Der perfekte Tag in Kapstadt: Von Bo-Kaap bis Woodstock

Kapstadt, Südafrikas hübsche Metropole zwischen zwei Ozeanen, lockt mit vielen Highlights: bunte Viertel, Tafelberg und ein einzigartiges Lebensgefühl. Anne und Clemens haben die Stadt erkundet.

Ein bisschen Sonnenschein hier, ein leichtes Glühen da. Südafrikas Kapstadt erwacht wie eine Erleuchtung. Wenn die ersten Sonnenstrahlen sich ihren Weg hinunter in die Stadt bahnen und der Tag beginnt. Unserer startet im Once in Cape Town, einem Hostel am Rande des beliebten Ausgehviertels rund um die Long Street. Aber zuerst steht etwas anderes an: ein Frühstück im angeschlossenen Café Yours Truly (73 Kloof St), wo Backpacker wie Hipster – die Grenzen scheinen heute oft kaum erkennbar – die Qual der Wahl haben zwischen Joghurt mit Müsli und einfallsreich belegten Sandwiches von Salami-Avocado bis Feta mit getrockneten Tomaten und Pinienkernen. Dann geht es gut gestärkt in die City Bowl, wie die Innenstadt von den Kapstädtern genannt wird.

Wir schlendern die Long Street entlang, wo man noch die Ausmaße der fast allabendlichen Feierlichkeiten an der mehr oder weniger großen Sauberkeit des Gehsteigs erahnen kann. Entlang des Weges lassen sich noch zahlreiche Überbleibsel der Zeit Königin Victorias entdecken, nämlich kunstvoll verzierte Häuserfronten mit weitläufigen und zur Straße gerichteten Balkonen wie der des Beerhouse (223 Long St).

Wir spazieren weiter und kehren bald auf einen entspannten Morgenkaffee bei Truth Coffee (Buitenkant Street 36) ein, was am Duft von frischem Kaffee liegen könnte, der uns schon von der anderen Straßenseite begrüßt. Drinnen trifft ein gemischtes Publikum auf junge Kellner, die wie eine Mischung aus Charakteren aus Cowboyfilmen und Industrial-Fantasia-Epen aussehen. Der Kaffee schmeckt – und das ist ja das wichtigste.

Pastelliges Bo-Kaap und Victoria & Alfred Waterfront mit Food Market

Ein paar Straßen weiter westlich stolpern wir in das Bo-Kaap (Wale St, Schotsche Kloof), ein Stadtviertel, das berühmt ist für seine kunterbunten Häuschen. Eines ist niedlicher als das andere. Von Knallgelb über Pastellgrün bis zu Babyblau ist alles dabei. Überaus beschaulich reiht sich eines ans andere. Was so eine Bleibe wohl kosten würde? 

Bevor wir uns zu sehr in die Vorstellung eines spontanen Umzugs nach Kapstadt hineinsteigern können, ziehen wir lieber weiter in Richtung Victoria & Alfred Waterfront. Die weitläufige Anlage ist direkt am Meer gelegen und an Aktivitäten und romantischen Ausblicken kaum zu übertreffen. Und diese gibt es hier wie Sand am Meer. Ob man nun den Hafen entlang spaziert, vorbei am urigen Watch Tower, oder sich durch den hippen V&A Food Market in der Dock Road schlemmt, wo sowohl Spezialitäten der Region wie Weine, Käse oder vakuumverpacktes Trockenfleisch von Kudu oder Strauß angeboten werden, als auch internationale Küche von Crêpes bis Wraps aller Art. Ob man nebenan beim Stöbern in der hippen Markthalle The Watershed (17 Dock Rd) die Zeit verliert oder auf den knallgrünen Rasenflächen am Wasser eine kleine Pause einlegt. Ob man sich ein frisches Fischgericht in einem der Restaurants gönnt oder lieber einen kalten Weißwein in einem der unzähligen Cafés entlang des Hafenbeckens wie dem Quay Four (4 W Quay Rd, V & A Waterfront). Überall entfaltet sich vor den Augen des Betrachters ein neues, noch atemberaubenderes Bild der Stadt. Als wolle Kapstadt sagen: Schaut her auf diese Stadt, auf dass sie Euch nie langweilig wird!

Hippiefeeling in Kapstadt: altes Industrieviertel Woodstock

Langweilig wird Kapstadt ganz bestimmt nicht. Deshalb machen wir uns nach einem Päuschen am Wasser auch schon auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Woodstock. Im ehemaligen Industrieviertel findet jeden Samstag ab 9 Uhr der Neighbourgoods Market (373 Albert Rd, Woodstock) statt – und zwar rund um die fotogene Old Biscuit Mill. Hier trifft sich schon lange nicht mehr nur das hippe Jungvolk Kapstadts. Nein, wie ein großer Jahrmarkt zieht die Veranstaltung allwöchentlich Groß und Klein in die alten Lager- und Fabrikhallen.

