Mallorcas schönste Dörfer – ein Roadtrip durch unbekannte Orte

Idyllisches Dorfleben, kurvige Bergstraßen und der Geruch nach saftigen Orangen – das ist die Trauminsel Mallorca fernab aller Klischees. Die schönsten Dörfer, ruhige, unbekannte Orte und versteckte Sehenswürdigkeiten hat Tatiana für dich in ihrem Roadtrip-Bericht zusammengefasst.

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Ich gestehe: Ich bin Ballermann-Fan. Nicht weil ich deutschen Schlager liebe und am liebsten im Megapark feiere. Sondern, weil ich es immer noch faszinierend finde, dass eine Insel wie Mallorca auch so einem verrückten Ort wie dem berühmt-berüchtigten Strandabschnitt in Playa de Palma Raum gibt. Denn eigentlich ist Mallorca ganz anders. Glaubst du nicht? Komm mit mir durch die schönsten Dörfer der Insel und erlebe mit mir ein Mallorca, das nach saftigen Orangen statt schalem Bier duftet und wo dir nach einem Roadtrip über die abenteuerlichen Serpentinen der Tramuntana mindestens genauso schwindelig ist wie nach einem doppelten Jägermeister.

Serra Tramuntana: Weltkulturerbe und Heimat der schönsten Bergdörfer Mallorcas

Das Tramuntana-Gebirge oder Serra Tramuntana zieht sich an der gesamten Westküste Mallorcas entlang und ist von der Inselhauptstadt Palma mit dem Mietwagen nur einen Katzensprung entfernt. Aber aufgepasst: Was auf der Karte vielleicht nach einem kurzen Tagesausflug aussieht, wird nach den ersten Kilometern auf den kurvigen Bergstraßen schnell zum Abenteuer!

Die nächsten fünf Orte kannst du an einem Tag erkunden. Von Palma aus fährst du Richtung Sóller, aber nehme ja nicht übermütig den Weg über den Coll de Sóller, den Bergpass. Entscheide dich für den mittlerweile kostenlosen Tunnel, denn kurvig wird es später noch genug. Folge danach der Straße an Sóller vorbei und fahre Richtung Fornalutx.

Fornalutx: Dorfleben auf Mallorca

Die ältere Dame presst ein kurzes „Hola“ zwischen ihren Lippen hervor und widmet sich danach weiter stoisch dem Wässern ihrer Pflanzen. Dass ich gerade staunend durch ihren Vorgarten stapfe, scheint ihr nicht so recht zu sein. Aber ein kurzer Gruß muss dennoch sein, so, wie es sich in den kleinen Dörfern Mallorcas gehört. Auch wenn man sich gar nicht kennt. Ihr Vorgarten ist dabei nicht als solcher zu erkennen: Wie aus einem Guss verschmelzen die tönernen Blumentöpfe vor ihrem Hauseingang mit den so typischen mediterranen Steinwänden und dem Steinboden der schmalen Gasse. Die Haustür mit den Glasfenstern steht leicht offen und hinter den Spitzengardinen offenbart sich ein Blick in ein typisch mallorquinisches Wohnhaus: Viel Holz, viele Häkeldeckchen, viel Gemütlichkeit, und ich bin versucht, mich selbst dort auf einen Café con leche und ein Stück Gató de almendra, dem mallorquinischen Mandelkuchen, einzuladen.

 

Fornalutx ist eines der malerischsten Dörfer auf Mallorca: Inmitten der Serra Tramuntana, dem mallorquinischen Gebirge und UNESCO-Weltkulturerbe gelegen, hat es nur gut 700 Einwohner und ist ganz hochoffiziell Mitglied des Verbandes der „Los pueblos más bonitos de España“, der schönsten Dörfer Spaniens.

