Tagesausflüge ab Sydney: Blue Mountains und Manly

Mit dem Round The World Ticket der Star Alliance reisen Anne und Clemens um die Welt. Von Sydney aus machten sie Tagesausflüge in die idyllische Bergwelt der Blue Mountains und nach Manly, wo sie sich aufs Surfbrett wagten.

Man könnte meinen, Sydney hätte alles: tolle Strände, einen idyllischen Hafen, hippe und vor allem kleine Künstlerviertel und ein ausgebautes Geschäftszentrum. Doch das ist nicht alles. Sydney hat neben all den vielen sehenswerten Ecken, die es direkt in der Stadt gibt, auch noch Oasen, die in unmittelbarer Nähe liegen: Manly und die Blue Mountains. Beide Orte könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine, das kleine, verschlafene Surferörtchen, der andere, das romantische Bergdorf – und doch haben sie eins gemeinsam: sie sind die perfekten Ausflugsziele für einen kurzen Trip heraus aus der Stadt.

Die Blue Mountains: Ein Bergpanorama vom Feinsten

116 Kilometer und knapp eine Stunde und 40 Minuten trennen das Zentrum von Sydney von den Bergen – den Blue Mountains. Seit dem Jahr 2000 gehören die Blue Mountains aufgrund der hohen Anzahl der Eukalyptusbäume zum UNESCO Weltkulturerbe. Daher kommt übrigens auch der Name: die Eukalyptusbäume versprühen tagsüber ein ätherisches Öl, das den Bergen im Tageslicht einen blauen Schimmer gibt – daher also Blue Mountains. Das Sandsteinplateau ist bis heute ein beliebtes Ausflugsziel für alle, die nach Sydney kommen. Dabei variiert die Aufenthaltszeit enorm. Wir entscheiden uns für einen kurzen Trip und verbringen gerade einmal eine Nacht in den Blue Mountains. Doch das ist genug Zeit, um ein Gefühl für den wunderschönen australischen Herbst in den Bergen zu bekommen.

Über die Harbour Brücke geht es für uns aus Sydney heraus direkt auf die Autobahn. Die Fahrt in die Blue Mountains ist einfach, denn letztendlich braucht man noch nicht einmal ein Navigationssystem, sondern kann ganz einfach den Schildern auf der Autobahn folgen. Unser Ziel: das kleine Städtchen Leura. Viel wissen wir über die Stadt nicht und umso mehr freuen wir uns, als das Ortsschild sichtbar wird und wir plötzlich durch eine von Laubbäumen gesäumte Straße in Richtung Stadtzentrum fahren. Es ist Herbst in Sydney und das gibt der gesamten Stadt noch einmal einen besonderen Charme. Leura hat gerade einmal 4365 Einwohner – wobei diese Zahl von Tag zu Tag von etlichen Wanderern und Tagestouristen in die Höhe getrieben wird.

Wir lassen unseren Mietwagen auf dem Parkplatz stehen und machen uns direkt auf einen kleinen Spaziergang durch das Stadtzentrum. Das besteht aus einer Straße, die rechts und links voll kleiner Läden und alt eingesessenen Cafés ist. Wir suchen uns ein kleines, aber vollgepacktes Restaurant, das Leura Gourmet, heraus und lassen den Ausblick auf die Berge und vor allem das auf einmal so andere Klima auf uns wirken. Weg sind sie, die vielen Autos, die vielen Menschen und vor allem weg ist auch das Großstadtgefühl, dass man auch in Sydney, trotz Sonne und Meer, häufig hat. Leura ist anders – klein, romantisch und verschlafen. Vom Restaurant aus haben wir einen uneingeschränkten Blick auf die Berge, die sich direkt vor unserer Nase ausstrecken und können ganz nebenbei noch den älteren Damen und Herren beim Kaffeeklatsch und Austausch über die allerneuesten Neuigkeiten aus der Gegend zuhören. Der Puls fährt direkt ein wenig herunter – und mit ihm schleicht sich ein heimeliges Gefühl ein.

Kaminfeuer und Folklore

Heimelig wird es auch in unserem Zuhause auf Zeit und einem Zuhause, das wir gern viel, viel länger gehabt hätten. Von Weitem sehen wir schon den Kamin rauchen. Wir sind angekommen, an der Old Leura Dairy und beziehen unsere eigene kleine Hütte auf Zeit – die Buttercup Barn.

