Singapur in drei Tagen: die Superlativen der Löwenstadt

Singapur ist atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier ist alles größer, bunter und exklusiver als beinahe überall sonst auf der Welt. Der Insel- und Stadtstaat südlich von Malaysia ist bekannt für seine spektakuläre Architektur, seine grüne Lunge und eine Gastronomieszene, die ihresgleichen sucht. In diesem Beitrag nimmt Franzi euch mit zu Sehenswürdigkeiten und echten Geheimtipps.

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Kritiker bezeichnen Singapur gerne als „die Schweiz Asiens“: Steril, korrekt und ein bisschen spießig. Doch wer der Stadt eine Chance gibt, trifft hier auf kulturelle Vielfalt, die in den unterschiedlichen Stadtteilen, Baustilen, Gotteshäusern und nicht zuletzt der regionalen Küche zum Ausdruck kommt. In diesem Artikel nehme ich euch mit in eine Stadt der Superlativen.

Vorweg: für einen Kurztrip nach Singapur solltet ihr mindestens 3 Tage einplanen.

Für viele Besucher:innen ist Singapur nur ein Stopover auf dem Weg nach Malaysia, Bali oder Australien. Doch obwohl der Changi Airport bereits als schönster Flughafen der Welt gilt, lohnt es sich, ihn für zwei bis drei Nächte zu verlassen und die Löwenstadt zu erkunden. Ihren Namen verdankt sie übrigens dem Prinzen von Palembang, der auf einem Jagdausflug ein nie zuvor gesehenes Tier entdeckte. Dies empfand er als gutes Zeichen und gründete vor Ort die Stadt Singapura - abgeleitet von den Sanskritwörtern Simha (dt.: Löwe) und Pura (dt.: Stadt).

Tag 1: Singapurisches Frühstück und Gardens by the Bay

Erfahrungsgemäß startet der erste Tag in Singapur ein bisschen später, denn bei einer Zeitverschiebung von sechs bis sieben Stunden in östlicher Richtung lässt der Jetlag meist nicht lange auf sich warten. Wer seine Reise authentisch beginnen möchte (und nicht gerade auf Diät ist), sollte beim Concierge nach einem traditionellen singapurischen Frühstückslokal fragen.

Kaya Toast ist der Frühstücks-Klassiker in Singapur

Die Basis eines klassischen Frühstücks in der Löwenstadt ist Kaya, eine Art Marmelade aus Kokosmilch, Eiern und Zucker – oft aromatisiert mit Pandanblatt. In der malaiischen Sprache bedeutet Kaya „reich“. Und tatsächlich ist der Name hier Programm. Denn die Marmelade wird mit einer dicken Schicht Butter auf Toast serviert. Dazu gibt es weich gekochte Eier und den traditionellen „Buttered Kopi“ – ein stark gesüßter Kaffee mit Butter und Kondensmilch.

Das komplette Gericht wird übrigens als „Kaya Toast“ bestellt. Es klingt ungewöhnlich, ist aber in vielen Cafés und Restaurants in Singapur erhältlich. Besonders empfehlenswert sind beispielsweise Charcoal Traditional Toast (24 Sin Ming Rd.), YY Kafei Dian (37 Beach Rd.) oder Tong Ah Eating House (35 Keong Saik Rd.).

Gardens by the Bay: Eine Reise in die Zukunft

Viele von uns sehen sich auf Reisen gerne Kulturstätten aus der Vergangenheit an. Singapur bietet allerdings das genaue Gegenteil. Die Stadt fühlt sich ein bisschen so an, als würde man 100 Jahre in die Zukunft katapultiert werden. Besonders deutlich wird das in den Gardens by the Bay. Die erreicht ihr am besten zu Fuß über die Helix Bridge, die das Marina Centre mit Marina South verbindet. Tipp: Nachts ist die Brücke beleuchtet und noch beeindruckender, sodass ihr auch den gleichen Weg zurück nehmen solltet.

Die Gardens by the Bay sind ein Ort der Superlative. Hier findet ihr einige der spektakulärsten Gartenwelten weltweit, die unter anderem einen 35 Meter hohen Indoor-Wasserfall, futuristische Gewächshäuser, 130.000 verschiedene Pflanzenarten und die berühmten Supertrees beherbergen.