Tipp: Streune durch die kleinen Gassen und lass dich treiben! Am Ortsausgang, nur wenige hundert Meter nach der zentralen Plaça Espanya, eröffnet sich dir ein einmaliger Blick auf die Berge rundherum. Genieße das Vogelgezwitscher, das laut durch das Tal schallt, atme tief durch und lasse die klare Luft der Tramuntana durch den Körper strömen. Mit etwas Glück tragen die zahlreichen Bäume der Fincas im Tal Früchte: So intensiv wirst du noch nie Orangen gerochen haben!

Über kleine Landstraßen fährst du zurück nach Sóller, dem größten Ort im Tramuntana-Gebirge.

Sóller: Sonne im Glas

Überhaupt ist die Region um Sóller beliebt für seine fruchtbaren Böden; hier wachsen Oliven, Mandeln, Orangen und Zitronen im Überfluss. Fast jeder, der hier ein Stück Grünfläche sein eigen nennt, hat irgendwie seine kleine Orangen- oder Zitronenernte. Wenn du bisher auf der Insel noch keinen frisch gepressten Orangensaft probiert hast, solltest du das spätestens in Sóller nachholen – ich verspreche dir, ein Orangensaft schmeckt auf Mallorca wie Sonne im Glas.

Am besten schlürft sich ein Saft in einer der Bars an der Plaça de la Constitució mit Blick auf die erhabene Kirche Sant Bartomeu. Hier erlebst du eine andere Facette Mallorcas: Die Badestrände mit den vielen Sonnenanbetern, der hektische Rummel Palmas, die vollen Touristenattraktionen – alles scheint weit weg. Behäbig rumpelt Sóllers hölzerne Tram am Platz vorbei und das Nostalgieflair ist perfekt!

Neben einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt Sóllers ist auch ein Besuch bei Fet a Sóller an der Plaça Mercat Pflicht, werden dir viele sagen. Die traditionsreiche Eismanufaktur gilt als die mallorquinische Instanz in Sachen Eis. Aber psst… unter uns: Bei Ca’n Pau, einem kleinen schmalen Laden direkt an der Plaça de la Constitució gibt es nicht nur weniger Farbstoff im Eis, sondern auch das aufregendere Geschmackserlebnis mit so leckeren Sorten wie Orange mit Honig oder Schokolade mit Orange und Likör.

Shopping-Tipp: Im Alameda Shop, etwas versteckt in der Carrer Sant Joan, gibt es ausgesuchtes Kunsthandwerk kleiner Manufakturen und Designer. Nicht alles von der Insel, in jedem Fall aber viele hübsche und ausgefallene Dinge, die sich auch als Mitbringsel eignen.

Auf Zeitreise nach Port de Sóller

Eine Fahrt mit der Tram solltest du dir ebenfalls nicht entgehen lassen: Die Strecke führt bis zum Hafen von Sóller, der in das schönste Bergpanorama eingebettet ist. Nach so viel Gebirge ist man wahrlich überrascht, wieder am Meer zu landen, und einen ganz passablen Strand gibt es hier dazu.

Ich weiß nicht, ob es die nostalgische Tram ist oder der leichte Retro-Vibe, der durch den Hafenort weht, aber hier fühle ich mich immer nicht nur meilenweit von Palma entfernt, sondern auch wie auf einer Zeitreise ins Mallorca vergangener Tage, als es noch als exotisches und außergewöhnliches Urlaubsziel galt. Unbedingte Empfehlung!

Tipp: Fast am Ende der Promenade führt eine kleine Straße den Berg hinauf. Von den Terrassen kann man hier bei einem Getränk die Aussicht genießen. Viele der Lokale sind allerdings eher Touristenfallen. Wenn ihr auf der Suche nach gutem Essen seid, geht lieber ein Stückchen weiter zum Bikini Hotel und speist dort im NENI Mallorca.

An der Küste entlang nach Deià

Nichts für Ängstliche: Von Sóller aus geht es Richtung Deià, mit vielen Kurven fast immer an der steilen Küste entlang. Hier finden sich einige der schönsten Abschnitte der Küstenstraße.

