Auf vielen Wegen zum Machu Picchu

Egal ob über Salkantay, die Dschungelvariante oder den klassischen Inka Trail: Der Besuch der Ruinen von Machu Picchu gehört zum Pflichtprogramm eines Peru-Neulings. Auch wenn die Anreise nicht ganz unaufwändig ist, die Organisation ist dank zahlreicher Reiseagenturen vor Ort, wie z.B. in Cusco, sehr einfach.

Es gibt verschiedene Mittel und Wege die ehemalige Inkastadt zu erreichen. Die schnellste aber auch teuerste Variante ist die Zugverbindung von Cusco direkt nach Aguas Calientes. Alternativ und sehr kostengünstig kann die Anreise auch mit dem Bus bis nach Hidroelectrica erfolgen, dort erwartet euch noch ein zweistündiger Marsch bis nach Aguas Calientes.

Apropos Marsch – die für mich spannendste Art dieses Highlight einer Peru-Reise zu erreichen, ist eine der verschiedenen Wanderungen die euch bis zum Fuße des Machu Picchu bringen. Inzwischen gibt es neben dem berühmten Inka Trail noch weitere lohnende Alternativen, die ich Euch hier vorstellen möchte.

Auf dem Inka Pfad durch das Heilige Tal

Strecke: nähe Ollantaytambo (Bus ab Cusco) bis Machu Picchu

Dauer: 4 Tage

Länge: ca. 42 Kilometer

Höchster Pass: Warmi Wañusqa 4.215m

Der Camino Inca ist wohl die bekannteste Wanderung in ganz Peru und deshalb auch äußerst beliebt. Der Weg darf seit vielen Jahren nur noch mit einem Guide begangen werden. Zudem wurden auch die täglichen Startplätze auf 500 Personen reduziert.

Möchtet ihr also auf der Königsstraße der Anden bis zum Machu Picchu wandern, empfiehlt es sich rechtzeitig über eine Reiseagentur im Voraus zu buchen.

In den vier Tagen auf dem Inka Trail wechseln sich die Vegetationszonen beinahe täglich. Ihr werdet von schroffen Bergpässen bis zum Regenwald alles erleben können. Der zweite Tag wird sicherlich der anstrengendste, denn der Warmi Wañusqa oder auch ‚Dead Woman’s Pass‘ auf über 4.000 Metern muss überwunden werden.

Am vierten Tag erreicht ihr dafür schon nach einer relativ kurzen Wanderung das Sonnentor Inti Punku und die alte Ruinenstadt ist zum Greifen nahe. Den restlichen Tag könnt ihr dann durch die alten Anlagen schlendern und dürft die Strapazen der letzten Tage hinter euch lassen.

Inka Jungle Trail 

Strecke: Cusco bis Aguas Calientes 

Dauer: 4 Tage

Länge: ca. 37 Kilometer (ohne Fahrradabschnitt)

Höchster Pass: Abra Malaga Pass 4.316m

Der Inca Jungle Trail ist der etwas andere Weg zu eurem auserkorenen Ziel. Abenteuer und Adrenalin sind hier eure Begleiter. Am ersten Tag geht es mit dem Bus von Cusco hinauf bis zum Abra Malaga Pass. Dort schwingt ihr euch auf die Räder und es geht gute 1.500 Höhenmeter einfach nur bergab. In Santa Maria könnt ihr am Nachmittag optional auch noch eine Rafting Tour buchen.

Am zweiten und dritten Tag des Jungle Trails müsst ihr zu Fuß einige Kilometer zurücklegen. Entspannung findet man in Santa Teresa bei den Thermalquellen, die nach einem längeren Fußmarsch besonders entspannend sind. Unterwegs begegnen dir im Regenwald hoffentlich einige wilde Tiere und wer etwas mehr Spannung braucht, kann den dritten Tag mit einer Zip-Lining Tour starten.

Schlussendlich kommt ihr am Ende des dritten Tages in Aguas Calientes an, damit ihr am nächsten Tag gleich morgens entweder mit dem Bus oder zu Fuß die restlichen Kilometer zum Machu Picchu zurücklegen könnt.

