Mit diesen Geheimtipps erlebst du Montenegro individuell

Montenegro mag zwar zu den kleineren Staaten von Europa gehören, braucht sich aber keinesfalls hinter seinen größeren Nachbarn verstecken. Atemberaubende Naturschönheiten wie der Durmitor-Nationalpark mit der Tara-Schlucht, die Bucht von Kotor mit ihren mittelalterlichen Städtchen oder der Skadarsee mit seinem Meer aus Seerosen - aufgrund dieser einmaligen Schätze mausert sich Montenegro schon seit einiger Zeit zu einem sehr angesagten Reiseziel für Outdoorfans und Abenteuersuchende.

Welche 3 Orte du in Montenegro auf gar keinen Fall verpassen darfst und wie du diese, trotz der steigenden Zahl an Touristen, wunderbar individuell und ohne Menschenmassen erleben kannst, das verrate ich dir jetzt!

1. Bewundere das Seerosenmeer am Skadarsee

Mit seinen stolzen 48 Kilometern Länge und 14 Kilometern Breite ist der Skadar-Lake der größte See auf der gesamten Balkanhalbinsel. Mächtige Bergmassive rahmen das relativ flache Gewässer (im Durchschnitt ist der See nur zwischen 5 und 9 Meter tief) malerisch ein und sorgen dafür, dass zahlreiche Zugvögel aus Nordeuropa hier einen geschützten Brut- und Rastplatz und ein sicheres Winterquartier finden. Der Skadarsee gehört mit einem Drittel zum Nachbarland Albanien, mit den anderen beiden zu Montenegro.

Für den montenegrinischen Teil des Sees möchte ich dir nun ein paar echte Geheimtipps mit auf deine Reise geben!

Traumaussicht auf die Flussschlinge

Das kleine Örtchen Virpazar, welches den touristischen Mittelpunkt der Gegend rund um den Skadarsee bildet, lässt du am besten komplett links liegen. Es ist nicht wirklich schön und immer sehr überfüllt mit Touristen. Vom großen Busparkplatz auf der anderen Seite des Highways, schräg gegenüber von Virpazar, führt eine kleine Straße erst gerade, und später dann in engen Serpentinen hoch in die Berge. Die Ausblicke von hier oben auf die verschiedenen Täler, die sich mit einem Mal wie aus dem Nichts vor dir auftun, und natürlich auch auf den Skadarsee selbst, sind wirklich atemberaubend!

Die Strecke von Virpazar in Richtung Rijeka Crnojevića, auf der sich kurz vor dem Örtchen auch der Aussichtspunkt auf die Flussschleife befindet, ist insgesamt 25 Kilometer lang. Lass dir unbedingt ausreichend Zeit und genieße den Weg an sich, denn die Landschaft ist wirklich ein Traum.

Geheimtipp: Nach etwa einem Drittel der Strecke passierst du das winzige Café Macalov Brijeg mit seiner außergewöhnlich schönen Lage. Vielleicht hast du ja Glück und der Tisch ganz vorne an der Klippe ist frei? Besonders empfehlen möchte ich dir hier die Säfte. Die werden nämlich von der Mama des Cafébesitzers ganz frisch und von Hand zubereitet!

Folgst du nun den unzähligen Kurven des Weges immer weiter, dann stößt du irgendwann auf ein Schild am Straßenrand mit einem Foto der Flussschleife und den Worten „Panorama View“. Hier biegst du rechts in das private Grundstück ein und stellst dein Auto ab.

Die super netten Eigentümer sind zwei Männer, eineiige Zwillinge, die dich voller Stolz auf ihrem selbst angelegten Pfad durch ihr Grundstück auf die Felsen vorne an der Flussschlinge führen. Sobald sich das Dickicht lüftet, entfährt garantiert auch dir ein „Wow!“. Der Ausblick auf den sich träge dahinschlängelnden Fluss zu deinen Füßen, mit all den Seerosen und den malerischen Bergen im Hintergrund, ist wirklich der Wahnsinn!

