Stadt der Panoramen: Ein Städtetrip nach Verona

Neben Romeo und Julia hat Verona viel zu bieten. Von Kunst und Kultur bis zum Rafting-Abenteuer: Unsere Bloggerin Sarah hat die Stadt der Liebe für sich entdeckt und bringt viele Geheimtipps mit.

Verona, Italiens Stadt der Liebe, wird nur allzu gern auf ihren berühmten Balkon reduziert. Das ist gelinde gesagt eine Schande. Denn die Stadt an der Etsch hat neben der Geschichte um Romeo und Julia eine ganze Farbpalette an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten. Je nach Gusto warten während eines Städtetrips nach Verona Kunst- und Kulturschätze, Rafting-Abenteuer sowie Boutiquen und Concept Stores mit dem Sinn für das Besondere. Natürlich kommen wie bei jeder Reise nach Italien auch in Verona die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Wie zum Beispiel bei einem Glas des samtigen Valpolicellas, der nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt angebaut wird.

Ein italienischer Start in den Tag

Verona hat mit knapp 260.000 Einwohnern die perfekte Größe um sich a piedi, also zu Fuß, durch das Gassengewirr treiben zu lassen. Mein Tag beginnt am frühen Morgen, wenn die Stadt gerade erwacht und ein herrlicher Duft von frisch gebackenen Croissants und Kaffee in der Luft liegt. Während einer Reise nach Verona  empfehle ich euch, auf das Frühstück im Hotel zu verzichten und euch stattdessen in einem der vielen Cafés zu verköstigen.

Kultfaktor hat das Café Wallner in der Nähe des Piazza Bra. Hier locken dolci, Kuchen und Gebäck, in allen Variationen. Auch in der hippen Elk Bakery lässt sich der Tag wunderbar beginnen – oder ausklingen. Denn in dem gemütlichen Café, unweit der Porta Borsari, werdet ihr den ganzen Tag mit Köstlichkeiten für den kleineren und größeren Appetit verwöhnt.

Ich steuere heute das Duchi Café an. An meinem Cappuccino nippend beobachte ich das geschäftige Treiben um mich herum. Menschen eilen mit Aktentaschen vorbei und Autos brausen über den Ponte delle Navi auf die westliche Seite der Etsch.

Botanisches Lustwandeln

Über die Brücke ist es nun nur noch ein Katzensprung bis zum Giardino Giusti, einer Oase der Ruhe inmitten der quirligen Stadt. Genauer gesagt, befinden wir uns nun im Studentenviertel von Verona. Es lohnt, in den Abendstunden nochmal her zu kommen, denn dann wird in und vor den Bars getrunken und gelacht. Auch die Bottega del Krapfen öffnet ab 22 Uhr ihre Tür,  beziehungsweise ihr kleines Fenster. Schon von weitem wird euch der verführerische Duft der sündigen Teilchen anlocken. Krapfen sind in Deutschland auch bekannt als Krebbel oder Berliner. Hier in Italien kommen die Krapfen mit verschiedensten Füllungen, wie Pistaziencreme, daher. Und das frisch und warm direkt aus dem Ofen. Göttlich!

Die Via Giardino Giusti verrät, dass der Garten nicht mehr fern ist und schon stehe ich mit einem „wow“ auf den Lippen im Innenhof des eindrucksvollen Pallazzos. Ein Spaziergang durch die prunkvollen Hallen des Gebäudes ist im Eintrittspreis inbegriffen. Wahres Glanzstück ist jedoch der Garten selbst. Zypressen säumen den Hauptweg, der mich stufenweise auf die verschiedenen Terrassen des Parks führt und spätestens auf der oberen Ebene erneut einen Ausruf der Begeisterung in mir hervorruft. Hier offenbart sich ein herrlicher Blick über die Dächer Veronas.

Über den Dächern der Stadt

Es soll nicht bei dieser einen bella vista bleiben. In den nächsten Tagen erfahre ich, dass Verona geradezu berühmt für sagenhafte Aussichten zu sein scheint. Einer der spektakulärsten wird mein nächster Programmpunkt sein. Ich begebe mich wieder auf das andere Flussufer und flaniere über die entzückende Via Cappello, vorbei an der gleichnamigen Osteria. Die Canapés, die man hier zu seinem Aperitif genießt, zählen zu den besten der Stadt. Am Ende der Straße stoße ich auf die Piazza delle Erbe mit ihren großen Marktschirmen und Souvenierständen. So touristisch der Platz sein mag, vorbeischauen sollte man dennoch, denn an einigen der Häuserfassaden kann man die am besten erhaltenen Fresken Veronas bewundern.

Außerdem streckt sich hier der Torre dei Lamberti gen Himmel. Ein Aufzug bringt mich auf die Aussichtsterrasse. Sportliche Besucher können sich den Ausblick vom Turm auch verdienen und erreichen die Plattform über 368 Stufen. Oben angekommen erwartet mich eine phänomenale Aussicht über die Stadt, bis hin zu den Dolomiten am Horizont.

