Apulien: Slow Travelling in Italiens bezauberndem Süden

Ein Roadtrip durch Apulien hält die geballte Schönheit Italiens bereit: Auf der Halbinsel Gargano lockt das Dörfchen Vieste mit weißen Kalksteinfelsen und versteckten Meeresgrotten. Die „weiße Stadt“ Ostuni bezaubert mit traumhaften Landschaften und in Apuliens Hauptstadt Bari pulsiert das Leben. In ihrem Reisebericht nimmt Anika euch mit zu den schönsten Orten und Sehenswürdigkeiten und versorgt euch mit Reise Know-how und Insidertipps für Italiens einzigartige Region.

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Es gibt Orte, in die ich schon verliebt bin, bevor ich überhaupt dort war. So geht es mir mit manchen Destinationen, und Apulien, die Region am Stiefelabsatz Italiens, war sehr lange eine davon.

Diese schönen Orte habe ich auf meiner Apulien Rundreise entdeckt:

Traumhaftes Vieste – das Dorf auf der Halbinsel Gargano

Mein Roadtrip durch Apulien beginnt. Aber weil das Navi streikt, kaum dass ich Bari verlassen habe, komme ich ganz schön ins Schwitzen. Als ich die Halbinsel endlich erreiche, ist es schon dunkel. Schade irgendwie, aber morgen ist ein neuer Tag. Nach einem typisch süßen Frühstück – Cappuccino und Schokocroissant zum Niederknien – schlenderte ich am Hafen entlang; dann zieht es mich in die Altstadt.

Sehenswürdigkeiten in Vieste – verwinkelte Gassen und einheimische Köstlichkeiten

Sich in die Kleinstadt Vieste, deren Altstadt sich schwindelerregend nah an den Klippen der Felsspitze San Francesco erstreckt, zu verlieben, geht verdammt schnell. Kleine, verwinkelte Gassen, Nonnas sitzen vor Türen, in denen weiße Vorhänge wehen, frisch gewaschene Wäsche flattert auf jedem noch so kleinen Balkon im Wind, das Salz des Meeres liegt in der Luft und aus den Küchen duftet es nach Knoblauch.

Insidertipps für Vieste in Apulien

Meine kulinarische Empfehlung: Orecchiette, die kleinen Muschelnudeln, die übersetzt „Öhrchen“ heißen und auch genauso aussehen. Es gibt sie auch in der Vollkornvariante und vor allem in Apulien werden sie entweder als Souvenir verkauft oder am Abend aufgetischt – mit Sahne- oder Weißweinsoßen, mit Garnelen oder mit anderen Meeresfrüchten oder in einer vegetarischen Variante mit frischem Gemüse vom Markt.

Tipp: Der Markt am Rande der Altstadt, wo man die leckersten Oliven probieren oder Gewürzmischungen, kolorierte Pasta, Käse und viele einheimische Köstlichkeiten erstehen kann.

Rund um Vieste – ab an den Strand

Falls ihr Lust auf ein bisschen Beachlife habt, dann habe ich gleich zwei Geheimtipps für euch. Der erste Strand, den ich euch wärmstens empfehlen kann, heißt Spiaggia di Porto Greco. Von Vieste fahrt ihr auf der SP53 gut 15 Kilometer die Küste entlang nach Süden. Nach ungefähr 20 Minuten seid ihr am Parkplatz. Dann müsst ihr zwar noch ein Stückchen gehen, das lohnt sich aber ungemein: Die Bucht mit Steinstrand ist traumhaft. In der Nebensaison geht es hier ziemlich ruhig zu, abends ist man oft sogar allein!

Der zweite Strand, an dem ihr es euch richtig gut gehen lassen könnt, liegt noch ein bisschen weiter südlich. Von Vieste aus erreicht ihr ihn in etwa einer halben Stunde, sein Name lautet Vignanotica Beach. Am Strand, der auch Perle von Gargano genannt wird, gibt es eine Bar, ihr könnt euch Sonnenliegen und -schirme leihen und sogar Kanus und Paddelboote mieten.

