¡Vamos a Sevilla! Streifzug durch Andalusiens Herz

Schon mal in Sevilla gewesen? Nein? Dann solltet ihr diese Städtereise schnell nachholen! Und auch wenn die Antwort „Ja“ lautet, ist dieser Reisebericht etwas für euch: Anika verrät euch ihre besten Geheimtipps und Empfehlungen von Locals, die euren Städtetrip unvergesslich machen.

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An einem kalten, grauen Tag packte mich die Sehnsucht und ich entschloss mich zu einem Kurztrip nach Andalusien. Als ich zwei Wochen später bei 20 Grad in der südspanischen Stadt Sevilla landete, hüpfte mein Herz genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sevilla ist einfach wundervoll! Zurück kam ich mit ganz vielen Tipps für die perfekte Städtereise. Los geht’s!

Kulinarisch in den Tag starten

Was in Sevilla unglaublich gut funktioniert: einfach irgendwo reinstolpern. Auf der Suche nach einem netten Café schlenderte ich durch die noch ein bisschen verschlafen wirkende Altstadt und stand plötzlich vor Mamā Inés auf der Plaza Zurbarán. Das winzige Café hat eine Außenterrasse, tollen Kaffee, Kuchen und ein klasse Frühstücksangebot. Ich entschied mich für Tostada, geröstetes Brot, mit verschiedenen Aufstrichen wie Hummus, Tomaten, Guacamole oder – ganz klassisch – Olivenöl. Dazu frisch gepresster Orangensaft, Cappuccino und schon war ich bestens vorbereitet für meinen ersten Tag in Andalusiens Hauptstadt!

Metropol Parasol – die Pilze von Sevilla

Ich liebe es, mich bei Städtereisen treiben zu lassen. Denn auf wundersame Weise lande ich dabei  ganz zufällig bei den großen Sightseeing-Spots. Auch in Sevilla ist mir das passiert: Plötzlich stand ich vor der riesigen Holzkonstruktion Metropol Parasol, den „Pilzen von Sevilla“, des deutschen Architekts Jürgen Mayer. Toll daran ist, dass man für 5 Euro (Stand August 2021) mit einem Aufzug nach oben fahren und durch die sich windenden, atemberaubenden Freiluftgänge gehen kann – ein Freigetränk plus Rundblick über die Stadt inklusive!

Danach könnt ihr noch eine kleine Shoppingtour durch die Märkte und Läden im Erdgeschoss der Pilze anschließen oder euch im Archäologiemuseum über die Geschichte Sevillas informieren.

Auch einen Besuch wert: Der Plaza de España, vor allem, weil es dort am Vormittag noch nicht so voll ist. Das imposante Gebäude ist halbkreisförmig um den gleichnamigen Platz gebaut und ein Symbol für die Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien. Überhaupt steckt hier viel Geschichte drin, es ist ein toller Ort zum Verweilen und um die Architektur zu bestaunen – allen voran die Azulejos, die Kachelornamente.

Schlendern durch von Orangenbäumen gesäumte Gässchen

Wer eine Stadt gerne auf Spaziergängen kennenlernt, ist in Sevilla prima aufgehoben – obwohl die Altstadt als größte des Landes gilt. Ich mag ja die üppigen Orangenbäume, die das ganze Stadtbild zieren und die kleinen Läden, die zum Mitbringsel-Shopping verführen. Toll fand ich auch die wunderschönen Gässchen, in denen man sich kurz verlieren kann. Man ist dort etwas abseits des Trubels und doch genau mittendrin.

Maurische Baukunst in Alcazár und gotische Architektur

Durch die Nähe zu Nordafrika ist die maurische Architektur mit ihren orientalischen Elementen in Sevilla stark verwurzelt. Nicht nur in der ganzen Altstadt sind wunderschöne Innenhöfe zu finden, die stark an marokkanische Riads erinnern, auch der mittelalterliche Königspalast Alcazár ist eine Augenweide in Sachen maurischer Baukunst. Zu sehen ist vor allem die Mudéjar-Architektur – eine islamische Bauweise, die unter christlicher Herrschaft entstanden ist. Wirklich umwerfend sind der Salón de Embajadores, der Patio de las Doncellas und die riesige Gartenanlage. Es lohnt sich wirklich, diesem noch heute manchmal von der Königsfamilie genutzten Palast viel Zeit einzuräumen und in die faszinierende Architektur einzutauchen.

Unbedingt anschauen müsst ihr euch die Kathedrale Santa María de la Sede direkt neben dem Königspalast. Sie ist die größte gotische Kirche des Landes und steht unter Denkmalschutz. Interessant: Der Glockenturm der Kathedrale ist ein ehemaliges Minarett.