Die Tür quietscht als wir sie das erste Mal öffnen, doch das gehört dazu. Drinnen spielt irische Folklore, auf dem Tisch steht bereits ein Korb mit unserem liebevoll zusammengestellten Frühstück und auch sonst gibt es hier nichts, was einem nicht direkt das Gefühl des Ankommens vermittelt. Wir werfen sofort mehr Holz in den Kamin, lassen die irische CD mehrere Male hoch- und herunterdudeln und kuscheln uns in den Decken auf der Couch ein. So schön können sie also sein, die australischen Berge und ihre kleinen Örtchen.

Den Abend verbringen wir in der Leura Garage – einer alten Garage, die vor Jahren in ein Restaurant umgewandelt wurde. Heute werden hier jeden Abend Gerichte zwischen alten Reifen und moderner Deko serviert. Ein perfekter Ausklang unseres ersten Tages in den Bergen, bevor wir zurück in unsere Buttercup Barn fahren, in der bereits das nächste Holz im Kamin knistert.

Mit der Seilbahn zu den Blue Mountains

Morgen liegt noch ein leichter Nebel über Leura, was dem Örtchen noch einmal ein bisschen mehr Magie gibt. Wir starten direkt früh in Richtung Blue Mountains und machen uns auf zur Scenic World in Katoomba, der Nachbarstadt von Leura und gleichzeitig größten Stadt in der Gegend. Die Scenic World ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch ein historischer Ort, von dem aus man schon seit Jahren die Blue Mountains aus allen Winkeln, Ecken und Höhen begutachten kann. Vier Hauptattraktionen gibt es hier: den Scenic Railway, eine Schmalspur Standseilbahn, den Scenic Skyway, einer Seilbahn, den Scenic Cableway, einer Kabinenseilbahn und den Scenic Walkway, einem Spaziergang durch den Regenwald.

Bereits im Jahre 1884 wurden mit der Schmalspur Standseilbahn knapp 20.000 Tonnen Kohle transportiert. Damals gehörte die Bahn noch zu einem Kohle- und Erdölbau, heute wurde die Bahn überholt, mit neuen Wägen ausgestatten und touristenfreundlich gemacht. Hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen und die Berge mit ihrem Herzstück, den Three Sisters (die Drei Schwestern), aus allen denkbaren Höhen begutachten.

Infos: Die Scenic World hat das ganze Jahr über geöffnet – so lange das Wetter mitspielt. Das Tagesticket für alle vier Attraktionen kostet für Erwachsene 39 AUD (ca. 26 €) und für Kinder 21 AUD (ca. 14 €). Ab und zu gibt es spezielle Attraktionen in der Scenic World, wie Ausstellungen im Regenwald oder besondere Spaziergänge. Alle Informationen dazu gibt es auf der Webseite.

Manly Beach: Surfkultur trifft auf Traumlandschaft

Sydney ist schon längst auf den Beinen, als wir uns in Richtung Hafen aufmachen. Unser Ziel: Manly. Dafür nehmen wir die Fähre, die uns um punkt 8:40 vom Circular Quay in den Hafen von Manly bringt. 40 Minuten dauert die Fahrt, die vorbei an wunderschönen, kleinen Örtchen und grünen Flecken führt. 9:10 Ankunft Manly. Auf der Inschrift des Fährterminals von Manly steht „Seven Miles from Sydney, but a Thousand Miles from Care“ – und das hat auch einen guten Grund. Nur 11 Kilometer ist die 15000-Einwohner Stadt von Sydneys Geschäftsviertel, dem CBD, entfernt und doch ist die Atmosphäre hier komplett anders. Manly ist ruhiger, entspannter und, dank des ewig langen Ozeanstrandes und den nahezu immer perfekten Wellen ein echtes Surferparadies – ohne eben den hohen Trendfaktor, den Sydneys berühmte Strände Bondi, Bronte oder Tamarama tragen.

