Tipps: als Tourist in Moscheen, Synagogen und Tempeln

Religiöse Stätten zu besichtigen gehört für kulturell Interessierte auf Reisen dazu, auch wenn sie einer anderen oder gar keiner Religion angehören. Neben einer eindrucksvollen Architektur offenbaren sich beim Besuch heiliger Orte interessante Einblicke in fremde Religionen, Sitten und Bräuche. Unsere Bloggerin Alexandra Lattek gibt euch hilfreiche Tipps für den Besuch der verschiedenen religiösen Stätten.

Bei einem Besuch von Tempeln, Moscheen oder Synagogen solltest Du, wie generell beim Reisen in Ländern mit anderen Kulturen, verschiedene Dinge beherzigen. Wir haben einige Tipps für Dich zusammengestellt, wie Du an den Stätten der großen Weltreligionen ein gern gesehener Gast bist. Denn zwei Grundregeln, nämlich respektvolles Verhalten und angemessene Kleidung, wirst Du in allen Religionen begegnen.

Auch wenn religiöse Stätten in vielen Religionen gleichzeitig Orte für soziale Kontakte sind, gebietet es sich, zurückhaltend zu sein. Dazu gehört, Gläubige nicht bei ihren Ritualen und beim Beten zu stören und sich möglichst unauffällig und leise zu bewegen. Touristen in Shorts und Tops wirst Du in christlichen Kirchen im Sommer sicherlich schon häufiger begegnet sein. Wird ein solches Outfit dort noch toleriert, sind unbedeckte Schultern und Knie an den heiligen Orten fast aller anderen Religionen ein Tabu. Häufig wirst Du darum gebeten werden, Deine Schuhe vor dem Betreten der Stätte auszuziehen, dies gilt gemeinhin als Zeichen der Ehrerbietung und des Respekts. Ein Tipp: Immer ein paar Socken und ein großes Tuch dabei haben.

Moscheen: hier trifft man sich

Eine Moschee ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern ein sozialer Treffpunkt. Auf dem Gelände einer Moschee wirst Du Grüppchen treffen, die sich unterhalten, sowie eine Koranschule, vor deren Türen die Schüler herumtoben. Außerhalb der Gebetszeiten hast Du in den meisten Fällen Gelegenheit, die Gebetsräume zu betreten. Dies selbstverständlich nur ohne Schuhe, die Du am Eingang zur Moscheeanlage ausziehst und in einem Schuhregal platzierst. Ob Du als Frau den für die Männer vorgesehen Gebetsraum besichtigen darfst, wird unterschiedlich gehandhabt. Laufe niemals an den Betenden vorbei, denn dann müssen sie ihr Gebet neu beginnen. Grundsätzlich solltest Du eine Moschee nicht unbedingt zum Freitagsgebet besuchen. In bekannten, großen Moscheen mit vielen Touristen ist Fotografieren gestattet, jedoch solltest Du die Gläubigen nicht beim Beten fotografieren. In kleineren Moscheen behält man seine Kamera lieber in der Tasche.

In Arabischen Ländern ist der Besuch einer Moschee strenger reglementiert als in der Türkei oder in Indien. Während Du in diesen Ländern als Frau eine Moschee ohne Kopfbedeckung besuchen darfst, ist es in den Emiraten obligatorisch, ein Kopftuch, lange Ärmel und einen knöchellangen Rock zu tragen. Du kannst Dir ein Kopftuch und ein langes, schwarzes Gewand kostenlos ausleihen. Die meisten Moscheen in den Emiraten kannst Du nur zu festgelegten Zeiten im Rahmen einer Führung besuchen.

Buddhistische Tempel – ein Ort der Einkehr und Ruhe

Bei den Bräuchen in buddhistischen Tempeln gibt es so viele Unterschiede, wie es buddhistische Richtungen gibt. So wirst Du in einem buddhistischen Tempel in China Deine Schuhe anbehalten dürfen, im Gegensatz zu Thailand oder in den Tempeln des tibetischen Buddhismus. Auch wenn viele Buddhisten im Vorbeigehen auf dem Weg zur Arbeit schnell ein paar Räucherstäbchen anzünden und beten, sind buddhistische Tempel ein Ort der Einkehr und Ruhe. Dem sollte man mit Schweigen und Andacht begegnen. Wer länger verweilen möchte, sollte sich auf den Boden knien. Dabei solltest Du streng darauf achten, Deine Füße nicht auf die Buddha-Figur zu richten. Auch mit den Fingern auf heilige Gegenstände zu deuten ist streng verboten, ebenso wie Shorts und zu offenherzige Kleidung. Fotografieren ist erlaubt. Für Frauen gilt zu beachten, auf keinen Fall einen Mönch zu berühren.

