Ski-Safari in Kanada: Rocky Mountains Pisten-Hopping

Wer, wie ich, leidenschaftlich gerne Ski fährt, träumt früher oder später von einer Winterreise nach Kanada. Einmal in den Rocky Mountains Ski zu fahren, das wär’s! Wer glaubt, Kanadas Terrain eigne sich nur für ausgewiesene Skiexperten, irrt sich gewaltig. Kanada wird zudem häufig mit Heliskiing, also hüfthohem Powder in schwierigem Gelände, verbunden. Dabei kann man sich gerade in der Provinz Alberta in bekannten Skigebieten auch wunderbar entspannt auf den Pisten vergnügen. Richtig spannend wird es, wenn man auf einer Rundreise gleich mehrere Skigebiete in den „Rockies“ verbindet.

Ski-Safari: Die Vielfalt der Landschaft Kanadas kennenlernen

Eines vorneweg: man muss auf einer Rundreise dieser Art schon flexibel sein und manchmal richtig zeitig aufstehen, nämlich dann, wenn ein Ortswechsel ansteht. Nach dem Kofferpacken und dem Check-out geht es erstmal auf die Piste. Im Anschluss an einen langen Skitag dann auf den Highway. Andererseits lernt man gerade auf diese Art die traumhafte Landschaft Kanadas zumindest ansatzweise kennen. Wer eine Woche lang im gleichen Skiort hockt, bekommt sicherlich mehr Möglichkeiten zur Entspannung, jedoch von Kanada und seiner Weite reichlich wenig mit.

Auf der dreistündigen Fahrt von Lake Louise nach Jasper kommt uns in den Abendstunden kein einziges Auto, dafür auf dem Trans-Canada-Highway aber ein Wolf, entgegen. Er trottet in aller Seelenruhe am Waldrand die Straße entlang. Etwas später steht ein Fahrzeug am Straßenrand, der Fahrer daneben. Um niemanden in der Wildnis alleine zu lassen, halten wir an und fragen, ob wir helfen können. Darauf hörten wir, dass er in der Wildnis bereits seit zwei Stunden auf den Pannenservice wartete. Doch schien der Fahrer weder nervös, noch ungeduldig zu sein – die überwältigende Natur lässt einen offenbar bescheiden werden.

Skifahren in Kanada: Mit altmodischen Liften in luftige Höhen

Wer zum Skifahren nach Kanada reist, sollte sich warm anziehen. Beheizte Lifte wie in Europa gibt es kaum. Die Aufstiegshilfen sind im Vergleich gelinde gesagt „very old fashioned“. Nahezu alle Skigebiete Albertas liegen nämlich in Nationalparks, ein rasanter Aus- und Umbau ist daher untersagt. Das Gute: in Kanada, ähnlich wie in den USA, sind alle Zonen eines abgegrenzten Skigebietes, egal ob präpariert oder nicht, grundsätzlich gesichert. Lawinen werden gesprengt, nicht sichere Bereiche markiert und abgeriegelt. Innerhalb des gesicherten Bereiches kann man, anders als bei uns, bedenkenlos im Tiefschnee fahren. Außerdem beginnen die Skigebiete meist in einer Höhe, in der bei uns die Lifte enden. Das kommt dem Schnee zugute, weil er länger trocken und somit fluffig bleibt. Ganz automatisch fährt man daher in Kanada um Klassen besser Ski als in Europa.

Highlights aus Alberta: Olympiastrecken, Champagner Powder und Eisfälle

Was ich auf meiner Skireise durch Alberta auf und abseits der Piste erleben durfte, hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Hier im Schnelldurchlauf, weil jedes Erlebnis fast schon wieder eine eigene Geschichte wäre: delikate Burger und saftige Steaks gegessen, berauschende Weltcup-Pisten und Offpiste-Varianten in Lake Louise genossen, rasante Olympiastrecken in Nakiska getestet, in Champagner Powder weich gelandet, in Marmot Basin durch Buckelpisten und Waldabfahrten geheizt, in Jasper Craft Beer direkt in der Kleinbrauerei getrunken, auf dem berühmten Icefields Parkway gefahren, in renommierten Häusern wie dem Fairmont Banff Springs Hotel logiert, mit Einheimischen gescherzt, im Stile Warren Millers Skivideos auf meinem iPhone produziert, Hundeschlitten gefahren und an den beeindruckenden Eisfällen des Maligne Canyon gewandert.

Après-Ski light: Schwimmen mit Bergblick

Es klingt vielleicht absurd, aber Flip Flops und Badezeug sollten unbedingt im Gepäck sein, wenn man im Winter nach Kanada reist, da fast alle Hotels über beheizte Außenpools verfügen. Man stelle sich nur vor: in der Fairmont Jasper Park Lodge schwimme ich nach einem grandiosen Skitag im Pool mit Blick auf den Beauvert Lake. Während ich meine Runden drehe, äsen keine 20 Meter von mir entfernt Wapitihirsche in aller Seelenruhe auf dem Hotelgelände.

Bei minus 30 Grad das Nordlicht sehen

Den absoluten Höhepunkt meiner Skireise erlebe ich in Sunshine Village, einem überaus anspruchsvollen Skigebiet nahe Banff. Das Hotel, in dem wir nächtigen, die Sunshine Mountain Lodge, liegt auf sagenhaften 2.730 Metern Höhe mitten im Skigebiet. Mit der letzten Gondel schaukeln wir gegen 17 Uhr in der Dämmerung nach oben. Später zeigt sich bei minus 30 Grad in der Dunkelheit ein sagenhaftes Nordlicht. Am nächsten Morgen stehen wir als Erste auf der Piste. Bis die anderen Touristen aus dem Tal im Gebiet sind, haben wir schon unzählige Pistenkilometer abgespult. Alleine, auf menschenleeren, frisch präparierten Pisten.

Tipps zum Weitersurfen und Planen

  • Offizielle Ski- und Snowboardseite von Travel Alberta
  • Individuell arrangiert sind vor allem Unterkünfte und Skipässe in Kanada mitunter richtig teuer, dazu kommen die Kosten für Leihwagen, Verpflegung und Leihausrüstung. Es lohnt sich daher oftmals, eine solche Skisafari als Gruppenreise über einen Spezialveranstalter zu buchen.

*Die Reise wurde von Travel Alberta und Club Reisen Stumböck unterstützt.

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