Miami Beach: Essen, Strand und etwas Party!

Wer denkt bei Miami Beach nicht direkt an den Mega-Hit von Will Smith, der mit den Worten „Here I am in the place where I come to let go“ beginnt? Und das ist wohl auch das, was die Menschen, die nach Miami fahren, suchen: wilde Partynächte, tanzen bis zum Morgengrauen, Cocktails und „Party in the city where the heat is on, all night on the beach ’til the break of dawn.“ Unsere Bloggerin Barbara nimmt euch mit.

Wer jetzt einen Bericht über die besten Bars und Partys am legendären Ocean Drive erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Doch alles der Reihe nach. Los ging der spontan gebuchte und recht kurze Trip mit meinen Freunden der Lufthansa, die mich sicher von München nach Miami brachten. Dort angekommen, war erst einmal Sport angesagt: Der Weg vom Gepäckband zur Mietwagenstation entspricht nach zehn Stunden Flug, 35 Grad Außentemperatur und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit gefühlt einem Halbmarathon.

South Beach – der Strand im Herzen von Miami

Doch dann ging es zügig und ganz entspannt über die Stadtautobahn nach South Beach – dem Herzen von Miami Beach mit einem Hotel direkt am berühmten Ocean Drive. Und dieses kleine, süße Hotel hat es verdient, hier besonders erwähnt zu werden, da es einfach ganz zauberhaft und ungewöhnlich unamerikanisch ist: Das Sense Beach House. Mein Hamburger Herz schlug bei der maritimen und sehr persönlichen Einrichtung gleich höher und der Mädelsurlaub konnte losgehen: Denn eine Freundin aus Mexiko stürzte sich mit mir ins Abenteuer Miami und Key West.

Party in the city where the heat is on…

Gejetlagged starteten wir noch am selben Abend vom Hotel, quasi dem südlichen Ende des Ocean Drives, zu Fuß in Richtung Norden – auf der Suche nach Nahrung und den weltbekannten Cocktails. Miami – hier feiern die Reichen und Schönen (und auch die gar nicht so Reichen und die nicht ganz so Schönen…). Selten habe ich so viele Ferraris, Porsches, Corvettes und Lamborghinis gesehen, da kann sogar Monte Carlo nur schwer mithalten. Doch auch Normalos, Sonnenanbeter, Freaks und Showgirls wollen feiern und gucken, sehen und gesehen werden und irgendwie erinnerte mich das ganze Bling-Bling ein wenig an den Hamburger Kiez, nur mit weniger Charme. Am Ocean Drive ist eine Kunstwelt geschaffen worden, die viel Spaß und wenig Sorge suggeriert, aber irgendwie vollkommen überdreht und eben unecht wirkt.

Miami: der Strand vor der Tür

Aber egal, es war warm, der Strand einen Steinwurf entfernt, das Meeresrauschen in den Ohren und zum Jetlag gab es einen anständigen Mai Tai. WUUUUMMMM! Rabums stieg dieser mir auch in den Kopf und als wir die Rechnung bekamen, fiel ich weniger vor Trunkenheit als vor Schock vom Barhocker: Schlappe 65 Dollar für einen Mai Tai und einen Mojito. Das kann sich sehen lassen. Das ist der Ocean Drive. Wir Anfänger! Wenn keine Preise auf der Karte stehen, dann fragt man nach! Budget des Abends aufgebraucht, der Kopf sauste und dank Jetlag lagen wir um 00:30 im Bett. Party in the city where the heat is on… NOT!

Miami Beach kulinarisch – Latin Food Lovers

Dafür waren wir am nächsten Tag aber ausgeschlafen und gönnten uns ein opulent amerikanisches Frühstück mit Bacon, Eiern und leckeren Pancakes mit literweise Ahornsirup – life can be good! Und was macht man nach so einem Frühstück? Natürlich, man geht an den Strand! Und der kann was in Miami Beach! Der südliche Teil von South Beach ist absolut zu empfehlen – ein breiter Sandstrand à la St. Peter Ording lag vor uns. Aber eben nicht mit der grauen Nordsee, sondern mit türkisblauem, angenehm warmem und unerwartet sauberem Wasser. Und staunen kann man hier – staunen über die Leute, die sich so am Strand tummeln… Ausruhen war angesagt, denn am Nachmittag lag ein kulinarisches Highlight vor uns.

Im Internet hatte ich Miami Culinary Tours gefunden, die verschiedene Routen mit Fokus auf gutem Essen durch Miami anbieten. Um 17 Uhr zogen wir mit Christine los und verwünschten bald das Frühstück. Denn sie führte uns von einem Gourmettempel zum nächsten. Starteten wir zu Beginn noch recht einfach mit einem Churro, einer Art länglichem Krapfen aus Brandteig, war der zweite Boxenstopp der Kracher: Im von außen vollkommen unscheinbaren kolumbianischen Restaurant Bolívar gab es großartige Empanadas – gefüllte Teigtaschen – und exotischen Mango-Ceviche, eigentlich eine Fisch-Spezialität aus Peru.

