Taiwan: Vom High-Tech-Tiger zum Trendziel

Die Insel Taiwan ist eine traumhafte Destination für Reisende mit Kindern, für Sportler und für Naturliebhaber. Aber auch Städte- und Kulturreisende kommen hier auf ihre Kosten. Auf Travellers Insight zeigen wir euch, warum eine Taiwan Reise unbedingt auf eure Bucketlist gehört!

Da sind diese Reiseziele für Individualisten, die einem einfach nicht in den Sinn kommen wenn es wieder an die Urlaubsplanung geht. Uruguay gehört dazu und auch Taiwan, das offiziell „Republik China“ heißt. Die Chancen stehen gut, dass Taiwan auch 2017 eine der Top-Trend-Destinationen bleibt. Schon 2015 kürte das Reisemagazin Condé Nast Traveller Taiwan zum Trendziel, 2016 hat es den Titel auch von Forbes und CNN erhalten.

2016 wurde die Hauptstadt Taipeh zur World Design Capital ernannt und lockt Design-Interessierte für zwei Jahre mit zahlreichen Veranstaltungen. Das amerikanische Finanz-Magazin „Money“ kürte Taiwan 2016 außerdem zu einem der besten und kostengünstigsten Reiseziele. Eine traumhafte Landschaft, exzellente Küche und spannende Kontraste zwischen westlicher und asiatischer Kultur sind ein Garant für einen gelungenen Urlaub.

Wirtschaftswunderland Taiwan: Orchideen, Whisky und Laptops

Das nur rund 36.000 Quadratkilometer kleine Land, was ungefähr einem Zehntel der Fläche Deutschlands entspricht, beheimatet die schnellste Gesellschaft der Welt: technologiegetrieben, allzeit online und hungrig nach Fortschritt. Die Zeiten, in denen „Made in Taiwan“ mit Produkten minderer Qualität aus Niedriglohnländern gleichgesetzt wurde, sind vorbei. Heute bringen sich die Ostasiaten weltweit mit Trends und Qualitätsstandards ins Gespräch. Die Taiwaner haben sich ihr Wirtschaftswunder selbst gemacht. Sie sind der weltweit größte Orchideen-Lieferant und brennen einen der weltbesten Whiskies. 70 Prozent aller LCD-Bildschirme und 80 Prozent aller Laptops, die auf den Weltmarkt kommen, werden hier produziert.

Taiwan: Vielseitig und weltoffen

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan seit 1949 als abtrünnig, weswegen sich das Land – trotz Ein-China-Politik durch die USA unterstützt – stark dem westlichen Lebensstandard angepasst hat. Taiwan gilt als tolerant und weltoffen. Es ist Vorreiter bei der Pressefreiheit, regelmäßig finden Schwulenparaden statt und es herrscht Religionsfreiheit. In der Hauptstadt wechseln die angebeteten Gottheiten sogar je nach Stadtviertel. 

Taiwan Reise: Kultur und Kommerz in Taipeh  

Die Taiwaner sind rastlose Workaholics und immer und überall online. Taipeh, die quirlige Millionenstadt, ist voll vernetzt: „Free Wifi“ gibt es in Bussen und Bahnen und überall in der Stadt. Aber ein ständiger Blick in das Mobile Device ist eindeutig zu schade, denn die Stadt will erlebt werden. Großstadtrummel und spirituelle Tempelkultur – hier ist das eine einen Steinwurf vom anderen entfernt.

Die Chiang-Kai-shek Gedächtnishalle mit ihrem riesigen Garten liegt mitten im Zentrum und damit unweit dem Longshan-Tempel, der als Ort der Besinnung und Treffpunkt gleichermaßen dient. Etwas weiter draußen liegt das Nationale Palastmuseum, das mit 620.000 Objekten die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunstwerke offenbart. Ein Muss für jeden Taipeh-Besucher ist der Aufstieg auf den Elefantenberg. Wer den gängigen Touristenpfaden entkommen will, kann sich auch einfach einen anderen Berg aussuchen. Taipeh ist umringt von ihnen. Der Elefantenberg bietet jedoch einen tollen Blick auf das „101“, das mit seinen 505 Metern und 101 Stockwerken von 2003 bis 2007 das weltweit höchste Gebäude war. Der Turm soll einer Bambusstange nachempfunden sein und die Fassade alten chinesischen Münzen. Viele erinnert der Bau allerdings an Nudelsuppenkartons aus gefaltetem Glas und Stahl. Wer den Blick tauschen möchte, kann im Hochhaus essen, shoppen, Kaffee trinken und den Blick auf die Berge genießen.

