Kyotos Tempel: Per Fahrrad durch Japans Geschichte

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Mit dem Round The World Ticket der Star Alliance reisen Anne und Clemens um die Welt. Vor ihrem Abstecher auf die Yaeyama Inseln erkundeten die beiden Japans Kulturhauptstadt Kyoto – mit dem Fahrrad.

Kyoto, Japans alte Kaiserstadt, ist voller Tempel, Parks und Schreine. Wie erkundet man die Sehenswürdigkeiten Kyotos eigentlich am besten? Wir haben uns für das Fahrrad entschieden. Wie sich herausstellte, war das genau die richtige Entscheidung. Unbeschwert und bei bestem Wetter machten wir uns auf durch die engen Gassen der historisch wichtigsten Stadt Japans – und damit auch ein wenig auf Erkundungstour durch die Geschichte des Landes der aufgehenden Sonne.

8:00 Uhr: Frühstück – ausgiebig und stilecht

Apropos aufgehende Sonne: Der perfekte Tag beginnt in Kyoto mit einem ausgiebigen Frühstück. Besonders groß ist die Auswahl im Four Seasons Hotel Kyoto, wo wir während unseres Aufenthalts in Kyoto genächtigt haben. Das Hotel ist übrigens gerade mal ein halbes Jahr alt und im Vergleich zu vielen anderen Hotels der Stadt gerade in dieser Preiskategorie eine Besonderheit. So wurde schon bei der Planung und dem Bau des Hotels darauf geachtet, dass Architektur und Kultur Japans Einfluss finden. Die Inneneinrichtung besteht unter anderem aus Bambus und die ganze Anlage ist eingebettet in einen jahrhundertealten Teich.

Adresse: Four Seasons Hotel Kyoto, Japan, 〒605-0932 Kyoto 445-3 Myohoin Maekawa-cho Higashioji-dori Shibutani-sagaru, Higashiyama-ku

9:30 Uhr: Fahrradverleih – auf zwei Rädern durch Kyoto

Unser Weg führte uns zunächst zu Fuß hinunter zum Kamo Fluss und weiter zum Fahrradverleih Gojo Cycle. Hier liehen wir uns zwei Räder für umgerechnet knapp sieben Euro für einen ganzen Tag.

Adresse: Gojo Cycle, 795-4Nisihasizume-Cho Shimogyo-Ku Kyoto-Si, Japan
Mietdauer: 1 Tag: 9:00 bis 18:00 Uhr oder halber Tag: 13:00 bis 18:00 Uhr
Kosten: 800-1200 Yen pro Tag (abhängig vom Fahrrad)

10:30 Uhr: Kiyomizu-dera Tempel – Gotteshaus mit Ausblick

Der Kiyomizu-dera Tempel erstreckt sich über ein recht großes Areal, das sich über Kyoto erhebt und einen wundervollen Blick auf die Stadt und die zahlreichen Kirsch- und Ahornbäume ermöglicht. Der „Tempel des reinen Wassers“ wurde im Jahr 780 an einem Wasserfall errichtet, nach dessen Wasser er einst auch benannt wurde. Der Kiyomizu-dera ist vornehmlich für seine große Holzterrasse bekannt, die vor der Haupthalle am Berghang errichtet wurde. Hinter der Kiyomizu-dera-Haupthalle trafen wir auf den Jishu-Schrein, der dem Gott der Liebe und Eheanbahnung gewidmet ist. Schließlich nahmen wir auch einen Schluck vom Wasserfall, dem eine besondere Bedeutung zugesprochen wird: Erfolg, Langlebigkeit und Glück in der Liebe. Völlig erquickt radelten wir weiter.

Adresse: Kiyomizu-dera, 1-294 Kiyomizu, Higashiyama-ku, Kyoto, Japan
Öffnungszeiten: 6:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: 300 Yen für Erwachsene

