Wandern auf La Gomera: 8 Routen für dein Abenteuer

Die kleine Kanareninsel La Gomera ist ein Paradies für alle Outdoor- und Naturliebhaber. Dich erwarten tolle Wanderungen durch dichte Urwälder und schroffe Landschaften mit fantastischen Ausblicken. Biggi und Flo haben in diesem Reisebericht Wandertipps und -routen zusammengestellt, die auch für Anfänger geeignet sind.

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La Gomera ist ein echtes Paradies für Aktive: Insgesamt gibt es auf der Atlantikinsel Wanderwege mit einer Länge von mehr als 600 Kilometern. Wir stellen dir hier acht der schönsten Strecken – für Einsteiger und Profis – vor.

Alto de Garajonay

Die Wanderung auf den höchsten Berg eines Landes – oder in diesem Fall einer Insel – ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Auf La Gomera ist daher der Alto de Garajonay ein beliebtes Ziel. Aber keine Sorge: Obwohl 1487 Meter hoch, ist der Alto de Garajonay auch für Anfänger leicht zu Fuß zu erreichen.

Vom Parkplatz Aparcamiente de Cruce de Pajaritos (es gibt auch noch einen etwa gleich langen Aufstiegsweg von einem nahegelegenen Parkplatz direkt an der Nationalparkstraße GM-2) brauchst du etwa 20 bis 30 Minuten zum Gipfel. Der breite Weg führt gemütlich durch den märchenhaften Nebelwald im Nationalpark Parque Nacional Garajonay. Insgesamt sind nur rund zwei Kilometer (Hin- und Rückweg) und gerade einmal 100 Höhenmeter zu meistern. Die Wanderung auf den höchsten Berg der Insel ist also auch perfekt geeignet für Einsteiger und Familien mit Kindern.

Mirador Del Morro de Agando

Vom Mirador Del Morro de Agando hast du einen der schönsten Blicke auf den Roque Agando, das Wahrzeichen der Insel. Vom Parkplatz an der GM-2 in der Nähe der Aussichtsplattform sind es nur rund zehn Minuten zu Fuß durch den immergrünen Nebelwald. Schöner ist aber die Wanderung vom Parkplatz Aparcamiente de Cruce de Pajaritos, von wo auch die Tour auf den Alto de Garajonay startet.

Für die knapp sechs Kilometer lange Wanderung solltest du – hin und zurück – rund zwei Stunden Gehzeit einplanen. Die Tour führt dich durch den mystischen Nebelwald der Insel und eröffnet dir immer wieder spektakuläre Fernblicke. Mit nur knapp 200 Höhenmetern ist die Strecke auch für unerfahrene Bergsteiger bestens geeignet.

El Chorro

Der El Chorro (oft auch Chorros del Cedro genannt) ist der höchste Wasserfall der Insel und ein beliebtes Ausflugsziel. Vom Startpunkt der Wanderung im verschlafenen Örtchen El Cedro läufst du vorbei an uralten Bäumen im Lorbeerwald. Schon bald erreichst du einen ersten Aussichtspunkt, von dem aus du eine tolle Fernsicht genießt.

Hier folgst du nun den Stufen immer weiter nach unten. Der Wanderweg ist immer gut zu gehen, mitunter aber etwas steil. Nach 20 Minuten hörst du schon das Rauschen des Wasserfalls. Von einer kleinen Aussichtsplattform hast du einen schönen Blick auf den Chorros del Cedro.

Unser Tipp: Der kleine Stausee, den du schon die ganze Zeit in der Ferne gesehen hast, lohnt einen Abstecher. Hier unten gibt es auch einen kleinen Rastplatz mit einem versteckten Wasserfall. Entscheidest du dich für diese längere Variante, sind insgesamt knapp drei Kilometer und fast 300 Höhenmeter zurückzulegen. Damit ist diese Tour gut machbar.

Mirador de el Bailadero

Traumhaft schöne Aussichten durch den Lorbeerwald verspricht die leichte Wanderung vom Aussichtspunkt Mirador de Los Roques zum Aussichtspunkt Mirador de El Bailadero.

Das erste Highlight der Wanderung wartet schon am Startpunkt. Der Blick auf den Roque Agando ist von hier besonders spektakulär.

Der Weg führt dich nun durch den Lorbeerwald - alleine das ist ein unvergessliches Erlebnis. Die mit Moos bewachsenen Bäume, so scheint es, entspringen einem Märchen. Wenn dann der berühmt berüchtigte Nebel aufzieht, ist die Illusion perfekt. Hinter jedem der knorrigen Bäume erwartet man eigentlich, eine Elfe zu entdecken.

