Rostock: die Top 9 Sehenswürdigkeiten der Hansestadt

Hafen, Leuchtturm, Meer und Backsteingotik – das alles hat Rostock zu bieten. Die Hansestadt im Norden Mecklenburg-Vorpommerns ist super vielfältig. Biggi und Flo nehmen dich mit auf einen Stadtrundgang und zeigen dir die coolsten Spots, Geheimtipps und tolle Leckereien.

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Rostock besticht mit richtig tollen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt bietet eine einzigartige Lage mit Stadthafen an der Warnow. Der Fluss wiederum mündet im bekannten Ortsteil Warnemünde im Meer. Wenn du Rostock besuchst, hast du alles: Geschichte, Meerfeeling mit traumhaften Sonnenuntergängen am Leuchtturm und Fischbrötchen zwischen Fischerbooten im Stadthafen. Welche Sehenswürdigkeiten du nicht verpassen solltest, erzählen wir dir in diesem Artikel.

Traumhafte Fotomotive im Rostocker Stadthafen

Der Wind weht uns durchs Haar und der Geruch von salzigem Meerwasser liegt in der Luft. Von einem kleinen Kutter aus ruft uns ein Fischverkäufer zu: „Na kommt mal rüber hier. Bei mir gibt’s den besten Backfisch.“ Wir lassen uns auf ein Bier überreden. Die Sonne ist kurz vorm Untergehen und taucht den Rostocker Stadthafen in warmes Licht.

Die Begrüßung der Hansestadt ist jedenfalls stimmungsvoll. Wir schlendern an einem alten Hafentretkran vorbei. Bereits im 15. Jahrhundert nutzte man diese Kräne zum Be- und Entladen der Schiffe. Vor unseren Augen können wir den Trubel der früheren Zeit förmlich sehen. Heute ist die Stimmung eher gemütlich, Chill-out-Musik läuft aus Lautsprechern und Boote treiben auf dem Wasser mit Blick zur untergehenden Sonne.

Auch ein Blick auf den Eisbrecher Stephan Jantzen lohnt sich. Er trägt seinen Namen nach einem berühmten Lotsenkommandeur  Jantzen (1827 - 1913), der viele in Seenot geratene Menschen rettete und für die Rostocker noch heute ein Held ist. Der Eisbrecher war einst der stärkste Eisbrecher Deutschlands. An Bord befindet sich ein kleines Museum.

Im Sommer werden im Rostocker Stadthafen viele Foodtrucks und Pop-up-Bars errichtet. Besonders urig ist es am Rost Dock. Hier sitzt du zwischen Containern in Liegestühlen direkt am Wasser. Übrigens liegt dort auch das Segelschiff von Musiker Joey Kelly.

Extra-Tipp: Einen der besten Plätze für den Sonnenuntergang im Stadthafen findest du auf der Poseidon. Das alte Schiff wurde zu einem Imbiss mit Bar umfunktioniert. Auf dem Mast des Schiffs können zwei Leute sitzen und zuschauen, wie die Sonne im Meer versinkt. Die Poseidon liegt übrigens direkt in der Nähe des alten Hafentretkrans.

Wenn du zum Ende des Hafens läufst, kommst du am Braugasthaus Zum alten Fritz vorbei. Hier solltest du unbedingt einen Stopp einlegen. In dem urigen Lokal kannst du viele verschiedene Störtebeker Biersorten testen. Vom Flammkuchen über Fisch und Burger - hier gibt es eine große Auswahl.

Buntes Treiben am Rostocker Universitätsplatz

Vom Hafen ist es nicht weit zum bekannten Universitätsplatz. Von dem früheren historischen Marktplatz aus geht die Einkaufsstraße ab, die Kröpelinerstraße. Sie führt zum Kröpeliner Tor, eines der letzten drei erhaltenen Stadttore. Hier ist immer was los. Touristen schauen dem Treiben aus einem der Cafés zu und genießen einen Latte Macchiato.