Vertikale Garten-Wunder: Die Supertrees

Als erstes werden euch vermutlich die Supertrees ins Auge stechen. Bei den leuchtend bunten Wunderwerken handelt es sich um 25 bis 50 Meter hohe, vertikale Gärten. Sie sammeln Regenwasser, gewinnen Sonnenenergie und dienen als Belüftungskanäle für die Gewächshäuser. Einen tollen Blick auf die Superbäume habt ihr auf dem OCBC Skyway (täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, Eintritt SGD10 für Erwachsene, Stand: 2022). Die 128 Meter lange Hängebrücke verläuft zwischen zwei Supertrees und endet im Supertree Observatory, das euch eine tolle Aussicht auf die Marina Bay bietet.

Flower Dome und Cloud Forest

Zu den spektakulärsten Gewächshäusern in den Gardens by the Bay gehören der Flower Dome (täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, Stand: 2022) und der Cloud Forest (täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, Stand: 2022). Der Flower Dome beherbergt unter anderem Affenbrotbäume, tausendjährige Olivenbäume und viele andere Pflanzen aus dem Mittelmeerraum und aus subtropischen Regionen. Im Cloud Forest führt ein Skywalk an Orchideen, Farnen und Kannenpflanzen vorbei zum 35 Meter hohen Wasserfall. Für die beiden Attraktionen lohnt sich ein Kombiticket (SGD28 für Erwachsene, Stand: 2022).

Satay ist der perfekte Mittagssnack

Für einen Snack zwischendurch empfiehlt sich der Food-Court Satay by the Bay, der sich im nordöstlichen Teil der Gärten befindet. Hier könnt ihr euch Hähnchenspieße (Satay) auf verschiedenste Arten und Weisen zubereiten lassen. Das Grillgericht stammt ursprünglich aus Indonesien und ist in Singapur sehr beliebt. An den Ständen werden außerdem Fleisch- und Fischgerichte, Meeresfrüchte, vegetarisches Essen und Desserts aus der malaysischen, indischen und chinesischen Küche angeboten.

Tipp: Eine Reise in der Adventszeit lohnt sich besonders. Denn hier findet in den Gardens by the Bay das Christmas Wonderland statt.

Die Bank gewinnt (fast) immer - im Marina Bay Sands

Nur fünf Minuten zu Fuß von den Gardens by the Bay liegt das legendäre Marina Bay Sands Hotel. Die Bezeichnung „Hotel“ wird dem auf der ganzen Welt bekannten Gebäude allerdings absolut nicht gerecht. Denn die gigantische Anlage umfasst auch ein Casino, ein Konferenz- und Ausstellungszentrum, ein Einkaufszentrum, ein Kunst- und Wissenschaftsmuseum, zwei Theatersäle sowie Bars und Nachtclubs.

The Shoppes ist das Flagschiff-Einkaufszentrum im Marina Bay Sands. Hier könnt ihr den Tag mit einer kleinen Shoppingtour ausklingen lassen und tief in die luxuriöse Welt der Singapurer eintauchen. Besonders beliebt bei den Einheimischen und ein echter Geheimtipp in der Mall ist das Mind Café. Das Brettspiel-Café bietet nicht nur Kaffeespezialitäten und Gebäck sondern auch eine Auswahl aus über 800 Brettspielen – perfekt, um mit den Locals in Kontakt zu kommen. Auch einen Abend im Marina Bay Sands Casino solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Mit über 600 Spieltischen und 2.500 Einarmigen Banditen gehört es zu den größten Spielbanken der Welt.

Tag 2: Die kulturelle Vielfalt der Stadt entdecken

Am zweiten Tag wird es Zeit, ein bisschen tiefer in Singapurs wilden Kulturmix einzutauchen. Denn in der Löwenstadt treffen verschiedene asiatische Kulturen aufeinander und schaffen damit eine einzigartige Atmosphäre und Vielfalt. Die meisten Singapurer stammen aus China, Malaysia und Indien und pflegen in „ihren“ Stadtvierteln weiter ihre Religionen und Bräuche. Insgesamt vier verschiedene Geschäftssprachen gibt es in der Metropole. So hat sich aus Englisch, Chinesisch, Malay, Tamil und weiteren Dialekten im Lauf der Zeit ein einheimischer Slang namens „Singlish“ entwickelt.

Chinatown, Little India und Kampong Glam

Zu den sehenswertesten Stadtvierteln in Singapur gehört definitiv Chinatown mit seinen buddhistischen Tempeln, Märkten und den vielen chinesischen Restaurants. Eine wahre Geschmacksexplosion - und eine Wohltat für euren Geldbeutel - ist auch das Streetfood im Viertel Little India. Genießt hier auch die bunten Farben, das Gewusel und die Streetart - und vergesst nicht, euch mit günstigen Gewürzen einzudecken.

