Tipps für Barcelona: Güell, Gaudí und Gaumenfreuden

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Normalerweise lasse ich mich bei Städtereisen stundenlang durch die Straßen treiben, um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen. In Barcelona geht das wunderbar – in der Mittagssonne sitzen, ein Caña („Bierchen“) trinken, shoppen gehen. Doch die Stadt hat so unendlich viel zu bieten, dass ich ganz unverhofft zum Architekturfan mutierte, kulinarische Hotspots testete und bei alledem den Blick aufs Meer nie ganz vergaß. Fürs Treiben lassen blieb also wenig Zeit.

Ich sag’s, wie’s ist: Barcelona kann einfach alles!

Umwerfende Architektur, fantastisches Essen, wunderschöne Stadtviertel und dann liegt die Stadt auch noch am Meer, mit einer tollen Promenade. Kein Wunder, dass jährlich tausende Touristen in die Hauptstadt Kataloniens fliegen, um das einzigartige Flair dieser Metropole kennenzulernen. Weil der Massentourismus für die Einwohner jedoch zum Problem wird und es sowieso wenig Spaß macht, sich in der Mittagshitze durch überfüllte Gassen zu schieben, ist der perfekte Zeitpunkt für eine Reise nach Barcelona der Frühling! Keine langen Schlangen vor den einschlägigen Sehenswürdigkeiten, kein Gedränge in den Straßen und die warme Frühlingssonne kitzelt die Nase – vamos! Hier sind meine Tipps für Barcelona:

Das architektonische Barcelona: Auf den Spuren des Modernisme

Vor allem Antoni Gaudí hat ihn international bekannt gemacht – den katalonischen Modernisme, eine kultur-gesellschaftliche Bewegung, die nicht nur Architektur, sondern auch Kunst, Literatur und Musik umschließt. Wer nach Barcelona reist, kommt um die Architektur der Stadt nicht herum – zum Glück, denn sie ist außergewöhnlich und hat mich ganz unverhofft zum Fan gemacht.

Barcelona ist die Stadt mit den meisten Jugendstilhäusern der Welt und alleine von Gaudí stammen zahlreiche Bauwerke, die unglaublich sehenswert sind. Bunt, surreal, mit interessanten Formen und Skulpturen sind sie alle einzigartig. Darunter der bekannte Park Güell, von dem aus man zusätzlich eine der schönsten Aussichten auf die Stadt hat, das Casa Battló, das Casa Milà (auch La Pedrera genannt) und sein bekanntestes Bauwerk, das er nicht selbst hatte fertig stellen können, weil nach wie vor daran gebaut wird – die Sagrada Família.

Am meisten hat mich an dieser unglaublichen Basilika fasziniert, dass sich beim Betreten eben nicht die Dunkelheit und Kälte gängiger Kirchen um mich legte, sondern Gaudí seine Naturverbundenheit und Demut gegenüber dem Leben zum Ausdruck bringt. Der Innenraum, insbesondere die Säulen, sind einem Wald nachempfunden, die Gänge werden bei Sonneneinfall lichtdurchflutet und zeigen ein spektakuläres Farbenspiel. Die Basilika soll 2026 fertiggestellt werden – zum 100. Todestag des Architekten.

Das kulinarische Barcelona: Hotspots und Geheimtipps

Ich liebe es, am Morgen meine Route anhand toller Cafés, leckerer Tapasbars und unbekannter Geheimtipps festzulegen, um dann in der Umgebung dieser kulinarischen Highlights die jeweiligen Viertel zu entdecken. Vorab hatte ich bereits so viele Tipps für Barcelona bekommen bezüglich des besten Kaffees der Stadt, des leckersten selbst gemachten Wermuts und wo es üppiges Frühstück gibt. Ich notierte alles, lief los und erfüllte mir kulinarische Träume.

Tipps für Barcelona: Die tollsten Cafés für Frühstück und Mittagssnacks

Auch wenn sich in Spanien die Tradition des Frühstücks auf einen Espresso oder Café Cortado im Stehen am Tresen beschränkt und die Spanier erst gegen 10 Uhr ein kleines Frühstück zu sich nehmen, brauche ich für einen langen Tag unterwegs eine gute Grundlage. Außerdem gibt es so viele hippe, kleine und kreative Cafés, die leckeres Frühstück und Mittagssnacks zaubern.

  • Trópico: Zwei Läden gibt es in der Stadt, hier werden Smoothie-Kreationen aus exotischen Früchten aufgetischt, Pancakes mit Frosting und Ahornsirup, aber auch Deftiges wie Arepas – das sind runde Maisfladen – und Eierspeisen. Das Beste: Die Küche ist ganztags geöffnet, man kann also auch noch um 21 Uhr frühstücken – wow!
  • Granja Petitbo: Ausschließlich biologische Zutaten werden hier verwendet und genauso schmeckt es auch, nämlich himmlisch. Das Café nahe der Sagrada Família lässt großstädtische Hipster-Herzen höherschlagen, der Service ist super nett und die Portionen sind groß. Gerade Vegetarier und alle, denen gesundes Essen wichtig ist, werden hier glücklich.
  • Satan’s Coffee Corner: Auch dieses schicke Café findet man zweimal in der Stadt. Es heißt, dass es hier den besten Kaffee der Stadt gibt. Ich persönlich fand ihn gewöhnungsbedürftig, weil er sehr fruchtig ist, dafür sind die minimalistische Einrichtung und die leckeren Cookies umso toller.
  • Cosmo: Im Univiertel gibt es einige Leckerbissen zu entdecken, das großzügige Cosmo zum Beispiel. Es besteht aus Café und Kunstgalerie und bietet riesige Kuchen und vegane oder glutenfreie Torten. Unbedingt probieren: Den Red Velvet Cake.