Besonders zum Sonnenuntergang ist das Castel San Pietro die richtige Adresse, um den Blick über Verona schweifen zu lassen. Eine Seilbahn bringt euch ganz bequem hinauf. Vielleicht kauft ihr euch vorher noch eine Flasche süffigen Recioto oder eine Pizza al taglio, ein Stück Pizza auf die Hand, aus einer der ältesten Bäckereien Veronas, bei De Rossi Il Fornaio.

Ich speise heute in einem Lokal und begebe mich, nach dem rosa-roten Spektakel am Himmel, die Stufen am römischen Theater hinab und spaziere über die Ponte Pietra bis in die Via Sottoriva. In der malerischen Straße reiht sich eine Osteria neben die andere, da fällt die Entscheidung gar nicht leicht. Doch eine falsche Wahl kann man hier gar nicht treffen, hat mir eine Insiderin verraten. Alle servieren sie nur das Beste der italienischen Küche, wie Risotto all’Amarone oder eine würzige Peperonata.

Verona vom Wasser: Rafting auf der Etsch

Aus einer vollkommen neuen Perspektive erlebt man Verona vom Wasser aus. Nicht etwa mit einem langsam dahin tuckernden Ausflugsdampfer, dafür ist der Fluss nämlich viel zu flach. Nein, es geht richtig sportlich zu, bei einer aufregenden Rafting-Tour. Optimal für blutige Anfänger wie mich, denn die Etsch ist recht zahm.

Nur in den Stromschnellen hinter den Brücken, die wir auf 8,5 Kilometern zahlreich passieren, schaukelt unser Schlauchboot ein wenig. Beim Passieren der Ponte Pietra kribbelt es dann doch ein wenig in meiner Magengegend, als die Etsch zeigt, dass sie eben doch nicht nur ein harmloses Gewässer ist. Nach dem Wellengang um die Ponte Peitra geht es wieder geruhsamer zu und ich entdecke auch die Grüne Seite Veronas.

Wer noch mehr Lust auf Natur hat und einige Tage in Verona verweilt, für den empfiehlt sich ein Ausflug in die Weinregion Valpolicella, die mit ihren sanften, saftig grünen Hügeln der Toskana Konkurrenz macht. Die Stippvisite aufs Land lässt sich hervorragend mit einer Weinverkostung in einem der Weingüter verbinden.

Auch der Gardasee lockt, als Naherholungsgebiet der Veronesen, in gerade mal 30 Autominuten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der See von Verona aus ebenfalls bequem zu erreichen. Informationen zu den Abfahrtszeiten findet ihr hier.

Insidertipps:

Air Dolomiti hat einen wunderbaren Reiseführer konzipiert, den Alternative Guide. In dem Buch steckt das geballte Wissen der sehenswertesten – und leckersten – Orte der Stadt abseits der Touristenpfade. Außerdem ist der Alternative Guide die perfekte Lektüre, um sich vor dem Trip auf Verona einzustimmen.

  • Hinkommen: In nur einer Stunde fliegt Air Dolomiti vom Flughafen München nach Verona. Die etwa zehn Kilometer vom Flughafen ins Zentrum kann man entweder mit dem Taxi zurücklegen (ca. 30 Euro) oder man steigt in den Shuttle Bus (ca. 6 Euro). Der Aerobus bringt euch alle 20 Minuten zum Hauptbahnhof Verona Porta Nuova.
  • Übernachten: Geschmackvoll und zentral, nur 100 Meter von der Arena entfernt, residiert ihr in den Oriana Suites Verona. Die Zimmer für zwei bis vier Personen sind großzügig und elegant eingerichtet. Die Apartments verfügen sogar über eine Küche.
  • Romeo und Julia: Trotz der Menschenmasse im Innenhof, wollt ihr euch die Casa di Giulietta mit dem berühmten Balkon und der Bronzestatue der Julia nicht entgehen lassen? Mein Tipp: Versucht es in den Morgenstunden, noch vor dem ersten Cappuccino. Ich war kurz vor acht dort und teilte mir die Sehenswürdigkeit zu dieser Zeit lediglich mit drei weiteren Touristen.
  • Arena di Verona: Einmal im Leben sollte jeder in den Genuss kommen eine Oper oder ein Konzert in der Arena zu erleben. Jedes Jahr locken die Opernfestspiele zahlreiche Besucher in das römische Amphitheater. Die beste Akustik soll man auf einem der Plätze unter dem „Flügel“ haben. Jener Teil des äußersten Mauerrings, von dem heute nur noch vier Rundbögen erhalten sind.
  • Verona erradeln: Das Zentrum Veronas lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Wer gerne etwas außerhalb liegende Viertel, wie das historische San Zeno besichtigen möchte, kann sich bei VeronaBike ganz einfach ein Fahrrad ausleihen und kommt so ganz fix und unkompliziert von A nach B. Die Leihstationen sind über die ganze Stadt verteilt und man braucht nichts weiter als eine Kreditkarte.

 

 

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von Air Dolomiti und Torre dei Lamberti ermöglicht. Logo Torre dei Lamberti

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