Die schönsten Meeresgrotten von Gargano

Was ich mir nicht entgehen lassen wollte: eine Bootstour! Denn schon vor meiner Ankunft hatte ich gelesen: „Den Gargano hat man nur wirklich gesehen, wenn man ihn vom Meer aus gesehen hat.“ Und nach einer dreistündigen Fahrt kann ich sagen: Oh ja, das stimmt!

Vorbei an Vieste, das vom Wasser aus noch spektakulärer aussieht als vom Land, und seinem bekannten Monolith, dem Pizzomunno, der direkt am Strand steht, ging es also zu den schönsten Meeresgrotten Apuliens. Manche von ihnen waren so schmal, dass ich sie nur vom Boot aus betrachten konnte, mit dem türkisblauen Wasser, das hineinschwappte und den majestätischen Felsen darüber. Besonders interessant fand ich die Grotta dei pomodori, die „Tomatengrotte“. Warum sie so heißt? Das liegt an kleinen, roten Nacktschnecken, die nur in dieser Grotte leben und tatsächlich so aussehen wie Cocktailtomaten.

Nach knapp drei Stunden war die Bootstour inklusive Badespaß vorbei.

Wissenswertes zur Tour: Am besten macht ihr die Bootsfahrt mit Desirèe Motobarca, diesen Anbieter kann ich euch wärmstens empfehlen: Hier gibt es vormittags und nachmittags eine Tour. Ich stieg am Nachmittag auf das Motorboot und fuhr an der Küste entlang Richtung Süden. Die Tour kostet pro Person 15 Euro, die Reservierung erfolgt ganz unkompliziert vor Ort, am besten fährt man, wenn man früh genug bucht. Vom Ticketverkäufer bis zum Skipper spricht niemand Englisch. Italienischkenntnisse sind also von Vorteil. Wer nicht nur die Grotten bestaunen, sondern auch etwas verstehen möchte, sollte sich vorab eine Übersetzungs-App für die wichtigsten Schlagworte herunterladen.

Alberobello – die Küste entlang ins zuckersüße Hütchen-Städtchen

Bei strahlendem Sonnenschein brach ich in Vieste auf und fuhr zum ersten Mal die Serpentinen bei Tageslicht entlang. Schöne Ausblicke genießt ihr direkt von den Ausbuchtungen am Straßenrand aus. Ich habe es mir gegönnt, eine Stunde länger für die Strecke zu brauchen, als meine Offlinekarte angegeben hatte. Weil die Meeresoberfläche aquamarin glitzerte, die Trabuccos – das sind ehemalige Fischergalgen, die früher zum Fischen genutzt wurden und heute nur noch selten bis gar nicht mehr laufen – gut von oben zu sehen waren und weil Slow Travelling sowieso das Beste ist.

Die Meeresoberfläche glitzert, am Ufer befindet sich ein Fischergalgen - ein Highlight auf der Rundreise durch Apulien.
Alberobello, Apulien Der „Fischergalgen“ Trabucco wurde früher zum Fischen verwendet.
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Diese Reise wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von transavia.

Tipp: Wer Zeit mitbringt, fährt zwischen Vieste und Manfredonia rechts ab zum Monte Sant’ Angelo, wo der Legende nach Erzengel Michael im Jahr 492 den Hirten erschienen ist. In der Kleinstadt ist unter anderem eine Grottenkirche zu bestaunen, die zum UNESCO Welterbe gehört und dem Erzengel geweiht ist.

Nach gut drei Stunden war ich in Alberobello und hatte von da an leider zwei Tage Pech mit dem Wetter: Es war regnerisch und kalt. Nichtsdestotrotz war Alberobello beeindruckend. Warum? Die Geschichte erklärt es:

Sehenswürdigkeiten in Alberobello

Die Kleinstadt ist durch ihre Kegelbauten, die sogenannten Trulli, bekannt. Vorbild für diese ungewöhnliche Bauweise waren vor langer Zeit die Hirtenhütten, die in dieser Gegend häufig vorkamen. Das Besondere an den Kegelbauten ist, dass sie ohne Mörtel gebaut sind und die Kegeldächer, die aussehen wie Hütchen, aus Kalkstein bestehen. Schön ist außerdem, dass sie überall in der Gegend zu sehen sind. Das heißt allen, denen Alberobello zu überlaufen und touristisch ist, kann ich raten, einfach über Land zu fahren, beispielsweise von Alberobello nach Locorotondo, Noci oder Ostuni, an einem Agriturismo zu halten und etwas Regionales zu essen und dabei die Trulli zu besichtigen.

