Die 6 schönsten Nationalparks im Westen der USA

Unendliche Weiten, atemberaubende Landschaften und unberührte Wildnis. Eine Reise durch den Westen der USA ist ein einmaliges Erlebnis. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die großen Nationalparks, die jedes Jahr Millionen von Besuchern anlocken. Zu den bekanntesten und schönsten Nationalparks im Westen der USA gehören Arches, Bryce Canyon, Canyonlands, Grand Canyon, Yosemite und Zion. Biggi und Flo verraten dir, was du auf deiner Tour durch diesen ganz speziellen Teil des Landes unbedingt sehen und machen musst.

Ein wichtiger Tipp vorweg: Besuchst du mehrere Nationalparks in den USA, kannst du mit dem Kauf des „America the Beautiful“-Pass sehr viel Geld sparen. Der Pass ist ein Jahr gültig und berechtigt zum Zugang zu den Nationalparks, den National Wildlife Refuges und anderen Gebieten unter staatlicher Verwaltung. Der Pass kostet 80 Dollar (Stand April 2020).

1. Der Grand Canyon Nationalpark ist ein Muss auf jeder USA-Reise

Der Grand Canyon – die mächtigste Schlucht der Welt – ist weit über Arizona und die USA hinaus bekannt. Viele Besucher kommen im Rahmen eines langen Tagesausflugs aus der Spielermetropole Las Vegas, Nevada ans Grand Canyon South Rim, also auf die Südseite. Selbst wenn du den Grand Canyon von Bildern und aus Videos kennst – den ersten Anblick wirst du nie vergessen. Der gewaltige Canyon sprengt jegliche Vorstellungskraft. Das South Rim ist mit seinen vielen Aussichtspunkten ideal, um einen ersten Eindruck vom Grand Canyon zu bekommen.

Die Fahrt von Las Vegas zum Besucherzentrum am South Rim dauert mit dem Auto gut vier Stunden. Deutlich schneller – in rund zwei Stunden – ist der Grand Canyon Skywalk am West Rim zu erreichen. Der Skywalk führt die Besucher über eine Stahl- und Glaskonstruktion über den Rand des Canyons hinaus. Mit 82 Dollar pro Person ist diese Attraktion allerding kein ganz günstiges Vergnügen.

Der mit Abstand imposanteste Ort am Grand Canyon ist der einsame Toroweap Overlook am North Rim. Nirgends stehen die Felswände des Grand Canyon näher beisammen als hier. Die Wände fallen 800 Meter senkrecht in die Tiefe. Wer die mühsame Anfahrt – 100 Kilometer Schotterpiste vom Highway 389 pro Richtung – auf sich nimmt, wird mit einem unvergesslichen Erlebnis belohnt.

Tipp: Als Tagesausflug eignet sich der Toroweap Overlook kaum. Am besten übernachtest du in einem Auto oder im Zelt eine Nacht im nahe gelegenen Campingplatz „Tuweep Campground“. Der Campingplatz verfügt allerdings nur über zehn Stellplätze. Das benötigte Permit (Erlaubnis) kannst du bis zu vier Monate im Voraus beantragen. Hier findest du das Formular, dass du per Post oder Fax an die Nationalparkverwaltung schickst.

Der Eintritt in den Grand Canyon National Park – egal ob South Rim oder North Rim – kostet 35 Dollar pro Fahrzeug (gültig für sieben Tage). Die Alternative ist der oben bereits erwähnte „America the Beautiful“-Pass.

2. Yosemite Nationalpark: ein Top-Highlight in Kalifornien

Ein Abstecher in den Yosemite Nationalpark in Kalifornien (Eintritt: 35 Dollar pro Fahrzeug) darf auf keiner Reise durch den Westen der USA fehlen. Einer der beeindruckensten Orte im Park, in dem du gute Chancen hast, Bären zu sehen, ist der ikonische Aussichtspunkt Tunnel View. Von hier blickst du auf die imposanten Granitriesen El Capitan, Half Dome und den Wasserfall Bridalveil Fall.

