Die einsamen Badebuchten von Karpathos

Karpathos, die felsige Insel zwischen Rhodos und Kreta, ist nicht groß und hat trotzdem unglaublich viel zu entdecken. Unsere Bloggerin Madlen hat die vielen Strände, geheimen Badebuchten und schönsten Gebieten der griechischen Insel entdeckt und teilt in diesem Reisebericht ihre Erfahrungen mit euch.

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Nicht einmal zwei Wochen würden ausreichen, um alle Strände von Karpathos zu sehen, erzählt mir der Besitzer des Kafe Skopi (Anmerkung der Redaktion: geschlossen) und lacht laut. Ich habe nur eine Woche, um die felsige Insel zwischen Rhodos und Kreta zu erkunden. Dabei ist Karpathos nicht einmal groß. Aber in den zerklüfteten Berghängen findet man viele einsame Buchten, die in einer faszinierenden Kulisse zum Baden einladen. Von wilden Kiesstränden im Inselnorden bis zu traumhaftem Sandstrand im Westen von Karpathos will ich davon so viele wie möglich entdecken.

Die Strände von Karpathos, die ich besucht habe, findet ihr auf dieser Karte:

Strände und Geheimtipps auf dem Roadtrip gen Norden

Am Hafen von Karpathos im Südwesten der Insel beginnt das Abenteuer, genauer gesagt im Städtchen Pigadia. Hier herrscht eine entspannte Ruhe, die vielen schöne Tavernen und Geschäfte laden zum Genießen und Bummeln ein und am Hafen kann man in den Abendstunden herrlich flanieren.

Der Pigádia Strand

Der Strand von Pigádia liegt unweit vom Hafen entfernt. Am weißen Sandstrand genießen die Badegäste auf den ordentlich aufgereihten Liegestühlen unter den schützenden Schirmen ein Sonnenbad. Im Meer befinden sich viele große Kiessteine, aber auf Höhe des Electra Beach Hotels kann man auch ohne Badeschuhe entspannt durchs Wasser treiben. Das Hotel bietet sich übrigens auch an, wenn ihr ein paar Tage in Pigádia verweilen wollt: Hier genießt ihr einen unschlagbaren Blick aufs Meer, wohnt direkt am Strand und bekommt einheimische Küche serviert.

Dieser Teil wurde teilweise vom Travellers Insight-Redaktionsteam ergänzt.

Der Weg ist das Ziel: Highlights auf dem Weg nach Acháta

Hinter Pigádia nimmt die asphaltierte Straße die beständige Form von Serpentinen an. Rechts lockt die Aussicht über wunderschöne Buchten, links auf die Berge. Durch ein traumhaftes Tal mit Pinienwäldern, Olivenhainen und Oleanderbüschen führt die Straße von Apéri nach Acháta hinab. An einer kleinen, weißen Kapelle halte ich an, um einen Blick auf den Strand zu werfen. Meine Füße tasten sich kurz darauf durch den groben Kies zum Meer vor. In das kristallklare Wasser geht kaum jemand ohne Schnorchel und Maske. Nachdem auch ich mich erfrischt habe, setze ich meine Fahrt in den Norden fort.

Atemberaubend sind auf der Rundreise durch Karpathos nicht nur die Kurven, sondern das, was sich in den Lücken zwischen Büschen und Kiefernwäldern am Wegesrand auftut. Eine Bucht liegt schöner von schroffen Felsen umschlungen, als die andere. Auf dem Türkis strahlenden Wasser dümpeln Boote.

Der Strand von Acháta

Mein nächster Stopp auf dem Weg Richtung Norden ist der Acháta Beach –Paralia Acháta. Das Wasser strahlt in wunderschönem Blau, Acháta ist nicht zu überlaufen und damit noch ein kleiner Geheimtipp. Wenn die Mittagssonne knallt, lassen sich die Höhlen und Schluchten um den Strand herum erkunden oder auf der Liege mit Sonnenschirm, die ihr zusammen für 10€ leihen könnt, ein Getränk von der Strandbar genießen.

Geheimtipps auf dem Weg zur Ápella-Bucht

So schön es in Acháta auch ist– Karpathos hält noch einige weitere aufregende Erfahrungen und einzigartig schöne Gebiete bereit.

Zwischen dem Strand von Acháta und der Ápella-Bucht warten noch mehr Strände mit glasklarem Wasser und Kieselsand auf. Der Kato Lakkos z.B. ist ein wahrer Hidden Gem, den ihr auf einem 2km langen Fußmarsch ab Katodio erreicht. Die ca. 30 Minuten lange Wanderung runter zum Strand ist die Mühe absolut wert – weil Kato Lakkos nur fußläufig zu erreichen ist, zählt er noch zu den Geheimtipps der Insel und lädt zum Verweilen ein. Denkt nur daran, dass ihr den Weg auch wieder hochlaufen müsst und macht das am besten noch vor Sonnenuntergang!