Wissenswertes: Die Trulli kamen vermehrt rund um Alberobello auf, weil es im 17. Jahrhundert ziemlich teuer wurde, neue Ortschaften zu gründen. Die Erlaubnis dazu kostete Geld. Also wurden die Einwohner dazu angehalten, bei dieser alten Bauweise zu bleiben, da sich die Häuschen sowohl schnell auf- als auch wieder abbauen ließen. Für den Fall, dass die Geldeintreiber auftauchten, konnten vor allem die Dächer sehr schnell abgenommen werden.

Geheimtipp: Alberobello für Insider

Besonders schön: die Hügel rund um Alberobello. Hier lässt es sich im Schatten wunderschöner Olivenbäume herrlich ausspannen. Am schönsten ist das natürlich, wenn ihr ein Picknick dabei habt. Von hier oben habt ihr außerdem einen tollen Blick auf das irgendwie märchenhaft anmutende Alberobello – also immer schön die Kamera oder das Handy bereithalten!

Dieser Teil wurde von der Travellers Insight-Redaktion ergänzt.

Ostuni – Schlemmen und Staunen in der weißen Stadt

Von Alborobello geht es für mich weiter nach Ostuni. Mit dem Auto fahre ich über die SS172 und bin nach einer Dreiviertelstunde am Ziel. Ostuni am späten Vormittag: Der Ortskern der Altstadt liegt auf drei Hügeln, von denen aus man sowohl das Meer als auch die umliegenden Olivenhaine sehen kann. Bingo, Zeit für Mittagessen! Ich ließ mich durch das Straßengewirr der „weißen Stadt“ treiben und setzte mich auf die Terrasse des Restaurants Il Posto Affianco, bestellte Pasta in einer Sahnesoße, die in einer Parmesankruste angerichtet war, und trank ein Glas eiskalten Weißwein dazu. Da hatte ich ihn, meinen perfekten Italienmoment, denn der Tag war heiß und das Essen lecker.

Außerdem sehr zu empfehlen in Ostuni ist die Osteria del Tempo Perso, die zwar etwas versteckt liegt, aber genau darum geht es ja in diesen kleinen Altstädten - suchen, sich verlieren und dadurch kleine Schätze finden.

Apropos Schätze: Wer Souvenirs shoppen möchte, ist hier genau richtig. Ich fand sie andernorts sehr verkitscht, in Ostuni gab es allerdings viele schöne Läden rund um den Altstadtkern.

Privattour durch die Grotte di Castellana

Am Nachmittag folgte ich einem Tipp, den ich vorab bekommen hatte: Der Grotte di Castellana einen Besuch abstatten. Das Erste, was mir auffiel, als ich Richtung Kassenhäuschen lief: Mehrmals am Tag wurden verschiedene Führungen angeboten, auch in Deutsch. Mein großes Glück: Da ich die einzige Englisch sprechende Touristin unter unzähligen Italienern war, bekam ich einen Guide für mich alleine und wir liefen zu zweit durch die Grotte – meine Privattour vollkommen auskostend.

Der Besuch beginnt immer in der Grave, einer Höhle mit einer Tiefe von 60 Metern, einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von 100 Metern, welche mich komplett umgehauen hatte. Ich war zuletzt als Kind in einer Salzgrotte, doch die war lange nicht so mächtig. 70 Meter unter der Erde, konstante 16 Grad, nur in einigen Durchgängen war es noch kühler. Ich liebte die frische Luft hier unten und auch, mal wieder etwas über die Entstehung solcher Grotten zu erfahren. Mich hat sie schwer beeindruckt. Die Anekdoten darüber, welche Zeichen und Figuren ihr Entdecker in den einzelnen Stalaktiten, Stalagmiten und sonstigen Karstformationen gesehen hat („Jungfrau Maria“, „riesige Eiskugel“, „Der Wolf“) waren außerdem ziemlich unterhaltend.

