¡Vamos a Sevilla! Streifzug durch Andalusiens Herz

An einem kalten und grauen Tag packte mich die Sehnsucht und ich entschloss mich zu einem Kurztrip nach Andalusien. Als ich zwei Wochen später bei 20 Grad in der südspanischen Stadt Sevilla landete, hüpfte mein Herz genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sevilla verzauberte mich sehr und ich kam zurück mit unzähligen Tipps für den perfekten Städtetrip. Los geht’s!

9:00 Uhr: Frühstücken bei Mamā Inés

Was in Sevilla unglaublich gut funktioniert: einfach irgendwo reinstolpern. Auf der Suche nach einem netten Café bog ich ein paar Mal um die verschlafenen Ecken der morgendlichen Altstadt und stand auf der Plaza Zurbarán plötzlich vor Mamā Inés. Ein winziges Café mit Außenterrasse, tollen Kaffeevariationen, Kuchen und Frühstücksangebot. Ich entschied mich für Tostada, geröstetes Brot, mit verschiedenen Aufstrichen wie Humus, Tomaten, Guacamole oder – ganz klassisch – Olivenöl. Dazu frisch gepresster Orangensaft, Cappuccino und fertig war die reichhaltige Stärkung für den Tag in Andalusiens Hauptstadt!

10:00 Uhr: Erster Überblick auf dem Metropol Parasol

Ich liebe es, mich bei Städtereisen treiben zu lassen. Auf wundersame Weise lande ich dann nämlich ganz zufällig bei den großen Sightseeing-Spots, wie beispielsweise der riesigen Holzkonstruktion Metropol Parasol vom deutschen Architekten Jürgen Mayer. Toll daran ist, dass man für schlappe drei Euro mit einem Aufzug nach oben fahren und durch die sich windenden, atemberaubenden Freiluftgänge gehen kann – ein Rundblick über die Stadt inklusive. Danach lockt noch eine kleine Shoppingtour durch die Märkte und Läden im Erdgeschoss oder ein Besuch im dort ebenfalls angesiedelten Archäologiemuseum.

Alternative oder Programmpunkt für den nächsten Tag:
Der Plaza de España, denn dort ist es am Vormittag noch nicht so voll. Das imposante Gebäude ist halbkreisförmig um den gleichnamigen Platz gebaut und ein Symbol für die Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien. Überhaupt steckt hier viel Geschichte drin, es ist ein toller Ort zum Verweilen und um die Architektur zu bestaunen – allen voran die Azulejos, die Kachelornamente.

12:00 Uhr: Schlendern durch von Orangenbäumen gesäumte Gässchen

Wer eine Stadt gerne auf Spaziergängen kennenlernt, ist in Sevilla prima aufgehoben, denn obwohl die Altstadt als größte des Landes gilt, ist sie sehr gut zu Fuß zu erkunden. Ich mochte vor allem die üppigen Orangenbäume, die das ganze Stadtbild zieren und die kleinen Läden, die zum Souvenirshopping verführen. Schön fand ich auch die wunderschönen Gässchen, in denen man sich kurz verlieren kann. Man ist dort etwas abseits des Trubels und doch genau mittendrin.

14:00 Uhr: Maurische Baukunst in Alcazár bestaunen

Durch die Nähe zu Nordafrika ist die maurische Architektur mit ihren orientalischen Elementen in Sevilla stark verwurzelt. Nicht nur in der ganzen Altstadt sind wunderschöne Innenhöfe zu finden, die stark an marokkanische Riads erinnern, auch der mittelalterliche Königspalast Alcazár ist eine Augenweide in Sachen maurischer Baukunst. Zu sehen ist vor allem die Mudéjar-Architektur – eine islamische Bauweise, die unter christlicher Herrschaft entstanden ist. Wirklich umwerfend sind der Salón de Embajadores, der Patio de las Doncellas und die riesige Gartenanlage. Es lohnt sich wirklich, diesem noch heute manchmal von der Königsfamilie genutzten Palast viel Zeit einzuräumen und in die faszinierende Architektur einzutauchen.

Alternative oder Programm für den nächsten Tag:
Die Kathedrale Santa María de la Sede direkt neben Alcazár besuchen, welche die größte gotische Kirche des Landes ist und unter Denkmalschutz steht. Die Giralda, das ehemalige Minarett, das aus der Zeit stammt, als die Kathedrale noch eine Moschee war, ist bereits von außen beeindruckend und zählt zu den Wahrzeichen der Stadt.

17:00 Uhr: Churros zur Stärkung!

Wer müde Füße hat, sollte nun einen Zwischenstopp einlegen – und was eignet sich besser, als bei einer Portion Churros mit Kakao zu entspannen? Nach der spanischen Nascherei, einem Fettgebäck aus Brandmasse, muss man in Sevilla wirklich nicht lange suchen – in fast jedem Café gibt es sie. Also kurz mal Füße hochlegen, Churros bestellen und in den dickflüssigen Kakao tunken!