Ungefähr drei Kilometer weiter nördlich vom Kato Lakkos findet ihr übrigens den bekannten Strand Kyra Panagia, eine wunderschöne Kiesbucht mit einer ganzen Handvoll netter Tavernen. Kyra Panagia ist zwar eher touristisch, die malerische Kulisse ist einen Besuch aber unbedingt wert und  außerhalb der Hochsaison findet ihr auch hier Ruhe und Entspannung.

Dieser Teil wurde vom Travellers Insight-Redaktionsteam ergänzt.

Die Ápella-Bucht

Wo der Strand besonders weiß leuchtet und jede Liege belegt ist, befindet sich die Ápella-Bucht – das häufigste Postkartenmotiv der Insel. Natürlich kann auch ich es mir nicht entgehen lassen, hier ein paar Bilder zu machen. Von der Hauptstraße aus erreicht ihr den Strand über einen asphaltierten Weg die Serpentinen herunter.

Am Ápella-Strand befindet sich nur eine einzige Taverne, die Taverna Ápella. Hier bekommt ihr einheimisches Essen und werdet mit einer unglaublich herzlichen Gastfreundschaft empfangen.

Einsame Kieselstrände im wilden Inselnorden

Von Ápella aus geht die Reise für mich noch weiter gen Norden – es zieht mich an die nördliche Ostküste von Karpathos.

Die ersten Tage verbringe ich abseits der Touristenhotspots im kleinen Fischerdorf Diafáni. Geschäftig wird es nur, wenn die Ausflugsboote aus dem Süden Tagesgäste für eine Weiterfahrt nach Ólympos bringen. Vor den Tavernen sitzen die Einheimischen und trinken einen Frappé. Mitten in Diafáni selbst liegt der Diafani Beach – eine Art klassischer Stadtstrand, von dem aus ihr tolle Wanderungen antreten könnt.

Eine halbe Stunde nördlich vom Ort liegt die Vanánta-Bucht. Der Weg zum Strand ist gut beschildert, eine kleine Wanderung von ca. 3km durch Wälder und Olivenhaine, bei der ich sogar eine Mönchsrobbe im Meer erblicke, führt mich an den Kieselstrand. Nur eine Handvoll Touristen sonnt sich hier auf ihren Tüchern. Ein kleiner Brunnen rauscht im Gebüsch, auf dem Hügel strahlt eine Kapelle, aus der Weihrauchduft dringt. Hier gibt es keine Liegen und keine Restaurants– stattdessen Natur pur und glasklares Wasser!

Südlich von Diafáni liegen von Felsen eingerahmte Badebuchten, die meist nur mit Boot, Geländewagen oder zu Fuß erreichbar sind. Ich nehme den Küstenwanderweg vorbei an den Stränden Kambí und Fokái zum einsamen Papa Minás Strand. Eingerahmt wird der Kieselstrand von schattenspendenden Tamarisken.

Ausflug an die Badebuchten der unbewohnten Insel Saría

An unserem Kaíki, wie man die Boote hier nennt, zieht die Nordküste von Karpathos vorbei. Schroffe Felswände, die keinen Platz mehr für Badebuchten lassen. Unser Kapitän George Protopapas von Captain Manolis Boot steuert das Kaíki in eine Höhle. Wir sind vom Lichteinfall so begeistert, dass wir in das glasklare Wasser springen.

Die Meerenge Stenó trennt Karpathos vom 16 qkm großen Eiland Saría. 110 m liegen zwischen den Inseln. Die Zeiten, als Bauern hier Landwirtschaft betrieben, und ihre Tiere an Leinen durch das Wasser zogen, sind längst vorbei. Dennoch findet man noch wenige Ziegen am Strand Ta Palátia, den wir als erstes ansteuern.

Felsformationen liegen vorgelagert im türkisfarbenen Meer. Hausruinen von syrischen Piraten schmiegen sich verstreut an den Hang.

Nicht weit vom Strand liegt eine weitere Höhle in der Felswand. Diese durchschnorcheln wir und genießen dabei den Blick in die tiefe Schlucht unter uns. Anschließend steuern wir die einsame Alimoúnta-Bucht an, die ein Robinson-Crusoe-Gefühl vermittelt.

Weiße Sandstrände von Lefkos im Westen von Karpathos

Von der einsamen Insel Saría, die vorgelagert im Norden von Karpathos liegt, geht es für mich weiter, und zwar in den Westen der Insel, auf zu den schönsten Sandstränden.

Auf meine Frage nach den besten Stränden der Insel fällt fast immer der Name Lefkós. Nicht umsonst zieht dieser Badeort großes touristisches Interesse auf sich. Sandstrände zieren die Landzunge, an der Lefkós liegt. Vor allem am beliebten Dorfstrand Gialoú Chórafi mit Blick auf den Fischerhafen und Tavernen stehen Liegen und Schirme dicht aneinandergedrängt.

Auf der anderen Seite der Landzunge befinden sich noch die Sandstrände Limáni Panagia und Frangolimiónas, die wesentlich luftiger und einladender sind. Im Taverna & Apartments Golden Sand könnt ihr griechisches Essen genießen, den Sonnenuntergang bewundern und dann den Frangolimiónas Strand entlang spazieren.