Eine kurvige Straße umgeben von Palmen entlang einer Mauer führt in das Dorf Deià auf Mallorca.
Deià Enge Kurven und auf der rechten Seite geht es steil bergab: eine der schönsten Straßen der Insel.
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Das tiefe Meeresblau, klarer Himmel und im Hintergrund die schroffen Berge der Tramuntana: Auch dieses Naturerlebnis ist typisch Mallorca. Direkt an dieser Straße liegt auch das Dorf Deià, das sich postkartenreif in die Berge schmiegt. Kein Wunder, dass Deià als Künstlerdorf gilt, das seit jeher Künstler und Kulturschaffende aus aller Welt anzieht, darunter so illustre Persönlichkeiten wie Peter Ustinov oder Pablo Picasso.

Tipp: Zur Kirche Sant Joan Baptista führt ein Fußweg hoch – und von dort aus hat man einen fantastischen Ausblick über das Dorf.

Valldemossa: Fluffige Cocas und eine Liebesgeschichte

In Valldemossa läuft mir schon beim Ortseingangsschild das Wasser im Mund zusammen. Denn wann immer ich hier bin, muss ich einfach in die Panadería Ca’n Molinas. Von außen unscheinbar, gibt es in dieser Bäckerei nicht nur die berühmten Cocas de Patatas, sondern auch einen romantischen kleinen Hinterhof, in dem man unter schattenspendenden Orangen- und Zitronenbäumen die ofenfrischen Cocas bei einem Café con leche gleich verputzen kann.

 

Die fluffigen, leicht süßen Hefebrötchen aus Kartoffelmehl schmecken nirgendwo auf der Insel besser! Wenn du es richtig mallorquinisch haben möchtest, bestellst du zu deiner Coca eine Horchata de almendras – ein kühler, cremiger Smoothie mit frisch geriebenen Mandeln, der an heißen Tagen besonders erfrischend ist! Frische Cocas halten sich übrigens gut noch ein paar Tage, bestelle unbedingt auch eine kleine Ration zum Mitnehmen!

Mittelpunkt des Ortes ist die Kartause von Valldemossa, deren auffälliger türkisfarbener Turm schon von weitem zu sehen ist. Berühmt wurde die ehemalige Klosteranlage durch den Komponisten Frédéric Chopin und der Schriftstellerin George Sand, die miteinander hier 1838/39 einen romantischen Winter verbrachten. Spaziere ein bisschen durch den gepflegten Garten der Kartause und verirre dich in den Gassen Valldemossas auf der Suche nach der schönsten Eingangstür: Hier übertreffen sich die Einwohner gegenseitig mit ihren üppigen Blumendekorationen rund um ihre Häuser.

Blick auf die Kartause mit grünem Dach inm mallorquinischen Ort Valldemossa.
Valldemossa Das Wahrzeichen Valldemossas: Die Kartause.
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Von Valldemossa führt eine Landstraße wieder direkt nach Palma: Hier endet unser kleiner Roadtrip. Und jedes Mal, wenn ich zurück ins geschäftige Palma fahre, denke ich, ich komme aus einer anderen Welt. Genau diese Vielfalt liebe ich an der Insel: Ob Naturliebhaber, Kunstinteressierte, Sonnenhungrige, Wanderfreunde oder Schlagerfans – jeder findet hier sein Lieblingseckchen.

Extra-Tipp: Wochenmärkte auf Mallorca

Um richtig in das Dorfleben auf Mallorca einzutauchen, solltest du einmal über einen der vielen Wochenmärkte schlendern. Fast jedes Dorf hat seinen eigenen Markt an einem bestimmten Wochentag und ich liebe die Atmosphäre auf allen! Die Märkte sind nämlich nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern auch wichtiges soziales Event. Das ganze Dorf trifft sich und tauscht bei Kaffee oder einem Bier in den umliegenden Bars den neuesten Tratsch aus oder genießt einfach nur das Miteinander: Es wird gequatscht, gelacht und sich geherzt.

