Washington, D.C. an einem Tag erleben

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Washington, D.C. ist ein Paradies für Fußgänger und Fahrradfahrer. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass D.C., wie die Stadt von den Einheimischen genannt wird, die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika ist und rund 650.000 Einwohner zählt. Idyllisch, beinahe wie eine Provinzstadt, wirkt die hübsche Metropole mit ihren Grünflächen und dem Potomac River, die neben weltbekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Weißen Haus, dem US State Capitol und dem Washington Monument auch mit einem unschlagbaren Kulturangebot überzeugt.

Eines vorweg: Ein einziger Tag reicht sicherlich nicht aus, um all die bezaubernden Ecken von Washington, D.C. wirklich kennenzulernen. Ein einziger Tag reicht aber sicherlich aus, um sich in die Stadt zu verlieben. Für alle, die nur 24 Stunden Zeit haben oder sich einen ersten Überblick über Washington, D.C. verschaffen möchten, habe ich einen perfekten Tag zusammengestellt. Ich zeige Euch, was Ihr an einem Tag alles erleben könnt und nehme Euch mit auf einen tollen Trip durch die Stadt.

7.00 Uhr: Aufwachen im Carlyle Dupont Circle Kimpton

Nach einer erholsamen Nacht im Carlyle Dupont Circle Kimpton Hotel ist frühes Aufstehen angesagt, denn schließlich wollen wir heute viel erleben. Das 4-Sterne-Hotel liegt mitten im hübschen Stadtviertel Dupont Circle, einer idyllischen Gegend, deren Straßen von Cafés und Restaurants, stattlichen Herrenhäusern, Kunstgalerien, Museen und Botschaften gesäumt sind.

08.00 Uhr: Frühstück im The Riggsby oder im Kramerbook & Afterwords

Ein günstiges und vor allem sehr leckeres Frühstück gibt es im nostalgisch wirkenden The Riggsby, das zum Hotel gehört. Alternativ empfehle ich das Kramerbook & Afterwords, ein kleiner Buchladen mit Café, nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt. Hier gibt es nicht nur inspirierende Bücher zu kaufen, sondern auch eine tolle Frühstücksauswahl.

09.30 Uhr: Mit der Metro zur Union Station

Von der Metro Station Dupont Circle, die sich gleich gegenüber von Kramerbook & Afterwords befindet, fahrt Ihr mit der roten Linie zur Union Station, dem Hauptbahnhof von Washington, D.C. Die Union Station ist nicht nur der perfekte Ausgangspunkt für eine Erkundungstour durch die Stadt, sondern schon alleine wegen ihrer prächtigen Bahnhofshalle einen Besuch wert, denn diese besteht hauptsächlich aus weißem Marmor und Gold.

10.00 Uhr: US State Capitol im Zentrum Washingtons

Beim Verlassen der Bahnhofshalle durch den Hauptausgang erblickt Ihr das strahlend weiße US Capitol, das umgeben von Grünflächen auf einem Plateau über der Stadt thront. Der mächtige Kuppelbau ist der Sitz des amerikanischen Kongresses und zählt wohl zu den bekanntesten Gebäuden der Welt. Das US Capitol ist das Zentrum Washingtons und kann nach einer gründlichen Sicherheitskontrolle auch von innen besichtigt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an einer kostenlosen 45-minütigen Führung durch die Räume teilzunehmen, zu denen man alleine keinen Zugang hat. Da die Termine schnell ausgebucht sind, empfehle ich, die Tickets vorab im Internet zu reservieren.

10.30 Uhr: Library of Congress, die größte Bibliothek der Welt

Die gigantische Library of Congress befindet sich gleich neben dem Capitol und ist mit ihren rund 100 Millionen Büchern die größte Bibliothek der Welt. Wie so viele Sehenswürdigkeiten in Washington, D.C. ist auch sie kostenlos zugänglich. Am eindrucksvollsten ist die Eingangshalle des Hauptgebäudes, die mit bunten Wandmalereien, weißem Marmor und reichlich Gold verziert ist. Auch der riesige Main Reading Room mit seiner fast 50 Meter hohen Kuppel ist sehenswert.