Vom knapp drei Kilometer entfernten Mirador de El Bailadero eröffnet sich dir eine völlig neue Perspektive über die Kanareninsel. Zurück geht’s auf gleichem Wege. Mit knapp 300 Höhenmetern ist die Wanderung auch für Anfänger geeignet.

Der Ausblick vom Mirador de El Bailadero auf La Gomera.
Mirador de El Bailadero Auch für Anfänger und Kinder geeignet.
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Barranco de Santiago

Der Barranco de Santiago ist mit knapp zehn Kilometern der längste Canyon der Insel. Die Wanderung durch die tiefe Schlucht gehört zu den Highlights auf La Gomera. Los geht’s im Bergdörfchen Imada.

Hier folgst du den Wegweisern zum Playa Santiago, der mit zehn Kilometern angeschrieben ist. Die Route führt vorbei an riesigen Kakteen stetig bergab und immer tiefer in die Schlucht. Die Ausblicke sind atemberaubend.

Nach knapp zwei Kilometern folgt der beeindruckendste Teil der Wanderung. Die Strecke verläuft hoch in einer Felswand. Aber keine Sorge, dieses Stück des Weges ist mit einem Geländer gesichert und daher auch für Ungeübte machbar.

Nach gut drei Kilometern erreichst du Guarimiar, ein Örtchen mit nur ein paar Häusern. Kurz hinter dem Ort folgst du dem Wanderweg nach rechts steil nach oben. Teilweise ist der Weg etwas ausgesetzt.

350 Höhenmeter überwindest du zum Rand der Schlucht. Dann erreichst du Targa. Hier folgst du mehr oder weniger der CV-11. Am Ende der Tour stehen rund 10 Kilometer und über 600 Höhenmeter auf der Uhr.

Alternativ steigst du von Guarimiar zum Playa Santiago ab und springst nach deiner Tour ins erfrischende Meer. Leider gibt es zwischen Playa Santiago und Imada keinen Busservice. Für den langen Rückweg nach Imada empfehlen wir ein Taxi. Nur sehr ausdauernde Wanderer legen den Weg zu Fuß zurück.

Große Runde am Fuße des Roque Cano

Der mächtige Roque Cano ist das Wahrzeichen des Dörfchens Vallehermoso. Die Tour beginnt direkt in Vallehermoso und führt dich zunächst recht steil 200 Höhenmeter aufwärts zum Fuße des Roque Cano. Hier folgst du dem Weiterwanderweg GR132. Kurz vor Cruz de Tierno, nach 4,8 Kilometern, hältst du dich rechts und wanderst in Richtung El Tion und weiter nach Rosa de las Piedras. Die Ausblicke auf diesem Stück der Tour auf die umliegenden Berggipfel sind atemberaubend.

Ein weiteres Highlight ist der kleine Stausee Embalse de la Encantadora. Du kannst den Stausee auf beiden Seiten umwandern, schöner ist aber die rechte Seite. Nach dem Stausee folgst du dem Wanderweg nach rechts, zurück nach Vallehermoso.

Mit elf Kilometern und fast 700 Höhenmetern ist diese Wanderung nicht mehr unbedingt für Anfänger geeignet. Erfahrene Wanderer kommen auf dieser Tour aber auf ihre Kosten.

Weitwanderweg GR 131

Mit einem Netz von über 600 Kilometern Wanderwegen bieten sich auf La Gomera natürlich auch Mehrtageswanderungen an. Ausdauernde Wanderer, die die Herausforderung suchen, gehen den Weitwanderwege GR 131 an. Der weiß-rot markierte „Camino Natural Cumbres de La Gomera“, der zum europäischen Weitwanderweg E7 gehört, startet in der Hauptstadt San Sebastián, durchquert die Insel über den Hauptkamm im UNESCO Welterbe Parque Nacional Garajonay und endet nach knapp 40 Kilometern in Vallehermoso.

Für die durchaus anspruchsvolle Tour – immerhin sind rund 2500 Höhenmeter im Aufstieg und im Abstieg zu meistern – solltest du drei Tage einplanen (San Sebastián - Degollada de Peraza – Chipude – Vallehermoso).

Weitwanderweg GR 132

Eine noch größere Herausforderung ist der ebenfalls weiß-rot markierte Weitwanderweg GR 132, der La Gomera einmal komplett umrundet. Start und Ziel ist die Inselhauptstadt San Sebastián.

