Athen entdecken: 8 Geheimtipps für deine erste Reise

Athen steht nicht unbedingt ganz oben auf der Liste, wenn es um die beliebtesten Ziele für einen Städtetrip in Europa geht. Dabei hat die griechische Hauptstadt nicht nur eine spannende Geschichte sondern auch beeindruckende Sehenswürdigkeiten, ein aufregendes Nachtleben und nicht zuletzt die berühmte griechische Küche zu bieten. Franzi nimmt euch mit in Griechenlands Hauptstadt und zeigt euch ihre 8 Lieblingsorte - von Sehenswürdigkeiten bis zu echten Geheimtipps.

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Wer nach Athen kommt, sollte auf gar keinen Fall stur eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abhaken. Viel besser lernt man die Stadt kennen, indem man sich einfach durch das Chaos treiben lässt. Über wuselige Märkte, durch kleine Cafés und Tavernen, durch die engen Gassen bis hinauf zur gigantischen Akropolis. Und diese acht Highlights sollten bei der Erkundungstour nicht fehlen.

Anafiotika - ein Kykladendorf in der Hauptstadt

Wer auf der Suche nach authentischem Griechenland-Feeling ist, muss nicht unbedingt auf eine der Inseln fahren. Auch in Athen kommt Urlaubsstimmung auf, wenn man durch die eng verschlungenen Gassen von Anafiotika irrt. Das Felsen-Stadtviertel wurde im Stil eines Kykladendorfes erbaut, was unschwer an den weiß getünchten Terrassendachhäusern und den zum Teil mit Marmor gepflasterten Wegen zu erkennen ist.

Auffällig in Anafiotika sind die vielen Straßenkatzen, die so überhaupt nicht wie Streuner aussehen. Das liegt daran, dass sie von den Einheimischen gehegt, gepflegt und nicht zuletzt auch ordentlich durchgefüttert werden. Anafiotika wird von den Behörden übrigens nur geduldet. Die informelle Siedlung entstand im 19. Jahrhundert aufgrund der extremen Wohnungsnot. Nur dem Rückhalt der Bevölkerung ist es zu verdanken, dass das schöne Viertel noch nicht abgerissen und neu bebaut wurde.

Die Akropolis - das Wahrzeichen der Stadt

Wer einmal quer durch Anafiotika den Berg nach oben wandert, kann die Akropolis nicht verfehlen. Athens berühmtestes Wahrzeichen ist seit 1986 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wurde zusätzlich mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Die ehemalige Stadtfestung steht stoisch auf ihrem Fels in 156 Metern Höhe und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. In der Steinzeit stand hier ein Herrscherpalast, später ein Tempel für irdische Gottheiten. 500 v.Chr. zerstörten die Perser die Anlage und es dauerte eine Weile, bis am selben Ort das Pantheon entstand. Dieses wurde zuerst von Christen zu einer Kirche und nach einiger Zeit von den Osmanen zu einer Moschee umfunktioniert. Erst im 19. Jahrhundert erklärte Griechenland den Tempelberg zur archäologischen Stätte und ließ alle Bauten entfernen, die nicht aus der Antike stammten.

Der Eintritt zur Akropolis kostet 20 Euro. Von April bis August ist die Anlage von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, im September und Oktober von 8:00 bis 18:00 Uhr und von November bis März von 8:00 bis 17:00 Uhr (Stand Juli 2020).

Historisches Athen erleben in der Plaka

Praktischerweise grenzt das historische Stadtviertel Plaka direkt an Anafiotika und die Akropolis an, sodass sich die ganze Gegend wunderbar zu Fuß erkunden lässt. Die Plaka ist einer der ältesten Stadtteile Athens und ein wunderbarer Gegenpol zur modernen Innenstadt. Sie beherbergt unter anderem das Frissiras Museum für moderne Kunst und das Museum für Volkskunst. In ihrer Geschichte wandelte sich die Plaka vom Wohngebiet zum Tavernenviertel und zum politisch-literarischen Hotspot der Stadt. Heute zählt sie zu den beliebtesten Touristenvierteln. Unter anderem finden Besucher hier Souvenirläden, schöne Cafés und Lokale mit griechischer Küche.

