Chicago: 10 einzigartige Erlebnisse in der Windy City

Chicago ist die drittgrößte Stadt der USA und weltberühmt für Jazz, Deep-Dish-Pizza und natürlich die Chicago Bulls. Eine Stadt für Foodies, Sportler, Designliebhaber und alle, die das Leben gerne in vollen Zügen genießen. Bloggerin Franziska zeigt euch, welche Sightseeing Spots ihr nicht verpassen solltet und hat echte Insider-Tipps für die Windy City.

Wenn in der kalten Jahreszeit der eisige Wind durch die Straßen von Chicago pfeift, kann es richtig ungemütlich werden. Dafür erstrahlt die Stadt im Frühjahr in ihrer ganzen Pracht: Es blüht an allen Ecken, der Himmel strahlt unfassbar blau und es scheint, als wäre die gesamte Bevölkerung auf das Fahrrad umgestiegen.

Von der Bohne bis zum See ist alles irgendwie überdimensional

Wenn man Chicago mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es wohl „groß“. Wer die Stadt besucht, erlebt den fünftgrößten See der Welt, Pizza, die fast so hoch ist wie breit und eine glänzende Bohne von gigantischem Ausmaß. Doch das ist längst nicht alles, was die Windy City zu bieten hat. Diese zehn Erlebnisse solltet Ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen:

1. Auf dem Lakefront Trail den Lake Michigan erkunden

Der Lake Michigan ist der fünftgrößte See der Welt. Bei Google Maps sieht er so groß aus, dass ich bis zu meinem ersten Besuch im Jahr 2014 fest davon überzeugt war, dass Chicago am Meer liegt. Heute bin ich schlauer und weiß, dass der Lake Michigan zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas gehört. Mit einer Fläche von 58.016 km² ist er nicht nur größer als die ganze Schweiz – er grenzt auch an vier Bundesstaaten an.

Am schönsten lässt sich der Lake Michigan – oder zumindest ein winzig kleiner Teil davon – mit dem Fahrrad erkunden. Direkt am See entlang führt der 30 Kilometer lange Lakefront Trail vorbei an Stränden, Häfen und Parks. Unterwegs eröffnen sich immer wieder tolle Aussichten auf die Skyline von Chicago und für eine Pause sind die Restaurants und Cafés der Innenstadt nie weit entfernt.

Sehr gute Fahrräder gibt es zum Beispiel bei Bobby’s Bike Hike. Es lohnt sich, das Fahrrad direkt länger zu mieten. Denn Chicago gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten der Vereinigten Staaten. Auf über 320 Kilometer Radweg könnt ihr bequem alle Ecken der Stadt erkunden. Alternativ stehen überall die hellblauen Divvy Bikes herum, die Ihr über die zugehörige App freischalten könnt.

2. Am Strand liegen – mitten in der Stadt und ganz ohne Meer

Am Ufer des Lake Michigan gibt es ein paar richtig schöne, künstlich aufgeschüttete Strände. In der Nähe des Stadtzentrums liegt der Ohio Street Beach am Olive Park. Ein bisschen weiter weg sind die schönen Strände Oak Street Beach und North Avenue Beach. Am späten Nachmittag lohnt sich ein Abstecher in eine der Beachbars, in denen sich die Einheimischen gerne zum Sundowner treffen.

3. Ein Selfie schießen am Cloud Gate

Viele berühmte Skulpturen zieren die öffentlichen Plätze von Chicago. Aber keine ist so bekannt wie das Cloud Gate, das wegen seiner Form auch „The Bean“ genannt wird. Das Werk des britischen Künstlers Anish Kapoor besteht aus 168 Edelstahlplatten und eignet sich perfekt für tolle Fotoeffekte oder eine Runde Selfies.

4. Moderne Kunst im Millennium Park bestaunen

Das Cloud Gate ist nicht das einzige Kunstwerk, das den 99.000 m² großen Millennium Park schmückt. Absolut sehenswert ist beispielsweise auch die interaktive Videoskulptur Crown Fountain. Sie ist rund 15 Meter hoch und projiziert mit Hilfe von Leuchtdioden digitale Videos von Gesichtern. Diese speien in regelmäßigen Abständen Wasser, sodass Ihr euch an heißen Tagen eine kleine Abkühlung verschaffen könnt.

Der Millennium Park beherbergt außerdem die Konzertmuschel Jay Pritzker Pavilion, in der regelmäßig Konzerte, Opern oder auch Sportevents abgehalten werden. Faszinierend sind auch die Fußgängerbrücke BP Pedestrian Bridge und die riesigen, gesichtsförmigen Statuen.

5. Tomorrowland erkunden auf dem Nichols Bridgeway

Chicago erinnert ein bisschen an den Science-Fiction-Film „A World Beyond“, der auf den Disney-Themenparks „Tomorrowland“ basiert. Die metallisch glänzende BP Pedestrian Bridge, die futuristischen Gebäude, die gigantischen Wolkenkratzer – es fühlt sich fast ein bisschen so an, als hätte Chicago einen gigantischen Sprung in die Zukunft gemacht.

Einen tollen Blick auf die außergewöhnliche Architektur hat man von der Fußgängerbrücke Nichols Bridgeway. Sie beginnt am Millennium Park, führt weiter über die Monroe Street und endet schließlich im dritten Stockwerk des Art Institute of Chicago.