Rund um Taipeh winden sich über 100 Kilometer Parkanlagen durch und um die Stadt. Mit dem Fahrrad (YouBike verleiht Räder) lässt sich entspannt die einzelnen Stadtteile erkunden.

Taiwan Reise: Nachtmärkte und ihre Köstlichkeiten

Neben allen Kunstschätzen und kulturellen Highlights prägen die Nachtmärkte den Taiwan-Spirit. Die dampfenden und rauchenden Marktstände bieten wunderbare Genüsse Asiens feil. Es duftet nach Reis, gebratener Ente und frittierten Frühlingsrollen. Und wenn es so sehr stinkt, dass man am liebsten Reißaus nehmen möchte, lohnt sich das Aushalten erst recht. Was die Nase schreckt, freut den Gaumen: „Stinky Tofu“, fermentierter Tofu, ist eine Delikatesse.

Taipeh, wie auch das gesamte Taiwan, gelten als sehr sicher und weisen eine extrem niedrige Kriminalitätsrate auf. Darum steht einem nächtlichen „Gastrospaziergang“ nicht entgegen, vielmehr ist es ein Muss für jeden Besucher.

Taiwan lockt mit Vulkankratern und heißen Quellen

Die Portugiesen gaben Taiwan im 16. Jahrhundert den Beinamen „Ilha Formosa“, die schöne Insel. Neun Nationalparks zählt das Land, das zu rund zwei Dritteln aus Gebirgen besteht. Hier kommen sowohl Gemütlichwanderer als auch sportliche Gipfelstürmer voll auf ihre Kosten. Hundert Berge sind rund 3.000 Meter hoch und bieten sportliche Herausforderungen in dünner Luft; der höchste ist der Jadeberg (Yushan) mit 3.950 Metern.

Vom Berg an den Strand geht’s mancherorts in rund einer Stunde durch die fruchtbaren Anbaugebiete im Westen und Süden des Landes, wo Tee, Trauben, Ananas, Mangos und sogar Kaffee wachsen.

Die meisten Parks und Sehenswürdigkeiten sind von Taipeh aus sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Region des Yangmingshan Nationalparks im Norden der Insel lockt mit heißen Quellen (Badesachen einpacken!), Schwefeldämpfen und Vulkankratern. Schmetterlinge und Vögel begleiten den anfangs gepflasterten Weg in Richtung Gipfel des Mount Qixing. Von hier aus gleitet der Blick über den dicken grünen Hügelteppich aus Gräsern, Sträuchern und Wäldern in Richtung Taipeh und seinem Wahrzeichen, dem „101“. 

Taiwan Reise:Goldene Zeiten in der Goldgräberstadt Jioufen 

Der Kinofilm „Eine Stadt der Traurigkeit“ machte 1989 das Küsten- und ehemalige Goldgräberstädtchen Jioufen (Jiufen, Chiufen) zum Touristenmagneten. Es beheimatet neben vielen Restaurants und Lädchen auch ein Goldgräbermuseum. Auch ein Stopp in einem der zahlreichen Teehäuser ist hier Pflicht: Im „City of Sadness“ wurden viele Szenen des Films gedreht. Der nahe „Goldene Wasserfall“ liegt zwar recht unromantisch direkt an der Straße, fasziniert aber durch sein Farbenspiel. Das Wasser sprintet über gelbgoldene Terrassen, die Wasserläufe scheinen wie sonnige Risse im satten Grün der Hügel.

Folgt man der Straße weiter die Küste entlang Richtung Osten, trifft man auf die Sandsteinformationen von Nanya. Die bunt gestreiften, skurril geformten Felsen und das Meer bieten zahlreiche Fotomotive und laden zu einer Rast vor einem wunderbaren Panorama ein. Zehn Minuten später zeigt der kleine weiße Leuchtturm am Bitou Cape, wo es langgeht. Der gesamte Küstenabschnitt bietet immer wieder malerische Plätze und Wege, die bequem begehbar sind.

