Newcastle – 5 Hotspots in der Stadt am Tyne

Newcastle, die ehemalige Industriestadt im Norden Englands, ist ein echter Geheimtipp für eine Städtereise in Europa und hat eine große Auswahl an tollen Spots und Sehenswürdigkeiten. Bloggerin Nina stellt fünf der Hotspots in diesem Beitrag vor.

Wenn mich die Leute fragen: „Nina, was ist denn dein Städtereisen Geheimtipp in Europa zur Zeit?“ steht eine Stadt meistens ganz oben auf der Liste: das englische Newcastle. Die Stadt am Tyne hat mich im vergangenen Jahr wirklich überrascht. Moderne Architektur, hippe Künstlerviertel, tolle Museen, vegane Fish & Chips, historische Prachtbauten und jede Menge Brücken begegneten mir an diesem Wochenende.

Alte Markthallen in der Innenstadt

Was wäre ein Städtetrip nach Großbritannien ohne Shopping? Newcastle hat neben der üblichen High Street Läden und Europas größter Mall (die etwas außerhalb der Stadt liegt) zwei ganz zuckersüße alte Einkaufszentren direkt im Herzen der Stadt. Der Grainger Market liegt nicht weit vom Greys Monument entfernt und beherbergt einen der ältesten Marks & Spencer Englands. In der Markthalle aus dem 19. Jahrhundert findet man außerdem jede Menge Obst- & Gemüseläden, Street Food Stände mit Köstlichkeiten aus aller Welt, eine zuckersüße Cupcake Bäckerei, Vintage Läden, Record Stores und Antiquariate. Eine alte Waage ist noch immer in Betrieb und wer sich traut, kann sich für 50p wiegen lassen. Ich hätte hier ewig das bunte Treiben auf und zwischen den Gängen beobachten und mich durch all die Leckereien futtern können.

Das zweite Juwel, nicht unweit vom Grainger Market ist die Central Arcade. Die alte viktorianische überdachte Ladenstraße liegt recht versteckt, lohnt sich aber unbedingt allein schon für die hübsche Architektur und die vielen Details. Hier findet man ein paar kleine Boutiquen und ein Musikgeschäft.

Bonus Tipp: Wer sowieso schon in der Gegend ist, sollte noch einen kleinen Abstecher ins High Bridge Quarter machen. Auch hier gibt es ein paar nette Vintage Läden, eine moderne Galerie, einen Comedy Club und etliche alte Pubs.

Die Quayside und die sieben Brücken

„Über sieben Brücken musst du gehen…“ – das ist in Newcastle ein leichtes. Denn genau sieben sehr unterschiedliche Brücken verbinden Newcastle mit dem am anderen Ufer liegenden Gateshead. Zum Abend hin lohnt sich ein Spaziergang an der Quayside. Von der Promenade bietet sich eine ganz wunderbare Aussicht auf die Brücken, die sich mit jedem Schritt ändert. Zum Sonnenuntergang spiegelt sich alles im Wasser des Tyne und in der gewölbten Glasfassade des Sage Gateshead, der riesigen modernen Konzerthalle. Ich konnte mich an diesem Licht- und Schattenspiel gar nicht satt sehen und habe gefühlt tausend Fotos geschossen.

Wenn man schon mal da ist, sollte man unbedingt bis zur Millennium Bridge spazieren. Die Brücke zieht sich wie ein riesiger Halbkreis über den Tyne und von ihr aus hat man den allerbesten Blick auf Newcastle und Gateshead. Die Millennium Bridge ist übrigens die erste Brücke, die man, sollte mal ein großes Schiff durch müssen, einfach kippen kann. Das Spektakel ist so besonders, dass es hierfür spezielle Termine auf der Website der Stadt Gateshead gibt.