12:00 Uhr: Maruyama Park – der Shintō-Schrein im ältesten Park Kyotos 

Weiter ging es zum Maruyama Park im Viertel Gion. Der älteste Park in Kyoto ist beliebt bei Alt und Jung. Das merkten wir sofort bei der Ankunft im Park, durch den neben Touristen auch viele Einheimische jeder Altersklasse schlenderten. Besonders viel los ist hier Anfang April zur Zeit der Kirschblüte, wenn der ganze Park rosa blüht. Wir aber schienen ein paar Wochen zu spät dran zu sein und verlegten unsere Hoffnungen in Sachen Kirschblüte erst einmal auf später. Stattdessen schauten wir uns den Yasaka Schrein genauer an. Der Shintō-Schrein liegt mitten im Park und wurde im Jahre 656 errichtet. Was uns hier sofort auffiel war, wie sorgfältig auch dieser Schrein in Stand gehalten wird. Glänzend und perfekt gestrichen zeigte sich die Anlage von ihrer besten Seite. Diese hielten wir in gefühlt 500 Fotos fest und lustwandelten ein wenig durch den schönen Park, bevor wir weiter radelten.

Adresse: Maruyama Park, Maruyamacho, Higashiyama Ward, Kyoto, 605-0071, Japan
Öffnungszeiten: Park und Schrein sind 24 Stunden geöffnet.

14:00 Uhr: Ishibei-koji – bei den Samurai zu Hause

Nach zwei religiösen Stätten war uns nach etwas Anderem zumute. So führte uns unser Weg in die Ishibei-koji, eine der ältesten Straßen der Stadt – und eine der urigsten. Wir stellten unsere Räder zur Seite und erkundeten die schmale Straße zu Fuß. Sie ist gesäumt von alten, hölzernen Gebäuden: Ryokans, den traditionellen japanischen Unterkünften, Wohnhäusern und Restaurants. Allesamt sind sie so gut erhalten, dass wir uns schnell vorkamen wie in den alten Zeiten der Samurais und Geishas.

Adresse: Japan, 〒605-0825 Kyoto Prefecture, Kyoto, 東山区下河原町463−29
Öffnungszeiten: Durchgehend geöffnet für Passanten.

15:30 Uhr: Nanzen-ji – Kyotos Tempel zum Verlieben

Weiter ging es, wie sollte es anders sein, mit einem Tempel. Diesmal mit dem Nanzen-ji, einem der bekanntesten Tempel Kyotos, der am Fuße eines Hügels im östlichen Teil der Stadt liegt. Wieder fanden wir eine weitläufige Anlage vor, breite Fußwege gesäumt von traditionellen Gärten und riesigen Ahornbäumen, die vermutlich nicht weniger zu erzählen hätten als der Tempel selbst. Dieser überzeugte vor allem durch seine schiere Größe. Schon der Holzbau des Haupttors San-mon beeindruckte uns ebenso wie die Tigerfiguren auf den Wandschirmen im Hauptgebäude.

Wo: Nanzenji Fukuchicho, Sakyo Ward, Kyoto, Kyoto Prefecture 606-8435, Japan
Öffnungszeiten Sanmon-Tor/Hojo/Nanzenin: 8:40 bis 17:00 Uhr (Dezember bis Februar bis 16:30 Uhr), Einlass bis 20 Minuten vor Schließung.
Öffnungszeiten Konchi-in-Tempel: 8:30 bis 17:00 Uhr (Einlass von Dezember bis Februar bis 16:30 Uhr)
Öffnungszeiten Tenjuan-Tempel: 9:00 bis 17:00 Uhr (im Winter bis 16:30 Uhr)

16:30 Uhr: Path of Philosophy – Kirschblüte im Wohnviertel

Statt weiter die unzähligen Tempel und Schreine der Stadt zu besichtigen, machten wir uns erneut auf die Suche nach der Kirschblüte. Irgendwo mussten wir diese doch noch zu Gesicht bekommen, dachten wir uns und schwangen uns wieder auf die Drahtesel. Unser Ziel: der „Pfad des Philosophen“, ein recht einfacher Steinpfad im nördlichen Teil des Higashiyama-Viertels in Kyoto. Nach einer halben Stunde Radeln kamen wir auch schon an und stellten unsere Fahrräder ab. Der Pfad, ein schmaler Weg, folgt einem Kanal, der von Hunderten von Kirschbäumen gesäumt wird. Und tatsächlich: einige der breiten Kirschbäume blühten noch, manche lehnten sich malerisch über eine Steinbrücke und riefen geradezu danach, auf einem Foto festgehalten zu werden. Dem Wunsch folgten wir. Und nach einem kurzen Spaziergang mit unzähligen Bildern ging es auch schon wieder zurück in Richtung Kamo-Fluss.