Tipp: Es gibt zwei Touren: eine kurze und eine längere, die sich über drei Kilometer zieht. Ich habe die kurze Tour, die ungefähr 45 Minuten dauert, für 12 Euro gebucht, mir hat das gereicht. Bei der zweiten gelangt man tiefer in die Höhle bis in die letzte Grotte hinein, die aufgrund ihres Alabasters „Weiße Grotte“ genannt wird.

Noch mehr Tipps für Ostuni

Nicht entgehen lassen solltet ihr euch einen Besuch in der Kathedrale Ostunis. Übersehen könnt ihr die Santa Maria Assunta in Cielo nicht, weil sie ihre Erbauer im 15. Jahrhundert ganz oben auf dem Hügel errichteten. Übrigens müsst ihr Ostuni nicht unbedingt zu Fuß erkunden. Viel lustiger ist das in einer Ape (deutsch: Biene), die ihr bestimmt schon öfter mal gesehen habt. Das sind diese motorisierten Dreiräder, die durch jede noch so enge Altstadtgasse passen! Eine Tour dauert so ungefähr eine Viertelstunde und kostet pro Person 15 Euro – mehr als zwei Personen außer dem Fahrer passen aber nicht in die Ape. Tipp: Handelt ruhig mit den Fahrern, dann wird die Tour ein bisschen günstiger.

Euch knurrt nach der Tour der Magen? Das Restaurant Il Trullo dell’Angelo in Contrada La Chiusa im Umland von Ostuni ist an ein ursprüngliches Trullo angebaut und ein echter Geheimtipp. Am schönsten sitzt man hier auf der großen Terrasse in einem herrlichen Lichtermeer und genießt die landestypische Küche. Es gibt eine schier unendliche Auswahl an unvergleichlichen Antipasti.

Die schönsten Strände in der Nähe von Ostuni sind die fünf Buchten von Torre Pozelle, die ihr über die SP21 in einer Viertelstunde von Ostuni aus erreicht. Oder ihr steuert den White Beach Club Ostuni über die SP20 an: Da könnt ihr herrlich schnorcheln, entspannen und feiern.

Noch ein Tipp: Martina Franca, ein super schöner, kleiner barocker Ort mit einer malerischen Altstadt. Das Dorf liegt etwa eine halbe Stunde westlich von Ostuni im Landesinnern.

Dieser Teil wurde von der Travellers Insight-Redaktion ergänzt.

Polignano a mare – durchatmen im pittoresken Städtchen

Mein nächstes Ziel auf meiner Entdeckungstour durch Apulien war Polignano a mare, das ich über die Küstenstraße Richtung Norden bzw. Richtung Bari erreichte. Dort lief ich direkt in die Altstadt. Immer weiter, bis ich das Meer sehen konnte, lief zum Geländer, hielt mich fest und dachte mir: Ja. Ja, so habe ich mir das hier vorgestellt.

Die Klippen direkt unter mir, links von mir der schöne Stadtstrand, einer der meistfotografierten überhaupt und daher weltweit bekannt. Ich erfuhr von einem anderen Touristen, der neben mir stand, dass genau hier das Red Bull Cliff Diving zwei Wochen zuvor stattfand. Verrückt! Rechts von mir erstreckte sich die Stadt weiter, direkt entlang der mit Meeresgrotten durchzogenen Felsen. Polignano a mare – ein Name der hält, was er verspricht. Die kleine Stadt ist ein Traum.

