Beste Reisekamera: So findest du das passende Modell!

Die beste Reisekamera zu finden, die genau zu den eigenen Bedürfnissen und Wünschen passt, ist gar nicht so einfach. Biggi und Flo verraten dir in ihrer Kamera-Kaufberatung, worauf du beim Kauf achten solltest und haben die besten Tipps für deine perfekte Kamera.

Der nächste Urlaub steht an und du bist auf der Suche nach der perfekten Reisekamera? Zugegeben, die Auswahl ist riesig. Systemkamera, Spiegelreflex, Kompaktknipse oder reicht gar die Smartphone-Kamera? Wir verraten dir, mit welcher Kamera du deinen nächsten Trip ruhigen Gewissens antreten kannst.

Smartphone, Systemkamera, Spiegelreflex und Co.

Bevor du dich für ein Kamera-System entscheidest, solltest du dir überlegen, welche Ansprüche du an deine Fotos hast. Willst du die Bilder nur auf Instagram, Facebook und Co. teilen und per WhatsApp an Freunde schicken? Oder willst du die Bilder später groß entwickeln, um damit deine Wohnung zu schmücken?

Das Smartphone als Reisekamera

Machst du hauptsächlich Bilder für die sozialen Medien, reicht in der Regel das Smartphone. Ein alte Fotoweisheit lautet: Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat. Und was hast du immer in der Hosentasche oder in der Handtasche? Eben, das Handy.

Moderne Smartphones werden mit immer raffinierteren Kameras ausgestattet. Das gilt insbesondere für die teuren Top-Modelle von Apple, Samsung, Huawei, Sony und Co. Mehrere Linsen (vom Weitwinkel- bis zum Teleobjektiv) für verschiedene Einsatzzwecke gehören längst zum Standard und selbst Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen meistern die kleinen Mini-Computer heute sehr gut.

Mit einem kleinen Smartphone-Stativ lassen sich sogar tolle Langzeitbelichtungen – etwa von einem Wasserfall (bei Apple brauchst du dazu etwa die kostenpflichtige App ProCam) – realisieren. Selbst Porträtaufnahmen von Personen oder von Tieren, bei denen der Hintergrund in der Unschärfe verschwimmt, sind dank moderner Software möglich, die das sogenannte Bokeh (japanisch für unscharf) simuliert.

Die Bildqualität der Top-Smartphones reicht für den Alltag vollkommen aus – auch auf Reisen. Selbst Fotoausdrucke bis DIN A4 gelingen in einer überraschend guten Bildqualität. Als „Immerdabei“-Cam auf Reisen sind moderne Smartphones in jedem Falle zu empfehlen, zumal viele Geräte auch 4K-Videos aufnehmen und auf Knopfdruck Panoramen und Zeitraffer erstellen.

Ein Problem beim Smartphone ist das Display, das als Sucher fungiert. Bei strahlendem Sonnenschein ist es mitunter schwierig, noch etwas zu erkennen. Hier ist eine Kamera klar im Vorteil.

Legst du zudem Wert auf Wechselobjektive, um für alle möglichen Szenarien gerüstet zu sein, führt kein Weg an einer DSLM oder DSLR vorbei. Bei beiden Kameratypen kannst du das Objektiv wechseln. Wildlife-Fotografen zum Beispiel greifen zu einem starken Teleobjektiv, um Tiere optisch sehr nah „heranzuzoomen“. Landschaftsfotografen wiederum schwören auf Ultraweitwinkelobjektive mit einem besonders großen Blickwinkel.

Auch Filter wie Polfilter (um Spiegelungen zu entfernen), Graufilter (für atemberaubende Langzeitbelichtungen) und Grauverlaufsfilter (bei starken Kontrasten zwischen Himmel und Vordergrund) sind das Metier richtiger Kameras mit Wechselobjektiv.

DSLM oder DSLR

Lange war die digitale Spiegelreflex-Kamera (DSLR für Digital Single Lens Reflex) für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen das Maß aller Dinge. Inzwischen hat die spiegellose Systemkamera (DSLM für Digital Single Lens Mirrorless) der DSLR den Rang abgelaufen.