Im Zentrum des Platzes steht der riesige Brunnen der Lebensfreude. Porno-Brunnen wird er auch genannt. Warum? Die Posen der Figuren des Wasserspiels sind mehr als zweideutig. Kinder spielen am Wasser und Tauben nehmen ein ausgiebiges Bad. Hier treffen Hausfrauen, Teenager und Straßenmusiker zusammen. Der Brunnen gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Direkt hinter dem Brunnen baut sich ein massiver, wunderschöner Bau im Stil der Neorenaissance auf: die 1419 gegründete Universität. Obwohl Rostock im zweiten Weltkrieg stark bombardiert wurde, sind große Teile der Universität noch im Original erhalten. Ein Abstecher lohnt sich also!

Der Pornobrunnen, bestehend aus vier Statuen, die Pärchen beim Liebesspiel zeigen, befinden sich vor einem alten roten Backsteingebäude, aus den Fontänen spritzt Wasser.
Universitätsplatz Rostock Der "Porno-Brunnen" vor dem Universitätsgebäude
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Das Rathaus im historischen Kern

Wir laufen weiter zum Neuen Markt. Die Sonne bricht durch die Wolken und strahlt das rote Backsteingebäude an. Das Rostocker Rathaus ist das älteste erhaltene öffentliche Gebäude der Stadt. Im 13. Jahrhundert gebaut, ist es eines der bedeutendsten Backsteingotik-Häuser im Ostseeraum.

Der Platz vor dem Rathaus ist sehenswert. Cafés mit bunten Schirmen und Stühlen säumen den Ort. Im Mittelalter war es hier nicht ganz so idyllisch: Damals fanden hier sogar Hexenverbrennungen statt. Wir finden den Geruch von frisch gemahlenem Kaffee, der aus einem der Bistros in unsere Nase steigt, weitaus erfreulicher.

Rostock bietet aber auch viele schöne alte gotische Kaufmannshäuser. Etwa das Hausbaumhaus, das Kerkhoffhaus, das Ratschow-Haus oder das Krahnstöverhaus. Es lohnt sich also mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen.

Ab ans Meer: Leuchtturm und Strandbad in Warnemünde

In Warnemünde angekommen, ziehen wir sofort die Schuhe aus und laufen durch den feinen Sand zum Meer. Ein unglaubliches Gefühl. Die Ostsee ist heute etwas wilder, Möwen streiten sich um eine Krabbe. Kurz vor Sonnenuntergang versammeln sich die Strandbesucher, um die untergehende Sonne zu bestaunen.

Und wir haben Glück. Es erwartet uns ein spektakuläres Farbspiel am Himmel. Der Warnemünder Leuchtturm wird in warmes Licht getaucht. Er ist das Wahrzeichen von Warnemünde und ein sehr beliebtes Fotomotiv. Direkt dahinter beginnt schon der Strand. Obwohl Warnemünde ein Stadtteil von Rostock ist, fühlst du dich hier wie in einer anderen Welt.

Der Fluss Warnow mündet in Warnemünde in die Ostsee. Am Strand stehen weiße Strandkörbe. Aus den Lautsprechern einer Strandbar klingt chillige Musik. Während die einen ihr Handy zücken, um den Sonnenuntergang festzuhalten, sitzen die anderen bereits in einem der schicken Restaurants, trinken einen Tee oder Sundowner im Teepott. Der futuristische Bau, der an eine Muschel erinnert, befindet sich direkt neben dem Leuchtturm.

Wir sind von Warnemünde so begeistert, dass wir noch einmal am Morgen herkommen und durch die kleinen Straßen laufen, vorbei an Fenstern, die mit weißen Spitzenvorhängen dekoriert sind und in denen Holzschiffe stehen. Danach zieht es uns direkt wieder ans Meer. Wir stehen einfach nur da und blicken aufs Wasser.