Ein ganz besonderes Highlight ist auch das Stadtviertel Kampong Glam, das sich um die belebte Arab Street erstreckt. Singapurs muslimisches Viertel ist bekannt für seine Textilgeschäfte, bunte, aufwendig restaurierte Häuser aus dem 19. Jahrhundert und die Straßencafés, aus denen es oft nach Minztee und Shisha riecht. Zum Alltag gehören hier auch traditionelle Gewänder und der Ruf des Muezzins.

Das Wahrzeichen von „Little Arabia“ ist die Sultan-Moschee, die schon von weitem an ihrem goldenen Dach zu erkennen ist. Sie ist seit 1975 nationales Baudenkmal und zählt zu den wichtigsten Moscheen Singapurs. Betreten werden darf sie auch von Nicht-Muslim:innen. Filmen und Fotografieren ist jedoch verboten - auch auf konservative Kleidung wird Wert gelegt.

Tipp: Für traditionelle malaysische Küche schwören die Einheimischen auf das Singapore Zam Zam (697-699 North Bridge Rd.), das bereits 1908 eröffnet wurde. Das Restaurant ist besonders berühmt für sein Nasi Biryani (ein herzhaftes Reisgericht), Murtabak (eine Art Sandwich, das in vielen Varianten erhältlich ist) und Roti Prata (ein Fladenbrot).

Theatres on the Bay mit Licht- und Wasser-Spektakel

Am Abend geht es dann an die Esplanade – Theatres on the Bay. Das ikonische Gebäude in Form einer Durian ist ein Kulturzentrum, das neben verschiedenen Ausstellungshallen auch einen Konzertsaal und ein Theater beherbergt. Von klassischer indischer Musik über Latino-Abende bis hin zu Theaterstücken ist hier fast jeden Tag etwas geboten und es lohnt sich, vor dem Besuch in Singapur auf der offiziellen Webseite nach Tickets zu stöbern.

Von Sonntag bis Donnerstag um 20:00 Uhr bzw. 21:00 Uhr und am Freitag und Samstag zusätzlich um 22:00 Uhr solltet ihr euch rechtzeitig einen Platz auf den Stufen vor den Theatres on the Bay sichern. Denn hier habt ihr einen tollen Blick auf die Licht- und Wasser-Show „Spectra“, die täglich im Marina Bay Sands Hotel stattfindet. Ihr wollt euch etwas Besonderes gönnen? Dann schaut euch das ganze Spektakel aus dem Singapore Flyer (30 Raffles Ave.) an. Das zweitgrößte Riesenrad der Welt befördert euch hoch in die Luft, sodass ihr einen einmaligen Ausblick auf die Bucht genießen könnt.

Der Blick reicht durch Palmen auf den Singapore Flyer. Das dritthöchste Riesenrad der Welt ist eine bekannte Sehenswürdigkeit in Singapur.
Der Singapore Flyer bietet euch einen einmaligen Ausblick über die Bucht und Singapurs Umland.
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Ein perfekter Ausklang auf dem Streetfood-Markt

Gleich um die Ecke könnt ihr den Abend auf einem der schönsten Streetfood-Märkte in Singapur ausklingen lassen. Auf dem Makansutra Gluttons Bay Markt (Montag bis Freitag von 16:00 bis 23:00 Uhr, Samstag und Sonntag von 16:00 bis 23:30 Uhr geöffnet, Stand: 2022) habt ihr die Qual der Wahl und könnt euch eine tolle Auswahl an verschiedenen Gerichten zusammenstellen. Von indischem Curry über Samosas, frittiertem Morning Glory, Dumplings und Satay findet ihr hier alles, was das Herz begehrt.

Tipp: Einen Tisch reserviert ihr in Singapur mit einem Päckchen Taschentüchern. Sobald ihr mit eurem Essen Platz genommen habt, werden eure Getränkebestellungen aufgenommen.

Tag 3: Sentosa Island und der legendäre Singapore Sling

Ihr fühlt euch nach zwei Tagen Sightseeing reif für die Insel? Dann ist Sentosa Island die beste Wahl. Durch kontinuierliche Landgewinnung ist die singapurische Insel mittlerweile auf über fünf Quadratkilometer angewachsen und zu einem gigantischen Naherholungsgebiet mit vielen Attraktionen geworden. Sentosa liegt rund zehn Kilometer südlich von Singapur und ist über die MRT Station HarbourFront unkompliziert zu erreichen.

Zu den Highlights auf Sentosa Island gehören der Adventure Cove Waterpark (Freitag bis Montag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, Eintritt: SGD36 für Erwachsene, Stand: 2022) mit seinen spektakulären Wasserrutschen, das Museum Fort Siloso mit seinem Skywalk (täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, Eintritt frei, Stand: 2022) und die Universal Studios für Film- und Serienfans (Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, Eintritt: SGD79 für Erwachsene, Stand: 2022).

