St. Patrick’s Day: Die besten Parties in Grün

Sie ist der deutlichste Ausdruck irischer Lebensfreude und irischen Nationalstolzes: die St. Patrick’s Day Parade. Rund um den Todestag des Nationalheiligen Irlands am 17. März färben sich jedes Jahr aufs Neue Städte, Flüsse und Bierkrüge zu seinem Gedenken grün wie die „Emerald Island“ selbst. Wessen Herz für „St. Paddy“ und die Iren schlägt, hat die Qual der Wahl: Wo schließt man sich dem ausgelassenen Treiben am Besten an? Wir haben einige Tipps zusammengestellt, von den größten über die verrücktesten bis zu den exotischsten Feiern.

Dublin: Ein bisschen Prunk zum St. Patrick’s Day muss sein…

Wo sollte man den Nationalfeiertag Irlands besser begehen können als in der irischen Hauptstadt Dublin? Der 17. März ist auf der grünen Insel ein gesetzlicher Feiertag und die Einwohner haben genügend Zeit, ihren Heiligen gebührend zu feiern. Auch die dem Anlass zugeschriebene feucht-fröhliche Komponente kommt hier gut zum Tragen: Der berühmteste literarische Dubliner, Leopold Bloom, sinnierte über seine Heimatstadt „Ein gutes Rätsel wäre ein Weg quer durch Dublin, ohne an einem Pub vorbei zu kommen.“ Der St. Patrick’s Day ist vielleicht nicht der beste Tag, um das zu versuchen. Im berühmten Ausgehviertel Temple Bar kannst Du statt dessen Deine Gälisch-Kenntnisse üben: „Sláinte“ bedeutet „Prost“ auf Gälisch.

New York City: St. Patrick’s Day der Superlative

New York City hat eine der größten irischen Exilgemeinden der Welt. Und wie vieles, fällt auch die St. Patrick’s Day Parade in den USA etwas größer aus: Die 150.000 Teilnehmer brauchen unglaubliche fünf Stunden, um die rund zweieinhalb Kilometer lange Route auf der 5th Avenue zu passieren. Angeführt wird der Umzug vom 69th Infantry Regiment. Den Startschuss gibt traditionell sein Kommandant mit den Worten „The 69th is always ready“. Einem Münchner mag das etwas weniger gemütlich vorkommen als das „O’zapft is“ des Oktoberfestes, aber die Bedeutung ist dieselbe: Das Fest kann beginnen. New York verfügt über eine Vielzahl von Irish Pubs, von denen „An Béal Bocht“ in der Bronx (445 W 238th Street) für literarisch Interessierte, „The Dead Rabbit“ (30 Water Street nahe Broad Street) mit einer Lage zentral in Manhattan oder „McSorley’s Old Ale House“ (15 East 7th Street) mit seiner über 150-jährigen Tradition einen Besuch besonders lohnen.

London: Streetfood, Showbühne und vielleicht auch Kate

Die Londoner Parade wird, ganz pragmatisch, auf ein nahes Wochenende verlegt und führt über die Straße Piccadilly zum Trafalgar Square. 2017 ist sie Höhepunkt eines dreitägigen irischen Festivals, das mit einem Street Food Market für das leibliche Wohl und mit einer Showbühne für die Unterhaltung der Besucher sorgt.

Die Irish Guards, eines der verbliebenen irischen Regimenter in Großbritannien, hat den Feiertag zum Ehrentag der Einheit bestimmt. Ihre Mitglieder tragen zu diesem Anlass frische Kleeblätter, sogenannte „Shamrocks“, die von einem Mitglied der königlichen Familie überreicht werden. Die Duchess of Cambridge, besser bekannt als Herzogin Kate, zog sich den Unmut der Medien zu, als sie diesen Termin 2016 absagte. Du siehst, die Royals sind selbst am St. Patrick’s Day für eine Anekdote gut. Nahe den Feierlichkeiten findet sich „The Harp“ (47 Chandos Place), ein ausgezeichnetes Irish Pub besonders für Bier-Liebhaber.