St. Petri: die älteste Kirche Rostocks

Das verwinkelte Warenmünde hat uns super gefallen. Mindestens genauso spannend ist das alte Rostock. Um die Kirche St. Petri herum entstand einst das erste der damals drei mittelalterlichen Viertel, woraus schließlich Rostock hervorging. Die kleinen Straßen und urigen Häuschen mit Rosenstöcken vor der Haustür zeugen davon wie es hier früher aussah.

Mittelpunkt ist der 117 Meter hohe Kirchturm – übrigens der zweithöchste in ganz Mecklenburg-Vorpommern nach dem Schweriner Dom. Steig auf alle Fälle auf den Turm und genieße den Blick über das alte Rostock und auf die Warnow. Der Eintritt kostet 4 Euro pro Person – und die lohnen sich.

Stadtführung mit dem Nachtwächter

Ein Tipp, den nicht jeder Besucher auf dem Schirm hat, ist die Stadtführung mit dem Nachtwächter. Die aufregende Tour beginnt an der St. Petri Kirche. Bei Dämmerung und im Schein der Laterne erfährst du viel Spannendes über das mittelalterliche Rostock.

Der Nachtwächter unternimmt mit uns eine Zeitreise. Wir entdecken tolle Details, etwa die alten Straßenlaternen, die den Weg von der St. Petri-Kirche zur nahe gelegenen Nikolaikirche säumen. Sie wurden früher mit Gas befeuert.

Die Nikolaikirche ist ein weiteres Highlight. Anfang der 80er Jahre – also noch zu DDR-Zeiten – wurden gut ein Dutzend Wohnungen im Dach der Kirche gebaut. Kurios, oder?

Der Nachtwächter führt uns außerdem zu zwei der drei erhaltenen Stadttore. Am Kuhtor bläst er in sein Horn. Uns fährt es durch Mark und Bein. Früher warnte der Wächter die Bewohner so vor drohenden Gefahren – heute ist es ein lustiger Touristengag.

Und am wunderschönen Steintor in der Nähe des Rathauses endet die Führung. Hier ritten einst die Fürsten ins Stadtzentrum ein.

Die Nachtwächterführung findet von Mai bis Oktober immer Montag, Freitag, Samstag und Sonntag statt und von November bis April immer montags und samstags. Die eineinhalbstündige Tour startet um 20 Uhr und kostet pro Person 10 Euro, die wirklich gut investiert sind.

Geheimtipp: Stadtpaddeln auf der Warnow

Wir ziehen den Zipper unserer Rettungsweste hoch und klettern ins Kajak. Wir haben uns für ein ganz besonderes Erlebnis angemeldet: Stadtpaddeln. Ein echter Geheimtipp. Mit einer kleinen Gruppe geht es in Kajaks aufs Wasser. Ganz so einfach wie wir es uns vorgestellt haben, ist das Kajakfahren nicht. Aber in kurzer Zeit haben wir den Dreh raus. Die Paddel tauchen gleichmäßig ins Wasser und wir kommen gut voran auf der Warnow. Hin und wieder hält die ganze Gruppe mit Stadtführer an und wir erfahren einiges über die Stadtgründung Rostocks und den Stadthafen.

Toll ist der Blick vom Wasser aus auf die riesigen, im Stadthafen liegenden Schiffe. Bei den Wellen müssen wir aufpassen, nicht allzu nass werden. Die Tour hat uns sehr gut gefallen und ist sehr zu empfehlen.

Diese und andere etwas außergewöhnliche Touren findest du beim Anbieter Stadtpaddeln Rostock. Hier kannst du auch direkt buchen, pro Person kostet die zweistündige Tour 19 Euro.

Freizeit und Tradition im IGA-Park Rostock

Im IGA-Park – gelegen zwischen der Rostocker Innenstadt und Warnemünde am Ostufer der Unterwarnow – befindet sich ein riesiges Schiff. Man muss schon den Kopf in den Nacken legen, um bis zum Mast hinaufschauen zu können. Das Traditionsschiff MS Dresden ist heute ein spannendes Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum.