Reisetipps für Polignano

In Polignano müsst ihr euch unbedingt die Altstadt anschauen und euch durch die meist engen Gassen treiben lassen. Lasst euch Zeit dafür: Tolle Fotomotive findet ihr quasi an jeder Ecke, genauso wie kleine Läden, in denen ihr nach Herzenslust nach Mitbringseln stöbern könnt. Und gönnt euch unbedingt ein Eis aus einer der vielen Eisdielen, z.B. in der Espressobar Mario Campanella Il Super Mago del Gelo.

Dieser Teil wurde von der Travellers Insight-Redaktion ergänzt.

Ich atmete ein letztes Mal die Salzluft Polignanos ein – bevor ich ins Auto stieg und den letzten Teil meiner Reisestrecke zurück nach Bari, die pulsierende Hauptstadt Apuliens, anging. Eine Art Pflichtbesuch, man sollte sie zumindest mal gesehen haben, dachte ich mir, als ich den Schlüssel umdrehte. Doch Bari entpuppte sich als viel mehr als das.

Pulsierendes Bari – Apuliens Lebensgefühl tanken

Das letzte Ziel meiner Rundreise ist Bari, das ungefähr 30 Kilometer nördlich von Polignano liegt. Die Hafenstadt hat zwei Gesichter, was zwar grundsätzlich der Fall bei alten Städten ist, doch hier sehr auffällt: der neuere Teil, der am Bahnhof beginnt und sich in breiten Straßen, gesäumt mit unzähligen Prachtbauten, bis zur Altstadt erstreckt. Und ebendiese, mit dem typischen Gassengewirr, das hier allerdings zum ersten Mal nicht wirkte, als wäre es für Touristen herausgeputzt worden. Nein, hier wohnten viele Einheimische, wahrscheinlich schon ihr ganzes Leben lang. Und genau deswegen erlebte ich auch zwei komplett unterschiedliche Atmosphären, wenn ich von Neu nach Alt lief.

Bari: das neue Apulien

Neu, das waren Straßen, ähnlich dem Straßennetz New Yorks aufgebaut, in denen man sich kaum verlaufen konnte. Die prunkvollen Altbauten waren nicht nur wunderschön, sondern wirklich atemberaubend und imposant. In der Fußgängerzone, aber auch drum herum, kann man gut italienische Marken shoppen und sich umsehen, was junge Italiener einkaufen.

Tipp zur Stärkung: Das hippe Spops, ein großer Laden, der jeden Tag von regionalen Obst- und Gemüsehändlern beliefert wird und wo es alles gibt, was das Herz begehrt – vom Espresso über Lunch bis hin zu einem leckeren Abendessen.

Bari: das antike Apulien

Alt, das waren die teilweise gepflasterten und sehr schmalen Gassen, die Città Vecchia, in der das Herz eines sehr alten Italiens schlug. Als ich dort ankam und bemerkte, dass die vereinzelten Touristen in den Straßen verschwanden und ich manchmal ganz alleine dastand, fühlte ich mich seltsam fehl am Platz. Als wäre ich in das Wohnzimmer einer Nonna hineingestolpert, obwohl ich überhaupt nicht dorthin gehörte. Hier in der Altstadt waren den Bewohnern die Touristen herzlich egal. Hier wohnte man – e basta. Und deswegen war das auch so interessant.

Sehenswürdigkeiten in Bari

Wirklich sehenswert in Bari: Die Basilika San Nicola sowie die Kathedrale. Und für einen kleinen Geschichtsausflug natürlich die Burg, das Castello Normanno-Svevo. Für Kunstliebhaber ist die Pinakothek absolut empfehlenswert, vor allem schön zu verbinden mit einem langen Spaziergang entlang des Hafens, wenn die Stadt erwacht und man den Fischern direkt auf die Finger schauen kann. Apropos Hafen: Wer viel Zeit und Lust auf mehr Adria hat, der könnte von hier mit der Fähre entweder nach Dubrovnik oder auch nach Korfu schippern.

