Costa Rica: Das grüne Juwel Zentralamerikas

Costa Rica, reiche Küste, so nannte Christoph Kolumbus das bezaubernde Land, das auf der zentralamerikanischen Landbrücke zwischen Nicaragua und Panama liegt. Reich im Vergleich zu anderen Nationen ist Costa Rica nicht. Den wahren Reichtum dieses Landes findet ihr in der Fruchtbarkeit, der großartigen Natur und der unglaublichen Artenvielfalt. Unsere Bloggerin Julia nimmt euch mit auf ihre Reise.

Obwohl Costa Rica kaum größer ist als Niedersachsen, ist es eines der abwechslungsreichsten Länder unserer Erde. Während die Küstenregionen mit palmengesäumten Paradiesstränden, bunten Korallenriffen, entspannter Atmosphäre und pinkfarbenen Sonnenuntergängen Strandliebhaber und Surfer anziehen, punktet das Landesinnere mit dichtem Dschungel. Wilde Orchideen, bunte Blüten und Flechten, leuchtend grüne Farne, moosbewachsene Regenwaldbäume sowie eine exotische Tierwelt sind hier zu Hause. Zum Glück verstanden die Ticos, die Einwohner Costa Ricas, schon sehr früh, dass die natürliche Schönheit und Vielfalt ihres kleinen Landes geschützt werden muss. Die Regierung erklärte fast ein Viertel von Costa Rica zu Nationalparks und biologischen Schutzzonen.

Costa Ricas Nationalparks

Um die Nationalparks mitsamt ihren wilden Tieren hautnah zu erleben, schnappt Ihr Euch am besten einen einheimischen Guide, der Euch durch den Dschungel führt, Flora und Fauna erklärt und dabei hilft, das ein oder andere Faultier in den Baumwipfeln zu erspähen. Für eine solche Tour eignet sich beispielsweise der Cahuita Nationalpark, der an der Karibikküste Costa Ricas kurz vor der Grenze zu Panama liegt. Während Ihr den 6,5 Kilometer langen Weg vom Cahuita Point bis zum Zentrum des kleinen Örtchens wandert, schnattert, kreischt, pfeift und zischt es um Euch herum. Der Weg führt mitten durch den sattgrünen Regenwald und mit etwas Glück könnt Ihr neben Faultieren auch Tukane und Aras, giftgrüne Leguane, freche Kapuzineraffen, Kolibris und Schmetterlinge sowie knallbunte Frösche und Schlangen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Dschungel hautnah im Cahuita Nationalpark an der Karibikküste von Costa Rica

Der Cahuita Nationalpark hat zwei Eingänge. Der Haupteingang befindet sich an der Kelly Creek Ranger Station am Nordende, in der Nähe des Örtchens Cahuita. Hier zahlt man nur eine freiwillige Spende. Der Eingang an der Puerto Vargas Ranger Station befindet sich ungefähr 1,5 Kilometer südlich vom Haupteingang. Es gibt zahlreiche Tourenanbieter und Guides, am besten, Ihr lasst Euch in Eurer Unterkunft eine Empfehlung geben. Nützliche Informationen und Verweise findet Ihr unter anderem auf der privat betriebenen Webseite Costa Rica.

Im Cahuita Nationalpark gibt es übrigens auch menschenleere Traumstrände, die von Kokospalmen gesäumt werden, sowie das längste Korallenriff Costa Ricas. Dort tummeln sich bis zu 125 Fischarten, die Ihr schnorchelnd entdecken könnt.

Surfen, Yoga und Reggae im Strandstädtchen Puerto Viejo

Nur wenige Kilometer vom Cahuita Nationalpark entfernt, findet Ihr das Strandstädtchen Puerto Viejo, das vor allem Surfer magisch anzieht. Hier dominieren Reggae-Musik und eine entspannte Atmosphäre. Schöne, helle Strände, bunte Holzhäuser, Surf- und Yogaschulen sowie eine Vielzahl gemütlicher Cafés und Restaurants laden zum Abschalten ein. Einen hervorragenden Überblick findet Ihr auf der Seite Puerto Viejo Satellite. Ich empfehle euch das KOKi Beach Restaurant & Bar: Das Ambiente ist super, die Preise nicht ganz günstig, aber das Essen ist extrem lecker.