Im Inneren des Kolosses riecht es noch nach Motoröl. Wir laufen durch enge Gänge. In einem Schiffsraum sitzt eine Kapitänsfigur an einem riesigen Pult voller Knöpfe. Auf dem Schiff wird die Geschichte des Schiffbaus besonders erlebbar.

Daneben kannst du detailgetreu nachgebaute Schiffsmodelle bestaunen. Die kleinen Schiffe fahren ferngesteuert und sind besonders für Kinder ein Highlight.

Öffnungszeiten: April bis Oktober Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr, November bis März Dienstag bis Sonntag 10:00-16:00 Uhr
Eintritt: Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder 2,50 Euro

„IGA“ steht übrigens für die Internationale Gartenschau, die 2003 in Rostock stattfand. Heute ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Sportler und Hundebesitzer. Hier kannst du tolle Spaziergänge durch die gepflegte Parkanlage unternehmen und sogar öffentlich grillen. Besonders hübsch fanden wir den Japanischen Garten mit See und Pavillon. Auf dem IGA-Gelände finden immer wieder verschiedene Veranstaltungen statt und es gibt dort auch ein Autokino.

Unser Tipp: Auf dem Weg von Rostock zum IGA Park kommst du am Fischmarkt vorbei. Mache hier einen Abstecher, schau dich im Fischmarkt um und kehre dann mittags im Restaurant ein. Die Preise sind fair und es ist lecker.

Geheimtipp: Hipster-Viertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Natürlich haben wir noch einen Geheimtipp, den die meisten Besucher verpassen, wenn sie nur kurz in Rostock sind. Es lohnt sich, in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, kurz KTV genannt, zu spazieren. Das Hipster-Viertel liegt außerhalb des Kröpeliner Tors und bietet ein Kontrastprogramm zur quirligen Innenstadt mit Shoppingmeile.

In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt geht es lässig zu. Eine Gruppe Studenten biegt um die Ecke. Wir fragen sie nach einem bestimmten Graffiti. „Das findet ihr in der Leonhardstraße“, wissen die drei. Und tatsächlich ist die gesamte Straße mit wunderschönen Wandmalereien übersät. Es macht Spaß hier lang zu schlendern.

Schließlich steigt uns leckerer Kuchenduft in die Nase. Wir entdecken ein kleines Café, das vollgestopfter mit Pflanzen, Krimskrams und Geschirr nicht sein könnte. Draußen steht eine uralte Hollywoodschaukel. Spätestens hier, im Waldenberger Törtchenlokal, weißt du wofür die KTV steht. Gegenüber befindet sich der Vegangster, ein veganes Burgerlokal und passend dazu gleich daneben das Veis, eine vegane Eisdiele. Ein wenig fühlt es sich hier an wie in Berlin Kreuzberg. Wir lieben es.

Essen in Rostock – unsere Tipps

  • Tipp: Rostocker Fischmarkt. Etwas außerhalb gelegen, aber mit Bus erreichbar. Hier bekommst du frischen Fisch, den du nach dem Restaurant-Besuch auch kaufen kannst. Die Preise sind fair und das Essen ist lecker.
  • Café in der alten Likörfabrik – bis abends deftiges Essen. Aber auch die Kuchen sind sehr lecker.
  • Belloys Softeis und Waffeln am Doberaner Platz. Hier trifft sich Multikulti am Platz. Das Softeis ist in dieser Gegend und an der Ostsee ein Muss.
  • Braugasthof zum alten Fritz – bekanntes, uriges Lokal, in dem du viele verschiedene Störtebeker Biersorten testen kannst. Vom Flammkuchen über Fisch und Burger ist hier alles lecker.
  • Junge Bäckerei – eine Bäckerei mit Filialen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Sie öffnet schon um 7 Uhr, ist aber den ganzen Tag über ein sehr beliebtes Frühstückslokal. Hier bekommst du vom Mettbrötchen oder Ei auf dem Brot viel Deftiges, aber auch leckere Franzbrötchen.

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!