Neuseeland Reise: die extremen Seiten des Landes

Mit dem Round The World Ticket der Star Alliance reisen Anne und Clemens um die Welt. Neuseeland verzauberte die beiden mit seinen Gegensätzlichkeiten und Extremen.

„Neuseeland ist das Land der Extreme!“ „Der Wahnsinn!“ Einzigartig!“ „Einfach mit keinem anderen Land der Welt zu vergleichen.“ Alle, die schon einmal in Neuseeland waren, überbieten sich geradezu gegenseitig mit Superlativen. Wir wollten es natürlich genauer wissen und die Superlative, die dem Land vorauseilen, einmal auf die Probe stellen. In nur zwei Wochen, aber mit rund 2.800 Kilometern Fahrstrecke mit einem Wohnmobil. Ob es mehr sind, als bloß Gerüchte? Lest selbst!

Extrem grün: die Misty Mountains und die Wälder

Grün, grüner, Neuseeland! Was jedem Neuseeland-Reisenden wohl schon am ersten Tag auffällt: das Land ist an Natur kaum zu überbieten. Ob in den oft wolkenverhangenen Misty Mountains auf der Südinsel, ganz im Süden im Fjord von Milford Sound oder rund um den Lake Taupo auf der Nordinsel, oft wirkt die Szenerie auf den Betrachter fast schon etwas unwirklich grün. Oder rot. Oder rot. Oder gelb.

Extrem gebirgig: die Alpen Neuseelands

Die Neuseeländischen Alpen, auf englisch „Southern Alps“ genannt, durchziehen die Südinsel Neuseelands der Länge nach. Und alle Berge tragen klangvolle Namen wie Mount Tasman, Mount Dampier, Malte Brun oder Mount Aspiring. Der höchste und majestätischste Berg jedoch ist der Mount Cook, der mit 3.724 Metern über allen thront. Nicht zufällig wird er in der Sprache der Māori „Aoraki“ genannt, der „Wolkenstecher“. Wenn die aber einmal nicht da sind, dann ist dieser ein geradezu perfektes Fotomotiv. So wie die anderen 16 neuseeländischen Gipfel über 3.000 Metern Höhe.

Tipp: eine der schönsten Straßen, um den Mount Cook in voller Pracht zu erleben, ist der State Highway 80. Er führt entlang des Lake Pukaki und bietet wundervolle Ausblicke auf die Bergkulisse – vor allem bei Sonnenuntergang.

Extrem fahrbar: mit dem Wohnmobil durch Neuseeland

Neuseeland gilt als DAS Land für einen Roadtrip auf der Südhalbkugel. Und das zu Recht, wie sich schnell herausgestellt hat. Die Straßen sind bis auf einige Bergpässe und Abkürzungen gut in Stand gehalten und versprechen bestes Fahrgefühl. Hinzu kommt eine Maximalgeschwindigkeit von lediglich 80 km/h auf dem Land. Gut so, denn sonst würde man von der vorbeirauschenden Kulisse eh nicht genug mitbekommen. Im Gegenteil, meist gibt es alle paar Kilometer eine kleine Haltebucht, strategisch klug dort gebaut, wo ein weiterer, atemberaubender Ausblick auf einen wartet. Und davon gibt es in Neuseeland wie Sand am Meer.

Und noch aus einem anderen Grund ist Neuseeland ideal, um das Land auf vier Rädern zu erkunden. Es ist super einfach, ein passendes Gefährt für die Reise zu bekommen. Wir waren mit unserem sehr geräumigen Mercedes Sprinter von Maui über bestCAMPER mehr als zufrieden. Er hat uns nicht nur sicher über jeden Bergpass, durch jedes Gewitter und jede Nacht gebracht, nein, ein wenig gehört er jetzt zur Familie. Ja, es tat uns irgendwie fast ein wenig leid, ihn nach zwei Wochen und 2.800 Kilometern wieder abgeben zu müssen. Reisen schweißt eben zusammen.

Tipp: Eine große Auswahl an Mietwagen und Wohnmobilen gibt es bei bestCAMPER.

