Drei Städte in Vietnam, die du besuchen solltest

Quirlige Städte und atemberaubende Natur: Vietnam hat einiges zu bieten. Bloggerin Julia hat Reisetipps für drei Städte in Vietnam, die unterschiedlicher nicht sein könnten und definitiv einen Besuch wert sind: die Hauptstadt Hanoi, das charmante Hoi An und die Trendmetropole Ho Chi Minh City.

Innerhalb der letzten Jahre mauserte sich Vietnam zum absoluten Trendreiseziel. Kein Wunder, denn das südostasiatische Land hat nicht nur atemberaubende Natur, eine unglaublich gute Küche sowie eine fesselnde Geschichte zu bieten, sondern lockt ebenfalls mit quirligen Städten, die mit Sehenswürdigkeiten aus der französischen Kolonialzeit aufwarten. Da sie sich über Nord-, Zentral- und Südvietnam verteilen, lassen sie sich hervorragend in eine Reiseroute durchs ganze Land integrieren.

Hanoi – die Hauptstadt Vietnams

Die Hauptstadt Vietnams liegt im Norden des Landes und ist noch immer kommunistisch geprägt. Das bekommst du besonders an geschichtsträchtigen Orten, wie dem Ba-Dinh-Platz zu spüren, auf dem der Revolutionsführer Ho Chi Minh im Jahre 1945 die Unabhängigkeit Vietnams verkündete. Heute befindet sich hier ein streng bewachtes Mausoleum, in dem sein konservierter Leichnam aufbewahrt wird. Auch am Lenin Denkmal, an dem du uniformierten Polizisten beim Marschieren zusehen kannst, präsentiert sich Hanoi noch immer kantig und geordnet.

Nur ein paar Straßenzüge entfernt, erlebt man das krasse Gegenteil: Adrette Villen aus der französischen Kolonialzeit, bunte Kunstgalerien und moderne Cafés, in denen einheimische Jugendliche ihren Cà Phê dá, den beliebten vietnamesischen Eiskaffee, trinken. Bei Einheimischen besonders beliebt sind die Cong Caphes, die zwar zu einer lokalen Kette gehören, aber in einem individuellen Hipster-Stil eingerichtet sind. Super lecker schmeckt hier der Coconut Coffee, den du unbedingt probieren solltest.

36 Gassen im Herzen von Hanoi

Nicht verpassen solltest du das lebhafte Altstadtviertel im Herzen Hanois. Hier erwarten dich 36 schmale Gassen, die einem Irrgarten gleichen. Bei einem Spaziergang wirst du schnell feststellen, dass sämtliche Shops, die nebeneinander angeordnet sind, die gleichen Produkte verkaufen. Dieses Phänomen hat seinen Ursprung in der Vergangenheit. Früher war es gesetzlich vorgeschrieben, welches Produkt in welcher Straße verkauft werden durfte. Alle Geschäfte der einen Gasse boten beispielsweise Schuhe an, in einer anderen Gasse gab es Lederwaren, in der nächsten Gewürze usw. Diese Regelung gilt heutzutage zwar nicht mehr, aber da die Shops über Generationen weitervererbt wurden, behielten die Kinder und Enkel die Traditionen ihrer Vorfahren bei.

Hanoi: Sehenswürdigkeit Bahngleise

Ein Hotspot, den du in Hanoi auf keinen Fall verpassen solltest, sind die Bahngleise, die sich quer durch die Stadt ziehen. Sie führen durch enge Straßen hindurch und bieten vor allem dann ein perfektes Fotomotiv, wenn ein Zug so dicht an den Wohnhäusern vorbeirauscht, dass die Bewohner ihre Blumentöpfe vor den Hauseingängen wegräumen müssen. Mehrmals täglich kannst du dieses Spektakel beobachten.

Hoi An – eine der charmantesten Städte des Landes

Hoi An liegt in Zentralvietnam und ist einer der touristischsten, aber auch charmantesten Orte des Landes. Mit etwa 75.000 Einwohnern zählt Hoi An zu den kleineren Städten und ist vor allem für seinen wunderschönen Altstadtkern berühmt, der während des Krieges glücklicherweise unversehrt blieb. Da die Gassen der Altstadt zum größten Teil autofrei sind, kannst du sämtliche Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erkunden.

Auf einem Spaziergang entdeckst du reich verzierte Tempelanlagen und historische Wohn- und Handelshäuser, die seit 1999 als Weltkulturerbe von der UNESCO geschützt werden. Als Wahrzeichen der Stadt gilt die kleine japanische Brücke Chùa Cầu, die Ende des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und die beiden Hauptstraßen der Altstadt miteinander verbindet. Leider ist die Brücke oft völlig von Touristen überlaufen, von außen aber trotzdem recht hübsch anzuschauen.

Hoi An bei Nacht: Reisetipps

Am schönsten ist Hoi An am Abend, denn sobald es dunkel wird, werden die Gassen mit Hunderten von bunten Lampions zum Leuchten gebracht. Auf den Lagunen und Kanälen, die die Stadt durchziehen, verkehren zahlreiche kleine Holzboote, auf denen du eine Rundfahrt unternehmen und selbst eine Laterne anzünden kannst. Das ist nicht nur romantisch, sondern soll sogar Glück bringen.

Von Hoi An aus kannst du einen Ausflug zum Wolkenpass, der Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam, unternehmen, die alte Kaiserstadt Hue besuchen oder einen Abstecher zur Golden Bridge in Da Nang einlegen, die aussieht, als würde sie von überdimensionalen Händen getragen werden. Tagesausflüge lassen sich prima auf eigene Faust machen, es bietet sich besonders an mit dem Moped unterwegs zu sein.

