App in den Urlaub: Die 15 besten Reise-Apps

Einfach mal das Smartphone ausschalten, um wenigstens im Urlaub richtig abzuschalten, das gelingt wahrscheinlich den Wenigsten. Es sei denn, man quartiert sich für eine Woche Digital Detox in einem Zen-Kloster ein und gibt sein Handy an der Pforte ab. Nicht nur die Verlockung, die Fotos vom Cocktail am Traumstrand auf Facebook zu posten, ist groß. Mit den richtigen Apps ausgestattet, wird das Smartphone zum praktischen Alleskönner auf Reisen, der einem das Leben ungemein erleichtern kann. Zerknüllte Faltpläne, dicke Reiseführer und unhandliche Wörterbücher adé - einfach das Smartphone in die Hand nehmen und los geht’s. Wir stellen Euch 15 nützliche Reise-Apps vor.

1. Flüge, Hotels, Mietwagen per Reise-App buchen: Skyscanner

An den Urlaubsort muss man erst einmal hinkommen. Meine erste Anlaufstelle zum Flüge buchen ist immer Skyscanner. Millionen von Flügen werden verglichen und meistens finde ich hier die besten Angebote. In der neuen Version der App kann man, wie auf der Webseite der Reisesuchmaschine, jetzt auch nach Hotels und Mietautos suchen und gleich buchen. Drei in einem sozusagen. Sehr hilfreich, wenn man noch nicht genau weiß, wo die Reise hingehen soll: die Rubrik „Entdecken“. Dort lässt es sich gezielt nach Angeboten suchen, sei es nach beliebten Reisezielen, Kurztrips, längeren Reisen, Last Minute oder Wochenendtrips. Fazit: Eine Reise-App, die ich bisher meistens „nur“ zum Buchen von Flügen genutzt habe, bei denen Ziel und Datum schon feststanden, die aber ab sofort auch als Inspirationsquelle dienen wird.

Skyscanner ist für iOS über iTunes und für Android im Playstore verfügbar.

2. Der Klassiker zum Hotelbuchen als Reise-App: Booking.com

Auch wenn ich mich frage, warum ich zwei Jahre nach der Buchung eines Hotels im indischen Örtchen Mamallapuram immer noch Mails zu „Deals in Mamallapuram“ bekomme (es ist zwar hübsch dort, aber ich reise nicht unbedingt alle zwei Monate dorthin), bin ich ein großer Fan von booking.com. Die bekannten Funktionen der Desktop-Variante finden sich auch in der App wieder, seien es die Filterfunktionen oder die Karte. Nicht nur das Übertragen der Buchungen in den Smartphone-Kalender ist praktisch an der App von booking.com. Neben einer Offline-Karte erhält man eine papierlose Buchungsbestätigung, die man über die App für das Einchecken nutzen kann; es wird kein Internet oder gar ein Drucker benötigt. Auch die Verwaltung und Änderungen der Buchungen funktionieren problemlos über die App.

Booking.com als Reise-App gibt es für iOS und Android.

3. Stressfrei packen und nichts vergessen: die Reise-App Pack the Bag

Listen? Mag ich eigentlich überhaupt nicht. Doch bei meinen letzten Reisen ist es mir immer wieder passiert, dass ich etwas vergessen habe oder ich nicht daran gedacht habe, dass es wichtig sein könnte. Also habe ich doch mal ein Helferlein genauer unter die Lupe genommen: die App Pack the Bag. Erster Pluspunkt: die 27 fertigen Bestandslisten, mit denen man für jede Art von Reise gewappnet ist, sei es für Wandern, Festivals oder Urlaub mit Haustieren. Sehr praktisch sind auch Kategorien wie Multimedia, Zahlungsmittel oder Vor der Abreise, die einem viel Nachdenken ersparen. Neben dem Pflegen der Bestandslisten kann man sich seine eigene Packliste erstellen. Ob man Funktionen wie das Sortieren der zu packenden Gegenstände nach Lagerort tatsächlich braucht, ist die Frage. Praktisch sind jedenfalls die Erinnerungen, dass man jetzt endlich einmal anfangen sollte zu packen, und die Filter, über die man sehen kann, was schon eingepackt ist. Auch gut an der Reise-App: einmal das Gewicht der Gegenstände erfassen und keine Überraschungen mehr am Flughafen erleben.

Pack the Bag gibt es derzeit nur für iOS, Android-Nutzer können auf die App Pack Point ausweichen.