Einer meiner Lieblingsmärkte ist der traditionsreiche Bauernmarkt in Sineu, so richtig tief in der Inselmitte. Jeden Mittwoch verwandelt sich fast die gesamte Altstadt in ein Meer aus den verschiedensten Marktständen. Von Hühnern und Ziegen über frisches Gemüse bis Kunsthandwerk gibt es hier ein kunterbuntes Angebot. Straßenmusiker mischen sich unter und unterhalten die Menge, von einem Stand riecht es blumig nach handgesiedeten Seifen und überall lauern lauter Leckereien wie die riesigen Käseräder oder die kunstvoll aufgehangenen Sobrasadas.

Tipp: Früh kommen, über den gesamten Markt schlendern, der sich um die imposante Kirche Santa Maria bis zur Plaça Es Fossar zieht und dann ins Castro’s zum Mittagessen einkehren: Gemütliche Terrasse, etwas versteckt gelegen, aber mit Blick auf den Markttrubel!

Hilfreiches für einen Roadtrip auf Mallorca

  • Die Straßen in der Tramuntana sind sehr gut ausgebaut, allerdings können die vielen Serpentinen schon sehr anstrengend sein. Auch das Entlangfahren an der Küstenstraße ist nicht Jedermanns Sache. Im Frühjahr und Herbst sind außerdem viele Rennrad- und Motorradfahrer unterwegs. Gerade beim Überholen von Radfahrern ist erhöhte Vorsicht geboten. Seid ihr zu zweit oder in der Gruppe unterwegs, lasst euch alle als zusätzliche Fahrer eintragen, damit ihr euch abwechseln könnt.
  • Vorsicht bei der Anmietung von Mietwagen: Bei Abholung versuchen günstige Anbieter oft, mit viel Nachdruck teure Zusatzversicherungen zu verkaufen. Tipp: Mietwagenportale oder -vergleichsseiten zeigen dir meistens die besten Preise und bieten eine zusätzliche Vollkaskoversicherung gegen einen viel kleineren Aufpreis an! Dann brauchst du keine anderen Versicherungen mehr.
  • Fährst du nicht gerne in den Bergen Auto? Die vielen Serpentinen sind dir nicht geheuer? Von Palma aus sowie zwischen den einzelnen Orten gibt es relativ gute Busverbindungen. Buslinien und Fahrpläne für die Tramuntanaregion findest du bei TIB.
  • Nach Sóller kommst du von Palma aus auch mit dem „Roten Blitz“, einer historischen Eisenbahn. Für die Strecke braucht der Zug eine Stunde, die Tickets sind etwas kostspielig, aber die Fahrt durch die Berge ist wirklich ein absolutes Erlebnis. In Kombination mit einer Tramfahrt nach Port de Sóller eine empfehlenswerte Alternative für einen Tagesausflug ohne Mietwagen.
  • In die Serra de Tramuntana kannst du ganzjährig fahren. Während der Hochsaison im Juli und August sind beliebte Orte allerdings sehr überfüllt und die Parkplatzsuche ist schwer. Besonders schön finde ich eine Spritztour durch die Berge im Frühling, wenn alles blüht und die Temperaturen angenehm mild sind.
  • Möchtest du gleich deinen ganzen Urlaub in der Tramuntana verbringen? Kein Problem! Hier gibt es zahlreiche Unterkünfte, kleine Pensionen, Ferienwohnungen oder Fincas in allen Preiskategorien. Neben malerischen Dörfern findest du hier auch jede Menge Wanderwege durch die beeindruckende Landschaft der Tramuntana – langweilig wird dir hier bestimmt nicht!
  • Hotel-Tipp: Für die perfekte Mischung zwischen Natur und Entspannung, gutem Essen und ansprechendem Design empfehle ich dir das Bikini Hotel in Port de Sóller.

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!