Extrem lecker: die Küche Neuseelands

Okay, okay, zugegeben: Wer im Wohnmobil übernachtet, der kann sich den Gang zum Restaurant auch sparen und selbst kochen. Dennoch gönnt man sich ja hier und da mal einen Schnupperkurs in Neuseelands Küche. Und die kann sich sehen lassen. Nicht umsonst sagt man, dass aus Neuseeland das beste Lammfleisch der Welt kommt. Lammbraten aller Art gibt es also quasi an jeder Ecke. Aber auch Bluff-Austern und Fish and Chips sind bei den Kiwis sehr beliebt. Apropos Kiwis: die Früchte gibt es hier natürlich auch en masse zu kaufen. Und da sprechen wir gut und gerne von Großpackungen in 2-Kilogramm-Größen im Supermarkt. Die Neuseeländer stehen eben auf ihre Nationalfrucht. Nicht verpassen sollte man auch die Küche der Māori, der Ureinwohner Neuseelands. Sie bereiten viele Gerichte traditionell in einem Hangi zu, einer Art Erdofen, in dem Fleisch, Gemüse und Süßspeisen gegart werden.

Tipp: 1A Fish and Chips gibt es zum Beispiel bei The Chippery in Wellington.  

Extrem freundlich: die Kiwis

Tatsächlich, die Kiwis sind überaus freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und stets gut gelaunt – und das auch zu der Schar an Touristen, die ihr Land bereist. Egal, ob man nach dem Weg fragt, Hilfe beim Auffüllen der Gaskartusche an der Tankstelle braucht oder einen super Geheimtipp für das beste Restaurant in Auckland. P.S.: siehe unten.

Super Geheimtipp: One Tree Grill

Extrem abenteuerlustig: Gletscherwanderung und Helikopterflug

Klar, Neuseeland steht für Abenteuer pur. Das hat man schon mal irgendwo gehört, bevor man aus dem Flugzeug steigt. Hier aber, in den verwunschenen Landschaften der Nord- und Südinsel bekommt Abenteuer nochmal eine ganz neue Bedeutung. Zum Beispiel bei einem sogenannten Heli Hike. Den kann man beispielsweise auf dem Tasman Gletscher auf der Südinsel machen. Morgens um 10 Uhr geht es nach kurzer Einweisung und Ausstattung mit allen notwenigen Gerätschaften wie Spikes für die Schuhe und gänzlich winddichten Jacken und Hosen mit dem Helikopter hinauf auf den Berg. Dort landet man mitten auf dem besagten Gletscher.

Was dann folgt, ist eine zweistündige Gletscherwanderung, die es in sich an. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn man klettert gleich mehrfach in den Gletscher hinein, erkundet Gletscherspalten und ganze Gletscherhöhlen. Man kommt dorthin, wo es nur wenige hinschaffen: ins ewige Eis, wo das Eis noch glasklar und in einem strahlenden Blau erleuchtet, als wolle es für immer so bleiben und nicht anders, der globalen Erwärmung zum Trotz. Und dann, nach zwei Stunden im Gletscher-Fantasialand geht es mit dem Heli wieder zurück in die Zivilisation. Mehr Abenteuer geht nun wirklich nicht!

Tipp: Buchen kann man das Tasman Glacier Heli Hiking bei Mt Cook.

Extrem zauberhaft: die Landschaften Neuseelands

Es sind nicht nur die hohen Berge und das ewige Eis, das die Natur Neuseelands so unfassbar schön macht. Oft merkt man schon im Vorbeifahren, welch starke Wirkung die oft surreale Landschaft auf den Betrachter hat. Sei es auf dem Schiff durch die Fjordlandschaft des Milford Sound, wenn Delfine neben einem herumtollen, sich Robben zum Sonnen auf den Felsen räkeln und es hohe Wasserfälle vom Himmel regnet. Oder entlang des Lake Wanaka, wo die umliegende Hügellandschaft kurz vor Sonnenuntergang in einem zauberhaften Indigo erleuchtet. Neuseeland wirkt an vielen Orten oft zu schön, um wahr zu sein.

Tipp: Wer ein paar Tage Zeit hat, sollte unbedingt auf einen sonnigen Tag warten, um Milford Sound mit dem Schiff zu erkunden. Es lohnt sich. Buchbar sind die Mini-Kreuzfahrten bei Southern Discoveries.