Streetart in Athen entdecken

Außerhalb des modernen Stadtzentrums wirkt Athen hin und wieder etwas heruntergekommen. Die Einheimischen werden deshalb nicht müde, die hässlichen Wände mit Straßenkunst zu verschönern. Die Murals gibt es eigentlich in allen älteren Stadtteilen von Athen zu entdecken. Von der Plaka über Monastiraki bis nach Psirri finden sich besonders viele und schöne Kunstwerke.

Ein besonders berühmtes Motiv gibt es in der Riga Palamidou Ecke Sarri in Psirri zu sehen. Das „All Dogs go to Heaven“-Gemälde zeigt den Hund Loukanikos, der bei den Unruhen von 2008 bis 2009 immer an vorderster Front mit den Demonstranten zu finden war. Nachdem er 2014 vermutlich an eingeatmeten Chemikalien starb, setzten ihm drei Athener Streetart-Künstler ein Denkmal.

Monastiraki Flohmarkt - Kitsch und Kunst für alle

In Athen gibt es viele tolle Flohmärkte - aber nur einen, den man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte. Der Monastiraki Flohmarkt ist zwar täglich geöffnet. Jeden Sonntag verwandelt er sich aber in einen quirligen Bazar, den gefühlt die ganze Stadt zum Einkaufen, Feilschen und Flanieren nutzt. Von Souvenirs über Kunsthandwerk, griechisches Gebäck, Mode und Antiquitäten gibt es hier nichts, was es nicht gibt.

Der Monastiraki Flohmarkt erstreckt sich vom Monastiraki-Platz bis zur Platia Avissinias und von der Ermou-Straße bis zur Adrianou-Straße. Am besten stöbert es sich schon am Vormittag, da die Flohmarktstände bereits am Nachmittag abgegrast sind. So bietet sich auch eine gute Gelegenheit für ein spätes Frühstück in einem der vielen Cafés am Straßenrand. Handeln ist auf Athens Flohmärkten übrigens ein Muss. Das gilt besonders für Touristen, für die die Preise gerne nochmal etwas in die Höhe geschraubt werden. Realistisch für ein erstes Gegenangebot ist etwa ein Drittel des ursprünglich genannten Preises. Von hier kann man sich dann irgendwo in der Mitte treffen.

Der Monastiraki Flohmarkt ist Montag bis Samstag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Sonntags geht es erst um 10:00 Uhr los - dafür ist hier mit Abstand am meisten geboten.

Griechisches Parlament - inklusive Wachablösung

Athen ist die Wiege der Demokratie. Ein kleines Kulturprogramm sollte deshalb nicht fehlen - auch wenn es verlockend ist, den ganzen Tag entspannt durch die wuseligen Straßen zu bummeln. Einen Besuch wert ist der Syntagma Platz, der auch als Platz der Verfassung bezeichnet wird. Er wird am oberen Rand vom Parlamentsgebäude begrenzt, das bis 1838 als Königspalast und zwischen 1836 und 1842 als Residenz der griechischen Monarchen diente.

Ein besonderes Spektakel ist die zeremonielle Wachablösung der Ehrengarde des griechischen Präsidenten, die hier jede Stunde stattfindet. Die Elitesoldaten („Evzones“) sind traditionell mit Schnabelschuhen, Faltenrock und Strumpfhose ausgestattet. An Sonntagen tragen sie sogar ihre Feiertagsuniform und um elf Uhr gibt es zusätzlich eine Parade.

Ein Ausflug ans Meer - wenn es schon so nah ist

Obwohl Athen relativ nah am Meer liegt, gibt es keinen Stadtstrand und wer einen Ausflug ans Wasser unternehmen möchte, sollte für die Anreise rund eine Stunde einkalkulieren. Vor allem in den heißen Sommermonaten lohnt es sich aber, der Stadt für einen Tag zu entfliehen und eine kleine Abkühlung zu genießen. Besonders beliebt sind unter anderem die Strände von Vouliagmeni, Vari, Saronida und Porto Rafti.