Lares Trek

Strecke: Lares (Bus ab Cusco) bis Yanahuara (weiter mit Bus & Zug)

Dauer: 5 Tage

Länge: ca. 33 Kilometer

Höchster Pass: Huaca Wasi Pass 4.500m

Auf 33 Kilometern bringt euch der Lares Trek zwar nur bedingt bis zu einem der neuen Weltwunder, aber vom Zielort Yanahuara ist es mit Mini-Van und Zug nicht mehr weit bis nach Aguas Calientes.

Landschaftlich soll der Lares Trek einer der schönsten Trails im Heiligen Tal sein, aber mit dem Huaca Wasi Pass auf gut 4.500 Metern über dem Meeresspiegel auch sehr herausfordernd. Unterwegs begegnen euch auch immer wieder Hirten mit ihren Lamas oder Alpakas, die ein tolles Fotomotiv abgeben. Es gibt verschiedene Trails auf der Lares Route – so kann es auch sein, dass euer Touranbieter mit euch einen anderen Weg wählt und ihr zum Beispiel den Pumawanka-Pass (ca. 4.600m) überqueren werdet. So hat der Trek den Vorteil, dass er nie überlaufen wirkt.

Unterwegs auf dem Salkantay Trek – meine Erfahrungen

Strecke: Mollepata (Bus ab Cusco) bis Aguas Calientes 

Dauer: 4-5 Tage

Länge: ca. 60 Kilometer (Gesamtlänge)

Höchster Pass: Salkantay Pass 4.638m

Der Salkantay Trek ist wohl die Nummer 1 unter den Alternativwegen zum Machu Picchu. Ihr könnt zwischen einer Dauer von 4 oder 5 Tagen wählen um die ca. 60 Kilometer zu meistern. Wer möchte, kann zwischendurch etwas schummeln und dank Ziplining so einige Kilometer gegen ein bisschen Adrenalin eintauschen. Wie es mir auf dem Salkantay Trek ergangen ist, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Bereits am Vorabend gab es ein Briefing im Hostel und wir bekamen Schlafsack, Isomatte und Wanderstöcke überreicht. So konnten wir unser Gepäck aufteilen – den Tagesrucksack mit Kamera, Getränke und Wertsachen, den wir immer bei uns hatten und noch eine Reisetasche mit Equipment und Wechselklamotten, die immer zum nächsten Zeltplatz gefahren wurde.

Am ersten Tag um 4 Uhr wurden wir in Cusco vor unserem Hostel mit dem Mini-Van abgeholt. Bereits an Bord waren die anderen Trek-Teilnehmer und reichlich Proviant für die nächsten Tage. Die zwei Stunden Fahrzeit bis Mollepata verbrachten wir alle dösend.

Nach einem kleinen Frühstück starteten wir unseren Trek etwas oberhalb von Mollepata. Die Steigung war zwar mäßig aber die Höhe machte sich schnell bemerkbar und mein Training aus den bayerischen Alpen zeigte hier keine positive Wirkung. Nach einigen Stunden und ca. 900 Höhenmetern erreichten wir das erste Camp in Soraypampa. Die Zelte sind schon aufgebaut und einer Verschnaufpause stand nichts im Wege. Die sanitären Anlagen sind in diesem Camp eher unterirdisch, also reduzieren wir die Hygiene auf ein Minimum. Diejenigen, die noch fit sind, können noch weiter zur Laguna Humantay wandern. Ich habe mir die Energie lieber für den zweiten anstrengenden Tag aufgehoben. Wobei die Bilder schon sehr verlockend aussahen. Nach dem Abendessen mummelte ich mich schnell in den Schlafsack ein, eine kalte Nacht stand uns bevor.

„Koka-Tea, Koka-Tea“ hallte es entlang unserer Zelte – es war fünf Uhr morgens und Zeit für den zweiten Tag auf dem Salkantay Trek. Gute 700 Höhenmeter trennten uns noch vom Salkantay Pass auf rund 4.630 Metern! Die wunderschöne Landschaft entschädigte uns für die anstrengenden Strapazen, denn die letzten Meter waren für mich ein ganz schöner Kampf. Vom Pass ging es wieder zügig bergab, denn unser Nachtlager lag in Chaullay und dafür mussten wir noch über 1.700 Meter absteigen.