Extrem kulturell: die Kultur der Māori ist ein echtes Highlight

Die Kultur der Māori ist aus Neuseeland nicht wegzudenken. Im Gegenteil, das ganze Land ist stolz auf seine Wurzeln. Und das nicht nur immer dann, wenn die All Blacks, das berüchtigte Rugby-Team des Landes, mal wieder die Weltmeisterschaft gewinnt (was zugegebenermaßen sehr oft passiert). Den Haka-Tanz, das Kampfritual der Māori, beherrscht hier fast jedes Kind. Die kulinarischen Eigenheiten sind in der Kultur Neuseelands fest verankert.

Tipp: Um die Māori-Kultur hautnah zu erleben, sei ein Besuch in einem sogenannten Marae, einem Stammes-Begegnungszentrum empfohlen. Anhand von Begegnungen mit den Einheimischen (die traditionelle Begrüßung der Māori besteht im Aneinanderpressen der Nasen), Gesängen und Vorträgen über die Geschichte und Kultur und einem echten Hāngi-Mahl aus dem Erdofen wird die uralte Kultur der Māori lebendig.

Tipp: Tamaki Maori Village in Rotorua 

Extrem vulkanisch: die Nordinsel

Auf der Nordinsel von Neuseeland gibt es zahlreiche Vulkane und Geysire, einige noch heute sehr aktiv. Nicht ohne Grund sind Ruapehu, Ngauruhoe und Tongariro im Glauben der Māori heilige Berge: Immer wieder spucken sie Lava und Gestein in die Luft.

Tipp: In Rotorua kann man das vulkanische Erbe des Landes mit eigenen Augen (und Körper) erleben: von farbenfrohen Kraterseen bis zu spektakulären Geysiren. Oder wie wäre es mit einer Verjüngungskur durch ein Schlammbad in natürlichen Thermalbädern? Das gibt es zum Beispiel im Polynesian Spa.

Extrem süffig: die Weine Neuseelands

Die Neuseeländer haben noch eine weitere Leidenschaft: den Wein. Besonders aus der Region um Marlborough kommen einige der besten Weine der Welt. Die ruhige Gegend lädt aber auch zum Spazieren in den Weinfeldern ein. Allein ist man dabei nicht, denn häufig ziehen Lämmer und Schafe dort ihre Runden.

Extrem malerisch: Queenstown und Umgebung

So groß die Städtenamen auch klingen mögen. Neuseeland hat kaum Großstädte zu bieten. Das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn so richtig in die Landschaft hinein passen, würden diese eh nicht. Stattdessen trifft man auf malerische Städtchen wie Queenstown, das sich geradezu romantisch an die Hänge Süd-Neuseelands betten. Das kann sich nicht nur sehen lassen, sondern hat eine unglaublich beruhigende Wirkung auf den Besucher. Hach, Neuseeland!

Auf ihrer Reise durch Neuseeland wurden Anne und Clemens unterstützt von:

blog-artikel_logoleiste_sponsor_334x150_star blog-artikel_logoleiste_sponsor_334x150_dreams

2 Kommentare

  1. Extrem: bezaubernde Fotos.
    Das Paradies beginnt bereits auf Erden.
    Macht extrem: neugierig!

  2. schwertiontour

    Ja, die Superlative sind definitiv gerechtfertigt 🙂 Habt Ihr gut zusammengefasst, was NZ auszeichnet. 2 Wochen sind allerdings auch echt heftig für einen Roadtrip über beide Inseln, ich weiß wovon ich spreche. Mein 1. Neuseelandtrip war auch nur 2 Wochen und ich schwor mir, mit mehr Zeit wieder zu kommen. Hat geklappt 🙂
    Etwas schmunzeln musste ich bei Eurer Formulierung mit dem „ewigen Eis“, sind doch Franz-Josef und Fox Gletscher derzeit extremst dabei wegzuschmelzen. Verstehe natürlich trotzdem, wie es gemeint ist.
    Jedenfalls Danke für den tollen Beitrag und die Erinnerungen an einige Orte.

    Viele Grüße,
    Schwerti

Hinterlasse einen Kommentar