Wo: Tetsugaku-no-michi, Sakyō-ku, Kyōto-shi, Kyōto-fu, Japan
Öffnungszeiten: Durchgehend geöffnet für Passanten.

17:00 Uhr: Kamo River – die blaue Ader der Stadt

Den Weg zurück zur Fahrradvermietung versüßten wir uns mit einer Fahrt entlang des Flusses und quer durch die parallel verlaufenden schmalen Gassen. Mittlerweile war es später Nachmittag und die Sonne begann allmählich zu sinken. Am Fahrradverleih gaben wir unsere Fahrräder zurück und spazierten im angenehm warmen Abendlicht zurück zum Hotel.

Wo: Der Kamu Fluss fließt durch das komplette Stadtzentrum Kyotos.

21:00 Uhr: Four Seasons – One Evening

Im Four Seasons endete unser Tag mit Stil und einem Glas frisch gemixtem Gin Tonic in der hoteleigenen Bar. „Oyasuminasai“. Gute Nacht, Kyoto!

3 Kommentare

  1. Die ersten Berichte dieser Reihe entführten den Leser gedanklich sehr treffend in die „Anatomie“ des Reiselandes. In der Phantasie und später auch in Realität wird man gern den Beschreibungen folgen.

    Inzwischen werden die Berichte mehr und mehr zu einem Stakkato von Aufzählungen. Hotelnamen, Restaurantnamen und Öffnungszeiten verändern sich schnell und sind zudem überall aktuell nachlesbar. Die kurzen Sätze wirken wie Werbung. Zudem ist der Schreibstil manchmal sogar innerhalb eines Berichtes nicht mehr aus einem Guss. Man hat den Eindruck der Sponsor hat selbst Hand angelegt und schreibt mit.
    Frank und Tom hatten in ihren Kommentaren zur „ultimativen Packliste“ Recht.

    Nichts ist älter als die Zeitung von gestern, außer man hat schöne Artikel, die hängen bleiben und die man – ohne Werbung – ausschneidet und behält.

    Als junger Leser und rucksackbepackter Individualreisender möchte man keine Faktenaufzählungen und will auch nicht ausgetretenen Touristenpfaden folgen.
    Reiseberichte, die dies tun, gibt es zuhauf.
    Man braucht Tipps für das Besondere.
    Kehrt zurück zu den schön erzählten, besonderen Highlights, die eine Reise vor dem Vergessen bewahren!

    • Michael Kausch

      Lieber HeMeTee,
      vielen Dank für deine kritischen Anmerkungen. Anne und Clemens bemühen sich immer um aktuelle Tipps und Tricks vor Ort. Bei einer Weltreise, bei der so viele Städte und Orte in kurzer Zeit besucht werden, ist dies natürlich ein wenig schwieriger, als wenn man sich einen ganzen Urlaub lang auf eine Region konzentrieren kann. Grundsätzlich versuchen unsere Autoren immer eine Mischung aus praktischen Tipps und Tricks einerseits und „Erzählungen“ andererseits. Je nach Beitrag dominiert mal der eine Aspekt, mal der andere. Unser Blog hat Leser, die sich von spannenden Geschichten aus aller Welt inspirieren lassen wollen, aber auch Leser, die die Berichte unserer Traveller zur konkreten Reisevorbereitung nutzen.
      Aber eines können wir dir versichern: Sponsoren schreiben hier nicht mit. Die sind stets offen in einem Kasten rechts ausgewiesen. Diese Transparenz ist uns sehr wichtig, damit jeder Leser sehen kann, wer diese Reise durch seine Unterstützung erst ermöglicht hat.

  2. Lieber Herr Kausch,
    danke für das offizielle Statement.
    Sie haben Recht, die gute Mischung macht’s.
    Allerdings sind hervorragend erzählte Berichte bereits die richtige Mischung – nämlich voller Tipps und Tricks. Weltreisende erkennen das.
    Die Leser des Blogs, die die Berichte der Traveller zu konkreten Reisevorbereitung nutzen, sind genau jene, die sich von spannenden Schilderungen inspirieren lassen.
    Insofern ist das Verlangen nach guten Reiseberichten immens.
    Reiseschilderungen sind immer besser als Chroniken!
    Für jeden unverfälschten Bericht muss man dankbar sein.

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