Baltic Centre for Contemporary Art

Hinter der Millennium Bridge auf der Gateshead Seite liegt das Gebäude der Baltic Flour Mills, einer ehemaligen Getreidefabrik. Heute befindet sich in dem riesigen Kornspeicher das Baltic Centre for Contemporary Art, das größte Zentrum für Moderne Kunst außerhalb von London. Ich rate euch für diese Galerie viel Zeit mitzubringen, denn man kann hier locker einen halben Tag verbringen. Auf mehreren Etagen befinden sich immer wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler – eine permanente Sammlung gibt es nicht. Die Werke variieren von Raum einnehmenden Sound Installationen, über skurrile Skulpturen, schreiend bunten Gemälden und gigantischer Videokunst. Im obersten Stockwerk befindet sich das renommierte Restaurant SIX, eine gläserne Terrasse bietet Aussicht über die ganze Stadt. Ein Besuch des Baltic lohnt sich allein schon wegen des gut sortierten Museumsshops, in dem man sicher das ein oder andere Newcastle-Souvenir findet, aber auch Produkte mit Anspielungen auf moderne Popkultur oder feministische Themen.

Newcastles Sehenswürdigkeiten: das Ousebuorn Valley

Zurück über die Millennium Bridge führt der Weg zum pulsierenden Künstlerviertel Ouseburn Valley. Benannt nach dem kleinen Fluss Ouse, der im Tyne endet, ist dieses ehemalige Industrieviertel inzwischen zu neuem Leben erwacht. Mit fallenden Mieten kamen die Kreativen und machten den Stadtteil zu dem, was er heute ist: ihrem kleinen Dorf in der Stadt. Und so fühlt es sich auch wirklich an. Es ist ruhig hier, es gibt eine kleine Farm, ein Kinderbuchmuseum, viel Street Art und einen Pub namens Ship Inn, der rein vegetarisches Pubfood serviert und am Abend trotzdem rappelvoll ist. Etliche Galerien haben sich im Viertel angesiedelt, die Biscuit Mill ist davon die wohl größte. Im The Kiln kann man, während man seinen Lunch verputzt, die Töpfer in ihrer Werkstadt beobachten und die Keramik auch gleich kaufen. Der Brewpub Arch 2 serviert nicht nur selbstgebrautes Craft Beer sondern auch köstliche Burger, die vom Braumeister selbst direkt im Hof zubereitet werden. The Garage, ein Café in einer alten Tankstelle, ist zu einem meiner absoluten Lieblingsplätze in Newcastle geworden, da man hier den Kaffee noch in ordentlichen Tassen bekommt und das Publikum so herrlich gemischt ist. Hier verbringen Bauarbeiter und LKW Fahrer genau so ihre Mittagspause, wie Hipster-Muttis und Studenten.

Tynemouth

Ich liebe Städte die direkt am Meer liegen und das muss nicht immer im Süden sein, Hauptsache Meeresrauschen. Mit der S-Bahn, die gleich am Greys Monument abfährt, dauert es nur ungefähr 15 Minuten bis nach Tynemouth. Hier an der Mündung des Tyne wimmelt es von pittoresken typisch Englischen Häusern, Fish & Chips Restaurants und jeder Menge Möwengeschrei. Schon die viktorianische Bahnstation zieht mich bei Ankunft in ihren Bann: Hier findet jedes Wochenende ein Flohmarkt statt, bei dem man nicht nur alten Trödel bekommt, sondern auch frisch gerösteten Kaffee, Kokosmakronen, Pflanzen und Kunsthandwerk. Von hier aus führt die Hauptstraße direkt zum Meer, auf einer Klippe thront die Ruine des Tynemouth Castle, welches natürlich auch besichtigt werden kann. Ich empfehle aber die steile Holztreppe zum Strand runter zu klettern und sich in die endlose Schlange an Riley’s Fish Shack anzustellen. Man muss wirklich ein bisschen Zeit mitbringen, aber das Warten lohnt sich: frische Fischgerichte mit modernem Twist. Auf dem Rückweg zur Bahn kann man auch prima in einer der Bars einkehren, um sich bei einem Pint wieder aufzuwärmen.

Ein verlängertes Wochenende bekommt man in Newcastle also sehr gut rum. Neben diesen 5 Hotspots gibt es noch etliche andere Dinge zu entdecken. Mittelalterliche Restaurants, echte Earl Grey Tearooms, ein Katzencafé, den Angel of the North, eine Brauerei in Mitten eines Parks, kleine versteckte Shops und Gassen und unzählige gemütliche Cafés und Pubs. Ich sags ja: Newcastle lohnt sich!

Die Reise entstand in Zusammenarbeit mit Visit Britain.

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