Sevilla kulinarisch: Churros zur Stärkung

Wer jetzt ein bisschen müde ist, sollte einen kleinen Zwischenstopp einlegen – und was eignet sich besser, als bei einer Portion Churros mit Kakao zu entspannen? Nach der spanischen Nascherei, einem Fettgebäck aus Brandmasse, muss man in Sevilla wirklich nicht lange suchen – in fast jedem Café gibt es sie. Also kurz mal Füße hochlegen, Churros bestellen und in den dickflüssigen Kakao tunken!

Eine Alternative zu Churros für Eisliebhaber und Veganer: Bei Bolas gibt es fantastisches Eis ohne Zusatzstoffe und eben einige Sorten, die ohne Milch und Ei hergestellt werden.

Ein Teller voller frischer Churros.
Sevilla Lecker und üppig – die Churros erinnern an Krapfen oder Berliner.
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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Lufthansa.

Geheimtipp: Sundowner auf der Dachterrasse

Um diese Zeit wird in Spanien noch nicht zu Abend gegessen, aber es ist der perfekte Zeitpunkt, um sich schon mal darauf einzustimmen. Ein toller Spot direkt an der Kathedrale ist die Dachterrasse vom Hotel Doña Maria, wo man den Abend mit einem Drink und ein paar Snacks einläuten kann. Hier könnt ihr den Sonnenuntergang besonders schön genießen und durch die zentrale Lage eure Tapas-Tour ganz entspannt gegen 20:30 Uhr starten!

Sevilla am Abend: Tapas, Wein & spanische Geselligkeit

Oliven, Käse, Jámon Ibérico (iberischer Schinken), Espinacas con Garbanzos (mein Favorit: Kichererbsen mit Spinat) oder Flamenquín (Fleischröllchen mit Schinken gefüllt) – die Liste der spanischen Spezialitäten ist endlos! Wer sich durchprobieren möchte, bestellt sie am besten erst mal nur als „Mini-Portionen“, sogenannte Tapas. Später könnt ihr dann ja immer noch eine große Portion  bestellen! Das leckere Essen wird oft mit einem Caña, das man wohl am besten mit „Bierchen“ übersetzt, oder Rotwein hinuntergespült. Die Andalusier trinken auch sehr gerne Manzanilla, einen sehr trockenen Sherry, der ausschließlich im südwestspanischen Sanlúcar de Barrameda hergestellt wird.

Sevilla wie die Locals: Flamenco und alternative Viertel

Das Stadtviertel Triana, gelegen zwischen dem Fluss Guadalquivir und dem Canal de Alfonso XIII, ist kein wirklicher Geheimtipp mehr. Für eine Tapas-Tour eignet sich Triana mit seinen vielen Lokalen, Bars und Kneipen aber ganz wunderbar. Tolle Bars mit schönem Ambiente sind zum Beispiel Las Golondrinas und das etwas schickere Majaretta. Weitere Tipps zu Tapas-Bars und anderen Favoriten der Locals findet ihr weiter unten in der Liste.

Aber auch sonst hat der Stadtteil Triana richtig viel zu bieten. Besonders beeindruckend ist das Keramikmuseum – kein Wunder, dass es hier in Triana beheimatet ist, denn hier lebten und arbeiteten früher vor allem Töpfer.

Flamenco fühlen! Flamenco gucken! Er vereint Gesang, (Gitarren-)Musik und Tanz, seine Ursprünge gehen auf verschiedene Kulturen zurück, zuhause ist er in Andalusien. Ich finde, wer den Flamenco nicht erlebt hat, war auch nicht so richtig in Sevilla. Eine tolle und authentische Bar ist La Carboneria. Hier ist der Eintritt kostenlos und jeden Abend wird Flamenco getanzt. Vor allem nach Mitternacht, am besten, ihr schaut mal im „Casa La Anselma“ oder im „Lola de los Reyes“ vorbei! In Sachen Nightlife hat Triana natürlich sehr viel mehr als den Flamenco zu bieten. Die besten Clubs usw. findet ihr in der Calle Betis, lasst euch einfach treiben und inspirieren.

Apropos Nachtleben: Richtig schön ist auch das Künstlerviertel Alameda, das oft mit dem Londoner Stadtteil Soho verglichen wird und ein bisschen mehr „underground“ als Triana ist. Neben Flamenco in einer der unzähligen Kneipen und Bars könnt ihr hier auch besonders viele Jazz-Live-Performances erleben! Außerdem ist Alameda wunderbar grün und überall lässt sich herrlich entspannen!