4. Alle wichtigen Dokumente an einem Ort: Dropbox

Vorbei sind die Zeiten, als man Kopien von Flugtickets, Reisepass und anderen wichtigen Dokumenten in verschiedenen Gepäckstücken deponiert hat. Inzwischen verschicke ich solche Dokumente auch nicht mehr per Mail an meinen eigenen Account, sondern speichere sie in der Cloud, meistens in meiner Dropbox. Hier finden auch Fotos für eine Zwischenspeicherung Platz. Theoretisch hat man in der Cloud immer und überall Zugriff auf seine Daten, leider braucht man bei der Dropbox eine Internetverbindung. Offline verfügbar machen lassen sich die Ordner nur in der Bezahlvariante. Mehr kostenlosen Speicherplatz als in der Dropbox (2 GB) gibt es bei Google Drive (15 GB) und OneDrive (5 GB).

Dropbox ist für iOS in iTunes und für Android im Playstore verfügbar.

5. Safety first: Die Reise-App vom Auswärtigen Amt

Je nach Urlaubsziel lande ich bei der Reiseplanung sehr schnell auf der Seite des Auswärtigen Amtes, um mich über Einreisebestimmungen und Sicherheitslage zu informieren. Sehr praktisch, vor allem wenn man schon unterwegs ist: die App des Auswärtigen Amts. Denn neben „Reisevorbereitungen“ und „Mein Reiseland“ gibt es die Kategorie „Was tun im Notfall“ mit allen wichtigen Adressen und einer Ortungs- und Nachrichtenfunktion („Wo bin ich“ und „Ich bin OK“), mit der man Freunde und Verwandte informieren kann. Länder, für die es eine Sicherheitswarnung gibt, sind rot markiert. Das Gute: Viele Funktionen lassen sich offline nutzen. Die Sicherheitshinweise sollte man jedoch stets online überprüfen. Die App erinnert einen daran.

Die Reise-App gibt es für iOS und Android.

6. Reiseführer online: Guides by Lonely Planet

Ich oute mich: Wenn ich eine Reise plane, kaufe ich mir als erstes einen gedruckten Reiseführer, so richtig altmodisch auf Papier und zum Durchblättern. Den trage ich in der Regel auch vor Ort mit mir herum, um schnell mal etwas nachzuschlagen. Unschlagbar, wenn es um Adressen und praktische Tipps geht, ist für mich nach wie vor der Lonely Planet. Eine tolle Ergänzung zu den mitunter dicken Wälzern ist die App „Guides by Lonely Planet“, vor allem bei Städtetrips. 119 Städte rund um den Globus sind erfasst, von Agra bis Zürich, mit übersichtlich strukturierten Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Shoppingmöglichkeiten und einer Reihe von Filterfunktionen. Besonders gefallen mir die „Curated Collections“, nach Themen gebündelte Artikel mit vielen Insider-Tipps. Sehr praktisch: die Karten zum Herunterladen, die sich auch offline nutzen lassen.

Guides by Lonley Planet findet man in iTunes für iOS  und auf Google Play für Android.

7. Touren und Aktivitäten weltweit: Get your Guide

Ich lasse mich auf Reisen gerne treiben und erkunde neue Orte am liebsten auf eigene Faust. Manchmal ist es aber auch ganz interessant, eine geführte Tour zu machen, da man so häufig Dinge erfährt, die einem sonst verborgen bleiben. Man kann sich für die Buchung solcher Touren mühsam durch die weiten Welten des Internet klicken, oder nutzt die App Get your Guide. Dort habe ich für meine anstehende Reise nach Riga einige interessante Touren entdeckt, die sich bequem über die App buchen lassen, auch kurzfristig. Das mobile Ticket wird direkt auf das Handy geladen. Ist man vor Ort noch etwas planlos: Die Reise-App erkennt den Standort und zeigt Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung an. Man kann auch Eintrittskarten über die App buchen und spart sich damit lange Wartezeiten. Insgesamt bietet Get your Guide mehr als 31.000 Aktivitäten an 7.400 Reisezielen rund um den Globus.

Die Reise-App gibt es für iOS und Android.