Für Sonnenhungrige gibt es auf Sentosa Island mehrere künstlich angelegte Strände mit weißem Sand, Palmen, Beach Bars und Restaurants. Zu den schönsten gehören der Siloso Beach, der Palawan Beach und der Tanjong Beach.

Der kulinarische Abschluss eurer Singapur Reise

Eure Singapur Reise könnt ihr perfekt am Boat Quay ausklingen lassen. Das frühere Finanzzentrum Singapurs beherbergt heute einige der besten Restaurants und Bars der Stadt, die euch einen tollen Ausblick über den Singapore River bieten.

Sensationelle Dumplings und kreative Nudelgerichte bekommt ihr zum Beispiel bei Dumpling Darlings (86 Circular Road). Für unzählige Ramen-Variationen empfiehlt sich die Ramen Bar Suzuki (61 Circular Road). Probiert hier unbedingt die farbenfrohen Gerichte wie „Cardinal Red“, „Jet Black“ oder „Emerald Green“.

Einen gebührenden Abschluss findet der Abend bei einem Singapore Sling im legendären Raffles Hotel. Das Luxushotel im Kolonialstil wurde 1887 eröffnet und ist nach Sir Thomas Stamford Raffles benannt, dem Gründer des modernen Singapurs.

Die historische Long Bar (328 North Bridge Rd.) im Raffles Hotel ist die Heimat des Singapore Sling. Der Cocktail wurde 1915 vom Raffles-Barkeeper Ngiam Hong Boon kreiert. Der Drink auf Ginbasis enthält Ananassaft, Limettensaft, Curaçao und Bénédictine. Grenadine und Kirschlikör sorgen für den rosa Farbton. Aber Achtung: Der Singapore Sling kostet in der Long Bar stolze SGD37 (Stand: 2022). Ein teurer Spaß - aber auch ein einmaliges Erlebnis.

Erkundet Singapur ganz unvoreingenommen

Zugegeben, die Löwenstadt ist nicht so „typisch asiatisch“, wie es sich einige Südostasien-Reisende vielleicht wünschen. Dafür ist Singapur absolut einzigartig und mit kaum einem anderen Land der Welt zu vergleichen. Der Mix der Kulturen, die futuristische Architektur, die außergewöhnlichen Gärten und nicht zuletzt die gigantische Gastronomieszene ergeben ein wundervolles Ziel für einen Städtetrip. Reist deshalb am besten ganz unvoreingenommen nach Singapur, lasst euch treiben und genießt die Vielfalt, die die „Future City“ zu bieten hat.

Praktische Tipps für eine Reise nach Singapur

  • Was muss man in Singapur gemacht haben? Zu den absoluten Highlights in Singapur gehören die Gardens by the Bay, die Stadtviertel Chinatown, Little India und Kampong Glam sowie die vielen Gärten und Parks der Stadt. Aber auch die Gastronomieszene und die Märkte haben einiges zu bieten. Zu den berühmtesten Museen gehört die National Gallery (1 St. Andrews Rd.). Sie beherbergt die weltweit größte öffentliche Sammlung singapurischer und südostasiatischer Kunst mit knapp 8.000 Kunstwerken.
  • Wie viele Tage braucht man für Singapur? Alleine für Singapur mit seinen unterschiedlichen Stadtvierteln, Parks und Restaurants sollte man mindestens zwei aber besser drei volle Tage einplanen. Noch besser eine Woche, wenn man auch das Umland erkunden möchte.
  • Wann ist die beste Zeit für eine Reise nach Singapur? Die beste Reisezeit für Singapur sind die Monate von Februar bis September. Hier ist es verhältnismäßig trocken, die Höchstwerte liegen bei 32 Grad Celsius und die Sonne scheint durchschnittlich sechs Stunden pro Tag. Von November bis Januar herrscht dagegen Regenzeit.
  • Was gibt es in Singapur zu essen? Die meisten Singapurer stammen aus China, Malaysia und Indien, sodass deren regionale Küchen am stärksten vertreten sind.
  • Wie kommt man von Singapur nach Kuala Lumpur? Die 315 Kilometer von Singapur nach Kuala Lumpur können im Rahmen eines einstündigen Fluges, einer fünfstündigen Busfahrt oder einer 7,5-stündigen Zugfahrt zurückgelegt werden.

Koffer schon gepackt? Oder noch mehr Tipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!