6. Bouldern gehen im Maggie Daley Park

Ebenfalls einen Besuch wert ist der 81.000 m² große Maggie Daley Park. Er ist besonders beim jungen Publikum beliebt, weil er neben schönen Grünflächen und Blumenwiesen auch einen Skatepark und in der kalten Jahreszeit eine Eislaufbahn beherbergt. Das Highlight ist aber der Kletterpark, der mitten im Maggie Daley Park errichtet wurde. Auf den künstlich angelegten Felsen treffen sich Anfänger und Profis zum Bouldern und Klettern. Bis zu hundert Sportbegeisterte finden hier gleichzeitig Platz und es geht über zwölf Meter nach oben.

7. Die Aussicht vom Willis Tower genießen

Im Chicago Loop am South Wacker Drive liegt der Willis Tower. Er ist 442 Meter hoch (mit Antenne sogar 527 Meter) und damit das höchste Gebäude in Chicago und das zweithöchste der Vereinigten Staaten. Mit $25 ist der Eintritt zum Skydeck nicht ganz günstig. Dafür habt Ihr einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt und den Lake Michigan und es ist wirklich aufregend, durch den Glasboden nach unten zu schauen.

8. Eine Runde Karussell fahren am Navy Pier

Der Navy Pier liegt nur fünf Minuten vom Ohio Street Beach entfernt. Hier ist immer so viel los, dass die Seebrücke mittlerweile zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Chicago gehört. Besonders toll sind die nostalgischen Fahrgeschäfte. Unter anderem gibt es ein wunderschön restauriertes Karussell, ein Kettenkarussell und ein Riesenrad für eine tolle Aussicht auf die Stadt. Am Navy Pier findet Ihr außerdem einen botanischen Garten (Crystal Gardens), ein IMAX-Kino und ein paar Museen.

Dank der vielen Restaurants muss auch garantiert niemand verhungern. Ein besonders guter Tipp ist die Giordano’s Filiale, die sich am Navy Pier befindet. Giordano’s Pizza zählt zu den besten Pizzen der Stadt und ist ein absolutes Muss für einen Besuch in Chicago. Die Deep-Dish-Pizza ist so mächtig, dass ungeübte Esser schon nach maximal zwei Stücken pappsatt sind, denn die aus Chicago stammende Pizza hat einen gefüllten Boden, der eine Schale mit hohem Rand bildet. Wenn Ihr eure restliche Sightseeingtour nicht mit einem Karton unter dem Arm verbringen wollt, solltet Ihr euch deshalb zu zweit oder zu dritt eine Pizza teilen. 

9. An der Buckingham Fountain auf Al Bundys Spuren wandeln

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des geplagten Damenschuhverkäufers Al Bundy und seiner vierköpfigen Familie? Die berühmte Sitcom spielt in einem Vorort von Chicago, was bereits im Vorspann der Serie zu sehen ist. Der wurde nämlich an der Buckingham Memorial Fountain gedreht, die von den Einheimischen auch gerne „Married with Children“-Fountain genannt wird (so lautet der Originaltitel der Serie).

Die Buckingham Memorial Fountain steht im Grant Park in Chicago und ist der Startpunkt der legendären Route 66. Es lohnt sich, zur vollen Stunde zur Fontäne zu kommen, denn zwischen 8:00 und 23:00 Uhr schießt sie im Stundentakt rund 50 Meter in die Höhe. Danach folgt ein schönes Wasserspiel, das etwa 20 Minuten dauert. Nach Sonnenuntergang gibt es dazu sogar passende Musik und wechselnde Farben. Da es im Winter in Chicago wahnsinnig kalt wird und die Wasserrohre schnell einfrieren, ist der Brunnen von Mitte Oktober bis Mitte April leider abgedeckt.

10. Das kostenlose Kulturangebot hemmungslos ausnutzen

Last but not least gibt es nur wenige Städte in den Vereinigten Staaten, die ein so umfangreiches kostenloses Kulturprogramm anbieten wie Chicago. Dazu gehören unter anderem:

Chicago zählt zu den aufregendsten Städten der Vereinigten Staaten

Nach mittlerweile über zehn Besuchen zählt Chicago für mich noch immer zu den aufregendsten und vielseitigsten Städten der USA. Ob Outdoor, Kultur, Design oder leckeres Essen – hier ist für jeden das Richtige dabei und es lohnt sich immer, ein paar Tage in der Windy City zu verbringen. Gleichzeitig ist Chicago ein toller Ausgangspunkt zur Region der Großen Seen (Great Lakes). Die erstreckt sich über acht US-Bundesstaaten sowie die kanadische Provinz Ontario und zählt zu den landschaftlich schönsten Gegenden in Nordamerika.

Weitere Tipps und Infos für Chicago

  • Neben dem erwähnten Fahrrad als Fortbewegungsmittel lassen sich in Chicago auch alle Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der CTA (Chicago Transit Authority) erreichen. In Downtown Chicago werden acht Hochbahn- und U-Bahnlinien angeboten, aber auch die Vororte von Chicago sind im Netz angebunden. Eine Einzelfahrt kostet $ 2,50.
  • Mit der CTA kommt man auch vom Flughafen in die Innenstadt und umgekehrt, die Fahrt ist dementsprechend sehr günstig.
  • Eine große Auswahl an Sightseeingtouren gibt es bei der Chicago Tour Company. Hier können nicht nur Gruppentouren sondern auch private und individuell gestaltete Touren gebucht werden.
  • Die beste Reisezeit für Chicago sind die Sommermonate von Juni bis September. Die Temperaturen sind hier angenehm warm, die Sonne scheint meist den ganzen Tag und es weht ein angenehmer Wind. Auch die Wassertemperatur des Lake Michigan steigt auf bis zu 21 Grad an – perfekt für ein erfrischendes Bad zwischendurch.
  • Viele Infos rund um Chicago finden Besucher auch auf der offiziellen Webseite des Tourismusverbands.

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