In dem Nationalpark – einem der schönsten der USA – mit seinen bunten Wildblumen gibt es einige leichte Wanderungen wie den Mirror Lake Loop oder den Lower Yosemite Fall Trail, die auch für Familien mit Kindern geeignet sind. Anspruchsvoller ist der Four Mile Trail, der in vier Meilen zum fast 1000 Meter höher gelegenen Glacier Point führt. Hier kannst du mit dem Bus zurück ins Tal fahren (Tickets unbedingt im Vorfeld besorgen) oder die Wanderung auf dem imposanten Panorama Trail, der ebenfalls ins Tal führt, fortsetzen. Letztere Variante, die an den Wasserfällen Illilouette, Nevada und Vernal Fall vorbeiführt, ist mit einer Länge von mehr als 20 Kilometern nur ausdauernden Wanderern zu empfehlen. Der Lohn für die Strapazen sind einmalige Eindrücke.

Wander-Profis erklimmen den 2693 Meter hohen Half Dome (nur mit Permit zu begehen). Die Bergtour ist je nach Variante zwischen 22 und 26 Kilometer lang und überwindet knapp 1500 Höhenmeter. Für die anspruchsvolle Wanderung werden zehn bis zwölf Stunden veranschlagt.

3. Die besten Attraktionen im Arches Nationalpark

Der Arches Nationalpark (Eintritt: 30 Dollar pro Fahrzeug) mit seinen über 310 Quadratkilometern Fläche in der Nähe des Outdoor-Mekkas Moab gehört zu den absoluten Must-Sees im Mormonenstaat Utah – dem Herzen des amerikanischen Südwestens. Bekannt ist der Arches Nationalpark für seine riesigen Steinbögen, die über Jahrtausende durch Erosion entstanden sind. Mehr als 2000 dieser natürlichen Steinbögen, geformt durch Wind, Sonne, Hitze und Kälte, gibt es zu entdecken. Fast kommst du dir wie auf einem anderen Planeten vor.

Schon die Fahrt in den Arches Nationalpark – die Zufahrtsstraße schlängelt sich in Serpentinen steil nach oben – wird dir die Sprache verschlagen.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit im Arches Nationalpark ist der 20 Meter hohe Delicate Arch. Der riesige Steinbogen ist auch das Wahrzeichen Utahs. Du siehst den imposanten Steinbogen sogar auf den Nummernschildern des Bundesstaates. Jeden Abend machen sich Hunderte Besucher auf den beschwerlichen Weg, um den Sonnenuntergang am Delicate Arch zu zelebrieren. In der Ferne schimmern die La Sal Mountains, deren Gipfel bis zu 3877 Meter in den Himmel ragen. Die Rundtour ist etwa fünf Kilometer lang, zudem sind 150 Höhenmeter zu überwinden. Gerade im Sommer bei Temperaturen von weit über 40 Grad ist die Wanderung nicht zu unterschätzen. In jedem Fall ausreichend Wasser und Sonnenschutz mitnehmen!

Unbedingt sehen musst du die sogenannte „Windows Section“ im Arches Nationalpark. Manche nennen sie das schlagende Herz des Parks. Du siehst hier den riesigen Double Arch, den Turret Arch und das North Window, das insbesondere am Morgen ein tolles Fotomotiv ist. In dem Gebiet findest du noch andere Highlights wie Garden of Eden, Elephant Butte und Parade of Elephants – allesamt eindrucksvolle Sandsteinformationen.

Ein echter Geheimtipp im Arches Nationalpark ist der Tower Arch. Du solltest dich nur bei stabilen Wetterverhältnissen auf den Weg machen. Nach acht Meilen auf der Salt Valley Road, einer schroffen Waschbrettpiste, die bei Nässe unpassierbar wird, erreichst du den Trailhead der Wanderung. Vom Parkplatz aus brauchst du zu Fuß durch die grandiose Landschaft etwa eine halbe Stunde zum unbekannten Tower Arch.

4. Das musst du im Canyonlands Nationalpark sehen

Der beste Ausgangspunkt für eine Erkundung des Canyonlands Nationalparks (Eintritt: 30 Dollar pro Fahrzeug) ist – wie beim nahe gelegenen Arches Nationalpark – das Wüstenörtchen Moab in Utah. Zumindest dann, wenn du den bekannten „Island in the Sky“-District besuchst.