Ho Chi Minh City – Südostasiens Trendmetropole

Im Süden des Landes liegt Ho Chi Minh City, die mit 8,5 Millionen Einwohnern größte Stadt Vietnams. Ho Chi Minh City entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem echten Trendreiseziel und kann locker mit anderen südostasiatischen Metropolen, wie Bangkok, Hong Kong oder Singapur mithalten.

Vor der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam im Jahre 1976 war Ho Chi Minh City unter dem Namen Saigon bekannt und wird auch heute noch von vielen Einheimischen gerne so genannt. Die lange Zeit der französischen Kolonialherrschaft prägt bis heute das Gesicht der Stadt. Vor allem im historischen Distrikt 1 befinden sich zahlreiche Überbleibsel, wie das imposante Rathaus Hôtel de Ville, das 1908 eröffnet wurde. Da es noch immer zu Verwaltungszwecken genutzt wird, kann es leider nicht von innen besichtigt werden. Sehenswert sind außerdem das pastellfarbene Opernhaus, die Kathedrale Notre-Dame, die als Wahrzeichen der Stadt gilt sowie das hübsche Postamt Buu Dien Trung Tam, das auch heute noch in Betrieb ist. Falls du eine Postkarte an deine Liebsten verschicken möchtest, solltest du das unbedingt an einem der historischen Postschalter tun. Schöne Motive gibt es vor Ort zu kaufen.

Kontraste erleben – Chinatown von Ho Chi Minh

Ein echtes Kontrastprogramm erwartet dich im lebhaften Stadtviertel Cholon, besser bekannt als Chinatown. Hier wimmelt es nur so von Garküchen, deren Gerüche von herrlich duftend bis übel stinkend variieren.

Neben bunten Märkten, auf denen die Einheimischen frische Lebensmittel feilbieten, kannst du zauberhafte Pagoden und Tempelanlagen besichtigen. Auf keinen Fall verpassen solltest du den buddhistischen Ba Thien Hau, einen der ältesten Tempel der Stadt. Sobald du das Gelände durch das eiserne Eingangstor betrittst, wirst du von einer schweren Rauchwolke umhüllt. Plane genügend Zeit ein, um die vielen kleinen Ecken des Tempels zu erkunden, in denen sich chinesische Götterfiguren, üppig dekorierte Altare und Kunstwerke verstecken.

Was mich an Vietnam am meisten fasziniert hat, sind die krassen Gegensätze und Kontraste sowie die Mischung aus atemberaubenden Landschaften und quirligen Metropolen. Wer Städte mag, wird Hanoi, Hoi An und Ho Chi Minh City lieben.

Weitere Tipps und Infos zu Vietnam

  • Die beste Reisezeit für Ho Chi Minh City und den tropischen Süden des Landes liegt in der Trockenzeit zwischen November und April. Die Temperaturen sind zwar ganzjährig heiß, jedoch kommt es vor allem von Juni bis August zu heftigen Niederschlägen. Hanoi und der Norden sind zu dieser Zeit allerdings kälter (ca. 15 bis 20 Grad). Solltest du sowohl den Süden als auch den Norden bereisen wollen, bieten sich die Übergangsmonate März/April oder Oktober/November an. Das ist auch für Hoi An, das genau in der Mitte liegt, eine gute Reisezeit.
  • Hanoi ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge im Norden Vietnams. Du kannst zum Beispiel eine mehrtägige Trekkingtour nach SaPa unternehmen oder die weltberühmte Halong Bucht mit ihren hochaufragenden Kalksteinfelsen besuchen.
  • Von Ho Chi Minh City aus kannst du in den Süden Vietnams weiterreisen, zum Beispiel ins Mekong Delta, auf die Can Do Inseln oder auf Phu Quoc zum Strandurlaub.
  • Eine besonderes Highlight Vietnams ist das Essen: frisch, exotisch und wirklich sehr vielfältig. Unbedingt zu empfehlen ist eine geführte Streetfoodtour zu Beginn der Reise! Damit entdeckst du Speisen, mit denen du sonst nicht so leicht in Berührung kommst, und erfährst gleichzeitig etwas über die vietnamesische Essenskultur. Hanoi Street Food Tours bietet auch vegetarische Touren an, das Büro findet ihr mitten in der Altstadt.
Qatar Airways Logo Dieser Beitrag wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von Qatar Airways  

1 Kommentar

  1. Hallo zusammen,

    Saigon hat mir – im Gegensatz zu vielen anderen Backpackern – richtig gut gefallen. Man braucht allerdings ein bisschen Zeit, um sich an den Verkehr zu gewöhnen und zu lernen, wie man heil wieder auf der anderen Straßenseite ankommt. 🙂

    Wer in der Stadt möglichst unkompliziert und günstig herumkommen möchte, dem empfehle ich die wunderbare „Grab“-App (Auto, Taxi und Roller). So spart man sich das Herumdiskutieren mit den Fahrern und kann easy alle Fahrten über die Kreditkarte abbuchen lassen. Rollerfahren in Saigon ist ein einmaliges Erlebnis (Augen zu und durch)!

    Alle Bierliebhaber sollten der Pasteur Street Brewing Company (https://pasteurstreet.com/) im District 1 einen Besuch abstatten. Und bestes Seafood in einem authentischen Straßenlokal gibt es im Oc Oanh (https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g293925-d7811388-Reviews-Oc_Oanh-Ho_Chi_Minh_City.html) im District 4 – mein absolutes Highlight waren die Muscheln im Lemongrass-Sud.

    Viele Grüße
    Judith

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