Die besten Outdoor Aktivitäten auf Madeira

Die portugiesische Atlantikinsel Madeira lockt ganzjährig mit milden Temperaturen und spannenden Outdoor Aktivitäten für einen actiongeladenen Aktivurlaub: Egal ob Surfen, Tauchen oder Wandern, hier kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten. Warum die Insel zum Bewegen animiert und welche Highlights auf keinen Fall verpasst werden dürfen, hat unsere Bloggerin Anja für euch zusammengetragen.

Lange Zeit war Madeira als kuschelige Rentnerdestination bekannt; als wunderschöne Blumeninsel, auf der bereits Prinzessin Sissi versuchte, ihr Lungenleiden zu heilen. Doch seit einigen Jahren arbeitet die Insel an ihrem Image. Schließlich galt die Insel unter Surfern schon seit einiger Zeit als das europäische Hawaii. Und jeder, der schon einmal die dramatischen, saftig grün bewachsenen Klippen und die ursprünglichen Wälder gesehen hat, wird sich sofort an die raue Südseeperle erinnert fühlen.

Genauso wie die hawaiianische Südseeinsel besticht das 741 Quadratkilometer große Madeira durch seine abwechslungsreichen Vulkanlandschaften: Der steppenartige Osten wechselt sich mit subtropischen Obstplantagen im Süden ab. Charakteristische Terrassenfelder mit den berühmten Levada-Bewässerungskanälen, Eukalyptuswälder, Hochebenen und ein hochalpines Zentralmassiv mit Jahrhundertealten Lorbeerwäldern sind ideale Fotomotive.

Aber nicht nur zum Fotografieren, sondern vielmehr zum Austoben und Abschalten zieht es immer mehr Besucher auf die Insel. Sie surfen im tosenden Atlantik, wandern durch knarzende Lorbeerwälder oder entdecken Canyons im Zentralmassiv. Meine Top Outdoor Aktivitäten auf Madeira habe ich hier zusammen gestellt.

1. Entspannte Wanderungen an den Wasserläufen

Starten wir mal ganz gemütlich mit einer Wanderung durch Madeiras einmalige Berglandschaften. Auf der Insel sind sogenannten Levadas allgegenwärtig. Diese Art Steinrinnen wurden in den nach Norden ausgerichteten Hängen gehauen, um den hohen Niederschlag in die trockenen Täler der Insel zu transportieren. Vornehmlich zur Südseite Madeiras, die mit weit weniger Niederschlag auskommen muss.
Entlang der gesamten Länge der Levadas führen schmale Wanderwege mitten durch das Herz der Insel – vorbei an wilden Lorbeerwäldern, steilen Bergen und Naturschutzgebieten wie dem Parque Natural da Madeira und dem Parque Ecologico do Funchal.

  • Mein Wandertipp: Gute Wanderungen führen durch das zentrale Hochplateau Paul da Serra. Das 1.500 Meter hohe und meist neblige Hochmoor erinnerte mich an schottische Highlands.
  • Klassische Wanderroute: Die Levada do Risco sowie die Levada das 25 Fontes im Tal bei Rabaçal sind aufgrund ihrer Schönheit und Einfachheit die Beliebtesten. Bei der Letzteren ist der Name Programm: Auf ihrem Weg streifst Du 25 kleine und größere Wasserfälle.

2. Adrenalinkick beim Canyoning

Das Canyoning ist eine der besten Möglichkeiten, Madeira  von seiner anderen Seite kennenzulernen. Wo sonst können Touristen sich an Wasserfällen abseilen, durch Bergschluchten klettern und in kalten Bächen schwimmen? Diese Touren führen an unbekannte Orte in der einsamen Bergwelt, die für andere Urlauber unerreichbar bleiben und sind der absolute Adrenalinkick.
Dabei muss man kein Profi sein; auf Madeira gibt es sehr viele und unterschiedliche Canyons für alle Level und Fitnessstufen. Einige Kletterstiege eignen sich für Anfänger ohne Klettererfahrung, andere sind eher was für die Profis – aber stets sorgen alle Touren für den richtigen Nervenkitzel.