Für diese Aussicht nimmt man es doch gerne in Kauf, dass die Zwillinge deinen Besuch mit einer kleinen privaten Weinverkostung verbinden, oder? Voller Elan erzählen sie anhand eines Fotoalbums, aus welchen Ländern der Erde schon Besucher bei ihnen waren. Sie wissen tatsächlich noch jeden einzelnen Namen, total süß! Und ja, auch von dir knipsen sie zum Abschluss ein kleines Erinnerungsfoto und auch dein Name wird den zukünftigen Gästen ganz stolz präsentiert. Eine wirklich schöne und sehr persönliche Erfahrung!

Ein paar Kilometer weiter gibt es übrigens noch einen „offiziellen“ Aussichtspunkt an der Straße, der dir einen Blick auf die zweite Flussschleife der Gegend ermöglicht. Ich finde aber, dass er diesem hier nicht mal annähernd das Wasser reichen kann.

Mein Tipp: Die Straße nach Rijeka Crnojevića ist an manchen Stellen gerade breit genug, dass zwei kleinere Campingbusse mit ein bisschen Rangieren aneinander vorbeikommen. Begegnet dir ein größeres Exemplar, dann kann es auch schon mal ein bisschen brenzlig werden, zumal die Straße an den Seiten oft ohne Leitplanke einfach ein paar hundert Meter fast senkrecht in die Tiefe abfällt. Je früher am Tag du zu dieser Panoramafahrt aufbrichst, desto weniger andere Fahrzeuge kommen dir entgegen.

Den Skadarsee vom Boot aus erleben

Klar kannst du nicht weiterreisen, ohne vorher eine Bootstour auf dem Skadarsee unternommen zu haben! Obwohl es die wohl touristischste Sache ist, die du hier machen kannst, geht auch das komplett individuell. Der Trick dabei ist, wie schon zu Beginn erwähnt, das Örtchen Virpazar zu meiden. Die Bootstouren, die dir die Verkäufer hier andrehen wollen, sind so gut wie immer Gruppentouren. Am besten fragst du in deiner Unterkunft nach einer privaten Tour. So kannst du auch die Abfahrtszeit und die Länge der Fahrt frei wählen. Als Richtwert: Wir haben für zwei Stunden zusammen 50 Euro bezahlt.

Mein Tipp: Ich würde dir entweder zu einer Tour ganz früh am Morgen bei Sonnenaufgang oder aber am späten Nachmittag raten. Über die heißen Mittagsstunden hat sich nämlich der Großteil der hier nistenden Vögel verzogen und auch das Licht ist nicht das beste zum Fotografieren. Außerdem sind zwei Stunden eine wirklich gute Dauer. Bei nur einer Stunde verlässt du gerade mal den Hafen und drehst eine kleine Runde am Anfang des Sees. Bei einer längeren Fahrt erkundest du zusätzlich auch noch die schmalen Wasserstraßen durch die gigantischen Seerosenfelder!

2. Besuche einen Strand, den du garantiert in keinem Reiseführer findest

Weil so gut wie die gesamte Küste Montenegros bebaut ist und sich an nahezu allen Stränden eine Sonnenliege an die nächste reiht, lockt der Gedanke an eine kleine unbekannte Bucht ohne andere Touristen umso mehr, oder nicht?

Nach einigem Durchfragen habe ich tatsächlich einen richtig guten Geheimtipp von einer Einheimischen bekommen: Die minikleine Bucht Zagorski pijesak ist zwar auf Google Maps als Strand verzeichnet, in der Realität ist sie jedoch meistens leer, da es schon einiges an Aufwand erfordert dieses idyllische Fleckchen Erde zu erreichen. Willst du wissen, wie das geht?

Lass dein Auto an den letzten Häusern des kleinen Örtchens Zagora, kurz vor der Hotelruine, einfach am Straßenrand stehen. Von hier geht es in steilen Serpentinen und auf einem sehr schlechten Weg zu Fuß hinunter zur Bucht. Plane für diesen Spaziergang rund eine halbe Stunde ein und trage unbedingt feste Schuhe, keine Flip Flops. Denke auch an ausreichend Wasser und vielleicht etwas kleines zum Essen. Unten am Strand, sowie auf dem kompletten Weg, gibt es nämlich nichts außer Natur pur!

