindle bietet sich für eure Reise deutlich besser an, um nicht den Lesestoff für 4 Wochen schleppen zu müssen – oder ihr holt euch die Kindle App auf euer Handy. Noch mehr Reise-Apps zeigen wir euch hier.

Wiederverwendbare Dinge wie Trinkflaschen, Kaffeebecher, Reisebesteck und Brotdosen sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden. Der Vollständigkeit halber gehören sie dennoch auf unsere Liste. Eure Trinkflasche könnt ihr jederzeit mit Leitungswasser auffüllen – Sauberes, keimfreies Wasser bekommt ihr, wenn ihr euch einen Wasserfilter zum Mitnehmen besorgt. In unserem Reise-Gadgets Artikel zeigen wir euch viele weitere praktische Utensilien, die euch eure Reise erleichtern.

Unbedenkliche Körperpflege

Auch in Sachen Beauty und Körperpflege lohnt es sich, auf Nachhaltigkeit zu achten. Mittlerweile bieten nicht nur Bio-Läden, sondern auch ganz „normale“ Drogerie-Märkte umweltschonend verpackte Körperpflege-Produkte wie Deo, Seife, Rasiercreme und sogar feste Sonnenschutzmittel in Pappschachteln oder Glasflaschen an. Das ist das eine.

Das andere: Der Inhalt ist viel wichtiger als die Verpackung. Achtet darauf, was in den Produkten steckt. Gehört zum Beispiel Palmöl zu den Inhaltsstoffen, dann bitte lieber nicht zugreifen, weil die Palmöl-Produktion massive Umweltschäden in den Herkunftsländern verursacht.

Sind Nanopartikel, Parabene oder UV-Filter wie Oxybenzon, Octocrylen oder Benzophenon in Körperpflege-Produkten enthalten, dann können sich diese sogar negativ auf eure Gesundheit auswirken. Aber damit nicht genug: Viele Inhaltsstoffe schaden auch der Umwelt. Findet ihr in der Inhaltsstoff-Liste etwa Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Acrylate Copolymer (AC), dann bitte „Finger weg“: Diese Stoffe weisen auf Mikroplastik hin. Tipp: Mit der App ToxFox vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland lassen sich Schadstoffe erkennen, wenn man den Barcode von Produkten scannt. (im Apple App Store und Google Playstore) Eine Alternative (oder Ergänzung) zu ToxFox ist die App Nestbau – giftfrei einkaufen (im Apple App Store und Google Playstore).

Wusstet Ihr, dass etwa 14.000 Tonnen Sonnenschutzmittel jährlich im Ozean landen? Daher solltet ihr vor dem Sommerurlaub einen kritischen Blick auf die Auswahl eurer Sonnencreme werfen. Diese gelangt durch das Auftragen auf eure Haut direkt in die Meere und trifft dort auf die hochsensiblen Ökosysteme der Korallenriffe. Die Kolleginnen von Reisevergnügen haben einige Cremes für euch getestet.

Nachhaltiges Verhalten vor Ort

Ist schon toll, wenn man endlich an seinem Urlaubsort angekommen ist: Einchecken und dann ab ins Freie. Was ihr dabei beachten solltet? Lest selbst!

Mit Stoffbeuteln für Einkäufe, wiederverwendbarem Reisebesteck, Trinkflaschen und Food-Boxen lässt sich jede Menge unnötiger Plastikmüll vermeiden.

Apropos Abfall: Den könnt ihr an eurem Urlaubsort auch mit Gleichgesinnten sammeln – wo genau, erfahrt ihr bei Trash Hero, einer Non-Profit-Organisation aus der Schweiz, die diese Clean-ups organisiert. Bis Juni 2022 haben die Sammler mehr als 438.500 Freiwillige mobilisiert und fast 2.207 Tonnen Müll in 17 Ländern weltweit entsorgt – tolle Leistung, aber da geht noch mehr!