Chicago: Ist das Waldmeister-Grütze?

Auch in Chicago sind viele Menschen irischstämmig. Sie nutzen den Anlass zur berühmten South Side Irish Parade. Ein weiteres Highlight ist der Chicago River – für sich schon eine Kuriosität, da seine Flussrichtung dank ausgeklügelter Ingenieurskunst umgedreht wurde und nun vom See aus bergauf fließt. Seit 1962 färben die Veranstalter des St. Patrick’s Day den 251 Kilometer langen Chicago River grün ein. Nur wenige hundert Meter entfernt auf der Nordseite findet sich „The Kerryman“ (661 N Clark Street), eines der sehenswertesten Irish Pubs mit einer wechselhaften Geschichte – vom Gangster-Treff zur Punk-Szenekneipe hin zu einem lebhaften traditionellen Pub heute.

Montreal: Kleeblatt im Wappen und im Herzen

Die kanadische Stadt mit dem Kleeblatt im Wappen beheimatet zahlreiche irische Viertel und blickt auf eine lange Tradition an St. Patrick’s Day Paraden zurück: Seit bald 200 Jahren, genau genommen seit 1824, lassen es sich die Einwohner Montreals nicht nehmen, St. Patrick mit einem rauschenden Umzug zu feiern. Die Stadt hat eine kleine, aber feine Auswahl an irischen Pubs, von denen das „Le Vieux Dublin“ mit der zentralen Lage (636 Cathcart, Ecke Robert-Bourassa) und fast täglicher Live-Musik besticht.

Montserrat: Darf es ein bisschen Karibik sein?

Die kleine Karibikinsel Montserrat ist eine britische Kronkolonie und trägt den Namen „Emerald Island of the Carribbean“. Sie wurde von irischen Flüchtlingen aus dem benachbarten St. Nevis besiedelt, die ihre Tradition des jährlichen Feiertags mitbrachten. Er erinnert außerdem an einen gescheiterten Sklavenaufstand im Jahr 1768. Mit weniger Einwohnern als so manche Kleinstadt ist Montserrat eine außergewöhnliche Alternative zu den großen Feiern rund um die Welt. Das nächste Irish Pub allerdings findet man im 339 Kilometer entfernten St. Lucia: das „Shamrock’s Pub“ in Rodney Bay.

Übrigens: Wusstest Du, dass alle hundert Jahre die Feiern zum St. Patrick’s Day ein paar Tage vorverlegt werden, um nicht in die Karwoche zu fallen? Zuletzt war dies 2008 der Fall. Doch keine Sorge bei der Reisebuchung – bis zum nächsten Mal ist es noch ein Weilchen hin: Vorverlegt wird erst wieder im Jahr 2160.

Weitere Informationen zu den Umzügen rund um die Welt findest Du auch auf St-Patricks-Day.com.

(Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Redaktionsmitglied Michael Höppner.)

Bildnachweise in der Reihenfolge des Erscheinens:

  • Titelbild: pressmaster „St. Patricks fans“ via Stock Adobe
  • Ein bisschen Prunk und Protz muss natürlich auch sein am Nationalfeiertag der Iren. Bild: Miguel Mendez „St Patrick’s Parade 2014“ via Flickr
  • Schottenröcke und Dudelsäcke zu Ehren von St. Patrick gibt’s auch in New York City. Bild: tpsdave via Pixabay
  • Ob Kate Middleton 2017 wieder dabei ist? Patrick’s Day auf dem Londoner Trafalgar Square. Bild: DAVID ILIFF. License: CC-BY-SA 3.0
  • Es liegt nicht an Deinen Augen: Der Chicago River wird zum St. Patrick’s Day tatsächlich grün eingefärbt. Bild: Knowledge Seeker „Chicago River dyed green” via Wikipedia
  • Waldmeister-Grütze? Nein, der Chicago River am St. Patrick’s Day. Bild: sam99929 via Pixabay
  • Selbst die Kleinsten sind vom grünen Fieber infiziert, wie hier im kanadischen Montreal. Bild: jpmpinmontreal „Kids“ via Flickr

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