  • Bester Ort für Einsteiger: Ribeiro Frio führt rund 1.000 Höhenmeter ins Tal mit sechs Abseilungen, tiefen Schluchten und vielen eiskalten Bergbächen.
  • Canyoning Touren: Lokoloko Madeira – Rua Baden Powell 9125 – 031 Caniço de Baixo

3. Entdecke unterirdische Vulkanlandschaften beim Tauchen

Madeira entstand in mehreren vulkanisch aktiven Phasen und das, was man heutzutage als Insel wahrnimmt, ist sozusagen nur die Spitze des Eisberges. Die steilen Klippen fallen unter der Wasseroberfläche bis zu 4.000 Meter zum Meeresgrund ab. Daher kann das Tauchen auf Madeira recht anspruchsvoll sein und ist erfahrenen Tauchern vorbehalten. Allerdings bieten ein paar Tauchshops ebenso Kurse zum Zertifizieren an.
Ich war an der Südküste zwischen der Inselhauptstadt Funchal und dem Flughafen in Caniço tauchen. Direkt in einem Unterwasserschutzgebiet namens Garajau gelegen, zeichnet sich der Spot durch seine Nähe zum warmen Golfstroms und dem riesigen fischreichen Hausriff aus. Zackenbarsche, große Bernsteinmakrelen und Barrakudas werden dort regelmäßig gesichtet. Das Fischen ist im Naturschutzpark nicht gestattet und die Küstenwache überwacht dies regelmäßig.
Ich musste in kompletter Tauchausrüstung über eine steile Leiter ins Meer hinabsteigen und sehr schnell ging es ab in die Tiefe. Die spektakulären vulkanischen Unterwasserfelsen verschwinden keine paar Meter jenseits des Ufers in schwindelerregender Tiefe.

  • Tauchshop in Caniço: Manta Diving Madeira – Rua Robert Baden Powell P – 9125 036, 9125-036 Caniço

4. Schwimme in natürlichen Meerpools

Wenn man einmal auf Madeira tauchen war, wird schnell klar, dass Madeira kein Badeparadies im herkömmlichen Sinne ist. Wer Traumstrände mit kilometerlangem feinem Sand erwartet, wird auf der Insel enttäuscht. Durch den vulkanischen Ursprung der Insel besteht sie fast ausschließlich aus Steilküsten und felsigen Buchten.
Trotzdem hatte ich bei meinen Ausflügen ins Meer keine Angst. Schließlich hauten die pfiffigen Madeirer Badebecken in die stark zerklüfteten Lavafelsen. Dadurch sind Schwimmer vor den tosenden Atlantikwellen geschützt und können vor malerischer Kulisse schwimmen gehen.

5. Weltklasse Surfspots im europäischen Hawaii

Obwohl die ersten Surfer schon in den 1970er Jahren nach Madeira kamen, blieb der Surfhype lange aus. Selbst heutzutage sind die meisten Lineups auch an guten Tagen recht verwaist. Als ich mir anschaute, wie der mächtige Atlantik in tosenden Wellen ungebremst an die felsigen Steilklippen krachte, verstand ich auch warum. Die Surfpots auf Madeira sind nichts für schwache Nerven und Anfänger sollten sich auf gar keinen Fall alleine in die Wellen stürzen.

Die besten Surfspots auf Madeira befinden sich an der Westküste der Insel: Jardim do Mar ist wahrscheinlich der berühmteste Surfspot und drei weitere Weltklasse-Wellen liegen ein paar Kilometer nördlicher: Ponta Pequena, Paul do Mar und Fajã da Ovelha.

Anfänger begeben sich nach Fajã da Areia, einem Surfspot im Norden der Insel. Dort werden die Wellen normalerweise nicht größer als anderthalb Fuß, was sich zum Lernen hervorragend eignet. Point Break-Fans lege ich Ribeira da Janela, Contreiras und Esquerda de S. Vicente ans Herz.