Beteiligt euch am Hashtag #walkintrashout

Ein weiteres positives Beispiel für sanften Tourismus: Flo und Biggi von den Phototravellers haben gemeinsam mit anderen Outdoor-Bloggerinnen und -Bloggern den Hashtag #walkintrashout ins Leben gerufen. Sie nutzen ihre große Reichweite um ihre Follower  dazu aufzurufen, egal wo sie sind, nicht nur den eigenen Müll von einer Wanderung, vom Strand oder dem Wald mit nach Hause zu nehmen und zu entsorgen. Ziel ist es, dass auch andere ihrem Beispiel folgen und auf Touren den Müll, der achtlos in die Natur geworfen wurde, einpacken und mitnehmen.

„Seit Jahren – schon lange vor der „Fridays for Future“-Bewegung – sammeln wir auf unseren Touren Müll. Ihr glaubt gar nicht, was wir alles finden. Auf Wanderungen sind es meist Riegelverpackungen, Bierdosen, Zigarettenstummel, aber auch ganz abenteuerliche Sachen wie alte Hipp-Gläschen oder Haribo-Verpackungen im Retro-Style. Daran sieht man, wie lange Plastik in der Natur überdauert. Am Meer – wir machen auch Beach-Cleanups – finden wir oft jegliche Art von Kunststoff. Strohhalme, alte Plastikdosen, kaputte Fischernetze und sogar einen alten Klodeckel, der angeschwemmt wurde“, erzählt Biggi.

Und sie führt fort: „Auf unserem Reiseblog zeigen wir dir die Schönheit der Natur. Damit sie aber auch so schön bleibt, sind wir alle gefragt. Die #walkintrashout-Community wird immer größer. Zusammen können wir wirklich etwas verändern.“

Rairoa Fishing and Tours sammelt Müll in der blauen Lagune

Auch Nina von Reisehappen berichtet von so einem Positivbeispiel, wie es von den Einheimischen vor Ort gelebt wird: Rangiroa gehört zu den letzten Paradiesen auf Erden. Die Natur ist hier noch weitestgehend intakt. Doch auch Französisch-Polynesien plagen zunehmend Umweltprobleme. Selbst in der blauen Lagune von Rangiroa wird mittlerweile Plastikmüll angeschwemmt. Flaschen und Plastiktüten, aber auch Teile von Fischernetzen, die heutzutage aus Kunststoffen bestehen, findet man an den traumhaften rosafarbenen Stränden. Nun könnte man sagen, das ist eben ein globales Problem. Doch stolze Polynesier, wie Manu von Rairoa Fishing and Tours, die regelmäßig Touristen und Touristinnen in die blaue Lagune bringen, haben es sich zur Aufgabe gemacht ihre Heimat zu schützen. So haben die Kapitäne der Boote heute bei jedem Ausflug einen großen Müllsack dabei.

Nina erzählt: „In der blauen Lagune angekommen wird alles gesammelt, was nicht in dieses kleine Paradies gehört. Die Säcke werden anschließend wieder mit auf die Hauptinsel genommen, um den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Reisenden werden nicht gebeten zu helfen, das liegt nicht in der Mentalität der stolzen Männer Polynesiens. Keiner ist denen böse, die ausschließlich mit dem besten Selfie für Instagram beschäftigt sind. Doch der respektvolle Blick Manus, sein dankbares Lachen und sein Maruuru, Danke auf Tahitianisch, sind tausendmal mehr wert als jedes perfekte Selfie.“

Mobil am Urlaubsort – nachhaltig unterwegs

Solltet ihr die Stadt, in der ihr gerade seid, erkunden wollen, dann klappt das eigentlich immer am besten zu Fuß. Beim gemütlichen Bummeln durch die Straßen findet ihr sicher ein paar schöne Cafés oder kleine Geschäfte, in denen ihr euch mit Andenken versorgen könnt.

