Ein Tag auf Aitutaki: Paradies der Cookinseln

Wohl jeder kennt die Fototapete des paradiesischen Sandstrandes, auf dem sich eine der Palmen über das Meer neigt. Dieses Paradies liegt auf One Foot Island und ist Teil der Aitutaki, einer Inselgruppe der nördlichen Cookinseln. Auf ihrer Weltreise mit dem Round The World Ticket der Star Alliance haben Anne und Clemens das Paradies der Aitutaki auf einem Tagesausflug entdeckt.

Noch früh am Morgen wussten wir nicht, ob das alles so eine gute Idee war. Der Himmel war grau, es nieselte und allgemein war es einfach viel zu windig und frisch, um überhaupt das Bett vor dem Sonnenaufgang zu verlassen. Doch wir haben der Idee eine Chance gegeben, uns geduscht und uns dick eingemummelt auf unseren Mietroller gesetzt. Unser Ziel: der Flughafen.

Dieser Morgen war ein für Rarotonga untypischer Morgen. Rarotonga ist mit 67 Quadratkilometern die größte der Cookinseln, die sich im Südwestpazifik befinden, und gehört, so wie die 14 anderen Inseln der Inselgruppe, zu dem, was viele Menschen als das Paradies bezeichnen. Blaues Meer, strahlender Sonnenschein und eine so entspannte Atmosphäre, dass man automatisch in ein solch großes Urlaubsgefühl kommt, das man nie wieder loswerden möchte. Dieser Morgen aber war alles andere als paradiesisch. Wir machten uns also auf zum Flughafen, der nur 20 Minuten von unserem Hotel Aro’a Beachside Inn entfernt  lag, und hofften darauf, dass die Wolken verschwinden. Mit dem Flugzeug wollten wir nach Aitutaki, einer Inselgruppe im Norden der Cookinseln, die viele, viele Postkarten ziert.

Aitutaki: Mit Cessna und Vaka ins Paradies

8:00 Abflug Rarotonga. Die Maschine war voll, aber das war bei der Größe dieser Cessna auch relativ einfach. Viele der Leute, die sich an Bord des Flugzeuges befanden, hatten den gleichen Tagestrip-Plan wie wir: morgens das stürmische Rarotonga verlassen, um den Tag auf Aitutaki zu verbringen, und abends wieder zurückfliegen. Der Flug dauert nicht länger als eine Stunde und bietet den perfekten Ausblick auf die kleinen Inselchen, die sich hier, jenseits von einem anderen Land, im offenen Meer befinden.

Wir waren gelandet. Vom Flughafen ging es für uns durch die Straßen von Aitutaki direkt ans Meer – und dort wartete schon unser Vaka auf uns. Ein Vaka ist ein traditionelles Kayak, das sich fest verankert in der maorischen Kultur befindet. Das war nämlich das Gefährt, das die Maori vor Jahrhunderten genutzt haben, um von ihren kleinen Inseln in Richtung Neuseeland zu schippern. Heute werden die Vaka häufig nur noch für die Touristen genutzt.

10:00 Abfahrt Aitutaki Hafen. Noch war es ein wenig milchig und wir hatten immer noch Bedenken, ob die Fotos, die wir heute machen würden, wirklich gut sein werden. Das Vaka war gut gefüllt und die Crew hat uns bereits ganz am Anfang mit Inselklängen in die richtige Stimmung gebracht. Sechs Stunden auf dem Vaka lagen nun vor uns und mit ihnen ein Ausflug in das Paradies.

Aitutaki – Motiv zahlreicher Fototapeten

Aitutaki ist eine Art gekipptes Atoll, hat 1.900 Einwohner und eine Fläche von etwa 18 Quadratkilometern. Die Pazifikinsel befindet sich am Rand einer größeren Lagune und ist Teil eines Inselkollektivs aus 15 Inseln. Die kleineren Inseln werden hier Motus genannt. Drei dieser Inseln haben einen vulkanischen Ursprung, die zwölf anderen Inseln sind Koralleninseln.

