5 Tipps für nachhaltiges Reisen

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Jahr für Jahr reisen immer mehr Menschen auf der ganzen Welt. Sie erkunden fremde Städte, genießen das Nichtstun am Strand, wandern in den Bergen, probieren das lokale Essen, gehen in Museen oder liegen entspannt am Pool. Was die Tourismusbranche freut und die Wirtschaft der besuchten Länder fördert, hat aber auch negative Auswirkungen. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass wachsende Besucherzahlen auch Schattenseiten haben: da ist von Wasserknappheit die Rede, von Problemen mit Müll, überfüllten Sehenswürdigkeiten, schwindendem Wohnraum, steigenden Emissionen durch den Verkehr und Schädigung von Substanz und Natur.

Nachhaltig reisen mit mehr Bewusstsein und Vorausplanung

Wie aber ist es möglich, erlebnisreich zu reisen ohne Menschen, Kultur und Umwelt im Zielort zu beinträchtigen, sondern zu fördern und zu unterstützen? Wenn Du nachhaltig reisen möchtest, solltest Du Dir einiger Zusammenhänge bewusst sein, um sowohl bei der Planung Deines Trips als auch unterwegs überlegte Entscheidungen treffen zu können. Auch ist ein bisschen zusätzliches Equipment nützlich, aber keine Sorge: Der Aufwand ist wirklich sehr überschaubar. Ich habe Dir hier meine wichtigsten Tipps für nachhaltiges Reisen am Beispiel von Bali zusammengestellt und Du wirst merken, dass Dir viele davon schnell zu Selbstverständlichkeit und Gewohnheit werden.

Tipp 1: Plastikmüll vermeiden

Viel Plastikmüll kannst Du vermeiden, wenn Du mit einer kleinen Grundausstattung unterwegs bist, die sich übrigens auch zu Hause bewährt: Wasserflasche, Stofftasche, Reisebesteck, Taschenmesser und Flaschenöffner, ggf. auch eine eigene Foodbox und einen Trinkhalm (aus Bambus oder Edelstahl).

  • Mittlerweile gibt es in vielen Ländern, in denen das Leitungswasser nicht ohne weiteres genießbar ist, Wasserstationen zum Auffüllen der eigenen Trinkflasche.
  • Eine Stofftasche ist nützlich für alle Einkäufe.
  • Street Food kann man sich in die eigene Box abfüllen lassen. Oder man kann sich im Restaurant seine Reste einpacken lassen. Plastikverpackungen entfallen damit. Das Gleiche gilt für Wegwerfbesteck, wenn man das eigene Reisebesteck dabei hat.
  • Mit dem Taschenmesser kann man sich beim Picknick gut behelfen und mitgebrachtes Obst schneiden.
  • Statt Getränkedosen oder Tetrapacks lieber Flaschen kaufen und dafür einen Flaschenöffner oder Korkenzieher parat haben.
  • In Restaurants immer die Plastiktrinkhalme abbestellen und notfalls einen eigenen Trinkhalm dabei haben (wobei sich eigentlich nur frische Kokosnüsse wirklich schlecht ohne Trinkhalm leeren lassen).

Tipp 2: Menschen vor Ort unterstützen

Wenn Du nach Unterkünften suchst, dann entscheide Dich lieber für kleine, familiär geführte Unterkünfte, statt für große, internationale Hotelketten. Du kannst damit sicher sein, dass Dein Geld bei lokalen Geschäftsleuten landet. Davon abgesehen ist die Atmosphäre einfach viel ursprünglicher, wenn draußen im Garten der Salat wächst, den Du zum Abendessen serviert bekommst. So etwas wird Dir in einem größeren Hotel kaum passieren.

Auch bei Restaurants und Cafés kannst Du Dich für typisch lokale Angebote entscheiden, statt westlich ausgerichtete Gastronomie auszusuchen. Deine Einkäufe sind auf dem Markt bei den ansässigen Bauern viel spannender zu erledigen als in einem Supermarkt. Und ein landestypisches, handgemachtes Souvenir wird viel intensivere Erinnerungen wachrufen als ein austauschbares Massenprodukt.

Tipp 3: Ressourcen vor Ort schonen

Wann immer es möglich ist, solltest Du sparsam mit Wasser und Strom umgehen oder Dich zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen.

  • Es gibt viele Länder, die nur über wenig Wasser verfügen. Klar ist, dass man dann sparsam duscht, Handtücher mehrfach benutzt und – siehe oben – lieber kleine Unterkünfte statt große Hotels auswählt. Die verbrauchen nämlich oft gigantische Mengen an Wasser, um ihre Grünanlagen zu pflegen und die großen Poolanlagen zu betreiben.
  • Strom sparen geht leicht, indem man die Klimaanlage nur anschaltet, wenn man sie auch wirklich braucht. Dasselbe gilt für Ventilatoren oder den Kühlschrank, der nicht laufen muss, wenn er leer ist.
  • Am besten kann man einen Ort erkunden, wenn man zu Fuß statt mit dem Mietwagen unterwegs ist. Sind die Distanzen zu groß, kann man auf örtliche Verkehrsmittel zurückgreifen oder sich ein Fahrrad mieten.

