kofferpacken.at
Reisejournalismus hat viel mit Bildern im Kopf zu tun – meist werden nur Luxushotels und Traumstrände präsentiert. Mit kofferpacken.at will Maria Kapeller auch hinter die Fassade blicken. Und dabei so vielen Menschen wie möglich begegnen. Ganz nach dem Motto: „Schwärmen und gleichzeitig kritisch sein“.

Maria Kapeller

Ich habe nie etwas anderes getan, als zu reisen und zu schreiben. Privat, beruflich, und überhaupt. Nun habe ich mein eigenes Online-Reisemagazin kofferpacken.at. Was mich früher am Reisejournalismus gestört hat, kann ich jetzt anders machen.

Ich habe nie etwas anderes getan, als zu reisen und zu schreiben. Privat, beruflich, und überhaupt. Am liebsten hätte ich ja mein eigenes Magazin gegründet. Eines auf Papier, das druckfrisch riecht. Man darf ja träumen. Schwups, stolperte ich ins Internetzeitalter – und gründete tatsächlich mein eigenes Reisemagazin. Nur eben online. Was mich früher am Reisejournalismus gestört hat, kann ich jetzt anders machen.

Welche Reisevorlieben hast Du?
Oberste Priorität: Ich will so lange unterwegs sein wie nur irgendwie möglich! Ich halte nichts davon, schnell mal in den Flieger zu steigen und für zwei oder drei Nächte in eine Stadt zu hoppen. Das ist erstens vergleichsweise teuer und zweitens kriegt man verhältnismäßig wenig mit. Und ich meine damit nicht Sehenswürdigkeiten – die lasse ich meistens sowieso links liegen. Irgendwie interessieren mich andere Dinge immer mehr: Was gucken die Einheimischen im Kino? Was kochen sie? Und wie denken sie über die Welt?

Was machst und magst Du außer Reisen und Bloggen?
Ich bin verliebt in meine Heimat Österreich und in meine Wahlheimat Salzburg. Zumindest, was die Landschaft betrifft. Da liegt es nahe, dass ich mit dem Rad die Gegend erkunde, im Sommer am wunderschönen Fuschlsee Kanu fahre und mich wie ein Kind freue, wenn im Winter die ersten Schneeflocken fallen. Allerdings: Wer viel unterwegs ist, dem bleiben leider weniger Zeit und Energie, das eigene Umfeld gleichermaßen intensiv zu bereisen wie die Ferne. Daran arbeite ich langfristig. Ansonsten koche ich gerne oder besuche meine Familie – bei fünf Geschwistern ist da immer was zu tun. Und Geld verdienen – als freie Texterin und Reiseautorin – muss ich ja auch noch.

Welches Reiseerlebnis wird Dir immer in Erinnerung bleiben?
Von den schönsten Erinnerungen gibt es keine Fotos. Denn man ist entweder von der Herrlichkeit der Situation berauscht oder betrunken (oder beides). Ich erinnere mich aber an Sachen wie: das Nordlicht in Grönland, barfuß tanzen auf einem Musikfestival in Irland. Fast immer sind wunderbare Momente mit ebenso einzigartigen Begegnungen verbunden. In Kambodscha habe ich durch Zufall mit Einheimischen das Neujahrsfest gefeiert. Am nächsten Tag luden sie uns in ihr Dorf ein und wir verbrachten den ganzen Nachmittag zusammen. Keine Sehenswürdigkeit der Welt kann das toppen.