Von Weitem konnten wir schon die ersten kleinen Inselchen erkennen. Den Klängen der Musik lauschend, haben wir uns schnell dabei ertappt, wie wir einfach nur ins Leere gestarrt haben. Mal mit dem Fokus  auf das türkisfarbene, klare Wasser, mal auf den weißen Sandstrand, mal auf die perfekt geformten Palmen, die wir auf den kleinen Inseln erkennen konnten.

12:00 erster Stopp. Unser Vaka hielt und erst jetzt fiel uns auf, dass die Sonne nun endgültig herausgekommen war und der Landschaft, die uns umgab, einen völlig anderen Touch gegeben hatte. Wahnsinn. Das Meer wirkte plötzlich wie gemalt, der Sand fast schon unnormal hell, und der Himmel hatte Schwierigkeiten, sich überhaupt von den Blautönen des Meeres abzusetzen. Hier werden also die ganzen Postkarten der Cookinseln gefertigt. Hier kommen die Fotos her, die häufig als Wandtapete genutzt werden. Hier ist es also, das Paradies.

Fische, die sich streicheln lassen

Wir hielten an, um zu schnorcheln. Doch auch das war alles andere als normal. Schon von unserem Vaka aus konnten wir riesige Fische erkennen, die sehnsüchtig auf Touristen mit Plastikschnorcheln und Neon-Taucherbrillen warteten. Unsere Crew sprang als erstes ins kühle Nass, wurde von den Fischen begrüßt und streichelte die Tiere, als seien sie ihre Haustiere. Nun ja, das mochte vielleicht sogar so sein. Nun gingen wir ins Wasser. Auch uns fanden die Fische interessant und so zogen sie ihre Runden – ohne auch nur einem einzigen von uns etwas zu tun. Das Meer war klar, glasklar. So klar, dass man kaum eine Taucherbrille brauchte, sondern die grellen Farben der Korallen und kleinen Fischschwärme, die uns umgaben, auch mit bloßem Auge von der Wasseroberfläche aus erkennen konnte.

13:00 Mittagessen. Während wir uns von der uns umgebenden Kulisse immer wieder aufs Neue den Atem haben nehmen lassen, war unsere Crew an Bord fleißig und hat unser Mittagessen vorbereitet. Fisch, Fleisch, eine Menge Salate und natürliche frisch geraspelte Kokosnuss in perfekter Atmosphäre? Das gibt es wohl nur auf Aitutaki.

One Foot Island – die kleinste Postfiliale der Welt

Nach dem Mittagessen war unser Ausflug ins Paradies aber noch lange nicht vorbei. Vor uns lag noch eine weitere Insel, ein kleines Motu, von der uns schon vor der Reise von unseren Freunden auf Rarotonga explizit vorgeschwärmt wurde. Was konnte aber noch kommen nach dieser Kulisse, den riesigen Fischen und dem Paradies, das wir bereits mitten in der Lagune gesehen hatten?

14:00 One Foot Island. Da waren wir. Der Anker wurde geworfen, die Taucherbrillen verteilt, die Pässe eingepackt. Wir waren auf One Foot Island angekommen. Die Insel, die in der Sprache der Maori Tapuaetai heißt, ist nicht nur das Zuhause von einer Menge Bilderbuchpalmen, sondern auch von der kleinsten Postfiliale der Welt. Seit Jahren schon dürfen sich hier nun Touristen ihren Stempel für den Pass abholen. Auch wir ließen uns den Fuß-Stempel in den Reisepass drücken, bevor wir uns auf eine kleine Inselerkundung machten. Viel zu sehen gab es hier nicht, aber das ist auch gut so, denn das muss es auch nicht. Wer hier herkommt, der weiß schon längst, dass er oder sie an dem wohl paradiesischsten Ort der Welt gelandet ist.