Vor allen Dingen hat das einen triftigen Grund: das leckere Essen aus aller Welt, das hier von Einheimischen an kleinen Ständen liebevoll zubereitet und meist auch noch zu erschwinglichen Preisen angepriesen wird. So gibt es viel zu sehen und zu riechen, zu probieren und zu kaufen.

Camps Bay – da, wo die Endorphine tanzen

Trotzdem heißt es für uns nach einer guten Stunde: raus aus den Hallen, rein in die Natur. Nämlich nach Camps Bay. Das Kapstadt vorgelagerte Örtchen ist der Tummelplatz für die Schönen und Reichen der Stadt, wobei Letztere klar in der Überzahl sind. Tatsächlich ist der Ort an sich an Bilderbuchhaftigkeit kaum zu übertreffen. Zum einen ist da die kleine Bucht, die sich an die Bergformation des Lions Head und an die ersten Ausläufer der 12 Apostel bettet. Dann ist da die beschauliche Hafenpromenade, an der sich ein hübsches Café ans nächste reiht. Und dann darf man natürlich den breiten Sandstrand nicht unerwähnt lassen, an dem sich besonders am späten Nachmittag ein einzigartiges Licht heimisch macht, das es wohl nur in Kapstadt gibt. Dieses helle und doch besonders warme, sanfte Sonnenlicht, das der Haut irgendwie besonders gut zu tun scheint und das Endorphine ausschütten lässt, als hätte der eigene Körper gerade im Lotto gewonnen.

Definitiv ein Highlight: Heliflug über Kapstadt

Und doch lernen wir, dass auch das sogar noch zu toppen ist. Mit einem Helikopterflug! Dieser ist, neben zahlreichen anderen Vorteilen wie kostenlose Museumseintritte und einer Fahrt mit dem Cape Wheel an der V&A Waterfront, in unserem iVenture Cape Town Unlimited Premium Pass eingeschlossen. Und von genau dort geht es auch los: Direkt vorne am Wasser starten wir vom Helipad nach einer kurzen Einweisung in die Luft. Und schon geht es die Küste entlang in Richtung Kap, vorbei am Signal Hill und über den Lions Head hinweg. Wir überfliegen die Bucht von Clifton, ebenso wie Camps Bay, wo wir vor kurzem noch entlang der Promenade spaziert sind. Gut 20 Minuten sind wir unterwegs und doch fühlt sich der Flug viel kürzer an, als wir wieder in die City Bowl einfliegen und die junge Pilotin den Hubschrauber sachte auf den Boden landet. Was für ein Erlebnis!

Tafelberg: der romantischste Sonnenuntergang Kapstadts

Noch ist es hell. Also machen wir uns auf den Weg zum Tafelberg. Zu jenem Berg, der wie ein Rückgrat hinter Kapstadt thront und allabendlich zum Staunen einlädt. Vorausgesetzt, das Wetter macht mit. Hat man das Glück, einen wolkenlosen Tag zu erwischen, ist es spätestens um 16 Uhr an der Zeit, sich auf den Weg zum Tafelberg zu machen. Wir entscheiden uns für eine Fahrt mit der Gondel, die einen in wenigen Minuten von der Talstation auf die Bergkuppe bringt und mit unserem iVenture Cape Town Unlimited Premium Pass sogar kostenlos ist. Oben haut es den erstmaligen Besucher erst einmal von den Socken. Denn überraschenderweise beheimatet der Berg, der doch von unten aus dem Tal so steinern und karg wirken mag, extrem viel Vegetation. Tatsächlich soll es auf dem Tafelberg mehr Pflanzenarten geben als in ganz Großbritannien. 

Kein Wunder also, dass das Plateau zum Wandern und Spazieren einlädt. Und das machen wir auch eine ganze Weile, bevor wir uns mit Blick auf Kapstadt auf den Felsen niederlassen und sich mit jeder Minute das Antlitz der Stadt verändert. Die ganze City Bowl erstrahlt in den wärmsten Farben, bis nach und nach die Lichter in den Straßen angehen. Unten, entlang der Long Street stehen bestimmt schon wieder die ersten Tische auf den Balkonen, während die Städtchen hinter dem Lions Head, wie Clifton und Camps Bay, den romantischsten Sonnenuntergang an den Horizont gepinselt bekommen. Schöner als mit diesem Ausblick kann ein Tag kaum enden.

Auf ihrer Reise durch Südafrika wurden Anne und Clemens unterstützt von:

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1 Kommentar

  1. Die schönen Fotos vermitteln den Eindruck einer jungen, farbenfrohen Stadt.
    Ein Flug mit dem Helikopter ist sicher ein besonderes Highlight.
    Gibt es auf dem Tafelberg wirklich mehr Pflanzenarten als in Brexit-Land? Erstaunliche Vielfalt.

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