Dazwischen liegen, je nach Variante, 120 bis 140 Kilometer Wegstrecke und mehr als 6000 Höhenmeter. Für die spektakuläre Inselumrundung solltest du mindestens sieben Tage einplanen.

Übernachtungsmöglichkeiten sind rar, aber vorhanden. In jedem Fall sollte eine Biwak-Ausrüstung mit in den Wanderrucksack.

Praktische Tipps für La Gomera zum Nachmachen

Wandern auf La Gomera ist ein unvergessliches Erlebnis. Damit du immer sicher unterwegs bist, geben wir dir Tipps für Anfänger mit an die Hand. So steht dem Wandererlebnis nichts mehr im Weg.

  • Streckenplanung: Nimm dir genug Zeit, deine Wanderroute im Vorfeld genau zu planen. Gibt es Schlüsselstellen oder Abkürzungen, falls etwas nicht nach Plan läuft? Niemals solltest du ohne Karte (evtl. auf dem Smartphone) und genaue Routenplanung loswandern.
  • Die Zeit: Die meisten Wanderunfälle passieren bei Nacht. Du solltest dein Ziel also bei Möglichkeit bei Tageslicht erreichen. Wird die Zeit knapp, solltest du über einen Abbruch der Wanderung nachdenken und kein unnötiges Risiko eingehen.
  • Wetter-Check: Auf La Gomera scheint die Sonne im Durchschnitt doppelt so lange wie in Deutschland. Trotzdem gibt es auch auf La Gomera Stürme mit starken Regenfällen und Gewitter. Gerade längere Touren solltest du nur angehen, wenn der Wetterbericht grünes Licht vorhersagt. Nach starken Regenfällen ist außerdem die Steinschlaggefahr stark erhöht.
  • Schätze dich selbst richtig ein: Du warst jahrelang nicht mehr wandern? Dann starte mit kurzen Touren auf breiten Wanderwegen. Es macht keinen Sinn und ist gefährlich, schon auf halber Strecke am Ende seiner Kräfte zu sein.
  • Die richtige Ausrüstung: Wir sehen immer wieder die Sneaker-Fraktion auf Wanderungen. Dabei ist ein stabiler (Leicht)-Wanderschuh das A und O auf jeder Wanderung. Du hast nicht nur besseren Halt auf rutschigen Passagen, sondern kommst auch entspannter und weniger erschöpft am Ziel an. Neben festen Wanderschuhen solltest du zumindest einen guten Wanderrucksack, eine Jacke, Regenschutz, Sonnenschutz, eine Sonnenbrille, ein Erste-Hilfe-Set und eine Stirnlampe dabei haben. Natürlich gehört auch das Handy/ Smartphone zur Wanderausrüstung.
  • Wichtige Infos weitergeben: Informiere vor jeder Wanderung eine Person deines Vertrauens über die geplante Tour und wann mit deiner Rückkehr zu rechnen ist. Im Notfall kann diese Person die Rettung alarmieren und mit deinen Infos kann auch an den richtigen Stellen gesucht werden.
  • Wann ist die beste Reisezeit? La Gomera ist ein perfektes Ganzjahresziel. Das beste Wetter mit den meisten Sonnenstunden hast du aber von April bis September. Aber auch in den Wintermonaten ist La Gomera ein tolles Reiseziel. Auch wenn es mehr regnet als im Sommer, bleiben die Temperaturen in der Regel deutlich im zweistelligen Bereich.
  • Wie komme ich nach La Gomera? La Gomera verfügt über einen eigenen Flughafen. Viele Reisende steuern aber die Nachbarinsel Teneriffa an und setzen mit der Autofähre über. Die Flugzeit ab München beträgt etwa fünf Stunden.
  • Brauche ich einen Mietwagen? Unbedingt! Zwar gibt es auf La Gomera ein Busnetz. Die Busse fahren aber nicht alle Orte an und zum Teil auch nur sehr selten.
  • Hoteltipps: La Gomera hat viel seiner Ursprünglichkeit behalten. Große Hotelkomplexe suchst du auf La Gomera zum Glück vergebens. Eine schöne Hotelanlage mit großer Poollandschaft findest du mit dem Hotel Jardín Tecina in Playa Santiago. Sehr beliebt ist außerdem der Playa Valle Gran Rey. Hier können wir etwa das Hotel Playa Calera empfehlen.

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!