Larnaka in Zypern: Bergdörfer und Lifestyle

Neben malerischen Bergdörfern und antiken Stätten wie Kourion lockt Zypern mit Lifestyle und Puderzuckerstränden. Unsere Bloggerin Eva hat die Hafenstadt Larnaka in Zypern erkundet.

Dieser Bericht ist der zweite Teil von Evas Zypernreise. Im ersten Teil nimmt sie uns mit nach Paphos und auf die Halbinsel Akamas in den Wirkungskreis der Göttin Aphrodite.

Meine Amtshandlung heute Morgen, Christos zum Fahrer zu ernennen, stellt sich als Eigentor heraus. Er tritt zu fest auf die Bremse, mich schüttelt es vor und zurück, er lässt das Gas aufheulen. Christos ist mein Guide für den heutigen Tag und gewohnt, einen ruppigen Jeep über Stock und Stein zu lenken. Statt dessen sitzt er heute am Steuer meines Mietwagens, einer kleinen, weißen Rennschüssel mit Automatikgetriebe. Ich habe voreilig abgewinkt, selber zu fahren, kenne ich doch den Weg durch Zyperns Bergdörfer nicht.

Anschaulicher Geologie-Unterricht im Troodos-Gebirge

Wir haben viel vor und einiges an Strecke zu bewältigen: Das waldreiche Troodos-Gebirge und seine malerischen Bergdörfer sind unser Ziel. Zyperns höchster Berg, der Olympus, seines Zeichens auch Skigebiet, will umrundet werden. Auf die Spitze können wir nicht, denn diese wird militärisch genutzt.

Irgendwann ist Christos fahr- und redetechnisch im Flow. Er ist studierter, aber vor allem passionierter Geologe. Das Grundstudium absolviere ich dank ihm heute Morgen kompakt: ich lerne, dass es sich bei bestimmten Gesteinen des Troodos-Gebirges um Reste ozeanischer Kruste handelt und die zahlreichen Bodenschätze der Insel vor allem aus der submarinen Bildung der Gebirge stammen.

Ich versuche, meinem Geologie-Lehrer zu folgen, werde jedoch einerseits abgelenkt von beeindruckenden Weitblicken und andererseits von durchtrainierten, muskulösen Triathleten, die uns in regelmäßigen Abständen während unserer Wanderung entgegenkommen. Letztendlich muss ich mir ehrlicherweise eingestehen, dass mir das Studium der menschlichen Physis mehr liegt, als lebloses Gestein zu analysieren.

Pittoreske Weindörfer und zypriotische Hausmannskost

Der Kellner bringt Teller mit gebackenen Halloumi, gegrilltem Lamm, Oliven, würzigen Hackfleischbällchen, warmem Fladenbrot, marinierten Pilzen und frittierten Auberginenscheiben. Christos greift beherzt zu. Ich verfluche insgeheim den Tag, an dem ich zur Vegetarierin wurde. Beide gönnen wir uns ein Gläschen Wein. Im Süden des Troodos-Massivs bedecken Rebstöcke die Hänge, ein Indiz für Zyperns 4.000 Jahre alte Weinbautradition. Spätestens mit dem Besuch dieser Region rücken Zyperns gastronomische Qualitäten in den Fokus meiner Reise. Die überwiegend griechisch ausgerichtete Inselküche ist einfach. Einen kulinarischen Rundumschlag erlebt, wer wie wir Meze bestellt, bei der bis zu 30 verschiedene Kleinigkeiten serviert werden. Dazu gibt es einen Inselwein.

Larnaka, Zypern: kleine Tavernen und Spitzendeckchen zum Verkauf

Viele Urlauber kehren in der Saison in kleinen Tavernen wie diesen zum Kosten ein oder besuchen die pittoresken Weindörfer der Region, deren Bewohner ihre Böden noch auf althergebrachte Art kultivieren. Jetzt im Herbst ist alles beschaulich. Während das Dorf Omodos touristisch, aber äußerst charmant daherkommt, gibt sich Arsos eher ruhig. Ein verträumter Ort mit schmalen Gassen mit ein paar Tavernen, in denen Sträuße aus Bergkräutern von der Decke baumeln. Alte Leute sitzen auf Stühlen vor ihren Haustüren und bieten Spitzendeckchen feil.