Ein Tipp für zwischendurch: Sightseeing macht hungrig! Wie passend, dass Churros immer gehen – gerade im Winter und Frühling, wenn manchmal eine kühle Brise weht und man sich an der heißen Schokolade, in die das Fettgebäck wahlweise getunkt wird, aufwärmt. Richtig lecker: Churreria San Roman im Stadtteil Eixample.

Abendessen & Drinks – traditionelle Tapasrestaurants und Bars

Tapas sind ein Muss in Barcelona, auch wenn die Tradition, sich kleine Gerichte zusammenzustellen und ein Caña dazu zu trinken, ursprünglich aus Andalusien stammt. Trotzdem gibt es Tapasbars überall in der Stadt – nur wo schmeckt es abseits des Tourismustrubels am besten?

  • Im Viertel Eixample befindet sich das Senyor Vermut , ein gemütliches Restaurant mit ganz tollen Patatas Bravas (Kartoffeln mit scharfer Soße), Muscheln, gefüllten Kroketten und anderen Tapas. Bier, Rotwein oder Wermut dazu – fertig ist das perfekte Abendessen.
  • Ums Eck des Senyor Vermut im klitzekleinen Morro Fi wird der Wermut selbst gemacht. Wer ganz traditionell erst ein Gläschen (oder zwei oder drei…) trinken möchte, bevor er sich zum Abendessen aufmacht, kann hier auf einen Abstecher vorbeigucken und bei Bedarf auch die ein oder andere Flasche als Souvenir mitnehmen.
  • Das Telefèric in der Altstadt ist so groß, dass ich ohne Reservierung am Samstagabend mit Freunden einen Platz gefunden habe. Hier gibt es Pintxos, typisch baskische Kleinigkeiten, die man sich einfach am Tresen nimmt. Unbedingt probieren: Den gebratenen Rosenkohl mit Parmesan und die Crema Catalana!
  • Für ein paar Drinks zum Start ins Nachtleben empfehle ich das El Rouge im Viertel Raval. Hier spielen Bands kostenlos, lediglich die Getränke sind während der Konzerte einen Euro teurer, um die Musiker zu unterstützen. Tolle Aktion, gepaart mit tollem Ambiente!

Das atmosphärische Barcelona: Meine Lieblingsviertel

Am liebsten bin ich durch das Viertel Gràcia geschlendert, das eher nördlich liegt und den Park Güell einschließt. Hier lässt es sich wunderbar durch schöne Straßen und kleine Gassen spazieren und alle, die abseits der La Rambla, Barcelonas bekannteste Einkaufsstraße, in hübschen Boutiquen wie dem Boo shoppen möchten, sind hier an der richtigen Adresse, bevor es zum Sonnenuntergang in den Park Güell geht. Ein Abstecher zum Casa Vicens, einem Frühwerk von Gaudí, lohnt sich ebenfalls.

Übrigens wohnen in Gràcia viele Befürworter der katalanischen Unabhängigkeit, deshalb sind dort so viele katalanische Flaggen zu sehen und einige Leute tragen eine gelbe Ansteckschleife als Erkennungsmerkmal.

Im Altstadtviertel Barri Gòtic steht das Verlaufen und Finden versteckter Plätze auf dem Tagesplan. Hier macht es am meisten Spaß, ohne Zeitdruck die Gässchen zu entdecken, ins Picasso Museum oder in die Kathedrale (La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia) zu gehen und danach bei einem Caña in der Sonne zu sitzen. Das Barri Gòtic versprüht einen mittelalterlichen Charme, dem man sich kaum entziehen kann, und wer genug von den Schattenspielen in den engen Straßen hat, biegt auf die La Rambla ein und läuft von dort bis zur Kolumbussäule am Hafen.

Apropos Hafen. Das Viertel am Wasser, La Barceloneta, ist wie gemacht für einen Faulenzertag. Einfach in den Sand setzen, die Schiffe vorbeiziehen lassen oder die vielen Einheimischen beim Sport beobachten – denn was macht mehr Spaß, als einen Cappuccino zu schlürfen und anderen beim Work out zuzusehen? Eben. Am Abend locken hier dann übrigens ganz viele Fischrestaurants.

Zusatztipp: Ausflug nach Sitges

Wer länger als zwei Tage nach Barcelona fliegt, sollte einen Tagesausflug für das nahegelegene Sitges einplanen. Mit dem Regionalzug ist es in dreißig Minuten erreichbar, mit dem Auto wartet ebenfalls eine wunderschöne Strecke. Sitges ist zwar sehr beliebt unter Touristen, doch der Ort ist nicht nur für einen Badeurlaub geeignet, es gibt auch Prachtvillen aus dem 20. Jahrhundert zu bestaunen sowie die Jugendstil-Architektur und viele Restaurants, Shops und Cafés zum Verweilen.

Für Barcelona und Umgebung gilt definitiv – je mehr Zeit, desto besser, denn die katalanische Hauptstadt ist so vielseitig!

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