Der Unterschied zwischen DSLR und der kompakteren DSLM ist aber bei Weitem nicht so groß, wie viele denken. Vereinfacht gesagt wurde bei der DSLM der Klappspiegel der DSLR weggelassen und der optische Sucher durch einen elektronischen Sucher ersetzt. Das bringt gewisse Vorteile, etwa eine höhere Serienbildgeschwindigkeit und ein geringes Gewicht und Volumen. Anfänger schätzen außerdem die Möglichkeit, im elektronischen Display zahlreiche Infos wie das Histogramm (das etwa eine Über- oder Unterbelichtung anzeigt) eingeblendet zu bekommen.

Für die DSLR sprechen die deutlich längere Akkulaufzeit und eine fast unendliche Auswahl an (auch gebrauchten) Objektiven. Zudem ist der optische Sucher der DSLR dem elektronischen Sucher der DSLM noch immer in vielen Situationen überlegen. Zum Beispiel dann, wenn es kaum Umgebungslicht gibt oder es darauf ankommt, das Bild ohne die geringste Verzögerung im Sucher anzuzeigen.

In Sachen Bildqualität gibt es keinen Unterschied – schließlich schlägt in beiden Gerätetypen oft der gleiche Kamerasensor.

Die richtige Sensorgröße

Entscheidest du dich für eine DSLM oder eine DSLR, lautet die Frage vor allem: Greifst du zu einer Kamera mit Vollformat-Sensor (hier entspricht der Bildsensor dem klassischen 35 mm Kleinbildformat) oder einer Cam mit kleinerem Sensor (APS-C, Micro Four Thirds oder 1 Zoll)? Als Faustregel gilt: je größer der Bildsensor – quasi das Herz der Kamera –, desto besser ist die Bildqualität insgesamt.

Das Licht, das durch das Objektiv fällt, trifft auf den Bildsensor. Daraus entsteht am Ende dein Foto. Je größer der Sensor ist, desto mehr Informationen stehen zur Verfügung.

Um die Zahl der Megapixel musst du dir übrigens keine Gedanken machen. Die reine Pixelzahl sagt überhaupt nichts über die Bildqualität aus. Zudem verfügen alle modernen Digitalkameras über eine so große Pixelzahl, dass du auf deinen Fotos keinen Unterschied erkennen wirst.

Eine DSLR oder DSLM mit APS-C-Sensor oder einem noch kleinerem Sensor und einem günstigen Einsteigerobjektiv bekommst du bereits ab rund 400 Euro. Gerade bei den kleinen Sensoren ist die Entwicklung in den vergangenen Jahren extrem schnell vorangeschritten. Die Bildqualität ist bei modernen Kameras absolut überzeugend und für fast alle Einsatzzwecke vollkommen ausreichend.

Vollformatkameras liefern Bilder, die sich in fast jeder Größe – etwa für Fotoausstellungen –problemlos entwickeln lassen. Dafür sind Vollformatkameras nicht nur sehr teuer – alleine für das Gehäuse musst du mit Kosten zwischen 800 und 6000 Euro rechnen und auch die Objektive lasten mächtig auf der Urlaubskasse –, sondern auch groß und schwer. Das trifft auf DSLMs und DSLRs gleichermaßen zu.

Wenn dein Fokus auf Größe und Gewicht liegt, greifst du definitiv zu einer Kamera mit APS-C-Sensor (oder kleiner) und einem kompakten Reiseobjektiv.

Indes musst du schon sehr gute Gründe haben, um mit einer Kamera mit Vollformatsensor auf Reisen zu gehen. Etwa, weil du riesige Drucke anfertigen lassen oder weil du ein besonders gutes Objektiv einsetzen willst. Im Bereich der Vollformatkameras gibt es eine große Auswahl an qualitativ sehr hochwertigen (und teuren) Objektiven. Fotografen mit einem kleineren Kamerasystem kommen leider nicht in den Genuss solch exzellenter Gläser.

Das richtige Objektiv

Keine DSLM oder DSLR kommt ohne Objektiv aus. Meist bieten die Hersteller zum Kameragehäuse für einen relativ geringen Aufpreis ein sogenanntes Kit-Objektiv an. Mit dem Kamera-Bundle bekommst du in der Regel ein passendes Standardobjektiv, mit dem du schon recht gut arbeiten kannst.

