Singapur: 8 Insidertipps, die Deine Brieftasche schonen

Singapur gehört zu den teuersten Metropolen der Welt. Dennoch kann man mit ein paar Tipps und Insiderwissen auch hier relativ günstig viel Spaß haben und Einiges entdecken. Und das bringt einen auch weg von den überfüllten Touristenpfaden. Wie das genau geht, erfahrt Ihr hier.

Alle paar Jahre zieht es mich nach Ozeanien und Südostasien. Nun ist es endlich wieder soweit. Diesmal geht es auf eine längere Reise nach Neuseeland. Auf dem Weg dorthin mache ich in Singapur halt. Dies ist bereits mein neunter Stopover hier. Wer für einen längeren Zwischenstopp nach Singapur kommt, dem empfehle ich, diesen während der Hinreise und nicht auf der Rückreise, wenn man „reisemüde“ und „gesättigt“ ist, einzulegen. Diesen Fehler habe ich auch schon mal gemacht. Außerdem sollte man sich ruhig einige Tage Zeit nehmen, um Singapur richtig kennenzulernen. Dieses Mal war ich eine Woche hier, was perfekt war, um die Stadt in Ruhe zu erkunden.

1. Changi Airport – Wohlfühlflughafen der Superlative

Ich freue mich, nach vier Jahren endlich wieder an meinen Lieblingsflughafen in Asien zurückzukehren. Der Changi Airport besitzt ein Fitnessstudio, einen Swimmingpool, einen Virtual Reality Room, Kinos, Schlafplätze, Duschen, einen Schmetterlingsgarten, Working Spaces und vieles mehr. Selbst in den Terminals 1-3 habe ich verrückterweise schon mal zwei Tage Urlaub gemacht, als ich einen 50-Stunden-Stopover in Singapur hatte. Die Palmen, die Wasserfälle und die tropischen Pflanzen, in Kombination mit der beruhigenden Musik, dem weichen Teppichboden und der ruhigen Mentalität der Asiaten, wirken sehr entspannend. Es fühlt sich immer wieder gut an, hier zu sein.

2. Öffentlicher Nahverkehr, Free Wifi & Free Apps

Der öffentliche Nahverkehr in Singapur ist ein Traum und gehört zu den besten Netzen der Welt. Für umgerechnet ein bis zwei Euro kommt man mit den MRT (Mass Rapid Transit)-Zügen und U-Bahnen in alle Stadtviertel und zu allen Attraktionen. Meine App-Tipps für die Fahrt damit sind: Mapway (für iOS und Android) oder gothere.sg, speziell für Singapur (leider nur iOS). Die Transport Card kann man übrigens bis zu sechs Mal aufladen, das spart Bares. Der Bus ist noch günstiger, dauert zwar länger, aber man bekommt auch mehr zu sehen. Sehr hilfreich ist es übrigens auch, sich vor Ort mit seinem Handy bei @WirelessSG zu registrieren, um kostenloses Wifi an unzähligen Hotspots in Singapur nutzen zu können. @WirelessSG ist die offizielle WLAN-Hotspot-Initiative von Singapur und betreibt als Zusammenschluss mehrerer Provider sehr viele Hotspots mit einer Leistung von bis zu 2Mbps; die Zahl der Hotspots soll bis auf 20.000 ausgeweitet werden.

3. Tipp: Hawker Food in Singapur

Auf keinen Fall sollte man in überteuerte und touristische Restaurants gehen. In den sogenannten Hawker Centres, die ähnlich wie Food Courts sind, findet man hingegen leckere, lokale Gerichte – ob malaysisch, chinesisch, japanisch, indisch, thailändisch, indonesisch oder singapurisch. Und zwar selten für mehr als umgerechnet zwei bis drei Euro. Die meiner Meinung nach besten Hawker Centres sind das Newton Food Centre, das Maxwell Food Centre in Chinatown, das Albert Centre in der Nähe der Bugis Street, das Terra Centre in Little India, das Broadway gegenüber des Burlington Square und die Foodclique in der Nähe der Station Lavender.

Mein absolutes Highlight sind Dumplings, das ist ein mit Fleisch, Gemüse, Mais oder süßer Paste gefülltes Teiggebäck; in Europa vielleicht am ehesten mit gefüllten Knödeln oder Klößen vergleichbar. Auch der lokale Markt unweit der Bugis Street, zwischen Albert Street und Bencoolen Link beim Albert Center, hält so manche Leckereien bereit, wie zum Beispiel köstliches Sandwich-Eis in vielen Geschmacksrichtungen für umgerechnet gerade mal 66 Cent. ChocChip ist mein persönlicher Favorit. Ein weiteres Highlight ist das eisteeähnliche Getränk Heaven and Earth, Geschmacksrichtung Passionsfrucht. Das vielfältige und günstige Essen ist auf jeden Fall einer meiner Hauptgründe, immer wieder nach Singapur zu reisen.

4. Tipp: Richtig feiern in Singapurs Nachtleben

Man muss die Feste feiern wie sie fallen – das hat dann allerdings auch seinen Preis. Hier die Story: Ich komme mit einem Geschäftsmann aus Südafrika ins Gespräch. Eine Mischung aus Shaquille O‘Neal und Denzel Washington. Neben ihm fühle ich mich wie ein weißer Winzling. Er ist cool drauf und ein guter Party-Buddy. Er sagt, sein Flieger gehe erst am nächsten Morgen und dass er vorher noch einmal richtig auf den Putz hauen wolle. Ich bin dabei, sage ich. Es ist Mittwoch, Ladies Night in Singapur. Wir schlendern durch die Straßen und landen im Grammy Entertainment in der Arab Street, einer japanischen Karaoke Bar, in der gerade ein Schönheitswettbewerb stattfindet.