Das antike Kourion, ein altes Königreich

An Christos ist nicht nur ein Geologe, sondern unverkennbar auch ein Archäologe verloren gegangen. Er fährt den Kleinwagen inzwischen so routiniert, dass wir noch Zeit finden, das antike Kourion zu besichtigen, bevor sich unsere Wege wieder trennen.

Zyperns spektakulärste archäologische Stätte liegt im Süden. Sie thront majestätisch auf einem Hügel über dem Meer und umfasst gut erhaltene Mosaike, eine frühchristliche Basilika sowie ein erstaunliches Amphitheater, das aufgrund seiner Akustik nach wie vor für Aufführungen genutzt wird. Ich wage den Versuch, stelle mich in die Mitte der Bühne, an die Stelle, die mit einer Kuhle markiert ist, und rede. An diesem Punkt, und nur an diesem Punkt, hört man seine eigene Stimme dreimal so laut.

Larnaka in Zypern: Lifestyle, Kultur und Künstlerflair

Wo die Reise begann, endet sie auch. In Larnaka verbringe ich noch zwei randvolle Tage, bevor ich ins winterliche Deutschland zurückkehre. Larnaka lediglich als An- und Abflughafen für eine Zypern-Rundreise zu reduzieren, würde der Stadt Unrecht tun. Denn auch für sich genommen hat der Küstenort als Urlaubsziel einiges zu bieten. Die lebendige, von Dattelpalmen gesäumte Uferpromenade Foinikoudes beispielsweise. Sie wurde erst in jüngerer Vergangenheit nach Entwürfen eines amerikanischen Architekten neu inszeniert und ist nun die wichtigste Flaniermeile der Stadt, besonders in den Abendstunden. Von meinem Hotelzimmer im sechsten Stock blicke ich direkt auf die Promenade, wo Tag und Nacht das Leben tobt. Hier finden sich die meisten Cafés, Restaurants, und im Straßengewirr dahinter offenbart sich ein Shopping-Eldorado.

Die Bucht Larnaka Bay bietet einen feinen Sandstrand und für Taucher ein besonderes Highlight: Vor dem Hafen liegt das Schiffswrack der Zenobia, die 1980 auf ihrer Jungfernfahrt sank. Der obere Teil des Wracks ist für fortgeschrittene Taucher gut erreichbar. Augen auf beim Anflug auf den Flughafen! Angeblich ist oft der Schatten des Schiffswracks aus der Luft sichtbar.

Das türkische Viertel von Larnaka: Zurück in die Vergangenheit

Unter Wasser begebe ich mich heute allerdings nicht. Ich erkunde die Winkel, Ecken und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Allen voran die glanzvolle Lazarus-Kirche, die Lazarus von Bethanien, den Jesus nach dessen Tod wiederauferstehen ließ, gewidmet ist.

Ich spaziere durch Skala, das alte türkische Viertel. Es vermittelt mir einen Eindruck von Zyperns Vergangenheit. Den liebenswerten Stadtteil schmücken gedrungene Häuser mit abblätternder weißer Farbe, bunten Fensterläden und Blumentöpfen vor der Tür. Die Straßenbeschilderung ist zum Teil noch immer auf Türkisch und erinnert an die gemischte Bevölkerung, die Larnaka bis in die 70er Jahre prägte. Heute beleben Keramikwerkstätten das Viertel und versprühen ein zartes Künstlerflair.

Beachclubs und die Moschee am Salzsee

Die angenehme Novembersonne lädt am Nachmittag zum Strandausflug. Zielstrebig steuere ich zum „Late-Lunch“ den Makenzy Strand südlich der Stadt an, dort wo die Flugzeuge zur Landung ansetzen. Die Beachclubs haben hier noch geöffnet. Im blendend weißen Ammos mit perfekter Strandlage fläze ich mich auf ein riesiges Sonnenbett. Ich habe freie Auswahl, der Luxus der Nebensaison.