Auf Reisen bietet sich ein Allround-Objektiv an, das einen großen Brennweitebereich abdeckt. Im Bereich der Vollformat-Kameras gibt es etwa einige Gläser mit 24-105 Millimeter Brennweite. Mit diesen Objektiven gelingen leichte Weitwinkelaufnahmen ebenso wie leichte Teleaufnahmen. Fotografen mit APS-C-Kamera halten Ausschau nach einem Objektiv, das etwa einen Brennweitebereich von 15 bis 70/80 Millimeter abdeckt. Du solltest bei der Objektivwahl immer bedenken: Mit zunehmenden Brennweitebereich schwindet die Bildqualität. Festbrennweiten haben also eine sehr viel bessere Abbildungsleistung als Zoomobjektive. Wegen der größeren Flexibilität sind Zoomobjektive dennoch erste Wahl auf Reisen.

Du solltest bei der Objektivwahl immer bedenken: Mit zunehmenden Brennweitebereich schwindet die Bildqualität. Festbrennweiten – hier hast du nur eine feste Brennweite zur Verfügung, kannst also nicht zoomen – haben demnach eine sehr viel bessere Abbildungsleistung als Zoomobjektive. Wegen der größeren Flexibilität sind Zoomobjektive dennoch erste Wahl auf Reisen.

Kompaktkameras

Der Siegeszug des Smartphones hat beinahe das Ende der einst so beliebten Kompaktkameras eingeläutet. Ganz ausgestorben ist die Kompaktkamera aber nicht. In Sachen Bildqualität haben Smartphones günstige Kompaktkameras längst weit überholt. Etwas anders schaut es bei hochpreisigen Kompaktkameras (ab etwa 400 Euro) aus, die über einen größeren Sensor (Micro Four Thirds oder 1 Zoll) als ein Smartphone verfügen. Die Kompaktkamera ist ideal für alle, die einfach losfotografieren wollen und dabei Wert darauf legen, bei Bildqualität und den Einsatzmöglichkeiten, dank des stufenlosen Zoomobjektivs, die ohnehin schon guten Kameras der Top-Smartphones zu übertrumpfen.

Bridgekameras

Die sogenannte Bridgekamera ist relativ unbekannt und stellt einen Spagat zwischen DSLM/DSLR und Kompaktkamera dar. Bridgekameras haben ein relativ großes Gehäuse und verfügen über einen sehr starken Zoombereich. Zudem sind die fest verbauten Objektive bei den Top-Modellen sehr lichtstark. Das kommt Fotografen zugute, die oft bei schwierigen Lichtbedingungen fotografieren. Dank des starken Zooms ist die Bridgekamera eine Alternative für alle, die sich keine DSLR oder DSLM anschaffen wollen. Allerdings haben Spiegelreflex-Kamera und Systemkamera bei der Bildqualität die Nase weit vorne.

Welche Kamera passt zu mir und meiner Reise – Überblick

  • Smartphone: Top-Geräte haben mehrere Linsen verbaut und liefern selbst bei Dämmerlicht gute Bildqualität. Sie sind der ideale Allrounder für den Reisealltag. Für den Outdoor-Einsatz nur mit stabiler Schutzhülle geeignet.
  • DSLM: Die ideale Reisekamera, wenn dir Größe und Gewicht, Einstellmöglichkeiten, Bildqualität und Wechselobjektive wichtig sind.
  • DSLR: Wie bei der DSLM hast du zahlreiche Einstellmöglichkeiten, eine Top-Bildqualität und eine große Auswahl an Objektiven. Sie ist etwas größer und schwerer als eine DSLM, hat dafür aber andere Vorteile. Der Akku ist ausdauernder, der optische Sucher arbeitet ohne jegliche Verzögerung und der Bildsensor ist beim Objektivwechsel vom Spiegel vor Staub geschützt.
  • Kompaktkamera: Klein, leicht und unauffällig. Teure Modelle sind auch den besten Smartphone-Kameras überlegen.
  • Bridgekamera: Deckt einen sehr großen Zoombereich ab. Eine günstige und kompakte Alternative zur DSLM/ DSLR mit starkem Teleobjektiv – allerdings mit deutlichen Abstrichen bei der Bildqualität.

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