Dieser Teil wurde vom Travellers Insight Redaktionsteam ergänzt

Geheimtipps der Locals für Sevilla

Meine Liebe zu Sevilla ging vor allem durch den Magen, wie das mit Spanien und seiner Esskultur so ist. Wer hierherkommt, sollte also hungrig sein – aber nicht nur auf die leckeren Spezialitäten, sondern auch auf die Geschichte und Kultur der Stadt. Hier noch eine Liste mit Insider-Tipps von den Einheimischen:

Authentisch Tapas genießen:

  • In die Bar Casa Ruperto in Triana gehen viele Einheimische, vor allem auch zur Mittagszeit. Hier gibt es sehr günstige Tapas, die schnell serviert werden. Beliebt sind vor allem die Wachteln, auf Spanisch: codornices.
  • Die älteste Tapasbar der Stadt ist El Rinconcillo, schon seit 1670 werden dort spanische Spezialitäten serviert. Definitiv einen Stopp wert!
  • Direkt neben El Rinconcillo findet man La Huerta, wo es laut den Einheimischen die besten Kichererbsen mit Spinat gibt.
  • Zusatztipps vom Redaktionsteam: Ebenfalls in Triana findet ihr das Los Cuevas. Besonders die Rühreier mit Schinken und der Thunfisch mit Salmorejo und Pisto solltet ihr auf jeden Fall probieren.
  • Los Golondrinas gehört ebenfalls zu den empfehlenswerten Adressen für Tapas in Triana: Besonders lecker dort sind die Meeresfrüchte-Tapas!

Nachtleben für Insider:

  • Rund um die Alameda de Hércules herrscht eine alternative und internationale Partyszene. Wer ausgehen will, egal an welchem Wochentag, ist hier immer richtig.
  • Auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters, das heute als Museum fungiert und unter dem Namen Centro Andaluz de Arte Contemporáneo bekannt ist, steigen alle zwei Wochen Elektropartys.

Tipps fürs Shopping in Sevilla:

  • Der Flohmarkt El Jueves findet – wie der Name vermuten lässt –  ganzjährig jeden Donnerstag statt und ist der älteste Markt der Stadt. Dort findet ihr Antiquitäten, kleine Schätze wie etwa seltene Vinyl-Schallplatten und viele ganz besondere Mitbringsel, die alles andere als kitschig sind, darunter zum Beispiel wunderbar geflochtene Körbe.
  • Nicht vorbei kommt ihr an der für Sevilla typischen Keramik: Die farbenfrohen Teller, Tassen oder auch Kerzenständer eignen sich sehr gut als kleine Geschenke für die Daheimgebliebenen. Auch Fächer sind ein tolles Souvenir.

Ganz besonderer Insider-Tipp:

  • 1001 Nacht mitten in Sevilla: Die arabischen Bäder im Aire de Sevilla sind ein perfektes Highlight für Paare oder einfach, um zwischendurch die Seele baumeln zu lassen. Thermalbäder, andalusische Rituale, Massagen & Co. – himmlisch sind sie alle!

Noch mehr Tipps für Sevilla zum Nachmachen

Dieser Teil wurde vom Redaktionsteam ergänzt.

  • Wann ist die beste Reisezeit für Sevilla? In Sevilla und ganz Andalusien ist es selbstredend mehr los, wenn das Wetter gut ist. Und das heißt im Umkehrschluss: Wer von euch keine Lust auf lange Schlangen vor den Museen oder auf überfüllte Lokale hat, der sollte zwischen November und Februar nach Sevilla fliegen. Denn dann ist es dort eher regnerisch und wenig los. Wem das Gewimmel nichts ausmacht und die Sonne liebt, der kommt am besten im Frühling und im September/Oktober hierher, weil es dann schön mild in Sevilla ist. Im Sommer ist es sehr heiß dort.
  • Wie lange bleiben? Bleiben solltet ihr mindestens ein verlängertes Wochenende lang, besser noch eine ganze Woche. Dann habt ihr genügend Zeit für entspanntes Sightseeing in der Stadt und sogar ein paar Tage am Meer.
  • In Sevilla von A nach B: In Sevilla erreicht ihr eigentlich alle Sehenswürdigkeiten – die meisten davon befinden sich mitten in der verkehrsberuhigten Innenstadt – bequem zu Fuß, alternativ könnt aber natürlich auch mit Bus, Straßenbahn oder der U-Bahn durch die andalusische Metropole fahren.
  • Und wo schlafen? Klar: In Sevilla gibt es unzählige Hotels in jeder Größe und Kategorie. Schön finden wir das El Rey Moro Hotel Boutique, das – wie das Casa Boutique La Pila del Pato – mitten in der Altstadt liegt. Während ersteres ein wenig teurer ist, übernachtet ihr im La Pila del Pato recht günstig. Ansonsten können wir euch nur empfehlen, früh genug im Internet nach Hotels oder Pensionen zu suchen, das Angebot in Sevilla ist sehr groß! Und noch ein letzter Tipp: Warum nehmt ihr nicht einfach euer Zelt mit und campt auf einem der echt schönen Plätze rund um die Stadt?