Im Hindu Tempel gilt: Schuhe aus

Bevor Du einen Hindu Tempel betrittst, musst Du Deine Schuhe am Eingang abgeben. Einfach in den Rucksack packen ist nicht erlaubt, auch wenn man in den Fällen, wo es keinen Schuhaufpasser gibt, etwas Sorge hat, seine Treter später wieder zu finden. In den meisten Hindu Tempeln geht es so bunt und lebendig zu wie in der hinduistischen Götterwelt. Drängeln, mit dem Handy telefonieren, essen, ein kleines Schläfchen halten – all dies findet man in den weitläufigen Komplexen der Hindu Tempel in Indien vor.

Im Tempelinneren herrscht eine etwas andächtigere Atmosphäre. Du wirst Gruppen vorfinden, die private Zeremonien abhalten und Einzelpersonen, die vor einer Götterstatue beten. Niemand wird etwas dagegen haben, wenn Du Dich dazu gesellst und das Treiben beobachtest. Das Fotografieren im Tempelinneren ist oftmals erlaubt, wenn nicht, gibt es entsprechende Hinweisschilder. Gottesdienste oder Predigten wie im Christentum gibt es in hinduistischen Tempeln nicht. Dafür vollziehen Priester sogenannte Pujas, an denen auch Nicht-Hindus teilhaben dürfen, ebenso wie an den Darshans, den Segnungen durch einen Priester. Dafür reihst Du dich einfach in die Schlange ein. Das Betreten des Allerheiligsten im Tempelinneren ist den Hindus vorbehalten. Entsprechende Schilder weisen darauf hin.

Kostenloses Übernachten im Sikh Tempel

Die Sikhs heißen jeden unabhängig von Herkunft und Religion als Gast in ihrer Gemeinschaft willkommen. In vielen Sikh Tempeln wie dem berühmten Goldenen Tempel in Amritsar im Norden Indiens kann man auch als Tourist kostenlos übernachten, ein besonderes Erlebnis, ebenso wie das Essen in der Gemeinschaftsküche. Deine Schuhe darfst Du nicht mit hinein nehmen. Am Eingang des Tempelkomplexes findest Du einen Schalter, wo Du Deine Schuhe abgeben kannst. Bevor Du das Gelände eines Sikh Tempels betrittst, solltest Du Deine Hände und Füße waschen. Im Goldenen Tempel läuft man dafür durch ein Fußbecken vor dem Eingang.

Dein Kopf muss bei den Sikhs mit einem Tuch bedeckt sein. Ein solches Tuch kannst Du für wenig Geld vor Ort kaufen, oder Du hast ein Bandana dabei, das Du Dir um den Kopf bindest. Frauen können sich einfach ein langes Tuch über den Kopf und die Schultern legen. Fotografieren ist auf dem Gelände wie auch im Tempel selbst erlaubt. Die Sikhs sind freundlich und offen, wenn Du sie höflich fragst, werden sie nichts dagegen haben, wenn Du sie fotografierst. Sie sind nämlich selbst auch neugierig auf Dich und werden sich gerne mit Dir unterhalten und Dich im Zweifelsfalle auch fragen, ob sie Dich ablichten dürfen.

Keine Fotos in der Synagoge

Vor dem Betreten einer Synagoge wirst Du zunächst eine Sicherheitskontrolle durchlaufen, bei der Deine Tasche untersucht wird. Als Mann wirst Du darum gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Solltest Du keine dabei haben, kannst Du Dir eine Kippa leihen. Trägst Du eine Kette mit einem Kreuz, solltest Du dieses dezent unter Deiner Kleidung verbergen. Gerne darfst Du auch als Besucher an einem Gottesdienst teilnehmen. Fotos zu machen ist dabei tabu. Auch solltest Du niemals ein Buch auf den Boden legen, da Bücher als heilig gelten. Wenn sich die Gemeinde erhebt, solltest Du ebenfalls aufstehen.

Fotohinweise: Alle Fotos von Alexandra Lattek.

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