Auf dem Weg von Lefkós nach Arkássa bieten sich weitere Möglichkeiten zum Baden, die aus meiner Sicht einen Besuch wert sind. Eine davon liegt 15 Minuten zu Fuß vom The Pine Tree Restaurant entfernt, wo man sehr lecker essen kann. Blaue Markierungen navigieren mich an den Klippen entlang zur versteckten Chándakas-Bucht. Die letzten Meter führen auf einer Leiter vom Felsen herab in die menschenleere Bucht. Das Meer schwappt mit Gewalt in die enge Spalte, die mit hellem Kies gefüllt ist.

Atemberaubende Sonnenuntergänge in Arkássa und Umgebung

Von Lefkos aus geht es die Küste runter in den Süden der Insel. Auch hier will ich die Strände erkunden – mein Startpunkt ist Arkássa.

Im Schatten des mächtigen Paleókastro-Felsen, auf dem sich einst eine Festung befand, liegt der geschäftige Sandstrand Ágios Nikólaos. Abends lernen hier Surfschüler das Wellenreiten, tagsüber sieht man Eltern und Kinder beim Wellenhüpfen. Sonnenuntergänge in der dramatischen Felskulisse mit Blick auf die vorgelagerte Insel Kássos kann man von der Strandbar Karpassion bei einem Drink genießen oder beim Abendessen in der Tavérna Gláros.

Wer es etwas abgeschiedener mag, der sollte 4 km weiter ans Kap Ágios Theódoros fahren. Unterhalb von Taverne und Kapelle liegt der ruhige Ágios Theódoros Strand in einer Bucht versteckt. Auf dem Weg ans Kap weist ein Schild zur Doppelbucht Aráki. Die erste Bucht hinter den weißen Häusern ist einsamer, wilder und naturbelassen. Die andere Bucht ist durch den Komfort von Schirmen und Liegen etwas besser besucht. Zu beiden führen steile Wege hinab.

Das Surfparadies im Süden der Insel

Hinter den zwei Landepisten des Flughafens führt mich ein Schild an die Strände von Michalioú Kipos. Der „Garten des Michael“ gibt am Ende des Stichwegs erneut den Blick auf wunderschöne Badebuchten mit Liegen und Sonnenschirmen frei. Nur der tosende Meltemi, wie der ägäische Sommerwind genannt wird, mag manch einen Badegast stören.

Von hier nehme ich später die asphaltierte Straße bis zu ihrem Ende, wo Wohnmobile den Weg verengen. Auf dem Meer gleiten Riggs und Kites im Wind. Der Strand von Agrilaopótamos ist übersät mit Surfutensilien. Karpathos ist ein Paradies für Surfer. Schließlich gilt Afiártis als windsicherstes Gebiet Europas und trägt regelmäßige internationale Surfwettbewerbe aus.

Für 9 Euro kann man sich am Michalioú Kipos Liege und Schirm mieten und nebenbei ein Getränk von der Bar genießen.

Verglichen zu seinen bekannten griechischen Nachbarinseln ist Karpathos mit seinen naturbelassenen, authentischen und ruhigen Stränden noch ein weitestgehend unentdeckter Juwel in der Ägäis.

Noch mehr Tipps und Infos für den Karpathos Urlaub

  • Wann ist die beste Reisezeit für Karpathos? Für einen Badeurlaub auf Karpathos ist die Zeit von Mitte Mai bis Mitte Oktober zu empfehlen, die kühlen Wintermonate sind eher regnerisch.
  • Wie komme ich am besten nach Karpathos? Vom griechischen Festland aus gelangt ihr mit der Fähre von Piräus, dem Hafen nahe Athen, nach Karpathos. Mit dem Flugzeug gelangt ihr aus mehreren deutschen Städten zum Flughafen Karpathos im Süden der Insel.
  • Wie komme ich am besten von A nach B? Badebuchten abseits der Dorfstrände erreicht man am besten per Boot, mit dem Auto (Allrad von Vorteil) oder einem Roller bzw. Mofa, die man überall in den Hauptorten mieten kann. Wenn ihr vom Flughafen aus startet, könnt ihr euch aber auch dort direkt einen Mietwagen besorgen, z.B. bei karpathos airport car rent margarita. Auch vom Hafen aus habt ihr Zugriff auf diverse Car Rentals, wie Thrifty Car Rent, Sixt oder Avis.
  • Wo finde ich Sand- und wo Kieselstrände auf Karpathos? Sandstrände liegen vornehmlich im Westen und Süden der Insel, Kieselstrände hingegen im Osten. Anstatt lange Sandstrände zeichnen die Insel kleine Buchten, in denen man herrlich baden kann, aus.
  • Welche Unterkunft empfiehlt sich auf Karpathos? Für Aktive ist Agrilaopótamos mit seiner Kitesurfschule der richtige Ort. Hier ist auch Camping erlaubt.

Diese Reise wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von Germania.

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