Später schlürfen wir noch ein paar Singapur Slings auf der Clarke Quay, der Barmeile der Stadt. Hier liegt ein Club neben dem anderen. Feine Electro Beats sind an den Eingangstüren zu hören. Schöne Menschen in stylishen Outfits stehen Schlange. Wir steuern den Space Club an. Dann, zwischen Tanzfläche, DJ Pult, Bar und gefühlten 100 Dezibel bestem Electro Sound, an einem Fleckchen Erde fernab von zu Hause, überkommt mich einer dieser nächtlichen, emotionalen Freiheits-Party-Euphorie-Momente. Ich fühle mich lebendiger denn je. Ausgelassen unterwegs zu sein, zu reisen, zu leben, Neues und Fremdes zu entdecken, und diese Vielfalt zu feiern. Vielleicht kennt Ihr das und hattet es auch schon mal?

Die Nacht war natürlich viel zu kurz. Für meinen nächsten Besuch habe ich daher schon mal die beiden Nachtclubs Zouk und das C‘est La Vie, das sich auf einer Dachterrasse im Marina Bay Sands Hotel befindet, fest eingeplant. Vor allem die Aussicht und die Exklusivität dieser Location wecken meine Vorfreude schon jetzt, auch wenn solche Nächte nicht ganz billig sind. Mir ist aufgefallen, dass einige Clubs in Singapur häufig Namen und Besitzer wechseln. Daher sollte man sich vor seinem Besuch noch einmal gut informieren.

5. Tipp: Relaxen auf Sentosa Island

Ich bin kein Fan von typisch touristischen Besichtigungstouren. Mit zwanzig anderen Urlaubern im roten Sightseeing-Bus zu sitzen, nein danke. Da laufe ich lieber selbst los und erkunde auf eigene Faust. Manchmal mag ich es aber auch, einfach nur zu relaxen. Dafür gibt es in Singapur zahlreiche Möglichkeiten. Abends schaue ich mir auf Instagram Bilder vom Palawan Beach auf Sentosa Island an. Die Entscheidung ist schnell gefallen. Am nächsten Morgen fahre ich mit dem kostenlosen SkyTrain vorbei an den Universal Studios und den Abenteuerparks, wo alle Touristen aussteigen. Ich jedoch will noch ein paar Stationen weiter. Als ich aussteige, bin ich sprachlos. Welcome to paradise! Kaum eine Menschenseele ist zu sehen. Das hätte ich nun überhaupt nicht erwartet! Ich bin übrigens am südlichsten Punkt Zentralasiens gelandet. Nun heißt es erst einmal ab ins Meer.

6. Multikulti in Singapur

Was man sich in Europa schwer vorstellen kann, ist aus Singapur nicht mehr wegzudenken. Hier leben Menschen verschiedenster Religionen friedlich neben- und miteinander. Man sollte auf jeden Fall durch die verschiedenen Viertel Chinatown, Little India und die Arab Street spazieren, Impressionen sammeln und sich inspirieren lassen. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

7. Tipp Marina Bay: Kostenlose Konzerte und Light Shows

Obwohl es hier um Insidertipps geht, will ich dieses schöne Fleckchen Singapurs niemandem vorenthalten. Neben Little India, Chinatown und der Arab Street wäre es fatal, Marina Bay nicht zu erwähnen. Zwar ist es die wohl bekannteste Touristenmeile, dennoch gibt es auch hierfür ein paar Insidertipps, ohne die man an Singapurs atemberaubendster Ecke schnell etwas verpasst. Es lohnt sich, vor Sonnenuntergang herzukommen, von der Merlion Statue über die Jubilee Bridge zur Open Air Bühne zu laufen, wo es um 19.00 Uhr kostenlose Konzerte gibt. Danach geht es über die Formel 1-Strecke von Singapur über die wunderschön beleuchtete Helix Bridge zum Gardens by the Bay zur Lichtershow der Supertrees (ab 19.45 Uhr). Zum Ausklang des Abends läuft man durch das Marina Bay Sands Hotel bis zum Ufer, wo man sich gemütlich hinsetzen und um 21.30 Uhr die spektakuläre Laser Show bestaunen kann.

8. Tipp: Spaziergang durch das pompöse Singapur

Läuft man von Little India Richtung Westen, kommt man am Newton Food Centre vorbei. Wer hier nichts zu essen findet, ist selber schuld. Weiter geht es in Richtung Makepeace Road, die mit hübschen, kleinen Häusern vor großen Wolkenkratzern beeindruckt. Nach einiger Zeit landet man auf der Orchard Road, der größten Shopping- und Entertainmentmeile Singapurs. Auf jeden Fall sollte man am Shopping-Komplex Shaw House halt machen, dort in die 5. Etage zum Shaw Theater fahren und den gegenüberliegenden ION Orchard-Komplex auf sich wirken lassen. Dieser sieht aus wie ein riesiges Raumschiff. Anschließend geht es in die Nassim Road. Hier befinden sich die pompösen Botschaften und Villen Singapurs. Auf jeden Fall schön anzusehen. Am Ende der Nassim Road ist man am Botanischen Garten Singapurs angekommen. Hier gibt es eine der besten Orchideenausstellungen der Welt.

Gerade sitze ich in einem Hawker Centre und lasse meinen einwöchigen Aufenthalt in Singapur bei einem leckeren, asiatischen Essen ausklingen. Ich bin mehr als froh, nach vier Jahren wieder hierher gekommen zu sein. In dieser kurzen Zeit hat sich so viel getan, zum Beispiel die Fertigstellung der Gardens by the Bay, des Marina Bay Sands Hotels und der Helix Bridge. Ich bin schon gespannt, welche „Singapur Insidertipps“ es bei meinem nächsten Besuch zu entdecken gibt!

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