Die Party geht weiter

So konnte es gern weitergehen! Und das tat es auch. Wir lernten nicht nur Gloria Estefans Restaurant „Larios“ direkt am Ocean Drive kennen, sondern schlemmten uns durch italienische, kubanische und amerikanische Küchen und endeten am „Wheel of Deliciousness“. Oder für uns das „Wheel of Temptation“ oder auch „Wheel of getting fatter and fatter“. In der Gelateria Milani am Espanola Way (insgesamt sehr zu empfehlen!) gibt es eine nur ganz kleine, aber extrem leckere Auswahl an Eis. Die hat zwar ihren Preis, aber das Eis ist es wert! – Leider wurde die Eisdiele mittlerweile geschlossen – Und ganz nebenbei versorgte uns Christine mit Hintergrundinfos zu Miami, führte uns zur Versace-Villa, erzählte ausgiebig über die Geschichte der Art Decó, die in ganz Miami zu finden ist und machte uns damit sehr glücklich. Was will man mehr als gutes Essen und einen Mojito von Gloria Estefan?!

Entsprechend vollgefressen und faul endete auch dieser Abend… Party in the city where the heat is on, all night on the beach ´til the break of dawn…. NOT, again!

Keine Blockbuster, aber viel Spaß: Thriller Miami und Broken Shaker

Schon wieder ausgeschlafen und kein Kater! Miami – so hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt. Dieses Mal gab es ein gesundes Frühstück, irgendwie dreht sich hier alles ums Essen, aber auch das ist Kultur! Zu empfehlen: Pura Vida, 110 Washington Avenue. Dieses Mal eher leicht, aber das war auch gut so. Denn uns stand eine etwas abgedrehte bzw. PS-geladene Bootsfahrt im Hafen von Miami bevor. So stiegen wir am frühen Mittag in die Höllenmaschine von Thriller Miami. Oh la la, mit Vollspeed ging es los, wir schossen an riesigen Yachten der wirklich Reichen vorbei und erhaschten Blicke auf die Villen von Ricky Martin, Madonna, Silvester Stallone und einigen weiteren berühmten Persönlichkeiten. Wahnsinn, welche Anwesen die zum Teil auf künstlich angelegte Inseln gesetzt haben. Miami, eine Kunstwelt eben.

Nachdem wir ordentlich durchgepustet wieder angelegt und uns am Strand von Miami Beach nochmal ausgeruht hatten, starteten wir ins Nachtleben und nahmen uns den Rat von Christine zu Herzen: Weg vom Ocean Drive, raus in die Nebenbezirke. Und das war goldrichtig! Als Einheimische wusste sie eben, wo was ging. Von Uber (absolut unkompliziert, günstig und einfach) ließen wir uns zum Broken Shaker bringen – der mich architektonisch irgendwie an Melrose Place (wer es noch kennt…) erinnerte. Und hier gab es klasse Cocktails zum fairen Preis, ein angenehmes Publikum, das im Garten und am Pool entspannt feierte und insgesamt eine Atmosphäre, die uns hundertmal lieber war als das Gekreische, Bling-Bling und Getöse am Ocean Drive. Wer also Lust hat, mit Einheimischen entspannt zu feiern und gute Musik zu hören: Broken Shaker is the place to be! Und die Cocktails sind sogar mit internationalen Preisen ausgezeichnet worden.

Sommer, Sonne, Strand, Meer und gutes Essen – das war Miami Beach für uns

Wer nun denkt, dass wir unsere Zeit hauptsächlich am Strand und beim Essen verbracht haben, der liegt goldrichtig! In Miami Beach kann man meines Erachtens mit relativ gutem Gewissen auf Hardcore-Sightseeing verzichten. Klar, die Art Déco-Viertel sollte man sich angesehen haben und sicherlich hat Miami auch kulturell mehr zu bieten als das, was wir uns angeschaut haben, aber man kann sich auch einfach gut treiben lassen und dem Geschehen am Strand stundenlang zuschauen.

Miami Beach, ich verlasse dich mit gemischten Impressionen von tollem Flair und übertriebener Kunstwelt mit dem Wunsch, ganz ordentlich mit dicker Hose auf die Kacke zu hauen. Vielleicht heißt es ja dann beim nächsten Mal: Party in the city where the heat is on… all night on the beach ´til the break of dawn.

2 Kommentare

  1. Huhu, vielen Lieben Dank für deine zahlreichen und hilfreichen Tipps! *-* Werden mir während meines englisch Sprachkurses in Miami bestimmt weiterhelfen!!

    Thank you so much! 🙂

    Viele Grüße,
    Hanna

    • Hallo liebe Hanna,

      wir wünschen Dir eine spannende Zeit in Miami und freuen uns, wenn Du den ein oder anderen Tipp von unserer Autorin Barbara ausprobierst. Meld dich gerne, wenn Du uns nach dem Sprachkurs noch mit ein paar zusätzlichen Insider-Tipps versorgen kannst. 🙂

      Viele Grüße
      Janina von Travellers Insight

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