8. Immer wissen wo’s lang geht: MAPS.ME

Da stehe ich nun, im Gassengewirr von Old Delhi, als der mobile Router in meiner Tasche den Geist aufgibt und ich feststellen muss, dass ich nichts dabei habe, um den Slot der SIM-Karte meines iPhones zu öffnen. Das Datenroaming aktivieren will ich nicht. Also versuche ich, mich durchzufragen. Kein leichtes Unterfangen, denn von den Rikschafahrern und Verkäufern rings um mich herum spricht keiner Englisch. Inzwischen habe ich MAPS.ME auf meinem Handy, eine Karten-App, die auch offline funktioniert. Einfach die entsprechende Karte herunterladen, die App öffnen und schon sieht man, wo man sich befindet und wo man hin muss. Praktisch ist auch die Möglichkeit, nach Kategorien zu suchen wie z. B. Restaurants, Geldautomaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Wegbeschreibungen sind sehr detailliert, die App zeigt sogar an, ob der Weg bergauf oder bergab geht.

MAPS.ME kann man via iTunes für iOS oder im Google Playstore für Android-Geräte herunterladen.

9. „Do you speak English?“: Google Translate als Reise-App

Was der Mitarbeiter der Bankfiliale in der Altstadt von Suzhou, China, alles in seinen Computer eingibt, ist uns schleierhaft. Jetzt tippt er noch wild in sein Handy. Wir wollen doch nur 200 US-Dollar in Renminbi wechseln. Das Handy hält er uns dann irgendwann vor die Nase. „Bitte nochmal am Montag wiederkommen. Wir können samstags keine Dollar wechseln“. Jetzt wird uns klar: Unser Gegenüber hat Google Translate benutzt. Das sollte uns in den kommenden Tagen noch häufiger passieren. 103 Sprachen lassen sich per Texteingabe oder über Einsprechen mit der Google Translate App übersetzen. 52 Sprachen sind sogar ohne Internetverbindung verfügbar. Besonders praktisch in einem Land mit anderen Schriftsystemen wie China: die Echtzeit-Kamerafunktion. Einfach die Kamera auf die Speisekarte mit den chinesischen Schriftzeichen halten und Google Translate verrät, ob die Dim Sum mit Gemüse oder Schweinebauch gefüllt sind.

Hier gehts zum Download von Google Translate für iOS oder Android.

10. „Good price, good price“: Währungsrechner XE Currency

Man kann sich natürlich den Wechselkurs seines Reiselandes einprägen und den Taschenrechner seines Smartphones bemühen, um auszurechnen, ob der Verkäufer auf dem Basar oder der Taxifahrer einen nicht über das Ohr hauen wollen. Alternativ hat man einen Währungsrechner als Reise-App auf dem Handy, beispielweise XE Currency. Über 180 Währungen sind in der einfach zu bedienenden App mit Live-Wechselkursen hinterlegt. Damit man auch offline den Preis für die Taxifahrt oder die Alpakawollsocken auf dem Markt umrechnen kann: Einfach beim letzten Zugriff per Internet den aktuellen Wechselkurs abspeichern. Nützliche Extras: Die Frequenz der Kursaktualisierung lässt sich einstellen, die Basiswährung kann man festlegen. Und wenn man alles auf Anfang setzen möchte – einfach das Handy schütteln.

Den Währungsrechner gibt es auf iTunes und im Playstore.

11. Online in Büchern schmökern: Kindle App

Auch wenn ich die Haptik gedruckter Bücher liebe, weiß ich: Ist man länger unterwegs und möchte ausreichend Lesestoff dabeihaben, kann der Rucksack ganz schön schwer werden. Trotz des Umstiegs auf elektronische Bücher zumindest fürs Reisen wollte ich mir keinen klassischen E-Book-Reader kaufen. Neben dem Laptop habe ich immer auch mein iPad mini dabei und dann noch ein Gerät? Nein. Also habe ich mir die Kindle App heruntergeladen. Sehr praktisch und bei einem Tablet mit Retina-Display liest es sich genauso gut wie auf einem Kindle. Bei Amazon gekaufte E-Books erscheinen direkt in der App, sie können auf mehreren Geräten gelesen werden.

Die Kindle App ist für iOS und Android verfügbar.

12. Die tollsten Ausblicke: Views on Top

Egal, wo ich bin: Ich muss hoch hinaus. Aussichtspunkte, Türme, Dachterrassenbars – ich liebe es, eine Stadt von oben zu betrachten. Den Eiffelturm kennt man, das Empire State Building auch. Aber manchmal gibt es auch verstecktere Plätzchen, von denen man einen grandiosen Ausblick hat. Mit der Reise-App Views on Top lassen sich Orte mit Ausblick rund um den Globus aufspüren, egal ob Brücken, Riesenräder oder Hotelpools. Wer vorab planen will, nutzt die Funktionen „Ort“ oder „Kategorie“. Ansonsten vor Ort einfach die „In meiner Nähe“-Funktion aktivieren und schon werden einem die Plätze mit Ausblick angezeigt, inklusive Informationen und Wegbeschreibungen.