12.00 Uhr: Snack am Food Truck

Wer bereits Hunger verspürt, sollte sich, um wertvolle Zeit zu sparen, mit einem kleinen Snack an einem der vielen Food Trucks stärken, die rund um die riesige Grünfläche der National Mall stehen und bei den Amis sehr beliebt sind. Das vielfältige Speiseangebot der Food Trucks reicht von einfachen Hot Dogs, Sandwiches, Burgern und Pommes bis hin zu Döner, Falafel, indischen Curry-Gerichten und Salaten.

12.30 Uhr: Newseum – Interaktives Journalismus-Museum

Im interaktiven Museum mit dem passenden Namen Newseum dreht sich alles um den Journalismus. Auf unterhaltsame Weise erfahrt Ihr hier nicht nur alles über die Ursprünge des Nachrichtenwesens oder hochmoderne, elektronische Datenübermittlung. Ihr könnt Euch sogar selbst als TV-Reporter versuchen und mit Mikrofon vor die Studiokamera treten. Sehenswert sind außerdem die aktuellen Titelseiten in allen möglichen Sprachen, die 500 Zeitungen aus aller Welt jeden Morgen an das Newseum übermitteln. Auch die beiden Ausstellungen zum Thema Pressefreiheit und zum Terroranschlag am 11. September solltet Ihr nicht verpassen.

Ein weiteres Highlight des Newseum ist die Dachterrasse, die Ihr mit einem gläsernen Aufzug – übrigens der größte gläserne Aufzug der Welt – erreicht. Von hier habt Ihr einen grandiosen Blick auf die Pennsylvania Avenue, das US Capitol und den Glockenturm des Old Post Office.

14.30 Uhr: Museum of Natural History

Nun habt Ihr die Qual der Wahl, denn über 15 weitere Museen mit interessanten Ausstellungen warten auf Euren Besuch. Die meisten von ihnen kosten keinen Eintritt. Sehr beliebt sind das Spy Museum sowie das Air and Space Museum. Empfehlen kann ich das Museum of National History, dessen Eingangshalle mit dem lebensgroßen Elefanten Euch sicherlich bekannt vorkommen wird, denn hier wurde der Film „Nachts im Museum 2“ gedreht.

16.00 Uhr: White House

Ein Besuch des Weißen Hauses ist Pflicht. Nicht, dass Ihr besonders viel davon sehen könntet, aber zumindest könnt Ihr behaupten, einmal im Leben vor dem Haus des wohl mächtigsten Mannes der Welt gestanden zu haben. „Wer das Weiße Haus nicht gesehen hat, war nicht in Washington“, so heißt es, denn von hier aus wird die Welt regiert. Viel mehr als ein Blick über den von etlichen Sicherheitskräften bewachten Zaun ist leider nicht möglich, aber zum Trost könnt Ihr Euch im Visitor Center interessante Ausstellungen und Videos ansehen, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren.

17.30 Uhr: Frühes Abendessen bei Radiator

Nach einem erlebnisreichen Nachmittag sehnen sich Eure müden Füße sicherlich nach einer Pause. Das ist die perfekte Gelegenheit für ein frühes Abendessen, denn wir haben noch viel vor. Aber keine Sorge, laufen müsst Ihr heute nicht mehr. Gutes Essen und tolle Cocktails in gemütlicher Atmosphäre gibt es bei Radiator in der Rhode Island Avenue. Meine Empfehlung für Vegetarier: Hummus mit Romanesco, Rote Bete Salat und Gnocchi mit Rucola-Pesto und Pilzen.