3. Wirf einen Blick in den zweittiefsten Canyon unserer Erde

Mit ihren beeindruckenden 1.300 Metern Tiefe ist die Tara-Schlucht der tiefste Graben in Europa und, gleich nach dem Grand Canyon, die zweittiefste Schlucht der Welt. Trotz dieser Superlativen ist der zum UNESCO Welterbe gehörende Tara-Canyon bei deutschen Reisenden noch relativ unbekannt und ein wirklich schöner Tipp, wenn du den Durmitor-Nationalpark in Montenegros Norden besuchst.

Die Tara-Brücke, die sich in 150 schwindelerregenden Metern Höhe über die Schlucht spannt, ist mit ihren weiten Bögen ein echtes architektonisches Meisterwerk. Von der Mitte der Brücke genießt du eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende, herrlich grün leuchtende Berglandschaft, während unter dir der Tara-Fluss in einem fast schon unwirklichen Türkis leuchtet. Nimm dir hier unbedingt ein paar Minuten Zeit, vergiss die Hektik der Ziplines um dich herum und sauge die pure Schönheit der Landschaft und die reine Bergluft ganz tief in dich ein!

 

Einen sehr individuellen Tipp für einen wirklich schönen Ort habe ich auch hier an der Tara-Schlucht für dich: Hast du Lust auf ein kleines Picknick oder einen Spaziergang direkt am Ufer der Tara? Auch einen kurzen Sprung ins türkise Nass könntest du dort wagen, lass dir aber gesagt sein, dass der Fluss mit seinen gerade mal 12 Grad in den Sommermonaten eine echte Abkühlung bedeuten würde!

So kommst du hin: Fährst du von Zabljak in Richtung Tara-Schlucht, biegst du direkt vor der Brücke nach rechts auf die P4 ab und folgst der kurvigen Straße für gute 15 Minuten bis zum ersten Tunnel. Dort gibt es auf der rechten Seite einen Parkplatz, auf dem du dein Auto sicher stehen lassen kannst. Direkt gegenüber, auf der linken Seite, kannst du ganz bequem das Flussufer erreichen, einen kleinen Spaziergang direkt am Wasser machen und dir dein ganz persönliches Lieblingsfleckchen ohne andere Menschen aussuchen!

Mein Tipp: Eine sehr empfehlenswerte und individuelle Möglichkeit, die Vielfältigkeit der Natur in Montenegros Norden zu entdecken, ist der Durmitor-Ring. Die relativ neue Panoramastraße führt auf abwechslungsreichen 78 Kilometern durch die schönsten Landschaften. Über 2.000 Meter hohe Gipfel, türkisleuchtende Gletscherseen und traditionelle Dörfer warten nur darauf, von dir erkundet zu werden!

So, das waren nun meine 3 liebsten Orte im schönen Montenegro. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel mächtig Lust auf deinen eigenen Roadtrip in diesem zauberhaften Land machen! Oder warst du selbst schon mal dort und hast noch mehr Tipps? Lass gerne einen Kommentar hier, wir freuen uns sehr darüber!

Praktische Informationen & Tipps für deinen Urlaub in Montenegro:

Anreise: Von Deutschland aus kannst du Montenegro am einfachsten und schnellsten mit dem Flugzeug erreichen. Dort gibt es zwei internationale Flughäfen. Möchtest du die Bucht von Kotor erkunden oder liegt dein Schwerpunkt an der Küste, dann ist der Airport in Tivat die beste Option für dich. Liegt deine Unterkunft am Skadar-Lake, dann buche deinen Flug am besten in die Hauptstadt Podgorica, diese liegt nämlich ganz nah am See.

Von A nach B kommen: Am besten buchst du dir bereits von Deutschland aus einen Mietwagen, den du dann direkt am Flughafen in Montenegro in Empfang nimmst. Das Land ist relativ überschaubar und die Entfernungen zwischen den einzelnen sehenswerten Orten sind meist nicht allzu groß. Perfekt also, um dieses wunderschöne Land ganz individuell mit dem Mietwagen zu erkunden!

Beste Reisezeit: Grundsätzlich würde ich dir zu einer Reise nach Montenegro in den Monaten Mai bis September raten. Luft und Meer sind dann angenehm warm und an der Küste kannst du wunderbar baden. Im Landesinneren kann es im Juli und August sehr heiß werden. Planst du also einen Aktivurlaub rund um den Durmitor Nationalpark, dann solltest du diese beiden Monate vielleicht eher meiden und auf Frühling oder Herbst ausweichen.

 

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!