Der Colorado River hat sich in Jahrmillionen tief in den Fels gefressen und eine einmalige Landschaft geschaffen. Von Aussichtspunkten wie Grand View Point, White Rim Overlook oder Green River Overlook hast du einen fantastischen Blick von oben über die schier endlose, vom Colorado River geformte Landschaft.

Das bekannteste Fotomotiv im Canyonlands Nationalpark ist der Mesa Arch im Licht der aufgehenden Sonne. Kurz nach Sonnenaufgang scheint es, als würde der riesige Steinbogen glühen. Dieser Fotospot hat sich natürlich längst in den sozialen Medien herumgesprochen. Am Morgen warten hier Dutzende Fotografen und Schaulustige, um das Naturspektakel live zu erleben. Wenn du den Sonnenaufgang am Mesa Arch selbst sehen willst, solltest du dich dick einpacken. Selbst in den Sommermonaten kann es in den Morgenstunden sehr kalt werden.

Wanderfreunde kommen im südlicheren Needles District des Canyonlands Nationalparks auf ihre Kosten. Zu den schönsten Touren gehören die Wanderung zum mächtigen Druid Arch und der Joint Trail. Beide Touren entführen dich in eine einmalige Welt aus bunten Felsnadeln, die in den blauen Himmel ragen. Beide Wanderungen sollten nur Geübte mit Trittsicherheit und Kondition für einen langen Tagesmarsch angehen.

5. Ein Abstecher in den Zion Nationalpark

Mit dem Zion Nationalpark (Eintritt: 35 Dollar pro Fahrzeug) befindet sich eine weitere Top-Attraktion im US-Bundesstaat Utah. Um den Besucherandrang zu bewältigen, gibt es im Park einen kostenlosen Shuttlebus, der dich tiefer in das imposante Tal bringt. Parken kannst du auf dem Besucherparkplatz beim Visitor Center.

Auf der „To-Do“-Liste fast jedes Besuchers steht die Wanderung auf Angels Landing (Shuttle-Haltestelle The Grotto). Der Blick vom 1765 Meter hohen Gipfel ist wirklich atemberaubend. Die knapp neun Kilometer Wanderung (Hin- und Rückweg), auf der 450 Höhenmeter zu überwinden sind, sorgt insbesondere am Ende für Nervenkitzel. Links und rechts des mit Stahlketten gesicherten Weges geht es mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe. Nichts für Menschen mit Höhenangst. Gutes Schuhwerk und Schwindelfreiheit sind Pflicht.

Wenn du nicht so hoch hinaus willst, ist die Wanderung durch die Narrows das richtige für dich. Von der Shuttle-Haltestelle Temple of Sinawa geht es alsbald in die enge Schlucht, die der Virgin River geschaffen hat. Die Tour führt dich zum Teil durch hüfthohes Wasser, immer tiefer in den Canyon hinein. Selbst im Sommer sind Neoprensocken zu empfehlen. Wanderstöcke aus Holz leihst du dir in einem der vielen Outdoor-Geschäfte in Springdale vor den Toren des Nationalparks. Die Wanderung ist sogar im Winter machbar.

Ein weiteres Highlight im Zion Nationalpark ist die Wanderung auf den Observation Point. Von hier oben hast du einen einmaligen Blick über den Zion Canyon und auf Angels Landing. Die Wanderung ist rund 13 Kilometern lang und überwindet 650 Höhenmetern. Festes Schuhwerk ist Pflicht. Zudem musst du stellenweise absolut schwindelfrei sein, da es neben dem gut ausgebauten Weg mitunter steil in die Tiefe geht.

6. Der zauberhafte Bryce Canyon

Der Bryce Canyon National Park (Eintritt: 35 Dollar pro Fahrzeug)  in Utah darf als einer der schönsten Nationalparks der USA auf keiner Reise durch den Südwesten der USA fehlen. Die Besucher erwarten hunderttausende orangefarbene Steingebilde, die in den Himmel ragen. Besonders beeindruckend ist der Bryce Canyon im Morgen- oder im Abendlicht der tiefstehenden Sonne. Auch Wanderern bietet der Bryce Canyon einiges. Eine der bekanntesten Touren ist der nur gut zwei Kilometer lange Navajo Loop, der Wanderern einen tollen ersten Eindruck vermittelt und direkt durch diese einmalige Landschaft führt.