19.00 Uhr: Geführte Fahrradtour bei Nacht

Nach dem Abendessen werden wir noch einmal richtig aktiv, um die andere Hälfte der Stadt zu sehen, die wir bisher völlig außer Acht gelassen haben. Fahrradfahren steht auf dem Programm. Aber keine Panik, die dreistündige, geführte Tour mit Bike and Roll setzt keine überdurchschnittliche Fitness voraus. Vielmehr geht es darum, die Sehenswürdigkeiten von Washington, D.C. bequem per Fahrrad zu entdecken und nebenbei jede Menge Wissenswertes zu erfahren. Besonders bei Nacht, wenn die heißen Sommertemperaturen etwas abgekühlt sind und die meisten Denkmäler angestrahlt werden, bietet sich ein grandioser Anblick. Zwischendurch bleibt genügend Zeit für kleine Besichtigungen und natürlich zum Fotografieren.

Vorbei am gigantischen Jefferson Memorial, das dem römischen Pantheon nachempfunden ist und in bester Lage über dem Tidal Basin thront, geht es zum über 30.000 Quadratmeter großen Franklin Delano Roosevelt Memorial mit seinen Wasserfällen und Skulpturen sowie zum Martin Luther King Memorial, das erst 2011 erbaut wurde und mit Wandzitaten beeindruckt.

Beim Korean War Memorial, das den Opfern des Koreakrieges gewidmet ist, schleichen 19 überlebensgroße Soldaten mit verblüffend menschlichen Gesichtszügen durch ein Feld. Besonders in der Dunkelheit wirkt das Ganze fast schon gruselig. Gleich gegenüber befindet sich das beeindruckende Vietnam Veterans Memorial, eine schwarze Granitmauer, die die Namen der fast 60.000 US-Soldaten trägt, die im Vietnamkrieg gefallen sind oder seitdem als vermisst gelten.

Eines meiner liebsten Denkmäler ist das berühmte Lincoln Memorial, in dessen Haupthalle eine sechs Meter große Statue von Abraham Lincoln thront. Zu Füßen des Denkmals erstreckt sich der Reflection Pool. Von hier aus habt Ihr einen großartigen Blick auf das Washington Monument.

Die letzte Station der Fahrradtour ist das Washington Monument, das Wahrzeichen der Stadt, das zu Ehren von George Washington, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, erbaut wurde. Mit einer Höhe von 160 Metern ist die Säule höher als alle anderen Gebäude der Stadt.

22:30 Uhr: Ein Drink zum Abschied

Um den perfekten Tag in Washington, D.C. gemütlich ausklingen zu lassen, empfehle ich einen oder mehrere Drinks in den Ausgehvierteln rund um die lebendige U Street oder im Penn Quarter. Hier gibt es zahlreiche Bars, Kneipen und Jazzclubs. Nachtschwärmer können anschließend noch feiern gehen. Allen anderen, die nach diesem erlebnisreichen Tag genauso müde sind wie ich, wünsche ich eine gute Nacht!

Mit dem heutigen Programm habt Ihr den größten Teil im Zentrum von Washington, D.C. gesehen. Natürlich gibt es noch circa 100 weitere Gründe, um länger zu bleiben und die schöne Stadt zu erkunden.

Ein zweiter Teil der Reise in die Capital Region USA führte Julia in den Norden Virginias, wo sie u.a. die Weinregion Loudoun besuchte.

Mehr zu Julias Besuch in Washington, D.C. findet Ihr auch auf ihrem Blog Globusliebe.

2 Kommentare

  1. Hallo Julia, Du hast mir super geholfen, unseren 1,5-tägigen Aufenthalt in Washington bestmöglichst zu strukturieren. Vielen, vielen Dank dafür!!! Liebe Grüße Sabine

    • Liebe Sabine,

      vielen Dank für deine Nachricht! Es freut uns, dass Julias Tipps deinen Aufenthalt in Washington D.C. zu einem tollen Erlebins gemacht haben!

      Liebe Grüße, dein Blog-Team

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