  • Guter Surfspot zum Lernen: Madeira Calhau Surf School – 25 Rua da praia – @ Hotel Vila Bela Sítio das Casas Próximas, 9225-050 Porto da Cruz

6. Probiere Stand Up Paddle Boarding aus

Bei dem verrückten Wellengang und dem offenen Atlantik fragst Du Dich jetzt vielleicht, warum ich Dir empfehle, Dich als Anfänger mit einem Board aufs Meer zu trauen? Keine zwei Stunden Fahrt mit der Fähre liegt Madeiras Nachbarinsel Porto Santo entfernt, die mit ihrem neun Kilometer langem, goldfarbenen Sandstrand genau das bietet, was Madeira fehlt: Einen geschützten Strand, an dem man getrost baden und paddeln gehen kann.
Die Bucht von Porto Santo eignet sich wunderbar zum Stand Up Paddle Boarding. Zusätzlich ist die Aussicht vom Meer auf die schroffe Felslandschaft und den menschenleeren Sandstrand einmalig.

7. Lege einen Tagesausflug in Porto Santo ein

In diesem Sinne sollte mindestens ein Tagesausflug nach Porto Santo im Urlaub drin sein; besser noch mit Übernachtung, um den ganz eigenen Charakter der Insel zu erleben. Die flache Insel bildet einen schönen Kontrast zum felsigen Madeira. Der feine und meistens menschenleere Strand von Porto Santo gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Außerdem werden ihm therapeutische Eigenschaften nachgesagt: Er soll aufgrund seines karbonhaltigen Sandes bei der Behandlung von Rheuma- und Knochenerkrankungen helfen.

Ebenso war ich von der Abgeschiedenheit der wenig besuchten Insel begeistert. Auf rund 42 Quadratkilometer leben nur etwa 5.000 Einheimische, davon die meisten in der Hauptstadt Vila Baleira. Besonders wenn abends die Tagesausflüger die letzte Fähre zurück auf die Hauptinsel nehmen, breitet sich eine angenehme Stille auf Porto Santo aus.

Zugegeben Christopher Colombus kam auf seinen Seefahrten nach Amerika an so einigen Häfen vorbei und nicht wenige Städte reklamieren ihre Randnotiz in der Weltgeschichte. Auf Porto Santo verbrachte Columbus jedoch zwei Jahre in dem kleinen Haus, das jetzt ein Museum beherbergt, bevor er sich auf seine große Reise begab, die Weltgeschichte schreiben sollte. Auf der Insel soll er seine Kenntnisse über Kartografie und Seefahrt vertieft und erweitert haben.

8. Suche Delfine bei einer Wildlife Tour

Ein absolutes Highlight meiner Reise war ein Bootsausflug auf Porto Santo. Schon nach kurzer Zeit tummelten sich ein Dutzend Delfine um unser Boot und begleiteten uns für den Rest des Trips. Fröhlich sprangen sie aus dem Wasser und schienen mit uns um die Wette zu schwimmen. Ich habe noch nie so viele Delfine auf einem Haufen und aus nächster Nähe gesehen und fand das Naturschauspiel atemberaubend.

  • Mar Dourado – Rua Cristovão Colombo 5, 9400-158 Porto Santo

9. Action im Geländewagen

Erkunde die einsamen Bergwälder, Hochebenen und Lorbeerwälder in einem Geländewagen auf eigene Faust oder während einer kombinierten Tour, auf der Du einige spannende Fakten zum Inselleben kennenlernst.

10. Diese Orte musst Du auf Madeira gesehen haben

  • Seilbahnfahrt von Funchal nach Monte: Monte liegt oberhalb der Hautstadt Funchal und der Ausblick von hier ist überwältigend.
  • Festa da Flor: Madeira gilt zu Recht als schwimmender Garten des Atlantiks. Und jedes Jahr am zweiten Wochenende nach Ostern erstrahlt ganz Funchal in einem Meer aus Blumen.
  • Aussichtspunkt Cabo Girão: Madeiras berühmtester Aussichtspunkt thront 600 Meter über dem Meer und gilt als höchste Steilklippe Europas.
  • Traditionelles Satana: In Santana an der Nordküste stehen noch die traditionellen, strohbedeckten Häuschen, die als Wahrzeichen der Insel gelten.