Auch toll und sehr empfehlenswert sind Free Walking Touren die mittlerweile in vielen Städten angeboten werden. Hier werdet ihr fernab von typischen Touri-Pfaden durch die Stadt geführt.

Ihr könntet Euch auch einen Elektro-Roller ausleihen. Für entlegenere Orte lohnt es sich vielerorts, keinen Mietwagen zu buchen, sondern auf die lokalen Linienbusse des ÖPNV umzusteigen– oder ihr nutzt den „chicken bus“!

In lateinamerikanischen Ländern wie Panama  fahren diese lokalen Busse, die sich „chicken busses“ nennen, meist an jeder Ecke. Sind aber nicht, wie die großen Anbieter, online zu finden. Fragt also einfach direkt bei den Locals nach. So schont ihr nicht nur die Umwelt, sondern auch euren Geldbeutel – hier findet ihr noch mehr Tipps zum Low Budget reisen.

Werft einen kritischen Blick auf Instagram Hotspots

„Die vielen Fotojäger treten uns die Vegetation kaputt“. Solche und ähnliche Zitate hört man leider immer wieder, wenn es um sogenannte „Instagram Hotspots“ geht. Am besten also, ihr werft einen kritischen Blick auf die gehypten Orte und Sehenswürdigkeiten und überlegt genau, ob sich ein Besuch lohnt. Denn oft sind sie überlaufen und die Menschenmassen wirken sich auf das Ökosystem negativ aus. Bestes Beispiel ist der thailändische Strand Maya Bay, der in dem Film „The Beach“ mit Leonardo di Caprio zu sehen war. Touristen und Touristinnen ließen Unmengen von Müll zurück und ankernde Boote beschädigten die Korallenriffe im Meer. Der Strand wurde daraufhin geschlossen. Mittlerweile hat sich Maya Bay zum Glück erholt. Boote sind aber nicht mehr erlaubt, auch Schwimmen und Schnorcheln darf niemand mehr.

Wildtiere als Urlaubsattraktion meiden

Ein weiterer Punkt, den ihr auf Reisen kritisch beäugen solltet, sind Attraktionen mit Tieren. Leider achten nicht alle Anbieter auf artgerechte Haltung. Es gibt aber auch solche, die ihren Gästen Mithilfe bei der Versorgung bieten, wie z.B. Aufzuchtstationen für Löwen in Südafrika. Das Elefantenwaisenhaus Lilayi in Sambia ist so ein Ort – hier werden Babyelefanten aufgenommen, die z. B. durch Wilderei ihre Mutter verloren haben. Das Waisenhaus könnt ihr als Reisende besuchen, ohne den Tieren zu nah zu kommen. Seriöse Wildtier-Auffangstationen erkennt ihr laut Pro Wildlife übrigens daran, dass Besucherinnen und Besuchern kein physischer Kontakt mit Wildtieren erlaubt ist und ihr die Tiere weder füttern noch streicheln dürft. Denn solche Tiere gewöhnen sich an den Menschen und können nicht wieder ausgewildert werden – die Auswilderung sollte die erste Priorität einer seriösen Auffangstation sein.

Auch beim Whale Watching und Delfinbeobachten könnt ihr auf das Verantwortungsbewusstsein der Anbieter achten. Je seltener der Veranstalter mit seinem Boot aufs Meer fährt, desto besser für die Umwelt – checkt also den Fahrplan, bevor ihr bucht und informiert euch vielleicht sogar noch über den Kraftstoff, den das Boot tankt.