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

4 Kommentare

  1. Was für ein toller Beitrag – vielen Dank für die vielen tollen Tipps und das Gefühl, das bei den Worten rüberkommt. Ich freue mich sehr auf meinen Trip im Mai! LG Sina

    • Hallo liebe Sina,
      schön, dass dir der Artikel gefallen hat. Wir geben das Lob gerne an Anika weiter.
      Viel Spaß auf deiner Reise nach Sevilla!

      Liebe Grüße
      Katharina

  2. Dr.hollywoodsmile@web.de

    Ich möchte im kommenden Jahr nach Andalusien ziehen, hast Du Tipps für mich.

    • Redaktionsteam

      Hey Dr.hollywoodsmile@web.de,

      Anika hat nur Sevilla bereist. Daher gibt es für dich Reisetipps aus unserem Redaktionsteam. Yvonne hat Andalusien erkundet und ihre Lieblingsorte für dich zusammen geschrieben. Viel Spaß auf deiner Reise 😉

      Roadtrip in 8 Tagen: Málaga – Tarifa – Cadiz – Sevilla – Ronda – Granda – Málaga

      Beste Reisezeit: Frühling oder Herbst, sonst ist es zu warm und zu überlaufen

      In Málaga habe ich nur wenige Stunden verbracht. Empfehlenswert ist hier die Besichtigung der Kathedrale von Málaga, die Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación oder des Hafenviertels von Málaga, genannt Muelle Uno.

      Auf der Durchreise nach Tarifa haben wir ein total schönes kleines Hotel entdeckt: das Refugio de Juanar. Das Hotel liegt etwa 10 km von Ojén entfernt, im Naturschutzgebiet Sierra de las Nieves. Hier kann man herrliche entspannte Tage in ruhiger Atmosphäre verbringen und kleinere Wanderungen ins Naturschutzgebiet machen…wenn man unbedingt was unternehmen möchtee 😉

      Tarifa ist für mich, der schönste Ort Andalusiens mit einem schier endlosen weißen Sandstrand und türkis-bauem Meer, dem rauen Wind und dem bunten Volk, was sich hier zum relaxen, surfen und feiern einfindet. Die wunderschöne Altstadt mit den weißgetünchten Häusern und unzähligen Cafes und Bars ist der „place-to-be“. Am besten in der Nebensaison bereisen, im Sommer kann es hier sehr voll werden. Hier hab ich einige Tage verbummelt und bin im Hurricane Hotel abegstiegen (super Frühstück und tolle Lage, außerhalb der Stadt direkt am Strand).

      Cádiz gilt als eine der ältesten Städte Europas, Barrio La Vina ist eine besondere Gegend in Cádiz mit tollen Bars, Cafes und ganz speziellen Menschen. Hier ist auch das Herz des Karnevalls.

      Sevilla ist Andalusien unplugged. Die Stadt verkörpert alles, was man sich von Andalusien verspricht: Flamenco, Tapas und unvergleichliche Architektur aus der Maurenzeit. Das Viertel Barrio Santa Cruz versprüht den wahren Charme und die Lebensfreude Sevillas: Unzählige Tapasbars, Kneipen und Flamenco prägen dieses Viertel.

      Ronda, mit dem Herzstück der Stadt, der Puento Nuevo (eine über 100 Meter hohe Brücke, die mit ihren hohen Bögen die Schlucht zwischen den beiden Teilen der Stadt überbrückt) gehört natürlich bei einem Besuch Andalusien auf die To Do Liste. Hier reicht aber ein Tagesausflug. Das Hinterland ist noch sehr reizvoll. Dazu hat meine Zeit nicht mehr gereicht.

      Granada war für mich die größte Überraschung. Denn über den Besuch der Alhambra hinaus – die wirklich sehenswert ist – bietet die Stadt so viel mehr. Besonders präsent sind hier die maurischen Einflüsse, die sich nicht nur in der traumhaften Architektur sondern auch in der Vielfalt der Küche wiederspiegeln…Marokkanische, syrische, türkische und libanesische Restaurants reihen sich aneinander und verkaufen alle möglichen Leckereien. Die Free Tapas in Granada sind ein kleiner Geheimtipp, denn Granada ist einer der wenigen Orte, an dem man zu jedem bestellten Getränk kostenlose Tapas serviert bekommt. Die Stadt pulsiert…vor allem nachts 😉