Relativ nah gelegen ist der Asteras Strand in Glyfada, der mit der Tram oder der Buslinie A2 (Haltestelle Kolymvitirio) vom Syntagmaplatz zu erreichen ist. Gegen Gebühr gibt es hier Liegen und Sonnenschirme, außerdem eine Cocktailbar, Restaurants und ein Beachvolleyballfeld. Zu den beliebtesten Privatstränden gehört der Apollon Strand des Divani Apollon Palace Resorts. Er ist in 25 Minuten mit dem Taxi oder in rund 50 Minuten mit der Metro Linie 2 (Haltestelle Elliniko) oder der Buslinie 122 (Haltestelle Ag. Nikolaos) zu erreichen. Inklusive Sonnenliegen, Sonnenschirm und Mineralwasser kostet der Eintritt für eine Person 16 Euro und für zwei Personen 24 Euro - am Wochenende wird ein Aufschlag verlangt.

Kulinarische Hotspots der Stadt

Die griechische Küche zählt zu den besten der Welt und wer die Hauptstadt nicht auch kulinarisch erkundet, verpasst wirklich einiges. Wer den traditionell hergestellten griechischen Kaffee probieren möchte, sollte dem ältesten Café der Stadt einen Besuch abstatten. Das Orea Hellas (dt.: wunderschönes Griechenland) serviert außerdem typisch griechische Antipasti („Mezedakia“), die gerne mit Ouzo, Raki, Bier oder Wein genossen werden.

Frisch gestärkt geht es danach zur berühmten Athener Markthalle (Varvakios Agora), die sich über die Straßen Athinas, Sofokleous, Euripidou und Aiolou erstreckt. Sie beherbergt den größten Frischfischmarkt Europas, aber auch Gewürze, Kaffee, Antipasti und süße Leckereien gibt es zu kaufen. Wer sich lieber bekochen lassen möchte, besucht eines der vielen Marktlokale - die Auswahl an frischen Salaten, Vorspeisen und Gegrilltem ist riesig. Auch hier gibt es wieder griechischen Kaffee aus dem Kaffeebereiter „Hovoli“, der traditionell auf heißem Sand zubereitet wird.

Athen ist heruntergekommen, voller Smog und die krisengebeutelten Griechen können die Deutschen sowieso nicht leiden. Das sind nur einige der Vorurteile, die Reisende leider viel zu oft von einem Besuch in Athen abhalten. In Wahrheit zählt Athen zu den pulsierendsten und aufregendsten Hauptstädten Europas. Spannende Sehenswürdigkeiten, eine lebendige Kultur, großartiges Essen und vielseitige Stadtviertel - das sind die Zutaten, aus denen ein perfekter Städtetrip gemacht ist. Und davon hat Athen mehr als genug.