Pura Vida, was so viel heißt wie „das pure Leben“, ist der Leitspruch Costa Ricas und wird in Puerto Viejo tagtäglich gefeiert. Aber auch im Rest des Landes wird man von der positiven Lebenseinstellung der warmherzigen Ticos schnell angesteckt. Pura Vida ist nämlich nicht einfach nur eine Floskel, sondern verkörpert die Verbundenheit mit den Wundern der Natur, mit den Mitmenschen und dem Leben an sich.

Tortuguero Nationalpark – Lagunen und Meeresschildkröten

Der Tortuguero Nationalpark liegt, wie der Cahuita Nationalpark, an der Karibikküste Costa Ricas. Er ist ausschließlich per Motorboot oder Wasserflugzeug zu erreichen, was alleine die Anreise schon spektakulär macht. Der Nationalpark besteht aus einem natürlichen System aus Lagunen und befahrbaren Kanälen. Auf einer geführten Kajak- oder Bootstour entdeckt Ihr farbenfrohe Wasservögel, riesige Leguane und Kaimane, die sich geschickt im braunen Blättersumpf tarnen. Beim Blick in die Baumwipfel erspäht Ihr vielleicht sogar das ein oder andere Faultier.

Tortuguero Nationalpark – Sandstrand, soweit das Auge reicht

Neben Lagunen und Kanälen hat der Tortuguero Nationalpark auch traumhafte Sandstrände zu bieten, die zu stundenlangen Spaziergängen einladen. Hier könnt Ihr jedes Jahr von Juli bis Oktober prachtvollen grünen Meeresschildkröten beim Eierlegen zusehen oder die Babys beim Schlüpfen beobachten. Zum Schutz der Tiere ist dies ausschließlich in Begleitung eines Rangers möglich. Außerdem müssen gewisse Regeln beachtet und dunkle Kleidung getragen werden. Das Fotografieren ist bei diesem Erlebnis verboten, aber es ist so einmalig, dass man es sich sowieso für immer im Kopf abspeichert.

Informationen zu Tourenanbietern und zu weiteren Highlights findet Ihr beispielsweise auf der Seite Tortuguero Info. Wir haben unsere Schildkrötentour in unserem Hotel Pachira Lodge direkt gebucht, da das Hotel selbst Guides bereitstellt.

Costa Rica: Verwunschene Bäume im Nationalpark Monteverde

Ein üppig sprießender Urwald aus 2.500 Arten von Pflanzen, Moosen, Riesenfarnen, Klettergewächsen, Orchideen und verwunschenen Bäumen erwartet Euch im Monteverde Nebelreservat, welches das am häufigsten besuchte Naturreservat Costa Ricas ist. Auf gut ausgebauten Wanderwegen lässt sich das tropische Regenwaldparadies inklusive Geräuschkulisse am besten erkunden. Nehmt Euch einen Guide und wandelt über die berühmten Hängebrücken zwischen den Wipfeln der Bäume umher. Aus der Vogelperspektive könnt Ihr nicht nur tolle Fotos schießen, sondern habt auch gute Chancen, Kolibris, Tukane, Nasenbären und Leguane zu entdecken. Vergesst nicht, einen Pullover einzupacken, denn das Monteverde Nebelreservat liegt bis zu 1.680 Meter über dem Meeresspiegel, so dass es schon mal recht kühl werden kann.

Am Drahtseil hängend durch den Nebelwald von Monteverde

Wer den Adrenalinkick sucht, sollte sich eine Canopy Tour im Monteverde Nebelreservat nicht entgehen lassen. Mit einem Gurt an einem dicken Drahtseil befestigt, gleitet Ihr in luftiger Höhe von einem Baum zum anderen. Nicht nur das Kribbeln im Bauch, sondern auch die Aussicht von oben ist schlicht und ergreifend atemberaubend. Wir haben uns bei unserem Canopy-Tour-Anbieter „100% Aventura“ sicher und gut betreut gefühlt.