Tipp 4: Unterwegs auf Tier- und Naturschutz achten

Es ist nachvollziehbar, dass Du auf Reisen auch die Tierwelt kennenlernen möchtest. Leider gibt es unzählige Beispiele, in denen Wildtiere schlecht gehalten oder vorgeführt werden, um als Touristenattraktion zu dienen. Die beste und nachhaltigste Möglichkeit, wie Du Tiere beobachten kannst, ist (mit respektvollem Abstand) in der freien Natur.

Darüber hinaus gibt es viele unterstützenswerte Einrichtungen, die sich im Tierschutz engagieren, für bedrohte Arten kämpfen oder Waisenbabies einen guten Start in ein freies Leben ermöglichen. Mit ein wenig Recherche und dem Lesen von Besucherbewertungen kannst Du im Vorfeld meist gut herausfinden, welche Organisationen unterstützenswert sind und wo Du besser fernbleiben solltest.

Auch bei ausgefallenen Souvenirs gilt das Prinzip: lieber zweimal hinschauen, ob da nicht womöglich gefährdete Tiere verarbeitet wurden. Besonders bei Gegenständen mit Exotikfaktor wie Fellen, ausgestopften Tieren, Korallenschmuck, Anhängern aus Zähnen, Dekorationen mit ausgefallenen Muscheln oder Kästen mit präparierten Schmetterlingen ist Vorsicht geboten. Lieber nichts davon mit nach Hause nehmen. Oft genug stehen Besitz und Ausfuhr solcher Dinge auch in fernen Ländern unter Strafe und die Angelegenheit wird spätestens bei den Kontrollen am Flughafen brenzlig.

Tipp 5: An- und Abreise möglichst klimafreundlich gestalten

Fliegen ist untrennbar mit dem Tourismus verbunden, besonders, wenn es um weiter entfernte Destinationen geht. Aber gerade Flugzeuge verursachen einen hohen CO₂Ausstoß. Wenn Du bei Deinen Reisen weniger Emissionen verursachen möchtest, solltest Du Dir über Deine Transportwege Gedanken machen.

Vermeiden: Überlege Dir, wie oft Du reisen möchtest und welche Destinationen Dir wirklich wichtig sind. Möglicherweise ist zum Beispiel ein zweiwöchiger Urlaub viel entspannender für Dich als zwei kurze Städtereisen. Auch die Anreise zum Flughafen kannst Du wesentlich umweltschonender gestalten, wenn Du auf einen Inlandsflug oder das eigene Auto verzichtest und stattdessen mit der Bahn fährst.

Optimieren: Bei Deiner Flugbuchung kannst du einige Grundsätze beachten, die das Fliegen umweltschonender gestalten.

  • Am günstigsten sind Direktflüge, denn die höchste CO₂-Belastung entsteht beim Starten und Landen.
  • Sollte ein Stop-over nötig sein, kannst du überlegen, das Umsteigen zu nutzen, um Dir eine Stadt anzusehen, die Du vielleicht schon immer mal kennenlernen wolltest und so mit einer Flugreise gleich zwei Wunschziele verbinden.
  • Wenn Du Dir ein weit entferntes Reiseziel aussuchst, solltest Du auch möglichst lange bleiben, damit sich der Aufwand der Anreise auch wirklich lohnt.

Kompensieren: Du hast ein gutes Händchen bei Deiner Flugbuchung gehabt und ein echtes Schnäppchen erwischt? Wunderbar, dann kannst Du überlegen, ob du nicht einen Teil des gesparten Geldes nutzen möchtest,  Deinen Flug hinsichtlich seiner CO₂-Belastung zu kompensieren. Klimaschutz kostet Geld und mittlerweile gibt es einige gemeinnützige Anbieter wie atmosfair oder myclimate, die gezielt in Projekte investieren, die nicht nur CO₂ ausgleichen, sondern auch eine nachhaltige Entwicklung fördern.

1 Kommentar

  1. Klasse, dass ihr das Thema aufgreift! Ich habe auch noch einen Tipp fürs nachhaltige Reisen, nämlich die Seite von einem Reiseanbieter: https://www.accept-reisen.de/. Über diesen Anbieter habe ich meine letzten Afrika Reisen gebucht. Bei denen ist die CO2-Kompensation direkt in den Preisen enthalten, damit ein günstiger Flug trotzdem die Umwelt „schont“. Genau wie ihr es im letzten Abschnitt geschrieben habt.

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