Auch wir sind heute hier, um die Wellen einmal selbst zu testen. Dafür starten wir direkt nach unserer Ankunft in Manly einen Surfkurs bei der alteingesessenen Surfschule Surfschule Manly Surf School. Bis heute werden hier Surfanfänger  und jene, die schon das Fortgeschrittenen-Level erreicht haben von ehemaligen oder aktuellen Surf-Profis, die teilweise sogar an internationalen Wettbewerben teilnehmen, unterrichtet. Dann kann ja nichts schief gehen.

Unser Surflehrer ist gerade einmal 19 Jahre alt, beginnt bald sein Studium und surft seitdem er 5 Jahre alt ist. Damit ist er uns knapp 25 Jahre voraus. Oh je. Die Sonne lässt sich heute nicht so wirklich blicken, das Meer wirkt ein bisschen aufgebracht, es nieselt und auch sonst sind dies für uns Schönwetter-Anfänger-Surfer nicht die besten Bedingungen. Unser Surflehrer kennt nichts, erklärt uns kurz die heutigen Surfbedingungen und schon geht es los. Eine Stunde lang paddeln wir uns mit ihm durch die Wellen, nehmen mal kleine, mal größere Wellen und können kaum fassen, dass es hier plötzlich so gut klappt. Vielleicht ist eine kleine Altersdifferenz ja doch eine gute Motivation? Uns brennen die Schultern, während unser Surflehrer auch nach über einer Stunde immer noch freudig über die Wellen hüpft. Für heute sind wir zufrieden und verdammt stolz auf uns – Manly, wir mögen dich, und wie!

Nach dem Surfen folgt die Stärkung. Dafür fahren wir in The Boathouse am Shelly Beach. Das Restaurant befindet sich in einem echten Bootshaus und bietet alles, was genau zu einem solchen, maritimen Segel-Surf-Meeresörtchen passt: helles Holz, Muschelgläser als Dekoration auf den Tischen und, wie soll es auch anders sein, frischen Fisch und Meeresfrüchte. Ganz nebenbei kann man sich die kalten Beine vom Surfen am Kamin wärmen.

Manly: Kurzurlaub-Feeling in der verschlafenen Surferstadt

Mag es an unserer Surf-Zufriedenheit liegen oder an der Umgebung an sich, doch Manly hat es in Windeseile geschafft, uns das Gefühl eines echten, kleinen Kurzurlaubs zu geben. Es fühlt sich an, als seien alle Leute hier, um am Wochenende mal ein wenig abzuschalten. Dabei ist es ein ganz normaler Mittwochmittag, an dem die hier ansässigen Australier sich mal schnell zum Mittagessen im Boathouse treffen. Wir könnten einen solchen Wochenmitte-Kurzurlaub häufiger gebrauchen.

Nach dem Essen schlendern wir entspannt in Richtung Hafen zurück und saugen entlang der Küste nun auch endlich die ersten Sonnenstrahlen ein. So sieht das Meer hier also wirklich aus: strahlend blau, passend zum hellen Himmel, der sich jetzt auch einmal blicken lässt. „Ein paar Stunden in Manly sind viel zu kurz!“, wurde uns vorher noch von Freunden aus Sydney erklärt. Wir konnten ihnen nicht ganz glauben, doch sind uns jetzt sicher, dass diese kleine, verschlafene Surferstadt garantiert auch beim nächsten Sydney-Besuch auf unserer Liste stehen wird. Dann probieren wir auch die vielen, verschiedenen Spaziergänge und Wanderungen aus, die an der Küste und weiter im Inneren der Stadt entlangführen – versprochen!

Fazit: Auch wenn wir ganz locker eine ganze Woche mit verschiedenen Unternehmungen in Sydney füllen könnten, ist ein kurzer Ausflug in die umliegenden Örtchen und Kleinstädte eine super Möglichkeit, um auch die andere Seite von New South Wales kennenzulernen. Die Seite, die noch ganz ursprünglich ist, wenig modern und doch genau passend zu dem Geruch von Kaminfeuer, den herbstlich gefärbten Laubblättern und dem rauen Meer, das auch uns alten Surfanfängern ein Kribbeln im Bauch gegeben hat.

Auf ihrer Reise durch Australien wurden Anne und Clemens unterstützt von:

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2 Kommentare

  1. Verlockende Traumlandschaften – verführende Fotos.

  2. Mit der Fähre nach Manly und zurück mit dem Speedboot. Muss man einfach einmal erleben. Ist zum empfehlen.

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