Nationalpark La Fortuna: Rauchender Vulkan und spektakulärer Wasserfall

Auch die Gegend rund um den aktiven Vulkan Arenal, der neben dem riesigen Arenal Stausee thront, ist unbedingt einen Besuch wert. An klaren Tagen könnt Ihr den wohlgeformten, oftmals rauchenden Kegel des 1663 Meter hohen Vulkans schon von weitem erkennen. Einen tollen Ausblick habt Ihr von der geschäftigen Hauptstraße des Städtchens La Fortuna, das bei dem schweren Vulkanausbruch 1968 als einzige Ortschaft in der Gegend verschont blieb.

Von der Stadt aus gelangt Ihr zum spektakulären La Fortuna Wasserfall, der sich inmitten des üppigen Regenwaldes in die Tiefe stürzt. Der Blick von der Aussichtsplattform wird Euch begeistern! Klettert auf jeden Fall auch den Weg hinunter zum natürlichen Auffangbecken, denn hier könnt Ihr euch im klaren Wasser abkühlen.

Tenorio Nationalpark – Geheimtipp im Norden Costa Ricas

Der nicht ganz so einfach zu erreichende Tenorio Nationalpark befindet sich im nördlichen Teil des Landes und wird oft als Geheimtipp gehandelt, denn er ist noch längst nicht bei allen Costa Rica-Reisenden Teil des Programms. Er erstreckt sich rund um den Vulkan Tenorio und hat eine unglaublich vielfältige Flora und Fauna zu bieten, die sich am besten bei einer Wanderung durch den unberührten Regenwald entdecken lässt. Zwischen uralten, mit dickem Moos bewachsenen Bäumen, Schlingpflanzen, Orchideen und Bromelien leben Brüllaffen, Tapire und Otter, die man mit etwas Glück zu Gesicht bekommt. Sogar Pumas soll es im Tenorio Nationalpark geben.

Río Celest – Das Highlight vom Tenorio Nationalpark

Das absolute Highlight des Tenorio Nationalparks ist der leuchtend blaue Fluss Río Celeste, der sich märchenhaft durch den Urwald schlängelt. Fast schon unrealistisch wirkt seine intensive Farbe, die durch die Lichtreflexion von Mineralien im Wasser entsteht und bei Sonnenlicht am stärksten ist. In Costa Rica heißt es, Gott wusch seine Pinsel im Río Celeste aus, nachdem er den Himmel blau angemalt hatte. Auf keinen Fall verpassen solltet Ihr den teilweise etwas rutschigen Abstieg zu dem rund 20 Meter hohen Wasserfall des Río Celeste, denn auch hier sorgt das himmelblaue Wasser für einen Anblick, den man so schnell nicht vergisst.

Weiße Strände auf der Halbinsel Nicoya an der Westküste

Kleine Orte, in denen die Menschen auch heute noch vom Fischfang leben, kilometerlange weiße Sandstrände und traumhafte Sonnenuntergänge erwarten Euch auf der Halbinsel Nicoya an der Westküste Costa Ricas. Rund um den hübschen Strand Playa Flamingo, an dem es übrigens keine Flamingos gibt, haben sich zahlreiche Resorts mit direktem Zugang zum Meer angesiedelt. Hier könnt Ihr wunderbar entspannen und am Meer entlang spazieren. Mein Tipp: Besucht das kleine Strandrestaurant El Estero Azul. Hier gibt es super leckeres und günstiges Essen sowie einen tollen Blick aufs Meer.

Mit landschaftlicher Schönheit und seiner tropischen Tierwelt ist Costa Rica das grüne Juwel Zentralamerikas. Zusammen mit tollen Übernachtungsmöglichkeiten, wie ich sie in meinem Blog beschreibe, versetzt das Land garantiert jeden Reisenden in Begeisterung. Überzeugt Euch selbst!

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