Für das Tierwohl ist es wichtig, dass ein gewisser Abstand zu den Tieren eingehalten wird, die Tiere nicht bedrängt werden und der Anbieter lieber rücksichtsvoll abwartet, dass sich die Tiere freiwillig dem Boot nähern. Ein Anbieter, der den Tieren dann hinterherfährt, handelt nicht verantwortungsbewusst. Beim Schwimmen mit wilden Delfinen solltet ihr darauf achten, dass nicht zu viele Menschen auf einmal an der Tour teilnehmen und nicht gleichzeitig im Wasser sind. Eine bessere Alternative zum Schwimmen mit Delfinen ist, die Tiere wie beim Whale Watching vom Boot aus zu beobachten. Tolle Whale Watching Touren findet ihr z. B. im Sommer in Alaska oder an der Pazifikküste von Ecuador.

Was sich statt Tiershows, Kamelreiten, Delfinarien, Löwenfarmen und Co. als schöne Alternative für alle eignet, die Wildtiere lieben: eine Safari durch einen afrikanischen Nationalpark oder ein Naturschutzgebiet. Toll ist der Chobe Nationalpark in Botswana, aber auch der Ngorongoro in Tansania hat es uns angetan.

Nachhaltig essen auf Reisen

Wenn ihr möchtet, dass euer Geld vor Ort bleibt, dann wählt für euer Abendessen lieber das kleine einheimische Restaurants als die globale Fastfood-Kette. Denkt dabei bitte daran, ein angemessenes Trinkgeld für den Service zu geben, falls es in der jeweiligen Region üblich ist. Wenn ihr Selbstversorger seid, dann kauft lieber auf lokalen Wochen- oder Bauernmärkten als im Supermarkt ein. Obst und Gemüse sind unverpackt, das bringt euch die Kultur des Landes näher und macht viel mehr Spaß als durch lange Flure mit ewig gleichen Produkten zu laufen.

Für den Snack zwischendurch kauft ihr am besten nichts Verpacktes sondern nascht Streetfood.

In Indien ist es z. B. möglich, kompostierbare Schalen aus Betelnuss- oder Bananenblättern oder Streetfood in Zeitungspapier gewickelt zu bekommen, berichtet uns unsere Bloggerin Alexandra. „Beim Teetrinken an der Straße kann man den Stand ansteuern, der den Chai in kleinen Ton- oder Edelstahlbechern ausschenkt. Das schmeckt deutlich besser als aus Einwegplastikbechern. Außerdem könnt ihr euch in Indien eine sogenannte Tiffin-Box kaufen und darin das auf dem Markt gekaufte Obst verstauen“. Über die Streetfood-Vielfalt in Neu Delhi hat Alexandra hier mehr geschrieben.

Wasser sparen vor Ort

Klar, Wasser ist eine knappe Ressource – und das nicht nur in Indien oder Wüstenländern, sondern auch bei uns um die Ecke, z. B. auf den Mittelmeerinseln. Informiere dich am besten vorab über die regionale Wasserknappheit deines Reiseziels und wäge dann ab, ob es sinnvoll ist, das Land zu besuchen.

Eine nachhaltige Unterkunft hast du bereits gebucht? Super, jetzt kannst auch du etwas dazu beitragen, dass deine Unterkunft weniger Wasser verbraucht! Zum Beispiel, indem du auf die tägliche Reinigung deines Zimmers verzichtest.

Vieles, was wir schon zuhause zum Wasser sparen umsetzen, sollte natürlich auch auf Reisen beherzigt werden – Handtücher nur nach Bedarf reinigen lassen, duschen statt baden und den Wasserhahn abstellen, während die Hände eingeseift oder die Zähne geputzt werden.

Ob Aktionen wie Beach-Cleanups und Radeln fürs Klima, nachhaltige Unterkünfte, lokale Streetfood-Stände oder gelebtem Umweltschutz vor Ort: Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen, die ihr auf Reisen gemacht habt.

Wir freuen uns auf eure Tipps!

Bildnachweise:
Aufmacher: iStock – by Paul

Ihr achtet auch darauf, möglichst nachhaltig zu reisen? Schreibt uns gern eure Erfahrungen oder Tipps dazu in die Kommentare – wir sind gespannt!