Erschöpft kamen wir am späten Nachmittag an. An diesem Tag musste unser Gepäck und Proviant auf Pferden mit über den Pass wandern, und so erreichten wir zeitgleich mit unserem Koch und den Helfern das Camp. In Chaullay kann man es sich gut gehen lassen. Eine warme Dusche und ein kühles Bier warteten an diesem Abend auf uns Trekker.

Tag 3 auf dem Trek und der Muskelkater durfte beim Aufwachen natürlich nicht fehlen. Zum Glück wartete an diesem Tag eine sehr entspannte Etappe auf uns. Nur ca. 10 Kilometer liefen wir entlang des Lluskamayo River. Die Gegend wurde immer grüner und dschungeliger und die Temperaturen stiegen deutlich an. Anschließend wurden wir mit einem Mini-Van bis nach Santa Teresa gefahren. Abends entspannten wir bei den naheliegenden Hot Springs Cocalmayo und zu späterer Stunde fand noch eine ausgelassene Party am Lagerfeuer statt.

Erst um 7 Uhr mussten wir am vierten Tag der Wanderung fit sein, denn es war unser ‚Cheat-Day‘. Am Vormittag fuhren wir zu einem Zipline-Anbieter und stürzten uns kopfüber oder in Superman-Pose über tiefe Schluchten oder wankten über wackelige Hängebrücken.

Die weitere Fahrt bis nach Hidroelectrica war aber fast genauso aufregend, es ging auf engen Straßen an Abgründen entlang – nur eine gute Playlist sorgte für etwas Ablenkung. In Hidroelectrica war einiges los. Die vielen Mini-Vans und auch die Züge halten hier an. Wir entschieden uns dazu die letzten zwei Stunden bis Aguas Calientes zu laufen. Es ging entlang der Zuggleise und so kann man den Weg nicht verfehlen. An diesem Abend durften wir in ein Hotel einchecken – welch ein Luxus nach den letzten Nächten.

Am nächsten Morgen ging es hinauf zum Machu Picchu – entweder bequem per Bus oder für die Fleißigen über viele Treppenstufen bis zum endgültigen Ziel. Bei den meisten Touren ist eine Besichtigungstour der Ruinen inklusive! Danach hatten wir noch einige Stunden zur freien Verfügung um das ganze Areal in Ruhe zu besichtigen.

Erst am Nachmittag ging es mit Zug und Bussen zurück nach Cusco. Dort kamen wir aber erst gegen 22 Uhr an. Abenteuer mit Bravour bestanden würde ich sagen!

Gut zu wissen – Infos und Tipps für euren persönlichen Machu Picchu Trail

  • Buchung des Trails: Den Inka Trail solltest du von Deutschland aus buchen, da die Verfügbarkeiten vor Ort nur sehr selten gegeben sind. Alle anderen Treks würde ich aus Kostengründen immer erst vor Ort (z.B. in Cusco) buchen.
  • Der Touranbieter: Prüfe die Bewertungen deiner favorisierten Reiseagentur immer vorab online oder frage andere Reisende nach Tipps. Schwarze Schafe lassen sich leider nie vermeiden. Besprecht ausführlich die Route, die Inklusivleistungen und wer das Equipment wie Schlafsack etc. stellt.
  • Tickets für Machu Picchu: Normalerweise bucht die Agentur die Tickets für dich. Aber eine eigenständige Buchung hat auch seine Vorteile. So könnt ihr z.B. gleich die gesonderten Tickets für die Besteigung des Montaña oder des Huayna Picchu mitbestellen. Die Tickets könnt ihr in der Zentrale in Cusco abholen. Die Tickets könnt ihr hier reservieren.
  • Die Sache mit der Hygiene: Ja, ihr werdet euch waschen können. Ja, es wird Toiletten geben. Und ja, sie werden meistens eklig sein. Stellt euch einfach darauf ein, das gehört zum Abenteuer dazu…
  • Höhenkrankheit: Akklimatisierung und viel trinken sind das A&O beim Versuch die Höhenkrankheit zu vermeiden. Weitere Tipps gibt es hier.

 

Dieser Beitrag wurde unterstützt von Avianca Airlines.

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