Madlen Brückner

Reisen ist für mich seit mehr als 20 Jahren eine Leidenschaft. Im venezolanischen Amazonasgebiet entdeckte ich einst die Mystik des Augenblicks. Es suchte mich ein Virus heim – der des Reisens und des Urwaldes. Ein Gefühl, dem ich seither immer nachjage, auch in der Mecklenburger Seenplatte, wo ich mich gern herumtreibe, wenn ich mal nicht in Südamerika oder Afrika unterwegs bin. Darüber schrieb ich zunächst in meine kleinen Notizbücher, seit 2009 auf einem eigenen Blog.

Welche Reisevorlieben hast Du?
So etwas wie den klassischen Urlaub kenne ich nicht. Vielmehr bin ich immer im Fluss oder besser „on the road“. Ein Strand reizt mich maximal drei Tage, dann werde ich unruhig. Ich mag Länder, die mir die perfekte Mischung aus Bergen, Urwald und Strand bieten, in denen ich mal aktiv sein und dann wieder meinen Gedanken nachhängen kann. Meine Lieblingsregion ist daher Südamerika. Ich mag aber auch Orte, die mich überraschen, weil sie einfach so ganz anders sind, so wie die Mongolei, Äthiopien oder Tadschikistan.

Was machst und magst Du außer Reisen und Bloggen?
Ich versuche mich im Spagat zwischen dem Großstadtleben in Berlin, das mir alle kulturellen Möglichkeiten bietet, und dem aktiven Entdecken der Natur in Brandenburg und Mecklenburg am Wochenende, wo ich gern mit Rad, Kajak oder einfach laufend unterwegs bin.

Welches Reiseerlebnis wird Dir immer in Erinnerung bleiben?
Mein erstes Mal im Amazonas-Urwald. Nie wieder sah ich den Himmel größer, blauer und heller leuchten als in jener Nacht, in der wir unter dem Sternenhimmel über dem venezolanischen Urwald am Ufer eines Orinoco-Nebenflusses lagen und den Geschichten unseres Guides lauschten. Vögel, Kröten, Zikaden – der ganze Urwald begann mit der untergehenden Sonne zu erwachen. Diese Melodie hallt unvergessen in meinen Ohren. Diese nie wieder so intensiv erlebte Abgeschiedenheit bleibt ewig in meiner Erinnerung. Ein weiterer Moment war, als ich vor 2 Jahren atemlos auf dem knapp 6000 m hohen Cotopaxi in den Schnee sank.