Alternative für Eisliebhaber & Veganer:
Bei Bolas gibt es fantastisches Eis ohne Zusatzstoffe und einige Sorten, die ohne Milch und Ei hergestellt werden.

19:00 Uhr: Geheimtipp Sundowner auf der Dachterrasse

Um diese Zeit wird in Spanien noch nicht zu Abend gegessen, aber es ist der perfekte Zeitpunkt, um sich schon mal darauf einzustimmen. Ein toller Spot direkt an der Kathedrale ist die Dachterrasse des Hotels Doña Maria, wo man mit einem Drink den Abend einläuten kann; Snacks gibt es sowieso dazu. Hier ist es besonders schön, um den Sonnenuntergang zu genießen und durch den zentralen Ausgangspunkt kann man auch ganz easy gegen 20:30 Uhr die Tapas-Tour starten!

20:30 Uhr: Tapas, Wein & spanische Geselligkeit

Oliven, Käse, Jámon Ibérico (iberischer Schinken), Espinacas con Garbanzos (mein Favorit: Kichererbsen mit Spinat) oder Flamenquín (Fleischröllchen mit Schinken gefüllt) – die Liste der spanischen Spezialitäten ist endlos! Wer sich durchprobieren möchte, bestellt sie als „Mini-Portionen“, sogenannte Tapas. Wer mehr davon mag, kann das Gericht als ganze Portion erfragen. Das leckere Essen wird oft mit einem Caña, dem „Bierchen“, oder Rotwein hinuntergespült. Die Andalusier trinken auch sehr gerne Manzanilla, einen sehr trockenen Sherry, der ausschließlich im südwestspanischen Sanlúcar de Barrameda hergestellt wird.

Das Stadtviertel Triana, gelegen zwischen dem Fluss Guadalquivir und dem Canal de Alfonso XIII, eignet sich übrigens wunderbar für eine Tapas-Tour. Tolle Bars mit leckerem Essen und schönem Ambiente sind zum Beispiel Las Golondrinas und das etwas schickere Majaretta. Weitere Tipps zu Tapas-Bars und anderen Favoriten der Locals finden sich weiter unten in der Liste.

Alternative zur Tapas-Tour oder Programm für den nächsten Tag:
Flamenco gucken! Er vereint Gesang, (Gitarren-)Musik und Tanz, seine Ursprünge gehen auf verschiedene Kulturen zurück, zuhause ist er in Andalusien. Ich finde, wer den Flamenco nicht erlebt hat, war auch nicht so richtig in Sevilla. Eine tolle und authentische Bar ist die La Carboneria. Hier ist der Eintritt kostenlos und jeden Abend wird Flamenco aufgeführt.

Geheimtipps der Locals für Sevilla

Meine Liebe zu Sevilla ging vor allem durch den Magen, wie das mit Spanien und seiner Essenskultur so ist. Wer hierherkommt, sollte also hungrig sein – aber nicht nur auf die leckeren Spezialitäten, sondern auch auf die Geschichte und Kultur der Stadt. Hier noch eine Liste mit Tipps von den Einheimischen:

Tapas:

  • In die Bar Casa Ruperto in Triana gehen viele Einheimische, vor allem auch zur Mittagszeit. Hier gibt es sehr günstige Tapas, die schnell serviert werden. Beliebt sind vor allem die Wachteln, auf Spanisch: codornices.
  • Die älteste Tapasbar der Stadt ist El Rinconcillo, schon seit 1670 werden dort spanische Spezialitäten serviert. Definitiv einen Stopp wert!
  • Direkt neben El Rinconcillo findet man La Huerta, wo es laut den Einheimischen die besten Kichererbsen mit Spinat gibt.

Nachtleben:

  • Rund um die Alameda de Hércules herrscht eine alternative und internationale Partyszene. Wer ausgehen will, egal an welchem Wochentag, ist hier richtig.
  • Auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters, das heute als Museum fungiert und unter dem Namen Centro Andaluz de Arte Contemporáneo bekannt ist, steigen alle zwei Wochen Elektropartys.

Shoppen:

  •  Der Flohmarkt El Jueves findet – wie der Name vermuten lässt –  ganzjährig jeden Donnerstag statt und ist der älteste Markt der Stadt. Dort findest Du Antiquitäten, kleine Schätze, Vinyl und das ganz besondere Mitbringsel fernab kitschiger Souvenirläden

Ganz besonderer Tipp:

  • 1001 Nacht mitten in Sevilla: Die arabischen Bäder im Aire de Sevilla sind ein perfektes Highlight für Paare oder einfach, um zwischendurch die Seele baumeln zu lassen. Thermalbäder, andalusische Rituale, Massagen und Co. – himmlisch sind sie alle!

