Bolivien: In den weißen Weiten der Salzwüste

Salar de Uyuni – die größte Salzpfanne der Erde – ist ein ausgetrockneter See, der eine riesige Landschaft, geprägt von schneeweißem Salz, Felsformationen und kakteenbewachsenen Inseln zurückließ. Dieses besondere Highlight Boliviens sollte auf einer Südamerika-Tour auf keinen Fall ausgelassen werden! Unsere Bloggerin Manuela nimmt euch mit auf ihre Reise.

Mit dem Nachtbus von La Paz begann unsere Abenteuerreise zum Salar de Uyuni. Unseren Touranbieter hatten wir schon vorab ausgewählt und so wurden wir direkt am Busparkplatz im kleinen verstaubten Örtchen Uyuni empfangen.

Mit dem Jeep auf die größte Salzpfanne der Erde

Nach und nach trudelten alle Tourteilnehmer ein und wir wurden unseren Fahrern zugewiesen. Nachdem alle Taschen in den Jeeps verstaut waren, ging es auch gleich los zum ersten bekannten Spot der Tour. Nur wenige Kilometer außerhalb von Uyuni wartet der Cementerio de los Trenes auf die täglichen Touristenscharen. Seit gut 70 Jahren stehen die Lokomotiven und Eisenbahnwagen nun am Rande des Salzsees und inzwischen sieht man es ihnen auch an.

Anschließend folgte ein Stop in Colchani. Der kleine Ort lebt hauptsächlich von der Salzgewinnung und wir erhielten in einem der Hinterhöfe einen kurzen Einblick wie mit einfachsten Mitteln das Salz abgebaut wird. Wer möchte, kann hier Souvenirs – natürlich auch mit salzigem Inhalt – erwerben.

Wir stiegen wieder in die Jeeps und holperten weiter über die Hochebene Altiplano. Schließlich erreichten wir die gut 10.000 Quadratkilometer große Salzwüste. Mein Besuch fiel in den Juli und der Boden war komplett ausgetrocknet. Wer in der Regenzeit von Januar bis März unterwegs ist, erlebt die Salzwüste eventuell als Salzsee, was sicherlich auch seinen Reiz hat.

Wir hatten jetzt aber die Möglichkeit die endlose Weite für uns zu nutzen und versuchten uns an einigen lustigen Fotomotiven. Die Salar die Uyuni ist bekannt für die optischen Täuschungen, die durch die Entfernungen entstehen – das entsprechend abzulichten war aber gar nicht so einfach.

Trotzdem machte schon allein der Versuch ziemlich viel Spaß. Wann sonst reitet man auf einem Alpaka, flieht vor Dinosauriern oder hüpft aus Pringles-Dosen?

Eine Insel auf dem Salz

Eine gefühlte Ewigkeit fuhr der Jeep über den trockenen Boden, aber in der Ferne konnten wir schon langsam unser nächstes Ziel ausmachen. Und zwar eine der wenigen Inseln im See: die Isla Incahuasi, was so viel bedeutet wie „Haus des Häuptlings“. Das Besondere auf der felsigen Erhebung sind die vielen Kakteen, die dort schon seit Hunderten von Jahren wachsen. Nachdem man einen kleinen Obolus bezahlt hat, kann man die Insel auf einem Pfad erkunden und das Licht wird gerade zum Sonnenuntergang richtig schön.

Die Nacht verbrachten wir am Rande der Wüste in Mañica in einem kleinen Hotel. Relativ zügig sind wir alle nach dem Abendessen unter den zwei bis drei Decken verschwunden. Der Heizstrahler spendete in dieser eisigen Nacht zumindest ein bisschen Wärme.

Der Lagunenroute auf der Spur

Schon früh am nächsten Morgen saßen wir alle abfahrbereit im Jeep, schließlich wartete nun der erste Teil der Lagunenroute auf uns. Allerdings trennten uns noch gute 100 Kilometer von der Laguna Cañapa und wir konnten uns erst noch entspannt zurücklegen.

Bei erfrischenden Temperaturen, die gerade so im einstelligen Bereich blieben, erkundeten wir die nähere Umgebung und vor allem die Tierwelt rund um die Lagune. Im See standen einige Flamingos und warteten nur darauf, von uns fotografisch abgelichtet zu werden. Die Vikunjas trauten sich nicht so nah ran ans Geschehen, aber ein bisschen abseits des Trubels konnte man auch diese Unterart des Kamels bestaunen.

Nicht weit entfernt erwartete uns schon die nächste Lagune. In der Laguna Hedionda verweilten bei unserem Besuch so viele Flamingos, dass ein Zählen unmöglich gewesen wäre. Dazu immer wieder die unglaubliche Kulisse der Altiplano im Hintergrund. Auch die Touranbieter wissen um diesen besonderen Ort und so bekamen wir hier eine kleine Stärkung.