Die Ostküste Taiwans: Taroko und der Osten 

Die dem Pazifik zugewandte Ostküste Taiwans bietet so viel atemberaubende Natur, dass man als Besucher ständig ergriffen verharren möchte. Den Taroko-Nationalpark und seine umgebenden Regionen sollte man daher nicht als bloßen Tagesausflug von Taipeh aus planen, denn die Naturschönheiten haben mehr Aufmerksamkeit verdient. Hier können allerdings zeitweise Wanderwege gesperrt sein, weil Erdbeben und vor allem Taifune immer wieder Schäden anrichten. Durch die berühmte Taroko-Schlucht hat sich der wild gurgelnde Fluss Liwu gegraben. Ihre Wände aus Marmor ragen mehrere hundert Meter empor. Wer den Reisegruppen entkommen möchte, sollte früh aufbrechen oder einfach nach stillen Wegen und Hängebrücken Ausschau halten.

Zum Bereich des Nationalparks gehören auch die Qingshui-Klippen. Die Küstenstraße führt hier in Richtung des fast schon alpenländisch anmutenden East Rift Valley und dem Berg Liushishi, der auch Sixty Stone Mountain genannt wird. Im August und September blühen auf den Hügeln überwältigend schön Millionen von Taglilien.

Taiwan Reise: Die Insel hat noch viel mehr zu bieten!

  • Das Fo-Guang-Shan-Kloster ist das größte buddhistische Zentrum. Manch einer spöttelt, dass es ein „Buddha-Disneyland“ sei, denn überall sitzen hunderte Buddhas. Hier kann man sowohl den morgendlichen Andachten bei Sonnenaufgang beiwohnen als auch Meditationskurse buchen.
  • Für Beach Beauties ist der Kenting Nationalpark mit seinen wunderschönen Stränden und Buchten das Richtige. In den stimmungsvollen Fischerdörfern erleben die Besucher zudem ein ganz anderes Flair der abwechslungsreichen Insel.
  • Auf dem Alishan, dem Berg Ali, werden die Sonnenaufgänge zelebriert. Kaum spitzen die ersten Strahlen aus der tief liegenden Wolkendecke, tönen die klickenden Auslöser der extra angereisten Hobby- und Profifotografen. Das spektakuläre Farbenspiel bietet einfach zu schöne Motive.
  • Tainan ist die älteste Stadt Taiwans. Hier kann sich der Besucher auf die Suche nach über dreihundert Tempeln machen. Auch ein Viertel aller geschützten Kulturdenkmäler der Insel sind hier zu finden.

Auf der Suche nach dem nächsten Reiseziel mag einem Taiwan nicht sofort in den Sinn kommen. Oft lohnt es sich aber, ausgetretene (Gedanken-) Pfade hinter sich zu lassen. Ganz besonders trifft dies auf das Überraschungspaket Taiwan zu, dessen Besuch einfach nur überwältigend ist.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Redaktionsmitglied Madeleine Pilpin.

Bildnachweise in der Reihenfolge des Erscheinens:

Titelbild. Bild: © SonseTaipei Taxi“ via flickr, licensed under CC BY 2.0

Die Taiwaner verstehen den Brückenschlag zwischen westlichem Lebensstil und asiatischer Tradition. Bild: Boris Smokrovic via unsplash

Der Elefantenberg bietet einen unvergesslichen Ausblick auf das Lichtermeer Taipehs. Bild: shutterbean via pixabay

Auf den unzähligen Märkten lässt sich das Land auf besonders angenehme Art erkunden. Bild: cegoh via pixabay

Es lohnt sich, Experimente zu wagen. Schnelles und einfaches Streetfood mit exzellentem Geschmack. Bild: cegoh via pixabay

Millionen von Lilien blühen jedes Jahr in den Liushishi Bergen der Provinz Hualien. Bild: © Mark KaoIMG_5253_Hualien“ via flickr, licensed under CC0 1.0 

Eine Kulisse für einen Hollywood-Film: Der Kenting Nationalpark mit seinen ungewöhnlichen Felsformationen. Bild: Boris Smokrovic via unsplash

Taiwan ist eine Insel für die ganze Familie. Die Wanderwege in den Nationalparks sind gut begehbar. Bild: Steven_yu via pixabay

Schroffe Felswände und tropische Wälder: Eine Insel zum Staunen. Bild: wilsonchou3168 via pixabay

Hinterlasse einen Kommentar