Die amerikanischen Nationalparks im Überblick

Die Nationalparks in den USA haben eine lange Geschichte. Der erste Nationalpark der Vereinigten Staaten und zugleich der erste der Welt ist der 1872 gegründete Yellowstone National Park. Heute gibt es 62 Nationalparks in den USA.

Den Titel des meistbesuchten Nationalparks hat der Great Smoky Mountains National Park – gelegen in den US-Bundesstaaten North Carolina und Tennessee – mit über elf Millionen Besuchern im Jahr 2018. Dahinter folgen der Grand Canyon National Park mit mehr als sechs Millionen Besuchern und der Grand Canyon National Park mit knapp fünf Millionen Besuchern.

Flächenmäßig ist der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark im Bundesstaat Alaska mit über 53.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark der USA. Mit gerade einmal 80.000 Besuchern im Jahr finden Besucher im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark viel unberührte Natur. Zudem ist der Nationalpark ein Eldorado für Abenteurer und Bergsteiger. Immerhin liegen in dem Nationalpark einige der höchsten Berge der Vereinigten Staaten.

Zu guter Letzt noch die Frage nach dem schönsten Canyon der USA: Das ist wirklich schwer zu beantworten. Der Grand Canyon muss hier auf alle Fälle genannt werden. Wer in der Nähe des Örtchens Page in Arizona ist – rund zwei Stunden östlich vom Zion Nationalparks gelegen –, sollte einen Abstecher in den bekannten Antelope Canyon machen.

Tipps für deine Rundreise durch die Nationalparks im Westen der USA

  • Ideale Ausgangspunkte für deine Reise durch den Südwesten der USA sind Las Vegas (Nevada) oder Denver (Colorado).
  • Außerhalb der Ortschaften hast du meist kein Handynetz. Aber: Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wann immer du ein Problem hast, ist Hilfe meist nicht weit.
  • In den Monaten April, Mai, September und Oktober hast du in der Regel sehr gutes Wetter, viele Spots sind aber nicht mehr so überlaufen wie im Hochsommer und die Preise für Flüge, Hotels und Mietautos sind deutlich günstiger.
  • Den Südwesten der USA erlebst du am intensivsten mit einem Campervan. Die USA lassen sich sehr gut mit dem Wohnwagen erkunden.
  • Eine Kreditkarte ist Pflicht. Ohne Kreditkarte kannst du kein Hotel und auch kein Mietauto buchen. Zudem kannst du in den USA fast alles mit Plastikgeld bezahlen.

 

Biggis und Flos Points of Interests in den 6 Nationalparks findest du hier:

United Airlines Logo Dieser Beitrag wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von United Airlines

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4 Kommentare

  1. Hey,

    ein wunderschöner Beitrag! Und die Bilder erst, ach, da bekommt man gleich Lust drauf zu wandern und neue schöne Orte zu entdecken.
    Die alpine Landschaft hat vor einigen Jahren mein Herz erobert. Meine Familie und mich verschlägt es nicht mehr ans Meer, sondern in die Berge und sind immer sehr glücklich, wenn wir die Berge sehen.
    Seit zwei Jahren fahren wir nach Südtirol ins Familienhotel Feldhof (https://www.feldhof.com/de/), um dort einen wunderbaren Urlaub in den Bergen zu verbringen.
    Wir freuen uns schon wieder drauf, aber wir werden mit Sicherheit auch einmal in die USA reisen.

    Gruß,
    Tamara

    • Redaktionsteam

      Hallo Tamara,

      herzlichen Dank für Dein Lob an unsere Autoren von den Phototravellers! Natürlich muss man nicht immer in die Ferne schweifen – in Europa gibt es auch viele wunderschöne Flecken.

      Dann wünschen wir Euch schon mal im Voraus einen wunderbaren Urlaub in den Bergen und alles Gute!

      Viele Grüße
      Janina von Travellers Insight

  2. Hallo Tamara,

    das kann ich gut verstehen, die Berge sind einfach … herrlich 🙂

    Viele Grüße
    Florian

  3. Michael R. offiziell

    Einfach herrlich😀🎄✨