11. Do as the locals do

Ich liebe es, mich in fremden Ländern auf Marktplätzen und einheimischen Festen treiben zu lassen. Solche Events kann man nicht immer planen, aber gerade im Sommer finden auf Madeira unzählige Feiern statt. Ich folgte in Funchal einfach der lauten Musik auf einen öffentlichen Platz und plötzlich stand ich vor einer Handvoll Bretterbuden, einer Bühne und es wurde gesungen und getanzt.
Dort aß ich auch zum ersten Mal die einheimische Spezialität „Espetada“, die wahrlich nichts für Vegetarier ist: Man drückte mir einen riesigen Lorbeerast in die Hand, schob ein paar mit Meersalz gewürzte Rindfleischstücke darauf und hielt mich an, diesen über den Grill brutzeln zu lassen. Ich fühlte mich ein wenig wie eine Steinzeitfrau, die zum ersten Mal die Vorteile des Feuermachens entdeckt hat, aber könnte schwören, dass Gegrilltes noch nie in meinem Leben so lecker schmeckte!

Beste Reisezeit auf der Frühlingsinsel

Die geografische Lage am Golfstrom sorgt dafür, dass auf Madeira ganzjährig ein mildes, frühlingshaftes Klima herrscht. Die Temperaturen sind auch im Sommer meist angenehm und daher gibt es auf Madeira keine klassische Saison. Trotzdem passen sich die Hotelpreise natürlich dem europäischen Ferienkalender an. Daher ist das Reisen außerhalb der Saison am kostengünstigsten.
Auf Porto Santo dagegen ist das Klima trockener mit geringen Temperaturunterschieden. So beträgt die Wassertemperatur in den Sommermonaten um die 24 Grad, wohingegen es im Winter kaum unter die 20 Gradmarke sinkt.

Perfektes Reiseziel für Aktivurlauber

Egal, ob es Dich nun nach Madeira oder Porto Santo verschlägt, beide Inseln eignen sich perfekt für einen actiongeladenen Aktivurlaub. Die einzigartigen Vulkanlandschaften erinnern mit ihren dichten Wäldern und einsamen Bergschluchten an eine Märchenerzählung aus Kindheitstagen. Gerade Aktivitäten wie Canyoning und Abseiling lassen Dich ganz nah an die ursprüngliche Landschaft herankommen.

Tipps für euren Urlaub auf Madeira

  • Anreise: Für die Einreise benötigen deutsche Staatsbürger einen Personalausweis oder Reisepass. Fluglinien wie Condor, TUIfly, TAP Portugal und Lufthansa bieten Flüge mit Zwischenstopps und teilweise direkt aus München an.

    Hotelempfehlungen:

  • Funchal: The Vine Hotel – R. dos Aranhas 27, 9000-027 Funchal. Das ultramoderne Vine Hotel mitten im Herzen Funchals wurde von Stararchitekten entworfen und der Lokalpatriotin Nini Andrade Silva verfeinert. Die Aussicht von der Dachterrasse auf den Hafen ist atemberaubend.
  • Caniço: Galo Resort – Hotel Galomar – R. Baden Powell, 9125-031 Caniço. Ganz in der Nähe des Tauch- und Canyoning-Anbieters Lokoloko liegt das Galo Resort Hotel. Das Hotel verfügt über eine riesige Wellness-Oase mit einem Ayurveda-Heilzentrum und zwei großen Saunen mit Meeresblick. Das Hotel legt besonderen Wert auf nachhaltiges Management und engagiert sich mit zahlreichen Initiativen: Solargetriebene Fahrstühlen gehören ebenso dazu wie die Verwendung ausgesuchter, lokaler Produkte sowie die Unterstützung gemeinnützige Projekte auf Madeira.
  • Porto Santo: Pestana Hotel– Estrada Regional 163 Sítio do Campo de Baixo, 9400-242 Porto Santo. Das kleine Porto Santo bietet seinen Gästen kaum mehr als eine Handvoll Hotels, dafür hat das beschauliche Pestana es in sich: Ruhig und abgelegen eignet es sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Visit Madeira. Vielen Dank dafür!

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