Geheimtipps: Bari für Insider

Ich streunte herum zwischen älteren Damen, die vor ihren Häusern saßen, Pastateig kneteten und Gebäck verkauften. Ich sah dabei zu, wie ein junger Mann ein Körbchen mit Einkäufen mittels eines Flaschenzugs auf den Balkon einer Wohnung zog, beobachtete das Ankommen einer Hochzeitsgesellschaft in einer der vielen Kirchen und aß währenddessen Eis – und zwar bei Sandrino, wo das Eis natürlich und ohne Zusatzstoffe hergestellt wird. Und wenn ihr shoppen gehen wollt, dann empfehle ich euch nicht unbedingt die Altstadt. Mir haben die Geschäfte in der Via Sparano im neueren Teil von Bari am besten gefallen!

Noch mehr Tipps für Apulien zum Nachmachen

  • Wo liegt Apulien eigentlich? Apulien liegt im Südosten von Italien und bildet den Absatz vom italienischen „Stiefel“. Hauptstadt der Region ist Bari.
  • Wie zahle ich am besten in Apulien? Wie eigentlich überall in Italien gilt auch in Apulien: immer ein wenig Bargeld in der Tasche zu haben, schadet nichts! Das hilft, wenn man ausnahmsweise mal nicht mit der EC- oder Kreditkarte zahlen kann.
  • Wann ist die beste Reisezeit für Apulien? Wer Strandurlaub liebt, reist am besten in den Sommermonaten nach Apulien. Zwischen Mai und Oktober scheint dort eigentlich immer die Sonne, Regen ist dann absolute Seltenheit. Das hat zur Folge, dass es im Sommer auch viele Touristen nach Apulien zieht. Wer es gern ein wenig kühler und ruhiger mag, der sollte im Frühjahr, Herbst oder Winter nach Apulien fahren.
  • Ist Apulien sicher? In Apulien ist man im Großen und Ganzen sicher. Aber egal, ob ihr in Bari oder sonst einer Stadt unterwegs seid: Es ist immer gut, ein bisschen genauer auf seine Wertsachen aufzupassen.
  • Wie komme ich am besten nach Apulien? Von München aus ist man mit dem Flugzeug in etwa zwei Stunden in Bari oder in Brindisi.
  • Wie viele Tage sollte ich für meinen Roadtrip nach Apulien planen? Mindestens eine Woche solltet ihr für euren Apulien Roadtrip wenigstens einplanen, besser wären 10 Tage oder sogar mehr.
  • Wer sich musikalisch auf einen Roadtrip durch Italien mitnehmen lassen will, dem sei zudem die Playlist von Anika empfohlen.

Bildnachweis:
Aufmacher: zm_photo - iStock

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

3 Kommentare

  1. Michele Ferrandino

    Hallo Julia, habe dein Reisebericht über “ meine Heimatstadt “ gelesen, war sehr interessant….ich komme aus dem Gargano. Viel Spaß noch.

    Michele

    • Lieber Michele,

      vielen Dank für deine Nachricht. Es freut uns, dass dir Julias Bericht so gut gefallen hat.

      Liebe Grüße, dein Blog-Team

  2. Liebe Anika, eine kleine Ergänzung zu Alberobello: Warum Gian Girolamo die Bauern anwies, die Rundhäuser in Alberobello nach dem Vorbild ehemaliger Viehschuppen in Trockenbauweise zu errichten, ist bis heute rätselhaft. Eine Erklärung lautet, dass er nicht im Besitz der königlichen Erlaubnis gewesen sei, einen neuen Ort zu errichten. Die Trulli hätte man im Falle einer Inspektion in einer Nacht abreißen und in der nächsten wieder aufbauen können. Mir persönlich und einigen Apuliern, mit denen ich gesprochen habe, erscheint das allerdings unwahrscheinlich, denn so schnell auf- und abzubauen sind die Trulli nun auch wieder nicht. Eine andere Erklärung lautet, der Adelige hätte für eine gemauerte Siedlung Steuern an den König von Neapel zahlen müssen.
    Ich liebe die Kultur und Geschichte Apuliens und habe eine Weile in der Nähe von Alberobello in der ökologischen Landwirtschaft gearbeitet. Diese und andere Geschichten über Apulien auf meinem Blog: https://www.dasmeerundapulien.com/
    Ganz liebe Grüße, Alexandra