Sevilla ist zwar die Hauptstadt Andalusiens, doch der südliche Landesteil Spaniens hat darüber hinaus noch mehr zu bieten. Blogger-Kollegin Julia Lassner hat auch spannende Tipps für Euch. Die Redaktion von Travellers Insight hat sie für Euch in einem Beitrag über Andalusien zusammengefasst.

Bildnachweise:

4 Kommentare

  1. Was für ein toller Beitrag – vielen Dank für die vielen tollen Tipps und das Gefühl, das bei den Worten rüberkommt. Ich freue mich sehr auf meinen Trip im Mai! LG Sina

    • Travellers Insight - Team

      Hallo liebe Sina,
      schön, dass dir der Artikel gefallen hat. Wir geben das Lob gerne an Anika weiter.
      Viel Spaß auf deiner Reise nach Sevilla!

      Liebe Grüße
      Katharina

  2. Dr.hollywoodsmile@web.de

    Ich möchte im kommenden Jahr nach Andalusien ziehen, hast Du Tipps für mich.

    • Hey Dr.hollywoodsmile@web.de, Anika hat nur Sevilla bereist. Daher gibt es für dich Reisetipps aus unserem Redaktionsteam. Yvonne hat Andalusien erkundet und Ihre Lieblingsorte für dich zusammen geschrieben. Viel Spaß auf deiner Reise 😉

      Roadtrip in 8 Tagen: Málaga – Tarifa – Cadiz – Sevilla – Ronda – Granda – Málaga

      Beste Reisezeit: Frühling oder Herbst, sonst ist es zu warm und zu überlaufen

      In Málaga habe ich nur wenige Stunden verbracht. Empfehlenswert ist hier die Besichtigung der Kathedrale von Málaga, die Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación oder des Hafenviertels von Málaga, genannt Muelle Uno.

      Auf der Durchreise nach Tarifa haben wir ein total schönes kleines Hotel entdeckt: das Refugio de Juanar. Das Hotel liegt etwa 10 km von Ojén entfernt, im Naturschutzgebiet Sierra de las Nieves. Hier kann man herrliche entspannte Tage in ruhiger Atmosphäre verbringen und kleinere Wanderungen ins Naturschutzgebiet machen…wenn man unbedingt was unternehmen möchtee 😉

      Tarifa ist für mich, der schönste Ort Andalusiens mit einem schier endlosen weißen Sandstrand und türkis-bauem Meer, dem rauen Wind und dem bunten Volk, was sich hier zum relaxen, surfen und feiern einfindet. Die wunderschöne Altstadt mit den weißgetünchten Häusern und unzähligen Cafes und Bars ist der „place-to-be“. Am besten in der Nebensaison bereisen, im Sommer kann es hier sehr voll werden. Hier hab ich einige Tage verbummelt und bin im Hurricane Hotel abegstiegen (super Frühstück und tolle Lage, außerhalb der Stadt direkt am Strand).

      Cádiz gilt als eine der ältesten Städte Europas, Barrio La Vina ist eine besondere Gegend in Cádiz mit tollen Bars, Cafes und ganz speziellen Menschen. Hier ist auch das Herz des Karnevalls.

      Sevilla ist Andalusien unplugged. Die Stadt verkörpert alles, was man sich von Andalusien verspricht: Flamenco, Tapas und unvergleichliche Architektur aus der Maurenzeit. Das Viertel Barrio Santa Cruz versprüht den wahren Charme und die Lebensfreude Sevillas: Unzählige Tapasbars, Kneipen und Flamenco prägen dieses Viertel.

      Ronda, mit dem Herzstück der Stadt, der Puento Nuevo (eine über 100 Meter hohe Brücke, die mit ihren hohen Bögen die Schlucht zwischen den beiden Teilen der Stadt überbrückt) gehört natürlich bei einem Besuch Andalusien auf die To Do Liste. Hier reicht aber ein Tagesausflug. Das Hinterland ist noch sehr reizvoll. Dazu hat meine Zeit nicht mehr gereicht.

      Granada war für mich die größte Überraschung. Denn über den Besuch der Alhambra hinaus – die wirklich sehenswert ist – bietet die Stadt so viel mehr. Besonders präsent sind hier die maurischen Einflüsse, die sich nicht nur in der traumhaften Architektur sondern auch in der Vielfalt der Küche wiederspiegeln…Marokkanische, syrische, türkische und libanesische Restaurants reihen sich aneinander und verkaufen alle möglichen Leckereien. Die Free Tapas in Granada sind ein kleiner Geheimtipp, denn Granada ist einer der wenigen Orte, an dem man zu jedem bestellten Getränk kostenlose Tapas serviert bekommt. Die Stadt pulsiert…vor allem nachts 😉

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