Der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen

Wir ließen uns in der ruhigen Lagune treiben. Mal rücklings, mal auf dem Bauch, mal im Sand liegend, mal schnorchelnd unter Wasser. Langeweile? Nein, die gab es hier nicht. Ganz im Gegenteil. Viel zu sehr waren wir damit beschäftigt, all das, was uns umgab, für voll zu nehmen. Das Licht, das Wasser, die Farben, das breite Lachen der Menschen, die Natur, die Palmen, der Himmel, die Sonne. Wären Aitutaki und all ihre kleinen Motus ein Gemälde, dann wäre es wohl die perfekteste Symbiose aus kalten und warmen Farben, die zusammen ein traumhaftes Ensemble ergeben. Doch das ist sie nicht. Sie ist eine Insel im Südwestpazifik, die einen noch so unberührten Paradies-Charme vermittelt, dass man fast ein bisschen Angst hat, es in Worte zu fassen, in Bilder zu packen und damit andere auf die Idee zu bringen, dort selbst hinzureisen.

Ein letztes Mal haben wir unser Vaka bestiegen, den Klängen der handgemachten Musik gelauscht und in die Lagune geschaut, die sich auch zum Ende des Tagesausflugs von ihrer besten Seite zeigte.

16:30 Abflug. Unsere Haut brannte ein wenig von der Sonne, die Haare rochen nach Salz und unser Mund hatte sich lange nicht mehr vom breiten Grinsen, das wir nun schon den ganzen Tag hatten, erholt. Manchmal, da sieht man Bilder im Fernsehen, in Magazinen oder gar auf irgendwelchen Social-Media-Plattformen. Bilder von paradiesischen Stränden, die am anderen Ende der Welt liegen. Dann denkt man sich, dass man dort nie im Leben hinkommen wird. Und nun saßen wir hier. In der kleinen Cessna, die uns aus dem Paradies wieder auf die nächste Trauminsel flog. So schnell kann es gehen – doch so schnell werden diese Erinnerungen an diesen Tagesausflug sicher nicht aus unserem Gedächtnis verschwinden. Mach es gut Paradies, auf dass Du für immer so traumhaft, ruhig und einzigartig bleibst.

Auf ihrer Reise zu den Cookinseln wurden Anne und Clemens unterstützt von:

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5 Kommentare

  1. Der Mensch hat die Gabe, aus jedem Ort ein Paradies zu machen – er muss nur die Natur sich selbst überlassen. Sehr schöner Bericht mit noch schöneren Foros. Paradiesisch!

  2. IHS.Heilbronn

    Habt ihr bei den Fotos mit Photoshop nachgeholfen? Sie verlieren an Natürlichkeit.

    • Markus Pflugbeil

      Danke für Ihren Kommentar. Als Redaktion achten wir immer darauf, dass die Bilder nach dem technisch notwendigen Nachbearbeiten nicht ihre Natürlichkeit verlieren. Die Farben auf den Cookinseln sind sehr intensiv, so dass sie von Ihnen als Betrachter möglicherweise als unnatürlich empfunden werden.

  3. Hi, vielen Dank für den tollen Bericht!
    Eine Frage: Wie viel kostet so ein Tagestrip nach Aitutaki? Lohnt es sich, nur auf Raratonga zu fliegen und dann einen Tagestrip nach Aitutaki zu machen?
    Liebe Grüsse
    Esther

    • Redaktionsteam

      Hallo Esther,

      schön, dass dich der Bericht unserer Weltreisenden motiviert hat, die Cook-Inseln anzusteuern. Hier findest du die Webseite der Air Rarotonga mit den Details zu dem Tagestrip: http://www.airraro.com/en/tours/aitutaki-day-tour Derzeit wird der Preis mit knapp 500 Dollar pro Person angegeben, die aber das komplette Tagesprogramm beinhalten, nicht nur den Flug. Gute Reise!

      Viele Grüße,
      Dein Redaktionsteam

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