Das Ritual von fahren, aussteigen, staunen und Fotos machen wiederholte sich noch mehrmals an diesem Tag. Auf dem weiteren Weg lag noch die Laguna Honda und die inzwischen bekannte Felsformation Treestone. Aber auch ein Spaziergang durch die weiteren Felsen, mitten im Nirgendwo, hatte seinen Reiz.

Durch den Nationalpark „Eduardo Avaroa“

An der spektakulär pink-rot gefärbten Laguna Colorada angekommen, haben wir zeitgleich auch einen der beliebtesten Nationalparks in Bolivien betreten. Rund 60.000 Besucher zählt die Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa jährlich, Tendenz steigend! Kein Wunder, denn in dem Grenzgebiet zu Chile gibt es unzählige heiße Quellen, Geysire, Lagunen und aktive Vulkane.

Die riesige ‚rote Lagune‘ zog uns etwas länger in ihren Bann, wer mag konnte auch bis zum Ufer absteigen. Algen und Mineralien sind für die auffällige Färbung des nur ca. 1 Meter tiefen Wassers verantwortlich. Kein Wunder also, dass uns hier die Flamingos auch noch rosa-farbiger erschienen als anderswo. Andere wilde Tiere wie Pumas oder Andenfüchse bekommt man im Nationalpark leider eher sehr selten zu sehen.

Langsam ging der Tag schon wieder zu Ende, aber ein kurzer Stopp bei dem Geysirfeld El Tatio war trotzdem noch möglich. Die Dampfschwaden der Geysire nehmen im Wind eine eher horizontale Richtung an. Unsere Gruppe war alleine vor Ort und ich genoss dieses tolle Naturphänomen.

In Polques verbrachten wir die letzte Nacht dieser Tour. Ich kann euch nur raten, soviel wie möglich anzuziehen, denn es war die wohl kälteste Nacht, die ich je erlebt habe. Zuvor haben wir aber den Abend unter einem gigantischen Sternenhimmel inklusive vieler Sternschnuppen in den Hot Springs im Ort verbracht – vielleicht hätte ich das warme Wasser einfach nie verlassen sollen?

Über die letzten Lagunen bis nach San Pedro de Atacama in Chile

Am letzten Tag unserer Tour standen noch die beiden Lagunen Verde und Blanca, die am Fuße des Vulkans Licancabur liegen, auf dem Programm. Die Farben waren an diesem Morgen allerdings nicht so intensiv wie gewöhnlich.

Von unserem Guide und Fahrer mussten wir uns an der kleinen Grenzstelle verabschieden, denn die bolivianischen Anbieter dürfen nicht bis nach Chile fahren. Für die Weiterfahrt bis nach San Pedro de Atacama in Chile war aber alles organisiert und nach weiteren 45 Minuten Fahrt erreichten wir das Oasen-Dorf in der Atacama Wüste. Das Ziel und Ende unserer Lagunentour.

Wichtige Fakten rund um die „Salar de Uyuni“-Tour

  • Die Touren über die Lagunenroute und der Salar de Uyuni könnt ihr hauptsächlich in den Orten Uyuni, San Pedro de Atacama und Tupiza buchen und starten.
  • Ein besonderes Erlebnis ist sicherlich die Tour auf eigene Faust zu befahren. Ein geeignetes Fahrzeug sowie die entsprechende Erfahrung sind dafür aber unabdingbar. Die GPS Daten der verschiedenen Highlights findet ihr auch online
  • Es gibt etliche Touranbieter, darunter auch einige schwarze Schafe. Prüft vor der Buchung unbedingt die Bewertungen auf den gängigen Portalen. Ich war mit Quechua Connection unterwegs und habe mich gut aufgehoben gefühlt.
  • Während der Tour befindet man sich fast ständig auf über 4.000 Metern – denkt also daran viel zu trinken und im Optimalfall seid ihr bereits vor der Tour klimatisiert.
  • Je nach Jahreszeit wird es in der Region richtig kalt und die Temperaturen fallen gerne mal in einen zweistelligen Minusbereich (Juni-August). Vergesst also nicht die entsprechende Kleidung und nehmt ggf. Kamera-Akkus und Handy mit unter die Decke.
  • Für die witzigen Fotos in der Salar de Uyuni solltet ihr schon vorab ein paar Requisiten kaufen und euch mit den Kameraeinstellungen vertraut machen. Vor Ort ist die Zeit leider begrenzt.
Logo der Avianca Airlines

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Avianca Airlines

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