Praktische Tipps für die Athen Reise

  • Wie kommt man vom Flughafen Athen in die Stadt? Der internationale Flughafen von Athen liegt rund 27 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Vom Flughafen in die Stadt gelangt man mit der Metro, dem Bus oder dem Taxi. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Metro. Die Linie M3 (die Metrostation liegt direkt gegenüber der Ausgangshalle) braucht rund 40 Minuten ins Stadtzentrum - die einfache Fahrt kostet zehn Euro für eine und 18 Euro für zwei Personen. Die günstigste Alternative ist mit sechs Euro der Schnellbus X95 in Richtung Syntagma-Platz. Je nach Verkehrsaufkommen dauert die Fahrt aber oft deutlich länger.
  • Wann reise ich am besten nach Athen? Die beste Reisezeit für Athen ist der Frühling, schon ab März ist es meist angenehm warm. Auch in den Herbstmonaten Oktober und November sind die Temperaturen genau richtig für einen Städtetrip. Die Zeit von Ende Juni bis September ist dagegen nur für Hartgesottene geeignet, da die Temperaturen oft auf weit über 30 Grad steigen. Nachts kann es das ganze Jahr über sehr kalt werden, so dass sich am Abend eine Jacke empfiehlt.
  • Wie viele Tage braucht man für Athen? Für die Dauer des Städtetrips sind mindestens drei volle Tage empfehlenswert. Athen ist eine Stadt für Genießer und Kulturliebhaber - Stress ist hier fehl am Platz.
  • Welches sind die besten Museen in Athen? Die griechische Hauptstadt bietet ein riesiges Kulturangebot. Zu den spannendsten Museen zählen das Akropolismuseum, das Kotsanas Museum of Ancient Greek Technology, das Museum für Kykladische Kunst und das Archäologische Nationalmuseum.
  • Empfiehlt es sich, in Athen allein zu reisen? Athen ist eine sichere Stadt und auch für Alleinreisende absolut empfehlenswert. Gesunder Menschenverstand ist natürlich trotzdem gefragt, denn besonders auf Märkten und belebten Plätzen sind nicht selten Taschendiebe unterwegs. Auch nach dem Ausgehen am Abend empfiehlt sich gegebenenfalls ein Taxi zum Hotel.
  • Wie komme ich in Athen am besten von A nach B? Am schnellsten und günstigsten kommt man in Athen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B. Eine Einzelfahrt kostet 1,40 Euro - das Ticket ist 90 Minuten und in allen Verkehrsmitteln gültig. Günstiger wird es für Studenten, Senioren, Kinder und Jugendliche. Gute Alternativen sind der Tagespass (4,50 Euro) oder das 3-Tage-Touristenticket (22 Euro), das auch den Flughafentransfer beinhaltet. Tickets sind an allen Metro- und Tramstationen erhältlich.
  • Empfiehlt es sich, in Athen Taxi zu fahren? Taxifahrten sind in Griechenland ebenfalls relativ günstig, eine halbe Stunde Fahrt kostet rund 20 Euro. Hier ist jedoch Vorsicht vor Abzocke geboten: Im Taxi sollte immer das Taxameter im Tagestarif (Tarif 1) laufen. Läuft der Nachttarif (Tarif 2), bezahlt man das Doppelte. Entgegen der Behauptung einiger schwarzer Schafe gilt außerhalb von Athen übrigens nicht der doppelte Preis.
  • Kann man das Leitungswasser in Athen trinken? Ja, Leitungswasser kann in Athen bedenkenlos getrunken werden. Auch bezüglich der Hygiene bei Streetfood etc. muss sich niemand Gedanken machen.
  • Wie teuer ist es in Athen essen zu gehen? In Athen sind die Restaurantpreise rund ein Drittel günstiger als in Deutschland. Dabei ist es fast unmöglich, ein schlechtes Restaurant zu erwischen. Besonders viele typisch griechische Restaurants verstecken sich in den verwinkelten Gassen der Plaka. Beliebte Gerichte sind neben den oben erwähnten Mezedakia zum Beispiel Gyros, Souvlaki und Dorade. Fast überall gibt es inzwischen vegetarische Alternativen und auch die vegane Szene wird immer größer.
  • Welche Restaurants in Athen sind empfehlenswert? Ein ganz besonderes Erlebnis ist das „Dinner in the Sky“. Gäste können hier ein 6-Gänge-Menü mit Aussicht in 40 Metern Höhe genießen. Die Tafel wird dazu einfach mit einem Kran angehoben. Traditionelles griechisches Essen zu guten Preisen gibt es in der Kitsoula Taverne (Filikis Eterias 25). Auch Vegetarier werden hier fündig. Eine ebenso gute Alternative ist das Sfika (Stratigou Kontouli 15). Lust auf griechischen Wein? In den drei Cinque Wine Bars gibt es eine tolle Auswahl.
  • Wo übernachtet man in Athen günstig? In der Stadt gibt es viele schöne und günstige Unterkünfte. Empfehlenswert ist zum Beispiel die liebevoll eingerichtete Pension The Frogs - das neoklassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert liegt nur 300 Meter vom Monastiraki-Platz mit seinem Flohmarkt entfernt. Für Reisende mit kleinem Budget befindet sich nicht weit entfernt das schöne Bedbox Hostel. Wer sich etwas Luxus gönnen und lieber am Meer wohnen möchte, steigt im Divani Apollon Palace ab. Das Resort bietet nicht nur eine schöne Poolanlage und einen Privatstrand - es fährt auch täglich ein kostenloser Shuttle in die Innenstadt.

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!