Larnakas Salzsee: Lebensraum der Fauna Zyperns

Vom Strand ist es nicht weit zum Salzsee, ein lohnenswertes Ziel auch für Nicht-Ornithologen. Im Winter füllt sich das Schutzgebiet mit Regenwasser und bildet einen wichtigen Lebensraum für Zugvögel, Flamingos, Enten und Wasservögel. Im Sommer überzieht den spiegelglatten See an den Rändern eine verkrustete Salzschicht. Am gegenüberliegenden Ufer, inmitten von Dattelpalmen, Zypressen und Olivenbäumen, thront dramatisch die Hala Sultan Tekkesi Moschee. Sie ist für Muslime von großer religiöser Bedeutung: laut Überlieferung stürzte hier die Amme des Propheten Mohammed von einem Esel und starb. Ihr Mausoleum und der Schrein befinden sich neben der Hauptgebetshalle.

Abschied von Zypern am Puderzuckerstrand von Agia Napa

Gute Anbindung, perfekte Strände, phänomenales Wetter und schon sind die Grundvoraussetzungen gegeben, um aus einem unauffälligen Fischerdorf ein Party-Epizentrum reifen zu lassen. Agia Napa im Osten Larnakas ist die Anlaufstelle für junge, feierfreudige Strandenthusiasten. Mitte November sind die Clubs jedoch verriegelt und die Bürgersteige hochgeklappt, doch mich interessieren die schneeweißen Puderzuckerstrände. Ich nutze meinen verbleibenden Reisetag, meinen kleinen Toyota und vor allem meine Beine, um die wunderschöne Küste, die ursprüngliche Attraktion rund um Agia Napa, auszukundschaften.

Vom Nissi Beach wandere ich bis zum bei Einheimischen beliebten Makronissos Strand und immer weiter bis zum Ayia Thekla Strand mit seiner markanten Kapelle. Es begleitet mich nur der Wind und die Wellen schwatzen mit mir. Die Sonne schafft es auch im Sparmodus, meine Akkus aufzuladen. Winter in Deutschland, ich bin bereit, Dir nun entgegenzutreten.

Larnaka zum Nachmachen

Wohnen:

  • Im Sun Hall Hotel wohnt man modern, zentral mit Meerblick und lebhaftem Finnikoudes Promenaden Flair.

Speisen und Relaxen:

  • Unten Bar, oben Restaurant und Sammelsurium. Im atmosphärischen Art Café der kosmopolitischen Maria und ihres Mannes Marios gibt es Hausmannskost, Vegetarisches und eine Barauswahl, die keine Wünsche offen lässt.
  • Im schneeweißen Ammos speist und relaxt es sich mit den nackten Füßen im Sand oder unter einem luftigen Baldachin. Im Beachclub am Makenzy Strand kann man stilvoll essen, trinken, entspannen oder bis spät in die Nacht tanzen.
  • Eine Taverne wie aus dem Bilderbuch. Stou Rousha liegt versteckt in einer kleinen Gasse hinter der Promenade. Ein kleines familienbetriebenes Restaurant, unverschämt lecker.

Strand:

  • Die Stadtstrände Larnakas haben mir es weniger angetan, der Makenzy Beach jedoch bietet alles für einen faulen Urlaubstag.
  • Schöner, feiner und weißer werden die Strände weiter östlich von Larnaka in Agia Napa und am Kap Greco. Meine Favoriten: Makronissos und Konnos.

Mehr zu Evas Reise nach Zypern findest Du auf ihrem Blog Hidden Gem.

Die Reise wurde mit freundlicher Unterstützung von Germania und der Cyprus Tourism Organisation ermöglicht.

1 Kommentar

  1. Ich war vor einiger Zeit ebenfalls auf Zypern. Ein kleiner Tipp zur Lösung von Transportproblemen: Jack & Sons bietet vom stilvollen Olditimer-Bus bis zum Limousinen-Service mit einem alten Jaguar unterschiedlichste Lösungen. Oldtimer Bus auf Zypern

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