Die Reise-App gibt es bislang nur für iOS.

13. Das stille Örtchen: Reise-App WC-Finder

Der Klassiker: Gerade noch sitzt man in einem Café und denkt sich, nein, ich muss noch nicht. Spätestens eine halbe Stunde später, wenn man durch irgendwelche abseits gelegenen Straßen läuft, pressiert es. Die Chance, ausgerechnet in diesem Moment über eine App wie WC Finder – die weltweite Toilettensuchmaschine – eine öffentliche Toilette zu finden, ist wahrscheinlich gering, aber ein Versuch ist es wert. Ich finde diese App zu kurios, um sie unerwähnt zu lassen. Mehr als 600.000 Toiletten weltweit befinden sich bereits in der Datenbank, Tendenz steigend. Es gibt zudem Informationen über Sauberkeit, Kosten und Öffnungszeiten. Der integrierte Routenplaner lotst einen – hoffentlich ohne Umwege – zum stillen Örtchen.

Den WC-Finder gibt es nur für iOS, Alternativen für Android sind z.B. Toiletten Finder oder Toiletten Scout Pro.

14. Eine Postkarte für Omi: Reise-App My Post Card

Ich hatte tatsächlich letztens nach langer Zeit mal wieder eine Postkarte im Briefkasten, von einer Freundin, zwar „nur“ aus Fürstenfeldbruck und nicht aus einer exotischen Destination, aber gefreut habe ich mich trotzdem. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich die letzte Ansichtskarte von einer Reise verschickt habe. Zu lästig wurde es mir irgendwann, nach Briefmarken und Briefkasten zu suchen. Ein bisschen teurer als „normale“ Postkarten und Briefmarken, aber dafür individuell sind die persönlichen Fotogrußkarten, die man weltweit über die Reise-App My Post Card verschicken kann. Über die App wählt man die gewünschte Vorlage, lädt ein Foto aus dem Album oder aus Instagram hoch und tippt seine persönliche Nachricht und den Adressaten ein. Dann nur noch bezahlen und schon ist die Karte unterwegs zur Oma oder Patentante. Der Preis pro Karte startet ab 1,99 Euro inkl. Versand, man muss vorher ein Guthaben aufladen.

My Postcard ist verfügbar für iOS und Android.

15. Nachhause telefonieren: Skype

Als ich vor ein paar Jahren länger in Indien und Nepal unterwegs war, habe ich mich immer in ein Internet-Café gehockt, um über altersschwache Computer mit meinen Eltern per Skype Videotelefonate zu führen. Heute habe ich die Skype App auf dem Handy und dem iPad, sodass ich nur noch einen Ort mit W-LAN brauche. Auch wenn die im Juli 2017 komplett überarbeitete App einiges an Kritik einstecken musste (zu schrill, zu bunt, einige Funktionen wurden gestrichen), bin ich immer noch angetan von Skype. Inzwischen hat Microsoft nachgearbeitet, sodass z. B. der Status der Kontakte wieder sichtbar ist. Auch wenn ich für Sprachtelefonate aus dem Ausland inzwischen meistens WhatsApp nehme, nutze ich Skype gerne für Anrufe auf dem Festnetz. Dafür ist ein Guthaben aufzuladen, das man abtelefonieren kann.

Die App gibt es sowohl für geräte mit iOS als auch für solche, die mit Android laufen.

Bildnachweise in der Reihenfolge des Erscheinens:

3 Kommentare

  1. Tavelio ist mein Lieblings- Reiseapps, da ich meine persönlichen Tipps nur mit Freunden teilen will. Coole App, kostet allerdings fast so viel wie ein Bier 😉 … und mach nur Sinn, wenn andere Freunde ebenfalls mitmachen. Anschauen lohnt aber in jedem Falle.

    • Hallo Leo,

      eine super Ergänzung zu unserer Liste, vielen Dank für den Tipp! Ein Bierchen weniger schadet ja manchmal auch nicht… 🙂

      Viele Grüße,
      Janina von Travellers Insight

  2. Hey
    Habe ebenfalls Tavelio ausprobiert. Echt cool! Muss natürlich einige Freunde dazu bewegen mitzumachen, wie oben erwähnt. Momentan sind noch icht viele registriert. Dann ist das ein genialer Platz, um Tipps unter Gleichgesinnten auszutauschen.Empfehlenswert!
    Lg Claudia

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